Green Radio | Vorbereitung des UN-Klimagipfels 2015

Wirkungslos wie das Kyoto-Protokoll?

16.07.2015

Der UN-Klimagipfel steht bevor: Ende des Jahres wollen 195 Staaten ein neues Klimaprotokoll verabschieden. Es soll dann dem Kyoto-Protokoll nachfolgen. Das Hauptziel: die Erderwärmung auf höchstens zwei Grad beschränken. Wie kann das gelingen?

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In Zusammenarbeit mit dem Umweltbundesamt

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Dem Klima geht es schlecht, sehr schlecht. Zwei Grad Erderwärmung sind für Mensch, Tier und vor allem den Artenreichtum fatal, erläutert Sebastian Scholz vom Naturschutzbund Deutschland. Auch die Internationale Energie-Agentur ist ernstlich besorgt. Vom 30. November bis 11. Dezember 2015 treffen sich deshalb 195 Staaten in Paris. Sie wollen den Klimwandel stoppen. Beim Klimagipfel besprechen sie, was sie jeweils gegen die Erderwärmung unternehmen möchten. Die Europäische Union zum Beispiel will 1,6 Milliarden Tonnen weniger klimaschädliches Kohlenstoffdioxid in die Luft blasen, die USA eine Milliarde Tonnen weniger. China bietet an, ab 2030 die CO2-Emmissionen nicht weiter zu steigern. Für einige ist das Grund zur Freude. Der Klimaforscher Lutz Wicke ist da eher verhalten.

China ist bei Weitem der größte Emittent von CO2 und will seinen Ausstoß noch weiter steigern. Was die EU und die USA einsparen, wird dadurch völlig überkompensiert. – Klimaforscher Lutz Wicke

UN-Klimagipfel: Bisher inhaltlich schwach

Lutz Wicke, Direktor des Instituts für Umweltmanagement an der privaten Wirtschaftshochschule ESCP Europe in Berlin, sieht den Vertragsentwurf des Pariser Klima-Protokolls eher skeptisch. Er glaubt, dass man mit unverbindlichen Zusagen das Weltklima nicht retten kann. Und trotzdem meint er, dass das seiner Meinung nachbisher  inhaltlich schwache Protokoll für den UN-Klimagipfel verabschiedet werden soll, damit man überhaupt eine rechtliche Grundlage für das Problem Klimawandel hat.

Prof Lutz Wicke Kopf 6x8 privatIch denke, dass das Paris-Protokoll ähnlich wirkungslos sein wird, wie das Kyoto-Protokoll. Prof. Lutz WickeDer Klimaforscher ist Direktor des Instituts für Umweltmanagement an der privaten Wirtschaftshochschule ESCP Europe in Berlin. 

Klimaschutz geht alle an

Darüber hinaus gibt es einen klaren Vorteil: Beim UN-Klimagipfel, der vom 30. November bis 11. Dezember in Paris stattfinden soll, werden 195 Staaten mit einbezogen. Die Idee dahinter: Klimaschutz ist nicht nur Sache der Industriestaaten, sondern auch Schwellenländer wie China und Indien sowie die Entwicklungsländer sollen mit an den Verhandlungstisch und sich für das Klima verantwortlich fühlen. Dazu haben jetzt schon mehrere vorbereitende Konferenzen stattgefunden, um sich auf einen Verhandlungstext für das neue Klimaprotokoll zu einigen.

Über die konkreten Vorschläge und die Kritik daran hat detektor.fm-Moderatorin Doris Hellpoldt mit der Reporterin Insa van den Berg gesprochen.

Redaktion: Insa van den Berg


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