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Philipp Hülsenbeck und Michael Schönheit im Gewandhaus zu Leipzig, Foto: Postrach, Rothe
Bild: Postrach, Rothe

Saitenwechsel | P. A. Hülsenbeck mit Organist Michael Schönheit

Elektronik und Orgel fließen zusammen

P. A. Hülsenbeck mit seiner experimentellen elektronischen Musik, Michael Schönheit an der Orgel im ehrwürdigen Gewandhaus – zwei gegensätzliche Pole treffen im Projekt „Two Play To Play“ aufeinander und es entstehen ganz neue Klänge.

Präsentiert von

Saitenwechsel wird präsentiert vom Gewandhausorchester.

Es gibt viele Instrumente aus dem klassischen Orchester, die auch im Pop und Jazz vorkommen. Aber die Orgel, die „Königin der Instrumente“, ist da doch etwas schwerer zu integrieren. Natürlich gibt es auch elektronische Orgeln aber an sich ist Orgelmusik schon stark da verortet, wo das Instrument meistens zu finden ist: in der Kirche oder im großen klassischen Konzerthaus.

Beides sind Orte, an denen der Musiker Philipp Hülsenbeck bisher nicht gespielt hat. Seine Welt sind Festivals und Clubs. Viele kennen ihn als Gitarristen der Band Sizarr, er macht aber auch mit seiner eigenen experimentellen Musik von sich reden.

Einflüsse anderer Komponistinnen

Hülsenbeck zögert nicht lang, als er angefragt wird, ob er im Projekt „Two Play to Play“ am Gewandhaus zu Leipzig mit dem Gewandhausorganisten Michael Schönheit zusammenarbeiten will. Er hört bereits viel experimentelle Musik, die mit Orgel arbeitet, etwa von der Komponistin Kali Malone oder Kara-Lis Coverdale. Und er hatte auch selbst schon mit elektronischen Orgelklängen gespielt.

Mit Michael Schönheit und einer echten Orgel tun sich da jetzt noch ganz neue Möglichkeiten auf. Aber wie finden die beiden erst mal eine gemeinsame Grundlage, eine gemeinsame Sprache?

Improvisation als gemeinsamer Nenner

Hülsenbeck arbeitet sonst im MIDI-Format, das kann er aber leicht in Noten übertragen und an denen dann mit dem Organisten arbeiten. Aber auch sonst sind ihre Herangehensweisen an Musik ja erst einmal ziemlich verschieden.

Michael Schönheit ist sonst als Organist nicht derjenige, der ein Stück entwickelt: Er hat Stücke vorliegen, die er dann reproduziert und interpretiert. Eine große Schnittstelle gibt es aber bei der Improvisation, die auch in der Orgelmusik eine große Rolle spielt.

Unsere Arbeit unterscheidet sich gar nicht so sehr von der Arbeit mit anderen Musikern, die ich erlebt habe. Das funktioniert bei uns recht organisch.

Philipp Hülsenbeck, Musiker

Wie sie gemeinsam ein abendfüllendes Werks komponieren und wie die beiden Musiker in den öffentlichen Proben vor Publikum agieren, zeigt Eva Morlang im Saitenwechsel.