Also manchmal wünsche ich mir schon ein bisschen mehr Offenheit, auch von Politik und auch von Verwaltung, zu sagen, es braucht diese Orte und auch dafür müssen wir Geld in die Hand nehmen. Es ist ja auch nicht zu verachten, wie viel soziales Kapital durch solche dritten Orte erwirtschaftet wird. Das ist Katrin Hinze. Sie ist die Initiatorin des Mitmach Lokals in Dessau-Roßlau, ein Ort, der dazu da ist, dass Menschen sich wieder mehr begegnen und ihre Ideen einbringen und vor allem auch umsetzen können. Ein Ort, von denen es immer weniger gibt, sagt sie aber auch andere. Warum es solche Orte braucht und warum sie etwas ganz Zentrales für unsere Demokratie sind, darüber wollen wir heute sprechen bei Dazwischen.
Wir freuen uns, dass ihr wieder dabei seid und heute sind wir wieder auch am Anfang zu dritt, aber mit einer neuen Person. Genau, denn unser Redakteur Leonard ist endlich an Bord. Hallo Leonard! Hallo! Ja, ich freue mich auch. Vielleicht nimmst du uns nochmal so ein bisschen mit: Wie bist du denn zum Podcast-Team gestoßen? Ja, ich lebe seit fast zehn Jahren in Sachsen-Anhalt, also genauer gesagt in Magdeburg. Da bin ich mal für mein Studium hergezogen und seit 2020 arbeite ich dort auch als Journalist beim MDR. Und ich war dann super viel im Land unterwegs, für den Job, aber auch privat bei Fahrradtouren und überhaupt.
Und da habe ich mit super vielen Menschen gesprochen und ich fand es Wahnsinn, was es alles zu entdecken gibt. Also man denkt ja manchmal, das ist irgendwie viel Weite, viel Nichts, aber irgendwie überall gab es total spannende Projekte. Und ich fand es ein super vielfältiges Land und die Leute können extrem herzlich sein und haben sehr, sehr viel zu erzählen, wenn man einmal an sie rankommt. Und ich habe auch gemerkt, dass ganz viel von dem, was da passiert, findet aber eigentlich überhaupt nicht so richtig statt oder eher oberflächlich in der Medienlandschaft. Darum habe ich mich dann total gefreut, als ich gelesen habe, dass es diesen Podcast geben soll, in dem Platz eben genau für solche Geschichten ist und dazu den auch mit ein bisschen Tiefgang nachzugehen.
Weil letztendlich geht es ja auch darum, wie wir in Sachsen-Anhalt zusammenleben wollen und gerade jetzt im Jahr der Landtagswahl, in dem ganz viele Weichen für die Zukunft gestellt werden. Und da habe ich gedacht, super, da will ich mitmachen. Und das eben nicht nur als Redakteur hinter den Kulissen. Du wirst auch immer mal wieder genau hier vorne zu hören sein an der Stelle des Podcasts. Du hast auch nämlich das Feedback im Blick. Was kam da so rein seit letzter Woche? Ja, ich habe erstmal gesehen, über 1000 Leute haben den Podcast schon abonniert. Das freut mich natürlich sehr, dass schon so viele Leute das anhören wollen, was wir zu sagen und zu erzählen haben oder auch die Menschen im Land.
Und wir haben auch schon Feedback bekommen. Detlef hat uns eine Mail geschrieben und zum Beispiel sich für den Podcast bedankt. Er hat die zwei bisherigen Folgen angehört und findet sie sehr gelungen. Und außerdem hat er uns gleich auch noch ein paar Themenideen dargelassen. Oder Michael, der hat uns ebenfalls geschrieben, dass ihm die erste Folge sehr gut gefallen hat, weil sie Themen behandelt hat, die er eher vom Hörensagen kennt, nämlich wie die Geschichte des Landes auch für tiefe Risse zwischen den Menschen gesorgt hat. Und er wünscht sich mehr davon. Kann er haben.
Und Lisa aus der Börde hat uns geschrieben, dass wir uns doch gerne mal den Themen soziales Engagement und freiwilligen Agenturen widmen könnten. Und darin kratzen wir in dieser Folge ja immerhin schon mal so ein bisschen. Denn es geht ja um Begegnungsorte. Ja, und ich glaube, wir verraten, glaube ich, auch nicht so viel, wenn wir schon mal sagen, dass das Thema Ehrenamt natürlich auch nochmal eine Extrafolge bei uns bekommt. Wenn ihr was loswerden wollt, Lob, konstruktive Kritik oder auch spannende Hinweise, dann schreibt uns einfach eine Mail an dazwischen@detektor.fm. Ihr könnt uns aber auch beispielsweise im dezentralen sozialen Netzwerk Mastodon erreichen. Da findet ihr uns als dazwischen@social.detektor.fm. Und ihr erreicht uns auch bei Facebook oder Instagram. Sucht da einfach nach detektor.fm.
