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Auch Peter Schilling hat es mit seinem auf einem David Bowie-Song aufbauenden „Major Tom“ in die Auswahl geschafft. Bild: Carolin Löbbert / Avant-Verlag
Auch Peter Schilling hat es mit seinem auf einem David Bowie-Song aufbauenden „Major Tom“ in die Auswahl geschafft. Bild: Carolin Löbbert / Avant-Verlag

„Ice Ice Baby“ – ein Buch über One-Hit-Wonders

Von Carl Perkins bis Conchita Wurst

One-Hit Wonders faszinieren uns. Warum schaffen es Künstler nach einem Hit häufig nicht, nochmal nachzulegen? Und wie gehen sie mit dem Scheitern um? Mit „Ice Ice Baby“ haben Carolin Löbbert und Marcus Lucas jetzt ein Buch zum Thema veröffentlicht. Wir haben reingeschaut.

Auch wer noch nie etwas von der Illustratorin Carolin Löbbert gehört hat, kennt ziemlich sicher ihre Arbeiten. Sie zeichnet für die Süddeutsche, Die Zeit, taz, Vogue und viele andere Publikationen. Zusammen mit Co-Autor Marcus Lucas erscheint mit „Ice Ice Baby“ jetzt ihr erstes Buch.

Hits aus sechs Jahrzehnten

Ganze achtzig One-Hit Wonders aus den Jahren 1955 bis 2015 haben Carolin Löbbert und der GQ-Redakteur Marcus Lucas für „Ice Ice Baby“ zusammengetragen. Viele der Interpreten sind auch heute noch Teil des popkulturellen Gedächtnisses, andere sind dagegen schon lange in Vergessenheit geraten. Marcus Lucas erzählt dabei in knappen Sätzen, wie die Hits entstanden sind. Die Geschichten sind mal skurril, mal desillusionierend.

Carolin Löbbert widmet in „Ice Ice Baby“ jedem Interpreten ein ganzseitiges Porträt – und fängt dabei vor allem den Zeitgeist der jeweiligen Veröffentlichung ein. Mit kleinen Vignetten rundet sie dazu Marcus Lucas Texte ab. Löbberts Stil in „Ice Ice Baby“ ist comichaft und bunt, gleichzeitig aber auch ein bisschen realistisch.

Sechs One-Hit-Wonders aus dem Buch „Ice Ice Baby“

Den Absprung nicht geschafft

Beim Lesen fällt auf, wie viele der Interpreten nach dem großen Erfolg nicht wieder in ihr altes Leben zurückfinden. Manche Künstler probieren sich jahrelang erfolglos am zweiten Hit, Bands zerstreiten sich um Geldfragen – das große Glück scheint der plötzliche Hit selten zu bedeuten. Für Carolin Löbbert sind es vor allem Anerkennung und Ruhm, dem diese Musiker hinterherjagen. Wer den Absprung in die Normalität nicht schafft, macht sich unglücklich.

Illustratorin Carolin Löbbert über One-Hit-Wonders - Bild: Carolin Löbbert / Avant-Verlag

Bild: Carolin Löbbert / Avant-Verlag
Wahrscheinlich ist es das Rampenlicht. Verehrt zu werden ist ja auch ein schönes Gefühl. Wenn man das auf einmal nicht mehr bekommt und nirgendwo anders seine Interessen finden kann, das kann natürlich echt hart sein.Illustratorin Carolin Löbbert über One-Hit-Wonders

Glücklich im Hintergrund

Allzu deprimierend ist „Ice Ice Baby“ aber nicht geworden. Die Autoren erzählen auch von Künstlern, die sich um ihren einen Hit eine Karriere aufbauen – auch wenn die vielleicht nicht mehr komplett im Rampenlicht stattfindet.  Carolin Löbbert nennt da zum Beispiel Bobby McFerrin, der 1988 mit „Don’t Worry Be Happy“ einen Welthit landete:

Bobby McFerrin ist jetzt noch musikalisch aktiv und macht auch andere Sachen, Filmmusik oder klassische Musik, die einen nicht so ganz in den Vordergrund spielen. Er arbeitet einfach im Hintergrund. Und ich glaube, das kann auch glücklich machen.

Wir haben uns die One-Hit-Wonders angeschaut und mit Illustratorin Carolin Löbbert gesprochen.


Redaktion: Vincent Raßfeld

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