Musikzimmer | Band des Monats: Götterscheiße

Ein andauerndes Duett

Sie waren schon uncool bevor es cool war, uncool zu sein. Bonbonfarbene Jogginganzüge gehören bei Götterscheiße deshalb ganz selbstverständlich dazu. Genau so wie analoge Syntheziser und Drum-Machine. Mit denen produziert das Duo Synthie-Pop für den Dancefloor und ist unsere Band des Monats.

Waren schon uncool bevor es cool war: Götterscheiße.
Foto: Julian Rödel

Auf einer Party in einem der zahlreichen Wächterhäuser im Leipziger Westen haben sich Tino und Martin einst kennengelernt. Beide standen mit ihren jeweiligen musikalischen Projekten auf der Bühne und fanden sich gut. Einige gemeinsame Barbesuche später stand fest: als Götterscheiße wollten sie zusammen Musik machen. Stilistisch sollte es Richtung 80s gehen, aber ganz anders, als sie das bis dahin getan hatten.

Wir sind zufällig auf diesen Effekt gestoßen, dass Martin wie ein Mann und eine Frau gleichzeitig klingt. Das ist unser primäres Stilmittel. Wenn Leute uns live sehen, sind sie überrascht, dass wir nich zu dritt sind.

Nicht zu plakativ

Persönliche Erlebnisse beeinflussen die Musik des Duos, aber auch gesellschaftliche Themen wie Homophobie und Sexismus. Textlich lassen sie sich von Künstlern wie Georg Kreisler und Tocotronic inspirieren. Es sollte jedenfalls nicht zu plakativ sein.

Wenn wir es schaffen, dass die Leute lachen können und beim dritten Hören vielleicht weinen, wäre das perfekt.

In den nächsten Monaten wollen Götterscheiße möglichst viele Konzerte spielen und mit dem Publikum tanzen. Mit dem Song „Komm wir gehen“ haben sie in der Demoecke die meisten Sterne geholt und sind damit unsere Band des Monats im Musikzimmer.