Mitmachlokal
Katja, jetzt schließ mal deine Augen. Ich nehme dich jetzt mit. Das erfordert viel Vertrauen. Warte Gut. Wir stehen an einer Straßenkreuzung in Dessau-Roßlau. Die Sonne beginnt unterzugehen. Schräg rechts von uns ist das Bauhausmuseum und vor uns ist eine Glastür. Die öffnet automatisch und wir gehen einfach mal rein. Links führt eine Treppe nach oben zu einem Raum, in dem schon ein bisschen Salzer getanzt wird. Rechts wird der Eingangsbereich ja so ein bisschen länglich. Es gibt eine Theke und Tische, die direkt an einer großen Fensterfront stehen.
Jetzt bin ich quasi schon total dabei. Aber verrat mir wo sind wir gerade? Wir sind im Mitmachlokal, beziehungsweise so hört sich das Mitmachlokal an einem Mittwochabend an. Da trifft sich nämlich die Salzerschule, und zwar nicht zu einem normalen Tanzkurs. Elke Röglin und Orlando Camona Garcia beschreiben es so: Hier ist es anders, dass man nicht unter Druck steht, dass man das, was man kann oder denkt, man kann, einfach hier austobt. Ja, man kann sich unterhalten, man kann sich mit den anderen Leuten, die ein bisschen Erfahrung haben mit dem Tanzen, unterhalten. Das ist mehr so wie ein Treff. Die Leute treffen sich, die Salzer tanzen gerne, die, die nicht getanzt haben, Leute, die hier einfach vorbeilaufen, hören das und kommen einfach aus Neugier rein und auf einmal bleiben die hängen. Und dann ist das sehr interessant.
Also ich höre so ein bisschen raus: Es geht nicht nur ums Tanzen. Es geht vor allem um Begegnungen, um vielleicht auch so Austausch und Miteinander. Ganz genau. Das Mitmachlokal wird von ganz verschiedenen Menschen und Gruppen, wie eben der Salzerschule, genutzt. Es ist ein Begegnungsort, in den sich Menschen ja ganz aktiv einbringen können. Es gibt keine großen Hürden für die Ideen. Und Orte wie diese sind extrem wichtig für eine funktionierende Stadtgesellschaft. Es gibt sie aber immer weniger, auch in Sachsen-Anhalt. Und warum das wichtig ist, darüber sprechen wir in dieser Folge.
Dritte Orte
Wir gehen rein. Dritte Orte. Diesen Begriff haben wir ganz am Anfang unserer Folge schon einmal gehört. Ich kannte den tatsächlich noch gar nicht, bevor ich dazu recherchiert habe. Hast du schon mal davon gehört? Ich habe zumindest mal gehört, dass wir alle drei Orte im Leben brauchen, um ein erfülltes Leben zu führen. Das erste ist, glaube ich, das Zuhause und dann als zweites eben Arbeitsplatz oder Schule. Und das dritte, nehme ich jetzt an, sind eben so Orte wie das Mitmachlokal. Genau. Also dritte Orte sind eben so etwas wie das Mitmachlokal, aber auch Bibliotheken, Kulturzentren. Das sind offene Räume, die Begegnung und gesellschaftliche Teilhabe fördern.
Dahinter verbirgt sich ein ganzes soziologisches Konzept, das viel besser als ich Reinhard Mante erklären kann. Er ist Soziologe und hat das Buch „Demokratie fehlt Begegnung“ geschrieben. Dritte Orte sind ein Konzept vom amerikanischen Soziologen Ray Oldenburg. Er unterscheidet dritte Orte von den sogenannten ersten und zweiten Orten. Der erste Ort das ist das Zuhause, das Einfamilienhaus, in seinem Buch, wo der Mensch meistens der Mann mit dem Auto hinfährt. Er fährt von dort zum zweiten Ort, der Arbeitsstelle. Was fehlt, so bemängelt es Ray Oldenburg, sind eben dritte Orte, Orte, an denen Menschen Anregung bekommen, an denen sie irritiert sind durch andere Menschen.
Ich finde das eigentlich ganz schön, irritiert werden durch andere und dadurch ins Denken kommen. Vielleicht auch nachfragen, was für eine Perspektive sie haben, was für ein Leben. Wir wachsen ja sozusagen nur auch durch Impulse von außen. Ich finde das eigentlich total schlüssig. Hast du denn so einen dritten Ort für dich? Ich habe darüber nachgedacht beim daran Arbeiten. Ich habe, würde ich sagen, einen dritten Ort. Das sind für mich quasi eher so kulturelle Freiräume, vielleicht auch Clubs. Wobei ich dann wieder finde, ich werde nicht so stark irritiert, wie Reinhard Mante das erklärt. Weil ich ja dann doch mich dann auch irgendwie mit Menschen umgebe, die mehrheitlich dann sehr ähnlich sind wie ich. Und du?
