Musikvideo der Woche | Tristan Brusch mit „Fisch“

Ein Aquarium voller Pastell-Hipsterträume

03.02.2016

Der Aufforderung von Tristan Brusch, ihn verrückt zu nennen, kann man nach dem Anschauen dieses Musikvideos ruhig folgen. Denn in "Fisch" trifft Bruschs Lyrikwahnsinn auf Bildverwirrung made by Maeckes. Mit viel Pastell, einem Hang zur Popkultur und einer furchtlosen Kampfansage an die Welt spielt der Solokünstler bewusst mit der Hipster-Kultur.

Wer hat Angst vor Tristan Bruschs bunter Hipsterwelt? Der selbsternannte „Fisch im kochenden Wasser“ und furchtlose „Schneemann in the Sun“ besingt in seiner Indiepop-Single „Fisch“ seinen Kampf mit der Welt und zündet diese im Musikvideo dazu auch gleich noch an.

„He’s  just a little funny man“

Tristan Brusch ist ein Neueinsteiger in der deutschen Singer-Songwriter-Szene. Dabei hat er bereits 2004 sein musikalisches Erstlingswerk „Where’s Heaven“ veröffentlicht, allerdings noch in englischer Sprache. Dem deutschsprachigen Hip-Hop-Publikum dürfte er bereits 2012 aufgefallen sein, als er das Gitarrensample zum Song „Jetzt“ von den Orsons lieferte.

Mit der EP „Fisch“, die im vergangenen Jahr erschienen ist, gibt Tristan Brusch nun sein deutschsprachiges Debüt. Schützenhilfe holte er sich von einem bekannten Gesicht des deutschsprachigen Hip-Hops. So ist in Zusammenarbeit mit Rapper Maeckes nicht nur ein Song entstanden, sondern auch das Musikvideo zur ersten Singleauskopplung. Und das ist erst der Anfang: Im Februar will der Solokünstler seinen Wandel auch live beweisen.

Ein pastellfarbenes Hipstersammelsurium

In seinem deutschen Indiepop-Debüt dreht sich alles um Brusch selbst. Mit einer kontrastreichen Bildsprache stellt er pastellige Symbolik düsteren Orten gegenüber. Zwischen singenden Fischen, Schallplatten und schlecht ausgeleuchteten Räumen zeigt uns der Solokünstler seine Idee von der Welt. Und die macht ihm persönlich keine Angst mehr: Durch Licht und Dunkel tanzt er sich durch seine eigene Botschaft.

Man muss sich vorstellen, ein Hipster aus Berlin-Mitte oder Prenzlauer Berg baut einen Jahreskalender und muss für jeden Tag ein Bild entwerfen. Genau diese Bilder findest du auch im Musikvideo. – Maurice Gajda

Der „Schneemann in the Sun“ erklärt in seiner Singleauskopplung, wer sich hinter dem wasserstoffblonden Jungen mit Vorliebe für Hippiebrillen verbirgt. Das Sprachspiel wird durch die vielschichtige rosa-türkise Symbolik ergänzt und schickt Augen und Ohren auf eine verwirrende Reise in Bruschs Welt.

Fische brauchen ❤️

Ein von Tristan Brusch (@tristanbrusch) gepostetes Video am

Warum Maurice Gajda die bunte Popkultur-Liebeserklärung nicht nur Hipstern empfiehlt, hat er detektor.fm-Moderatorin Constanze Müller im Gespräch erklärt.

ZHUMan kriegt ein ganzes Konglomerat an wirren Szenen, die so gar keinen Sinn machen. Aber sie geben einen Einblick in die Welt von Tristan Brusch und seinen Songs.Maurice Gajdahat den "Schneeman in the Sun" sogar schon persönlich beim Schmelzen erlebt. 

Redaktion: Johanna Siegemund