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Foto: stokkete | shutterstock.com
Bild: Stokkete | shutterstock.com

Zurück zum Thema | Musikstreaming

Können Musikschaffende von Streams leben?

In diesem Jahr sind zwar fast alle Konzerte abgesagt worden, aber Musikhören kann man zum Glück auch zu Hause – online. Aber wie gut können Künstlerinnen und Künstler mittlerweile von Streams leben?

„Zurück zum Thema“ bei Daily Drive

Mit Apple, Spotify und Co. durch den Corona-Winter

Kein Kino, keine Kneipe, keine Konzerte: In diesem Corona-Winter bleibt vielen von uns nicht viel anderes übrig, als abends mit gestreamter Musik auf der Couch zu liegen. Immerhin auf Apple Music, Amazon Music oder Spotify ist man kaum eingeschränkt, denn die Musikauswahl ist riesig.

Corona schadet Streaming-Plattformen offensichtlich nicht: Der Börsenwert von Spotify hat sich 2020 beispielsweise mehr als verdoppelt. Insgesamt macht die deutsche Musikindustrie mehr als die Hälfte des Umsatzes mit music as a service. Dieses Jahr ist dieser Anteil nochmals gestiegen.

Wenn die Streamingdienste den Künstlern in Krisenzeiten helfen wollen würden, dann könnten Sie zum Beispiel nicht nur dreimonatlich oder halbjährlich auszahlen, sondern monatlich.

Jörg Heidemann, Verband unabhängiger Musikunternehmer*innen e.V.

Jörg Heidemann, Verband unabhängiger Musikunternehmer*innen e.V.Stefan Wieland

Davon kommt nur sehr wenig bei denjenigen an, die die Musik machen. Das liegt an den Berechnungsmodellen der Dienste. Wenn in Deutschland jemand auf Spotify einen Song streamt, verdient eine Musikerin oder der Musiker nicht einmal einen Drittel Cent.

Was haben Künstlerinnen und Künstler von Musikstreaming?

Seit Anfang November testet Spotify nun ein neues Feature: Künstlerinnen und Künstler können einige ihrer Songs im Spotify-Algorithmus pushen, damit sie in wichtigen Playlists landen. Wenn ein Song dadurch häufiger gehört wird, bekommt Spotify im Gegenzug mehr Geld pro Stream.

Von Seiten der Musikschaffenden und kleineren Labels wird das kritisiert: Das Prinzip „Pay-for-Play“ benachteilige den Großteil der Künstlerinnen und Künstler und führe nicht dazu, dass die Musikkultur diverser werde – im Gegenteil.

Man kann mit Streaming als Musikerin nicht überleben — das funktioniert leider nicht. Weil man nur einen sehr kleinen Anteil des Geldes bekommt. Das steht in keinem Verhältnis zum Aufwand.

Sarah Lesch, Musikerin

Sarah Lesch, MusikerinAntje Kröger

Wie halten sich Künstlerinnen und Künstler gerade über Wasser? detektor.fm-Moderatorin Lena Jansen hat mit der Musikerin Sarah Lesch über Musikstreaming und digitale Konzerte gesprochen. Könnten Pay-to-Play-Features wie das von Spotify dazu beitragen, dass Musikschaffende besser von ihren Streams leben können? Jörg Heidemann vom „Verband unabhängiger Musikerunternehmer*innen“ ist da skeptisch, kann sich aber andere Lösungen vorstellen.