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In dieser Ausgabe schauen wir uns das Thema „Begegnungsorte“ am Beispiel des „Mitmachlokals“ in Dessau ausführlich an. Denn Marie und Katja ergründen im DAZWISCHEN-Podcast, weshalb diese Orte so wichtig für unsere Gesellschaft und die Demokratie sind – und warum sie trotzdem vielerorts auf der Kippe stehen.
Marie und Katja sprechen im Podcast über Begegnungsorte. Foto: Ina Lebedjew
Ergänzend dazu stellen wir hier im Newsletter das Projekt „Platz.machen“ aus Magdeburg vor. Denn jahrelang hat der Kiezladen in Magdeburg das Zusammenleben mitgeprägt. Ende vergangenen Jahres ist dann der Mietvertrag gekündigt worden und das Projekt kämpft seitdem ums Überleben.
Außerdem schauen wir uns einen ungewöhnlichen Fall in Salzwedel an. Dort hat der Stadtrat gegen den Beitritt zum Bundesprojekt „Demokratie leben“ gestimmt – und damit pro Jahr auf 140.000 Euro Fördergeld verzichtet.
Platz.machen kündigt auf ihrer Instagramseite an, dass sie schließen müssen. Foto: Platz.machen
Zum Schluss werfen wir noch einen Blick auf drei Veranstaltungen, bei denen Du in den nächsten Tagen ganz einfach mitmachen und Begegnung erleben kannst.
P.S.: Beim letzten Mal hatten wir euch eine Umfrage zum Thema Krankentage angeboten und das sind eure Antworten.
Gibt es aus Deiner Sicht etwas, was wir im Newsletter oder Podcast besprechen sollten? Kennst Du Mitmachorte in Sachsen-Anhalt, von denen wir wissen sollten? Oder Heldinnen und Helden, die für Dich die Region verbessern? Dann schreib mir und uns gern eine Mail an dazwischen@detektor.fm.
Marie und Katja sprechen in der neuen Podcast-Folge über Begegnungsorte in Sachsen-Anhalt: Orte wie Bibliotheken, Schwimmbäder und Jugendzentren, von denen es immer weniger gibt.
Laut dem Soziologen Rainald Manthe sind solche Orte für unsere Demokratie entscheidend. Für ihn begreifen sich Menschen ohne Begegnungen nicht ausreichend als Teil der Gemeinschaft. Trotz ihrer großen Bedeutung verschwinden in Sachsen-Anhalt immer mehr dieser sogenannten „dritten Orte“. Der Staat zieht sich aus seiner Perspektive immer weiter aus der Finanzierung solcher Projekte zurück. Immer mehr Menschen ziehen sich demnach ins Private zurück.
Im Podcast sprechen Marie und Katja über Ursachen und mögliche Lösungen. Marie ist dazu nach Dessau ins „Mitmachlokal“ gefahren. Einem Begegnungsort, den engagierte Dessauer selbst geschaffen haben. Sie hat sich angeschaut, wie das Projekt funktioniert, welche Bedeutung es für die Stadt und die Menschen hat und wie das Projekt trotz fehlender Förderung überlebt.
Eine Grafik mit Fotos und dem Schriftzug „Wir wurden gekündigt, aber wir wollen weitermachen“ Foto: Platz.machen
In Magdeburg bangt der Begegnungsort „Platz.machen“ derzeit um seine Zukunft. Der Verein hat 2021 die Räume einer Kneipe am Hasselbachplatz in der Magdeburger Altstadt übernommen und dort zahlreiche Projekte angeboten. Fahrradwerkstatt, Kiez Café, Nachbarschaftsbrunch, offene Bibliothek, Barbetrieb, eine Ecke für Gesellschaftsspiele, ein Mediationsprogramm, Küche für alle und mehr haben die Mitglieder dort ehrenamtlich angeboten. Außerdem wurde der Raum für Gruppen geöffnet, die einen Ort zum Treffen brauchten. Fast alle Angebote gab es kostenlos oder gegen Spenden.
Zum Jahreswechsel ist dem Verein der Mietvertrag gekündigt worden. Derzeit können keine Aktivitäten stattfinden. Auf ihrer Webseite bitten die Mitgleider um Spenden für den Rückbau des alten Ladens sowie für Miete und Equipment für einen neuen Raum, für den derzeit die Suche laufe.
Damit steht „Platz.machen“ stellvertretend für viele Begegnungsorte und Initiativen in Sachsen-Anhalt.
