Musikvideo der Woche | Hot Chip – Need you now

Liebesgeschichte in der fünften Dimension

08.04.2015

Die britische Elctropop-Band Hot Chip ist zurück. Und wie! Im Video zur neuen Single "Need You Now" begibt sich Sänger Alexis Taylor auf eine multidimensionale Suche nach seiner Ex-Freundin. Unser Musikvideo der Woche.

Mit seinem zwischen Zeit-, Raum – und Realitätsebenen hin und her springendem Blockbuster Inception hat der britische Regisseuer Christopher Nolan das multidimensionale Erzählen auf eine neue Ebene gehoben. Seine Landsmänner von Hot Chip scheinen sich für das Video zu ihrer neuen Single „Need You Now“ ganz in seinem Sinne der Konfusion des Zuschauers verschrieben zu haben.

Visuelle Schitzophrenie

Einsam und offensichtlich deprimiert sitzt Protagonist und Hot Chip-Frontmann Alexis Taylor in einem leeren Haus irgendwo im englischen Nirgendwo. In wiederkehrenden Einblendungen sehen wir eine Frau, die einen Transporter schließt, während Taylor weiter vor sich hin grübelt.

Durch einen Einbrecher an seinem Auto nimmt die Handlung plötzlich Fahrt auf. Bei der Jagd durch eine triste, graue Industriebrache entdeckt er erst ein Foto von sich selbst und dann sein fleischgewordenes Ebenbild. Nun verschachteln sich immer mehr Dimensionen ineinander, bis zur verblüffenden Auflösung.


Hot Chip – Need You Now (Official Video) von VeVo-Official

Minimaler Aufwand, maximale Verwirrung

Ähnlich wie beim offensichtlichen Paten „Inception“ entzieht sich auch das Video zu „Need You Now“ einer eindeutigen Einordnung oder Auflösung und macht es um so spannender. Einen besseren Vorgeschmack auf das neue Hot Chip-Album „Why Make Sense“, dass am 15. Mai erscheinen soll, hätten die Engländer wohl nicht fabrizieren können. Das meint zumindest Maurice Gajda von Joiz.

Für ihn sind es gerade die vielene Ebenen des Videos, die ihn begeistert haben: Der Kontrast zwischen minimalistischer Optik und komplexem Spiel mit Zeit- und Raumebenen, die pulsierenden Beats zu einer groovigen Frauenstimme, die Vieldeutigkeit der Bilder und ihrer Auflösung.

Im Gespräch mit Moderatorin Doris Helpholdt hat Maurice Gajda erklärt, auf welche Achterbahnfahrt das Video seinen Kopf geschickt hat und warum die Konfusion am Ende doch Sinn zu ergeben scheint.

SigridEs ist absolut verwirrend und am Ende wieder relativ klar. Ich finde das toll!Maurice Gajdaist ein Fan visueller und erzählerischer Experimente in Musikvideos. Foto: privat 

Redaktion:  Alexander Hertel