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Get Well Soon
Foto: Clemens Fantur

Tracks & Traces | Get Well Soon – One For Your Workout

Zum Optimismus gezwungen

Wo liegen die Grenzen zwischen Hoffnung auf ein besseres Leben und Selbstoptimierung? Im Song „One For The Workout“ nimmt Get Well Soon den ewig unzufriedenen Menschen und fragwürdige Coaching-Strategien unter die Lupe.

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Vom Dorfkind zum Tausendsassa

Konstantin Gropper, geboren 1982, wächst im oberschwäbischen Biberach als Sohn eines Musiklehrers auf. Da es dem Landleben bekanntermaßen zwar nicht an Punk- oder Rockbands, aber manchmal dem richtigen Umfeld für extravagante Pop-Ambitionen fehlt, verfeinert Gropper sein Handwerk an der Popakademie Mannheim und startet sein Projekt Get Well Soon. 2008 feiert er mit dem ersten Longplayer „Rest Now, Weary Head! You Will Get Well Soon“ seinen Durchbruch und arbeitet seitdem u.a. auch als Komponist für Soundtracks oder als Musikproduzent, z.B. für Casper.

Philosophieren in der Pandemie

Dass Gropper auch Philosophie studiert hat, hört man seinen Songs an. Große Diskurse stehen im Mittelpunkt seiner Alben, z.B. die philosophische Strömung des Stoizismus auf „Vexations“, das Konzept der romantischen Liebe auf „Love“ und die abgründigen Sphären der Angst auf „The Horror“. Das neue Album „AMEN“ ist Anfang 2021 entstanden und geprägt von der Corona-Pandemie.

Ich habe irgendwann angefangen zu sagen: Ich würde es jetzt eher komisch finden, etwas zu machen, das damit nichts zu tun hat. Ich singe jetzt ja auch nicht übers Impfen oder so. Es geht eher um eine Reflexion darüber, was die Pandemie meiner Meinung nach aus dieser Gesellschaft gemacht hat, um dieses neue Mindset: Man ist ja zum Optimismus gezwungen.

Get Well Soon, Foto: Clemens Fantur

Verliebt in die KI

Ratgeber, Coachings und Achtsamkeits-Seminare boomen – auch während einer Pandemie. Im Song „One For Your Workout“ nimmt Gropper den menschlichen Drang nach Selbstoptimierung und das Verlangen, Kontrolle zurückzugewinnen unter die Lupe.

Ich habe versucht für dieses Album – auch als Recherchemaßnahme – zu meditieren. Bei „Headspace“ habe ich mal so ein Probe-Abo gemacht. Es hat überhaupt nicht funktioniert und ich bin auch nicht der Typ dafür. Aber diese Stimme ist bei mir hängen geblieben. Ich könnte mir vorstellen, dass Menschen vielleicht in der Isolation ein zu enges Verhältnis zu ihrer Siri aufgebaut haben.

Mentaler Trim-dich-Pfad

„One For Your Workout“ klingt wie der perfekte Soundtrack zum mentalen und körperlichen Fitnesstraining. Inhaltlich hinterfragt der Song Coaching-Strategien, wie etwa die des Bestsellers „Es kommt nicht darauf an, wer du bist, sondern wer du sein willst“ von Paul Arden, das Gropper im eigenen Regal fand.

Die musikalische Idee war tatsächlich, etwas zu machen, wozu man sich gut bewegen kann. Das hat mit der Tempo-Angabe angefangen. Ich habe mich gefragt, wozu kann man gut joggen, oder etwas auf dem Crosstrainer machen. Aber es musste noch ein bisschen schneller sein, als eigentlich gut ist. Wie bei so einem Esel, der einer Möhre hinterherrennt, die man ihm vor die Schnauze hängt.

80er-Jahre Energy-Pop

Der treibende Sound des Songs ist stark inspiriert vom Pop der 80er-Jahre: Die Energie von Elton Johns „I’m Still Standing“, der Beat von „Love Is A Battlefield“ oder die Basslinie der Ducktails-Titelmelodie. Verschiedene Arpeggiatoren liefern ausgefuchste Synthie-Klänge und erinnern an die Soundtracks des griechischen Helden der elektronischen Musik Vangelis.

Was da auch noch drin ist, ist dieser Captain Future Sound, der so von oben arkadenmäßig runterkommt. Das ist die Titelmelodie von Christian Brun. Der hat in den 80er Jahren alles gemacht, was so Kindermusik angeht: Heidi, Die Rote Zora, Viki. Ich fand aber vor allem diesen Captain Future Song super. Das ist eigentlich so eine Mischung aus Abba und Morricone.

In dieser Folge von Tracks & Traces hört ihr, wie die Ducktails, Captain Future und Baywatch den Song „One For The Workout“ beeinflusst haben. Ihr erfahrt warum Konstantin Gropper aka Get Well Soon lieber ganze Alben anstelle von Singles schreibt und welchen Einfluss Theorien von Aristoteles und Schopenhauer auf den Songtext hatten.

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