detektor.fm-Session mit Die Heiterkeit

Die Antithese zum Deutschpop

03.04.2019

Weiblich, düster, lakonisch – die Hamburger Band Die Heiterkeit ist aktuell wohl der größtmögliche Gegenentwurf zu deutschsprachiger Popmusik. Sängerin Stella Sommer ist bei uns zu Gast, spielt ein paar Songs und spricht über das neue Album "Was passiert ist".

Stella Sommer von Die Heiterkeit zu Gast im detektor.fm Studio. Bild: detektor.fm/ Kati Zubek

Konstante Veränderung

Verlassen kann man sich bei der Hamburger Band Die Heiterkeit wohl nur auf die Veränderung. Seit ihrer Gründung im Jahr 2010 sind viele Bandmitglieder gekommen und wieder gegangen. Die einzige Konstante: Sängerin Stella Sommer. Das jüngste Die Heiterkeit-Album „Was passiert ist“ hat sie zum größten Teil selbst arrangiert und eingespielt.

Mit Sommer bleibt die markante tiefe Stimme und ein Hang zum Schwermütigen. Außerdem immer noch mit dabei ist Produzent Moses Schneider.

Wenn man sonst schon alles auswechselt, braucht man einfach eine Person, auf die man sich verlassen kann. Mit Moses hab ich jetzt schon ein paar Alben gemacht und weiß genau, woran ich da bin. Wir können uns gegenseitig gut einschätzen. – Stella Sommer von Die Heiterkeit

Neu gewonnene Leichtigkeit

Die regen Besetzungswechsel haben auch den Sound der Band verändert. Auch wenn sich Die Heiterkeit weiterhin Mühe geben, ihrem Bandnamen nicht gerecht zu werden, klingt die neue Platte um einiges optimistischer als ihre Vorgänger. Während „Pop und Tod I & II“ noch untröstlich daherkam, eröffnet „Was passiert ist“ einen fast schon zuversichtlichen Blick in die Zukunft. Dabei geht ein wenig vom trotzigen Fatalismus á la Isolation Berlin verloren.

Vorher gab es ja ein fixes Bandgefüge, das die Songs arrangiert hat. Dieses Mal konnte ich den Songs ein bisschen die Schwere nehmen, indem ich sie selbst arrangiert habe. Das ist mir ziemlich leicht gefallen und diese Leichtigkeit hört man den Songs auch an. – Stella Sommer

Optimismus trifft auf Schwermut

„Was passiert ist“ ist gekennzeichnet durch eine Gleichzeitigkeit von Schwermut und Optimismus. Wie kaum einer anderen gelingt es Stella Sommer darauf, die Tristesse der Moderne in Worte zu fassen.  Schlau, selbstbewusst und unangepasst – deutschsprachiger Pop, so wie er sein sollte, finden auch viele Kritiker.

Im Interview mit detektor.fm-Moderatorin Eva Morlang spricht Stella Sommer von Die Heiterkeit über Produzent Moses Schneider, den Sound des neuen Albums und das Label „Feuilleton-Band“. Außerdem spielt sie „Im Zwiespalt“ und „Jeder Tag ist ein kleines Jahrhundert“ live im Studio.

Redaktion: Alina Schneider