Regenbogenpresse | topfvollgold bestimmt „absurdeste Schlagzeile der Woche“

"Prima Woche" kopiert alte Geschichte über Kanzler-Mutter

27.06.2014

Beim Blog "topfvollgold" haben sie es auch nicht leicht. Regenbogenpresse beobachten - die ganze Woche lang! Absurdestes Produkt daraus in dieser Woche: die Schlagzeile "Angela Merkels Mutter gibt Englischunterricht mit 85!". Doch nicht der Inhalt ist es, der hier für Kopfschütteln sorgt...

Herlind Kasner, Mutter von Angela Merkel, wird zur gefakt aktuellen Schlagzeile in der deutschen Regenbogenpresse. Foto: Johannes Eisele | AFP.

Journalisten haben so ihre Richtlinien, wenn es um die Güte von Nachrichten gibt. Nachrichtenfaktoren nennt das die Journalistik. Darunter: „Akualität“. Möglichst heute, schlechtenfalls gestern. Das sieht die „Prima Woche“ ein bisschen anders.

Aus uralt mach brandneu

Die Zeitschrift ist eine von vielen Klatschblättern in Deutschland. Neben Tatsachenverdrehungen jetzt die nächste journalistisch-fragwürdige Methode: längst vergangene Geschichten der Konkurrenz aufgreifen und als eigene, aktuelle Headline verkaufen. Das jedenfalls zeigt der Artikel der „Prima Woche“ mit der Überschrift: „Angela Merkels Mutter gibt Englischunterricht mit 85!“. An sich korrekt, nur brachte genau die gleiche Geschichte bereits die „Berliner Morgenpost“ – und das vor sechs Jahren.

Die „absurdeste Schlagzeile der Woche“

Für Mats Schönauer und Moritz Tschermak von „Topf voll Gold“ wäre das bereits Grund genug, die Geschichte über Angela Merkels Mutter, Herlind Kasner, zur „absurdesten Schlagzeile der Woche“ zu küren. Die beiden Journalisten werfen einen täglich-kritischen Blick auf die deutsche Klatschpresse. „Prima Woche“ wollte anscheinend auf Nummer sicher gehen und legte noch Einen drauf: der Artikel besteht aus Fakten, die keine sind.

Welche das sind, darüber haben wir mit Moritz Tschermak gesprochen.

topfvollgold1_Mats-Schönauer-links_Moritz-Tschermak-rechts-200x149Das Tagesgeschäft der Regenbogenpresse ist einfach aus Nichts eine aufgeblähte Sensationsstory zu machen. Das hat mit dem Sommerloch nichts zu tun. Ob jetzt im Dezember nichts passiert oder im Juni, das ist den Heften glaube ich ziemlich egal. Mats Schönauer und Moritz Tschermak (l.v.n.r.) sind die Köpfe hinter "Topf voll Gold".