Musikvideo der Woche | Battles – The Yabba

Audiovisueller Drehwurm

07.10.2015

Die amerikanische Band "Battles" macht experimentellen, progressiven Math-Rock, der auch mal schnell ins Skurille abdriften kann. In ihrem neuen Video "The Yabba" setzen die experimentierfreudigen Musiker erneut auf kräftige Beats und visuelle Hingucker. Musikvideoexperte Maurice Gajda erklärt, warum es genau deswegen unser Musikvideo der Woche ist.

Verbildlichung im Drehformat

Am Anfang steht eine junge Frau auf einem Sportplatz. Die Kamera zoomt heran: Mit ihrem Zeigefinger balanciert sie einen Basketball, der Ball dreht sich um sich selbst, die Frau hat ihren Blick auf den Ball gerichtet. Dann dreht sie plötzlich ihr Gesicht, sieht direkt in die Kamera. Und wieder Zoom, diesmal auf den Ball. Der Ball dreht und dreht sich, die Kamera zoomt erneut, bis der rote Ball langsam aber sicher das komplette Bild ausfüllt.

Man wird regelrecht in den Ball, das Video und die Musik hineingezogen.  Dann Schnitt zurück auf die Frau, nun dreht sich die Kamera um sie und den balancierten Ball. Das ist die Anfangsszene zu dem neuen Video der US-amerikanischen Band „Battles“.

„Das ist nichts anderes, als wenn man zu einer Stimmung ein Gemälde gemalt hätte.“ – Maurice Gajda, Musikvideoexperte

LSD-Trip ohne Nachwirkungen

Aber auch die Musiker selbst kommen nicht zu kurz: Ian Williams, John Stainer und Dave Konopka stehen zunächt in einem Waldstück, dann in einem dunklen Nichts. Der ständige Szenenwechsel ist ein tragendes Element des Videos. Ebenso wie die konsequent sich um das Geschehen drehende  Kameraführung, die wie ein Vogel um die Bandmitglieder kreist.

Die hypnotisierende Wirkung wird die gesamten knapp sieben Minuten lang gehalten, durch immer progressivere Musik und Drehsequenzen weitergesponnen.

„Irgendwann weiß man gar nicht mehr, wo hinten und vorne ist. Praktisch der perfekte LSD-Trip – ohne LSD und ohne Nachwirkungen.“ – Maurice Gajda

Die „Battles“ verstehen ihr Handwerkszeug: die Beats sind progressiv, elektronisch angehaucht und elektrisierend. Die seit 2003 existierende Band hat in diesem Jahr ihr viertes Studioalbum „La Di Da Di“ veröffentlicht. Anders als bei vielen Songs zuvor kommt in „The Yabba“ keine verzerrte Stimme zum Einsatz, um die Beats aus Schlagzeug, E-Gitarre und Keybord zusätzlich zu unterstützen.

Warum das Video ein visuelles und auditives Meisterwerk ist, hat Videoexperte Maurice Gajda detektor.fm-Moderatorin Doris Hellpoldt im Interview erklärt.

RoomEindeutig: Es ist Kunst, was Battles da gemacht haben, in ihrem neuen Video zu „The Yabba“.
Maurice Gajda ist begeistert von der Bildgewalt in "The Yabba". 

Maurice Gajda stellt jede Woche ein neues, außergewöhnliches Musikvideo vor.


Das Video zum Anschauen:

BATTLES – The Yabba from Roger Guàrdia on Vimeo.

Redaktion: Mirjam Ratmann