Ich habe seit noch gar nicht so langer Zeit einen eigenen Chor, mit dem ich mich einmal in der Woche treffe. Und das ist für mich tatsächlich genau so ein Ort, weil da Menschen zusammenkommen, mit denen ich sonst ehrlicherweise nicht zusammenkommen würde, jedenfalls nicht mit allen. Und natürlich singen wir da gemeinsam und das verbindet. Aber wenn man ins Gespräch kommt, merkt man schon, da sind natürlich ganz verschiedene Lebensrealitäten auch irgendwie miteinander vereint. Und das ist tatsächlich so. Da findet dann manchmal Irritation statt, aber auch ganz viele Impulse, um ins Denken zu kommen. Und total wertvoll finde ich.
Ja, wobei ich auch finde, in diesem Job, den wir haben, begegnen wir wirklich außergewöhnlich vielen Menschen. Deshalb ist vielleicht Irritation auch schon grundlegend immer da, die man so braucht. Zurück zu den Begegnungsorten: Reinhard Mante sagt, dass eben diese Orte, dazu gehören auch Schwimmbäder oder eben die klassische Dorfkneipe, dass sie verloren gehen. Und das hat verschiedene Gründe. Weil die Menschen individualistischer geworden sind und sich ihre Freizeitbeschäftigung selbst zusammensuchen. Weil der Staat sich zurückgezogen hat, vor allem aus den sogenannten freiwilligen kommunalen Leistungen. Das sind etwa Schwimmbäder, Bibliotheken, Kultur und so weiter.
Und weil die Menschen mehr unter sich wohnen. Bei Innenstädten kommt noch hinzu, auch ein verändertes Einkaufsverhalten, weil viele Leute zum Beispiel online bestellen. Sind wir deshalb dann wiederum weniger in den Innenstädten unterwegs, nutzen dort weniger öffentliche Räume, sei es die Bank vorm Brunnen auf dem Marktplatz oder eben auch die Cafés drumherum. Innenstädte veröden. Das stellt nicht nur Reinhard Mante fest. Ja klar, weil natürlich auch Innenstadtmieten ziemlich hoch sind. Und dann gibt es auch diese Förderungen für solche Orte eben immer weniger. Und in einer Stadt wie Dessau-Roßlau, das stelle ich mir schon ganz schön krass vor.
Weil wir haben ja in der letzten Folge darüber gesprochen, dass der Altersdurchschnitt in Sachsen-Anhalt ziemlich hoch ist. Also so bei 48,3 Jahren. Und ich glaube mich zu erinnern, dass Dessau-Roßlau da auch quasi so zur oberen Spitze gehört hat, was den Altersdurchschnitt angeht. Ja, auf jeden Fall zur oberen Spitze. 2025 lag der Altersdurchschnitt laut Statistischem Landesamt bei 50,3 Jahren. Also Überalterung ist eine Herausforderung, aber eben nur eine. Denn gerade in den Jahren nach der Wiedervereinigung sind sehr viele Menschen weggezogen. Die Stadt ist stark geschrumpft. Heute leben dort nun noch etwas mehr als 74.000 Menschen. Vielleicht mal zum Vergleich: In dem Jahr, in dem ich dort geboren wurde, 1991, waren es etwas mehr als 95.000. Das ist natürlich zu sehen. Wegzug bringt Leerstand, der eben lange das Stadtbild auch geprägt hat. Wobei ich an der Stelle sagen muss, da ist gerade jetzt in den vergangenen Jahren wirklich auch viel getan worden.
Und dann gibt es ja noch die gesellschaftliche Entwicklung, die Reinhard Mante ja schon angesprochen hat. Wir leben individualisierter, wir ziehen uns immer mehr ins Private zurück. Und Begegnungen außerhalb dieser privaten Welt finden eben auch noch weniger statt. Ja, genau. Und diese Beobachtung macht auch Katrin Hinze. Sie haben wir schon ganz am Anfang der Folge gehört. Und sie ist nicht irgendwer. Sie ist die Beauftragte für Engagement und Projektförderung in Dessau-Roßlau. Und sie sagt das: „Ich glaube einfach, Begegnung und das miteinander Reden und auch das miteinander Zuhören und Hinhören ist ganz, ganz wichtig, gerade in der heutigen Zeit. Also ich glaube, einen Ort, wo ich mich in ganz einfacher Art begegnen kann. Und sei es, weil es da einen Kaffee gibt und ich kann mich da hinsetzen und komme mit den Leuten ins Gespräch. Ich glaube, das braucht es viel mehr, dass wieder die Menschen miteinander ins Gespräch kommen und nicht jeder vor seinem Handy hängt oder nur am PC hängt und denkt, das ist die wahre Welt. Also vielleicht auch so ein bisschen rauskommen aus der eigenen Bubble oder aus der eigenen Blase.“
Auf jeden Fall. Katrin Hinze ist es auch, die die Idee für das Mitmachlokal hatte. Wobei sie auch gesagt hat, dass es den Wunsch nach so einem Ort wohl schon immer mal wieder gegeben hat. Durch einen Zusammenschluss von verschiedenen Vereinen und Initiativen gab es auch mal so ein Projekt durch die Berlitzmann Stiftung. Und da wurde sozusagen rauskristallisiert, was braucht man denn für Engagement und Ehrenamt. Und da gab es unter anderem die Idee, ja, es braucht unbedingt eine feste Ansprechperson in der Stadt. Es braucht einen Anlaufort. Es braucht eine Übersicht der Angebote, die wir haben. Und es braucht eine anständige Würdigung und Anerkennungskultur. Im Kern wäre das die Grundlage für eine Freiwilligenagentur, sagt sie. Die gab es aber damals überhaupt gar nicht in Dessau-Roßlau.
Der Gedanke, so einen Ort zu entwickeln, auch in einer Innenstadt, dass wir die Innenstadt ein bisschen so belebt kriegen, war dann so die Idee, die immer bei mir im Hinterkopf so rumschwang oder so im Hinterkopf war. Und als ich dann mal an der Ampel stand, die dort im Zentrum in der Kavalierstraße ist, habe ich gesehen, dass diese ehemalige Bäckerei leer geräumt wurde. Und dann habe ich gedacht, genau, das wäre doch der zentrale Ort. Da kümmerst du dich jetzt mal drum, ob das vielleicht was wäre. Ich finde das so cool, dass es manchmal so kleine Zufälle braucht, um eben aus so einer Idee was Reales werden zu lassen. Aber es braucht natürlich auch jemanden, der das dann auch macht und in die Hände nimmt.
Ja, in dem Fall war das Katrin Hinze. Und nochmal zum Verständnis: Also da, wo heute das Mitmachlokal drin ist, war ganz lange eine Bäckerei. Und an dieser leer stehenden Bäckerei ist sie eben spontan vorbeigekommen und hat dann erst mal versucht herauszufinden, wem gehört das denn überhaupt. Und das war überraschend einfach für sie, denn in dem gleichen Gebäude sitzt die Stadtmagazin Gesellschaft. Da bin ich einfach hingegangen und habe gesagt, wer ist denn jetzt hier euer Vermieter? Kurzer Dienstweg quasi. Kurzer Dienstweg, genau. Könnt ihr mir mal die Kontaktdaten nennen? Ich würde da gerne mal anrufen. Und das haben die dann auch gemacht.
Und dann habe ich da eine E-Mail hingeschrieben, habe die verantwortliche Mitarbeiterin da also kontaktiert, habe das Anliegen geschildert, was uns so ein bisschen so vorschwebt und ob man sich dann überhaupt mal die Räumlichkeiten angucken kann. Und da hat mich dann nicht die Mitarbeiterin zurückgerufen, sondern da hat mich dann gleich der Chef des Ganzen angerufen, weil der gesagt hat: „Frau Hinze, das finde ich eigentlich cool, was Sie da vorhaben. Ich bin dann und dann in Berlin auf dem Rückweg, komme ich hier vorbei, dann gucken wir uns das an.“
Ja, manchmal muss man auch einfach Glück haben. Also klingt auf jeden Fall so, als hätte Katrin Hinze da schon mehr Glück gehabt als viele andere. Jetzt wird natürlich dieser Vermieter wahrscheinlich auch nicht gesagt haben: „Die Idee ist so toll, ich gebe euch das alles kostenlos.“ Und über Miete reden wir nicht. Richtig, genau, so hat er das natürlich nicht gesagt, obwohl er, was die Miete betrifft, ihr da sehr entgegengekommen sein soll. Es blieb trotzdem ja ein Problem. Ich meine, sie arbeitet für die Stadtverwaltung. Wo kommt jetzt das Geld her? Gibt ihr das die Stadt? Ja, die Kommunen haben ja sowieso knappe Kassen, die müssen sparen. Ich habe da auch in Vorbereitung dieser Episode mal nachgeschaut. Die Kommunen in Sachsen-Anhalt hatten Ende 2024 über 6 Milliarden Euro Schulden. Das ist schon ganz schön viel.
Wie hat es Katrin Hinze denn dann trotzdem geschafft, das Geld für die Miete aufzutreiben? Sie hatte gewissermaßen einen Ass im Ärmel, was auch für den Vermieter interessant war. Denn genau auch Dessau-Roßlau hat nicht genug Geld und in dem Moment einfach sagen können: „Kommt hier, Katrin Hinze, bitteschön, hier hast du die Miete, setzt diese tolle Idee mal um.“ Nein, Dessau-Roßlau hatte sich zu diesem Zeitpunkt auf ein Förderprogramm beworben. Und zwar zukunftsfähige Innenstädte und Zentren. Das ist vom Bund. Und da geht es tatsächlich darum, Projekte, aber auch Maßnahmen in der Stadt zu finanzieren, die alles ein bisschen schöner machen, die es wieder beleben sollen. Und tatsächlich hat Dessau-Roßlau auch den Zuschlag erhalten: fast 3,5 Millionen Euro. Und ein Teil davon ging auch ans Mitmachlokal.
Und dann war aber natürlich die kleine Hürde: Für mich gibt es ja keine großen Hürden, sondern nur kleine Hürden. Die Stadt darf das nicht anmieten, sondern es muss ein Verein sein oder eine gemeinnützige Organisation. Ansonsten könnten die Fördermittel eben nicht ausgegeben werden. Also ich finde, Katrin Hinze klingt wirklich wie so eine richtige Macherin. Es gibt keine großen Hürden, es gibt nur kleine. Das gefällt mir richtig gut. Die hat das wahrscheinlich auch irgendwie easy geschafft, das dann aufzutreiben. Richtig. Sie ist ja aufgrund ihres Jobs sehr gut vernetzt in der Stadt. Sie hat dann natürlich auch sofort Leute gefunden, die mitmachen. Sie haben den Verein gegründet, sie konnten dann die Fördermittel abrufen und am 1. Oktober 2023 ist dann das Mitmachlokal eröffnet worden.
Salzerabend im Mitmachlokal
Jetzt will ich aber doch noch mal wissen, Marie, wie ist denn dein Salzerabend im Mitmachlokal dann weiter verlaufen? Ja, ich habe, als ich ankam, mich dann erst mal an einen Tisch gesetzt zu einer kleinen Gruppe. Die saßen da auch schon ganz nett mit einem Rotwein und ein paar Cracker. Zwei haben im Hintergrund auf dem oberen Bereich schon getanzt und dann sind wir einfach schon mal ins Gespräch gekommen. Eine dieser Personen am Tisch war Olaf Bülow. Auch er arbeitet, wie Katrin Hinze, bei der Stadtverwaltung. Er ist aber auch eben der Ansprechpartner der Salzer Schule und sowieso ziemlich gut vernetzt und bei vielem in der Stadt dabei.
Die Salzer Kurse finden eigentlich nicht im Mitmachlokal statt, sondern in der Villa Krötenhof. Aber Olaf Bülow und die anderen waren vor allem auch im Sommer auf der Suche nach einem Ort, an dem sie sich einfach so treffen und tanzen können. Es ist die Vielfalt. Es geht wirklich nicht nur ums Tanzen. Auch bei den Damen und Herren, die jetzt schon hier sind, haben sich in Kollaboration mit dem Mitmachlokal und den Akteuren schon ganz andere Ideen und Projekte ergeben oder wurden Kontakte geknüpft. Da sind Damen und Herren dabei, die zum Beispiel in Schulen als Lehrkräfte tätig sind, die dann für ihre Schülerinnen und Schüler nach Optionen suchten, mit unseren Tanzlehrern zum Beispiel, die auch musikalisch im Percussion Bereich aktiv sind, Angebote zu machen.
Und so schließt sich meines Erachtens wieder der Kreis, dass es am Ende ein Stück weit Netzwerken ist, was uns allen hilft, hier in so einer Stadt wie Dessau aktiv zu sein. Netzwerken funktioniert ja nur, wenn viele Leute mit dabei sind. Wer nutzt denn das Mitmachlokal sonst noch so? Also das ist sehr unterschiedlich. Die Salzer Schule ist eine Gruppe, die quasi sehr oft dort ist. Es gab aber auch schon Angebote, die quasi nur für einen bestimmten Zeitraum oder auch einmalig dort waren, wie ein Café International. Es gibt einen Architektenstammtisch. Es wurde aber auch schon einfach eine Jugendweihe dort gefeiert, weil die einen Ort gesucht haben. Es hat schon Workshops dort gegeben. Also es ist sehr vielfältig, was dort wann wie stattfindet.
Das klingt jetzt aber erstmal alles ganz wunderbar. Also als gäbe es da jetzt kein Problem. Ja, wenn es so wäre, könnten wir jetzt an dieser Stelle den Podcast beenden. Wir machen hier einen Punkt. Schön wär’s. Genau, aber so einfach ist es natürlich nicht. Und gerade auch in der Anfangszeit, hat mir Katrin Hinze erzählt, gab es natürlich Herausforderungen mit diesem Verein, der da dahinter stand. Und verschiedenen Personen gab es natürlich auch die Frage: Wer putzt das hier eigentlich? Wer hat eigentlich einen Schlüssel? Wer schließt denn auf, wenn die Leute hier etwas umsetzen wollen? Welche Angebote lassen wir überhaupt rein? Vor allem in den ersten Monaten wurden sie quasi überrannt mit Ideen. Und wer strukturiert denn das und wer trifft Entscheidungen? Also sehr große Herausforderungen, vor allem am Anfang.
Gut, ich meine, wenn sich so ein Projekt bildet, gibt es, glaube ich, am Anfang immer so ein bisschen Irritationen und es muss sich neu sortieren. Wie sieht es denn heute aus? Konnten die diese Probleme sozusagen lösen? Ja, in Teilen schon. Also ich habe es ja gerade schon ein bisschen anklingen lassen. Es nutzen immer noch verschiedene Gruppen diesen Ort. Und die Idee ist ja eigentlich auch, dass er offen ist für alle. Also er soll auch ein Raum für spontanes Begegnen und Mitmachen sein. Nicht nur für diejenigen, wie jetzt bei der Salzer Gruppe, die sagen: „Mittwochabend treffen wir uns dort.“
Und Elke Röglin ist eine von denjenigen, die von Anfang an auch bei der Salzer Schule dabei ist. Und sie hat mir auf die Frage, wie es mit dieser Spontanität ausschaut, ja eine sehr ehrliche Antwort gegeben. Es liegt in der City. Es ist für jeden sichtbar: Hier ist irgendwas. Es könnte jetzt jeder reinkommen und gucken, was ist denn hier los? Also wir wollen eigentlich alle ansprechen, die Lust haben zu tanzen oder einfach nur zu erzählen, in Wasser trinken, sich begegnen und ja. Und funktioniert es? Eher selten. Wirklich selten. Ich kann Ihnen gar nicht sagen, warum. Keine Ahnung. Vielleicht, weil jeder mit sich selbst beschäftigt ist oder ja, vielleicht, weil es auch nicht offensichtlich dran steht: „Kommt einfach rein.“ Keine Ahnung.
Hakt also noch so ein bisschen beim spontanen einfach reinschauen. Im Herbst 2023 ist das Mitmachlokal eröffnet worden, hast du gesagt. Und zwar durchaus auch deshalb, weil es Fördermittel dafür gab. Jetzt haben wir April 2026. Wie lange reicht denn die Förderung noch? Gar nicht. Die ehrliche Antwort ist gar nicht, denn die Förderung ist ausgelaufen. Katrin Hinze und die anderen haben also ziemlich schnell vor einem neuen Problem gestanden. Und dieses Problem haben auch ganz allgemein ja andere Orte. Förderung gibt es, die schiebt das an. Aber wie geht es weiter?
Wenn du jetzt aber bei diesem Salzer Abend warst, dann heißt das ja, sie haben offensichtlich irgendeine Lösung gefunden. Ja, haben sie. Katrin Hinze hat im Interview mit mir immer über einen Unternehmer gesprochen, der bereit war einzuspringen, also die Miete übernimmt, um das Mitmachlokal zu halten und zu retten. Und ich nehme an, du hast herausgefunden, wer dieser Unternehmer ist? Ja, es klang für mich anfangs ein bisschen mysteriös. Aber dieser Unternehmer, das ist Frank Lehmann. Und der war am Salzer Abend auch dabei. Er ist in diesem Fall kein Unbekannter. Und ich habe ihn natürlich direkt gefragt, was treibt ihn an, da jetzt mitzumachen und einzuspringen?
Ja, was treibt mich an? Ich bin seit 35 Jahren in dem Bereich tätig. Ich habe, Frau Hinze wird es vielleicht gesagt haben, 1990 die Beschäftigungsgesellschaft der Stadt gegründet. Die DABS habe über zehn Jahre lang arbeitspolitische Maßnahmen hier realisiert. Ich habe danach ein Veranstaltungszentrum betrieben. Ich bin also vom Prinzip her immer in Aktion gewesen und immer mit und für die Stadt. Er hat auch bei der letzten Oberbürgermeisterwahl kandidiert. Er ist der Geschäftsführer der Wertstoffzentrum GmbH. Und das ist ganz wichtig: Als dieser Verein gegründet wurde für das Mitmachlokal, da war er auch schon dabei. Deshalb konnte er so als Hintergrund die Idee nicht einfach gehen lassen.
Okay, ich meine, es ist natürlich immer super, wenn Menschen sich für so einen Ort oder so eine Idee engagieren. Aber du hast ja gesagt, Frank Lehmann ist Unternehmer. Da kommt ja schnell auch mal die Frage auf, ob es da nicht auch finanzielle Interessen gibt. Ja, das habe ich ihn natürlich auch gefragt. Und ich wollte von ihm wissen, wie viel er da jetzt investiert, wenn er einspringt. Na, über Geld, über Summen möchte ich nicht sprechen, was sicherlich verständlich ist. Ich muss sie ja trotzdem fragen. Ja, natürlich dürfen Sie fragen. Ich habe mit dem Eigentümer des Objekts oder des Hauses hier haben wir eine gute Vereinbarung getroffen. Und an Zeit messe ich das nicht. Es wird investiert, was notwendig ist. Und das ist das Wichtige. Und da finden sich natürlich dann auch wieder. Mitstreiter.
Zweimal in der Woche, außerhalb der Ferien, gibt es hier dienstags und donnerstags von 15 bis 17 Uhr Nachhilfeunterricht für ukrainische Kinder. In Eigenorganisation der Flüchtlingseltern durch eine Lehrerin aus der Ukraine, um die Kinder zu stabilisieren. Und das ist mir ein Herzenswunsch, das zu unterstützen.
Also Frank Lehmann sammelt die Ideen und ermöglicht, das umzusetzen. Ich muss aber an der Stelle auch sagen, gerade ist es tatsächlich so, dass er dafür jedes Mal hinfährt, aufschließt und auch zuschließt. Also wirklich sehr viel private Zeit auch reinsteckt. Und prinzipiell ist es so, dass sich wirklich alle mit einer Idee an ihn wenden können.
Und dann wird gemeinsam geschaut, wie lässt sich das umsetzen, auch mit Blick auf die Zeit. Und was ich total interessant finde: Zwingen in Dessau-Roßlau muss man dafür nicht, hat er gesagt. Also ich könnte jetzt zum Beispiel, auch wenn ich in Wittenberg oder Zerbst wohne, mich bei ihm mit einer Idee melden, wenn ich die zum Beispiel mit MachLokal umsetzen möchte. Genau, da wäre er total offen.
Und das ist tatsächlich auch so, dass zum Beispiel bei den Mitgliedern der Salzer Schule, da kommen auch gar nicht alle aus Dessau-Roßlau. Also da gibt es sowieso schon Verknüpfungen in die Region hinein, also über die Stadtgrenze von Dessau Roßlau hinaus. Und er sagt auch, was das Finanzielle betrifft, da würde er nach eigener Aussage auch immer Lösungen finden.
Denn klar ist, komplett for free sind die Räume jetzt so natürlich nicht mehr. Beim Salzerabend lösen sie das so, dass sie 5 Euro pro Teilnehmenden einnehmen. Davon geht dann ein Teil als eine Art Miete an Frank Lehmann. Mit dem anderen werden dann zum Beispiel Musiker wie Orlando Camona Garcia bezahlt, den wir ganz am Anfang schon mal gehört haben.
Ich muss aber sagen, 5 Euro finde ich super fair. Also da geht es ja am Ende irgendwie auch um Wertschätzung dem Gegenüber, die da in ihrer Freizeit sowas für andere möglich machen.
Was mich noch interessieren würde, Marie, wie war es denn bei dir mit dem Tanzen? Hast du dich getraut, zur Salzer Musik dich zu bewegen? Vielleicht haben wir eher so einen Deal gemacht: Ich tanze mit gegen eine Beantwortung einer Frage von mir. Ja, ich habe es mir mal von Orlando Camona Garcia erklären lassen.
So, wir machen jetzt am Anfang die Grundschritte. Man fängt da mit dem rechten Fuß an. Sie machen jetzt mit dem linken, weil sie mehr gegen ihm stehen. Das ist das Schwere, das ist andersrum. Ja, genau. Dann machen sie jetzt mit dem linken Fuß einen Schritt zur Seite. Eins, das ist die Eins. Dann machen sie mit dem rechten Fuß ein Tap und dann mit dem rechten wieder zurück.
Und das ist eine Pause dazwischen, das ist die Vier. Das wäre so: eins, zwei, drei, Pause. Eins, zwei, drei und wieder ein Tap, drei, Pause. Ich sage mal so, andere Formen von Tanz liegen mir vielleicht besser als Salzer.
Also halten wir nochmal fest: Es braucht eine Idee, einen Ort, Menschen, die engagiert sind, natürlich Geld und in diesem Fall auch noch einen Verein. Abgesehen vom Geld sind das doch eigentlich keine so schlechten Voraussetzungen.
Trotzdem gibt es von diesen Orten nicht so viele, ist zumindest mein Eindruck. Warum ist das so? Also die Essenz von dem, was Kathrin Hinzel mir erzählt hat, ist fehlendes Bewusstsein plus klamme Kassen.
Also manchmal wünsche ich mir schon ein bisschen mehr Offenheit, auch von Politik und auch von Verwaltung, zu sagen, es braucht diese Orte und auch dafür müssen wir Geld in die Hand nehmen. Auch wenn es eine freiwillige Leistung ist, trotz der Konsolidierungen, die wir haben müssen und die es ja auch braucht.
Aber dann einfach mal zu gucken, welchen Mehrwert erreichen wir denn dadurch? Es ist ja auch nicht zu verachten, wie viel soziales Kapital durch solche dritten Orte erwirtschaftet wird. Wie viele Menschen können davon partizipieren, fühlen sich dann unter dem Aspekt Einsamkeit vielleicht nicht mehr einsam, weil sie da den Kontakt haben.
