Wochenrückblick | GroKo, Dopingskandal, Jerusalem

Was haben wir gelernt?

08.12.2017

"Ergebnisoffene" GroKo-Gespräche in Deutschland, riskante Außenpolitik der USA und ein Sportskandal, der für Putin zum Politikum wird. Krautreporter Christian Fahren über die Themen der Woche.

Erstes Treffen von Union und SPD

Langsam bewegt sich die SPD auf die Union zu und zeigt Gesprächsbereitschaft. Bereits kommende Woche wollen SPD, CDU und CSU „ergebnisoffene Gespräche“ führen. Der erste Schritt zur GroKo? Bei dem Treffen soll es sich nicht um den Beginn offizieller Sondierungsgespräche handeln. Stattdessen sollen gemeinsame Ziele besprochen werden. Auch wird von Beobachtern erwartet, dass die Parteispitzen sich auf einen Fahrplan für weitere Verhandlungen einigen.

Es ist langsam an Absurdität kaum noch zu überbieten: Wir haben jetzt Vorgespräche bevor die Sondierung beginnt, bevor das Koalitionsgespräch beginnt. Irgendwann müssen sie dann ja auch noch regieren. – Christian Fahrenbach, Journalist und Krautreporter

Dopingskandal: Ohne russische Flagge

Der Dopingskandal unter russischen Spitzensportlern ist kein neues Thema. Jetzt hat der Betrug jedoch Konsequenzen: Denn das Internationale Olympische Komitee (IOC) sperrt Russland für die kommenden Winterspiele. Antreten dürfen lediglich „saubere“ Sportler und Sportlerinnen, jedoch nicht unter russischer Flagge. Außerdem hat der Dopingskandal politische Konsequenzen, denn er gilt nachweislich als staatlich gelenkt. Trotzdem bestreitet Kremlchef Putin weiterhin die Existenz eines staatlich organisierten Dopingsystems.

Das ist nicht so gut angekommen im Kreml: natürlich gibt es da diese jahrzehntelange Tradition, dass man über den Sport die Leistungsfähigkeit des eigenen Landes demonstrieren wollte. Das ist jetzt eine Gelegenheit, die dem Land entgeht. – Christian Fahrenbach

Jerusalem als Hauptstadt: ein außenpolitischer Fehler?

Donald Trump hat ein weiteres seiner Wahlversprechen umgesetzt. Dafür ist er allerdings bereits scharf kritisiert worden. Denn seine Entscheidung, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen, gilt als Affront für die arabische Welt. Besonders die Palästinenser, die den Osten der Stadt als ihre Hauptstadt beanspruchen, haben zum Protest aufgerufen. Aus diesem Grund rechnet man in Israel mit Gewaltausbrüchen. Es gelten schon erhöhte Sicherheitsvorkehrungen.

Über die Gespräche zwischen SPD und Union, den russischen Dopingskandal und Donald Trumps Außenpolitik hat detektor.fm-Moderatorin Doris Hellpoldt mit Krautreporter Christian Fahrenbach gesprochen.

MinisterDas ist so brisant, weil Jerusalem als Stadt von drei großen Religionen als Heiligtum verehrt wird: Juden, Christen und Muslimen und weil es seit Jahrzehnten einen Streit darum gibt, wer in Jerusalem wie präsent sein darf.Christian FahrenbachJournalist und Krautreporter. Jeden Freitag blickt er mit uns zurück auf die Woche. 

Redaktion: Lara-Lena Gödde