Nahostkonflikt: Entspannt sich die Lage?

Eine Einordnung

10.08.2018

Im Nahostkonflikt sind die Fronten verhärtet. Nicht nur Israel und die Hamas stehen sich gegenüber. Was haben die USA und der Iran mit den Auseinandersetzungen zu tun?

Komplizierte Lage im Nahostkonflikt

Seit März hat es gewaltsame Ausschreitungen an der Grenze zwischen Israel und dem Gaza-Streifen gegeben. Israel hat zuletzt mit Luftangriffen auf den Beschuss von Siedlungen durch Raketen aus dem Gaza-Streifen geantwortet. Die palästinensischen Vertreter geben als Grund für die Eskalation die israelische Blockade des Gazastreifens an. Israel hat diese nach der Machtübernahme der Hamas 2006 verhängt.

Es ist sehr wichtig, dass sich die jetzt herrschende Waffenruhe verlängert, fortgeführt wird und möglicherweise die Perspektive für eine weitergehende Konfliktlösungen öffnet. – Margret Johannsen vom Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik Hamburg

„Verheerende Maßnahme“

Ob die USA noch Vermittler im Nahostkonflikt sein können ist fraglich. Denn nach der Verlegegung der US-amerikanischen Botschaft nach Jersualem im Mai hat es neue Auseinandersetzungen gegeben. Außerdem hat die Trump-Administration die Zahlungen an das Palästinenserhilfswerkes der UN (UNRWA) massiv gekürzt. Auch deshalb ist die Versorgungslage in Gaza zur Zeit schlecht.

Es sind ja größtenteils Palästinenser die für die UNRWA arbeiten. Und damit in Lohn und Brot kommen. Die Kürzung der Zahlungen ist eine eigentlich verheerende Maßnahme der USA. – Magret Johannsen

Die Kehrtwende in der US-amerikanischen Außenpolitik hat den Nahost-Konflikt nachhaltig verändert. Über die aktuelle Lage in Israel hat detektor.fm-Moderatorin Carina Fron mit Margret Johannsen gesprochen. Sie arbeitet am Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg.

Naher Osten, Magret JohannsenDer Gaza-Streifen ist ja sehr kompliziert […], da gibt es eine Reihe von Gruppierungen die miteinander in Konkurrenz sind. Dr. Magret Johannsen forscht zum Nahen Osten am Hamburger Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik