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Die Kultusminister der Länder haben sich verrechnet: Der Lehrkräftemangel ist größer als gedacht. Foto: Monkey Business Images | Shutterstock

Lehrkräftemangel

„Wir sind nicht in der Situation, jetzt irgendetwas schön zu reden“

Im September hat die Bertelsmann Stiftung eine Studie zum Lehrkräftemangel an Grundschulen veröffentlicht. Die vorgelegten Zahlen fallen weitaus höher aus, als bisher gedacht. Nun bestätigt die Kultusministerkonferenz die Prognose und muss sich korrigieren.

Um 11 000 Lehrende verschätzt

Über 26 000 Lehrerinnen und Lehrer werden bis 2025 an deutschen Grundschulen fehlen – diese Zahl hat die Bertelsmann Stiftung in einer Studie zum Lehrkräftemangel an Grundschulen im September veröffentlicht. Nun bestätigt die Konferenz der Kultusminister (KMK) diese Prognosen und gesteht, sich massiv verrechnet zu haben.

Noch im Oktober 2018 waren die Kultusminister in eigenen Berechnungen von einer viel niedrigeren Anzahl an fehlenden Lehrkräften bis 2025 ausgegangen. Sie hatten geschätzt, dass 15 3o0 Lehrerinnen und Lehrer an den Grundschulen fehlen würden.

Quereinsteiger füllen Lücken

Das jetzt der Lehrkräftemangel weitaus höher liegt als befürchtet, erfordert verschärfte Maßnahmen. Schon jetzt werden Lehrerinnen und Lehrer aus dem Ruhestand zurückgeholt und Teilzeitlehrkräfte gebeten, ihre Stundenzahl zu erhöhen. Aber das reicht meistens nicht aus, die Lücken zu stopfen. Deswegen wird in manch einer stark betroffenen Schule das Problem mit Quereinsteigenden ohne pädagogische Ausbildung gelöst.

Lehrkräftemangel betrifft nicht alle

Das Problem betreffe aber nicht alle Schulen in Deutschland, wie KMK-Präsident Alexander Lorz im Interview mit der Tagesschau unterstreicht. Vielmehr polarisiere sich das Problem zwischen den Regionen und den verschiedenen Schultypen. Am meisten seien sogenannte Brennpunktschulen betroffen. Dazu meint Udo Beckmann, Bundesvorsitzender des Verbands Bildung und Erziehung:

Da krankt das System insofern, dass Schulen, die einen besonderen Bedarf an hochwertig qualifiziertem pädagogischen Personal haben, dies noch weniger bekommen als andere Schulen. – Udo Beckmann, Bundesvorsitzender des Verbands Bildung und Erziehung

Über die falsche Rechnung der Konferenz der Kultusminister und die nun nach oben korrigierte Prognose zum Lehrkräftemangel spricht detektor.fm-Moderatorin Isabel Woop mit Udo Beckmann, dem Bundesvorsitzenden des Verbands Bildung und Erziehung.

Udo Beckmann - ist Bundesvorsitzender des Verbands Bildung und Erziehung.

ist Bundesvorsitzender des Verbands Bildung und Erziehung.
Wir sind nicht in der Situation, jetzt irgendetwas schön zu reden, sondern wir sind jetzt nur in der Situation zu gucken, wie wir schnellstmöglich gut qualifiziertes Personal in die Schulen bekommen.Udo Beckmann

Redaktion: Clara Schulze


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