Krautreporter-Wochenrückblick | Brexit, Kirchensteuern, Kolumbien

Was haben wir gelernt?

24.06.2016

Der Brexit trübt die Stimmung in Europa, aber auch an den Börsen. Währenddessen freuen sich die deutschen Kirchen über Rekord-Steuereinnahmen. Aber auch Kolumbien freut sich: 50 Jahre Bürgerkrieg könnten enden. Die Themen der Woche.

Die Nachbeben des Brexit

Aus dem schwarzen Freitag für die europäische Politik wird auch ein „Black Friday“ für die Wirtschaft. Die Briten haben für den Brexit, für den Ausstieg aus der Europäischen Union gestimmt. Und der lässt auch die Aktienmärkte weltweit wanken. Dazu hat das britische Pfund mehr als 10 Prozent Wert gegenüber dem US-Dollar eingebüßt. Ein Tiefstand seit mehr als 30 Jahren.

Der Brexit trifft aber nicht nur Politik und Wirtschaft, sondern auch Hilfsorganisationen wie die Vereinten Nationen:

Dort sind Hilfsprojekte an das Pfund gebunden. Diese wirtschaftliche Unsicherheit wird da langfristige Auswirkungen haben. – Christian Fahrenbach, Krautreporter

Rekordeinnahmen für die Kirchen

Die katholische und evangelische Kirche in Deutschland haben im Jahr 2015 Rekordeinnahmen durch die Kirchensteuer verbucht. Mehr als 11,4 Millarden Euro Kirchensteuer haben die Arbeitnehmer an die Finanzämter gezahlt, welche die Einnahme an die Kirchen weiterleiten.

Das ist ein Rekordhoch – und das obwohl die Mitgliederzahlen hierzulande sinken. Für sprudelnde Einnahmequellen haben die gute Konjunktur und die steigenden Löhne gesorgt. Die Kirchensteuer in Deutschland ist nämlich an die Einkommenssteuer gebunden, daran hat sie einen Anteil von acht bis neun Prozent.

Dieses Modell ist weltweit einzigartig und sorgt dafür, dass die Institutionen sich zu gut drei Vierteln daraus finanzieren können.

In den USA können die Leute gar nicht glauben, dass hier Staat und Kirche so eng verflochten sind. – Christian Fahrenbach

Statistisch gesehen nimmt für jedes ihrer Mitglieder die katholische Kirche 230 Euro ein, die evangelische 220 Euro. Auch deswegen hagelt es regelmäßig Kritik an den üppigen Besitztümern der katholischen Kirche. Es gibt aber keine Pläne, die Kirchensteuer zu senken.

Frieden in Kolumbien?

Nach über 50 Jahren soll der Bürgerkrieg in Kolumbien enden. Die kolumbianische Regierung und die linke Guerilla-Organisation Farc haben auf neutralem Boden einen Waffenstillstand unterzeichnet. Bereits vor gut einem Jahr hatte sich die Einigung angekündigt. Aus dem Plan ist nun Realität geworden.

Bei der Friedenszeremonie auf Kuba waren UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon sowie Regierungschefs der benachbarten Staaten anwesend. Auch wenn er historisch ist, der Waffenstillstand ist nur ein erster Schritt.

Es ist ein Waffenstillstand, aber noch kein Frieden. Was wichtig war: Wie kann eine Entwaffnung der Farc aussehen? – Christian Fahrenbach

Über die Nachbeben des Brexit, die Rekordeinnahmen der Kirchen und die Waffenruhe in Kolumbien hat detektor.fm-Moderator Alexander Hertel mit Krautreporter Christian Fahrenbach gesprochen.

Burkina FasoEs ist jetzt gar nicht so klar, wie man die Märkte nach dem Brexit wieder ruhigstellen kann, aber auch international politisch für Ruhe sorgen kann. Denn der Prozess des Ausstiegs wird sehr lange dauern.Christian Fahrenbach ist Journalist und Krautreporter. Jeden Freitag blickt er mit uns zurück auf die Debatten der Woche. 

Redaktion: Carina Fron


Die Serie „Was haben wir gelernt“ mit Christian Fahrenbach von den Krautreportern gibt es auch als Podcast