Hintergrund
Salzwedel und „Demokratie leben“
Das Bezirksgericht der Hansestadt Salzwedel.
Während Projekte wie das Platz.machen um Spenden bitten, hat der Stadtrat von Salzwedel freiwillig auf ein Förderprogramm verzichtet. Im Februar 2025 hatten dort die AfD, die CDU und Teile der Freien Fraktion gegen die Aufnahme ins Bundesprojekt „Partnerschaft für Demoktratie – Demokratie leben“ gestimmt. Die Absage hat bundesweit für Aufsehen gesorgt, denn eine Teilnahme an dem Programm hätte für Salzwedel jährlich Fördergelder in Höhe von 140.000 Euro in den nächsten acht Jahren für demokratiefördernde Projekte bedeutet. Von dem Geld sollte unter anderem ein Jugendforum organisiert werden. Auch eine Jugenddisco, Anti-Gewalt-Trainings und Unterstützung für Vereine und Initiativen waren vorgesehen.
Angesichts klammer Kassen und der Bedeutung von Begegnungsorten hat die Entscheidung für kontroverse Reaktionen und erhebliche Kritik gesorgt. Teile der CDU und der Freien Fraktion hatten die Absage damit begründet, dass es Unklarheiten rund um die Förderung gegeben hätte. Offenbar ging es dabei auch darum, dass von dem Geld 65.000 Euro an den Verein „Miteinander e.V.“ vorgesehen waren, der sich seit seiner Gründung unter anderem gegen Rechtsextremismus engagiert. Mitglieder der CDU und der AfD hatten demnach Zweifel an der Neutralität des Vereins.
Später hatten CDU-Mitglieder ihr Bedauern über die eigene Entscheidung geäußert. Sie hätten inzwischen gesehen, welche Projekte genau gefördert werden sollten und diese gern unterstützt. Die nächste Chance, „Demokratie leben“ beizutreten, gibt es voraussichtlich erst wieder in acht Jahren.
Veranstaltungstipps
Begegnungen in Sachsen-Anhalt
Passend zu unserem Thema „Begegnungsorte“ stellen wir Dir drei Veranstaltungen in Sachsen-Anhalt vor, bei denen Du andere Menschen begegnen und in den Austausch kommen kannst. Alle sind kostenlos und offen für alle.
Der Autor Andreas Speit bei einer Lesung.
Lesung „Autoritäre Rebellion“
Die Landeszentrale für politische Bildung veranstaltet eine Lesetour mit dem Autor und Rechtsextremismusexperten Andreas Speit. In seinem Buch „Autoritäre Rebellion“ geht er der Frage nach, wieso Teile der Gesellschaft immer weiter nach rechts rücken und wie Demokratie und Rechtsstaat geschützt werden können.
Die Termine sind: Aschersleben: 14.04. um 19 Uhr Stendal: 15.04 um 19 Uhr Merseburg: 16.04. um 18 Uhr Lutherstadt Wittenberg: 17.04. um 18 Uhr
Die Freiwilligenagentur Halle bietet die Veranstaltungsreihe „Erfahrungsschätze“ an. (Symbolbild)
Am Montag (13. April) heißt es für alle Interessierten „Sport frei“. Die Freiwilligenagentur Halle bietet in ihrer Veranstaltungsreihe „Erfahrungsschätze“ eine Einheit an, in der eine Freiwillige den Teilnehmenden über ihre Erfahrungen mit Sport und gesunder Ernährung berichtet und praktische Übungen anleitet. Dazu gibt es Kaffee, Gebäck und Austausch.
MontagsSwing im Moritzhof. Foto: Swing34, Jan Mauche
Am Montag (13. April) können alle, die Lust haben, zum Swingtanzen in den Moritzhof kommen. Um 19.30 Uhr gibt es einen Schnupperkurs für Neulinge mit Grundschritten und einfachen Figuren. Ab 20.15 Uhr beginnt das freie Tanzen, auch „Social Dance“ genannt. Auf jeden Fall auch eine besondere Art, sich zu begegnen.
In der kommenden Woche beschäftigen wir uns dann intensiver mit dem Thema „Start-ups“. Denn die Gründerszene in Sachsen-Anhalt ist sehr aktiv und laut Fachleuten entscheidend für den zukünftigen Wohlstand des Landes. Wir schauen uns verschiedene Projekte an und untersuchen ihr Potential. Dabei fragen wir, was in Sachsen-Anhalt gut läuft und warum die ganz großen Projekte noch zu oft abwandern.
Gern bis nächsten Donnerstag hier im Newsletter
Leonard
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