Sie unterstützen wieder andere, weil es da Begegnungen gibt. Leute werden willkommen geheißen, die nach Dessau ziehen. Also ihre Erfahrung ist einfach, dass in vielen Bereichen von Verwaltung das leider nicht so gesehen wird, aus den verschiedensten Gründen.
Und ein wesentlicher Grund ist oft eben auch Geld. Wir haben dafür kein Geld. Es gibt auch andere Orte. Warum sollen wir jetzt noch so einen schaffen? Also dieser Mehrwert wird nicht gesehen und das ist aber eben sehr wichtig.
Und wie wichtig beschreibt der Soziologe Reinhard Mante. Er sagt nämlich, diese Orte sind nicht nur essentiell für unsere Begegnung und zum Austausch, sie sind essentiell für unsere Demokratie. Eine Demokratie lebt davon, dass die allermeisten Menschen sich als legitime Mitglieder einer Gemeinschaft oder einer Gesellschaft verstehen.
Als legitime andere, wie wir in der Soziologie sagen. Und dieses Empfinden von anderen Menschen, die irgendwie anders sind, anders denken, anders riechen, anders kaufen und essen, das ist in den letzten Jahren weniger geworden. Das ist weniger geworden durch ganz verschiedene Prozesse.
Aber es ist eben wichtig, dass es doch ein bisschen wieder zurückkehrt. Und dieses Wahrnehmen und Ernstnehmen als legitime andere, als legitime Mitglieder der Gesellschaft findet auch durch Begegnung statt. Weil wir Menschen, wenn sie vor uns stehen, erst einmal ernster nehmen.
Also Begegnung schafft Verständnis oder zumindest mehr Verständnis für die andere Perspektive. Ich glaube, das haben wir alle irgendwo schon einmal erlebt. Und Reinhard Mante sagt eben auch, dass Städte und Gemeinden deshalb diese Begegnungsorte fördern sollten.
Dabei können diese sehr unterschiedlich aussehen oder gestaltet werden, weil er eben sagt, dass ein Ort in der Altmark vielleicht etwas ganz anderes benötigt als Magdeburg. Wichtig ist für ihn, dass die Menschen beteiligt werden, wie diese Begegnung gefördert wird.
Bei MitmachLokal ist es eben durch das Einbringen eigener Ideen und die Möglichkeit, auch ganz spontan vorbeizukommen. Mein Eindruck ist, nach allem, was du heute erzählt hast, es hängt aber ganz, ganz häufig von einzelnen und sehr engagierten Personen ab.
Auf jeden Fall. Und das ist auch, finde ich, ein Problem. Und nicht nur ich, auch Olaf Bülow von der Salterschule sieht das als eine der ganz großen Herausforderungen an. Die Herausforderung bei uns allen, die wir das ja in gewisser Weise ja in diesem vielstrapazierten Ehrenamt tun, ist halt zu gucken, dass wir uns daran nicht verschleißen.
Dass die, ich sag mal, die wichtigen Menschen in unseren Netzwerken, die kreativen Leuchttürme, zum Beispiel die heute Musik machen, die sich ums Tanzen kümmern, die die Leute animieren, bespaßen, unterhalten, dass die am Ende nicht auf der Strecke bleiben.
Ja, das finde ich auch total wichtig, weil ich merke auch immer wieder: Ohne Ehrenamt geht einfach so vieles nicht. Ich habe es vorhin schon gesagt, wir werden diesem Thema auf jeden Fall auch nochmal eine eigene Podcast-Folge widmen.
Mir ist die ganze Zeit schon so ein Projekt aus Magdeburg im Kopf rumgespuckt, während du hier von deinem Projekt aus Dessau erzählt hast. Es gibt nämlich in Magdeburg die Initiative Platz machen. Und da hat man eigentlich ähnliches versucht.
Man wollte den Haselbachplatz, das ist so einer der zentralen Plätze in Magdeburg, wieder attraktiver machen, auch eben zu so einem Begegnungsort werden lassen. Und ist deshalb dort in ein Ladengeschäft eingezogen, hat da ganz regelmäßig Veranstaltungen angeboten, also eben ganz niederschwellig von, ich sag jetzt mal so Nachbarschaftsbrunch, aber auch eben Fahrradwerkstatt.
Also eben genau so die Idee, da können sich Menschen einfach relativ niederschwellig begegnen. Da ist aber eben jetzt folgendes passiert: Man hat denen zum Ende letzten Jahres den Mietvertrag gekündigt und jetzt haben die da eine Zwangspause und müssen sich erstmal neu sortieren, müssen erstmal gucken, wie es weitergeht.
Also das finde ich krass, dass solche Orte dann eben einfach gefühlt so von heute auf morgen auch wegbrechen können, weil es eben diese Absicherung nicht gibt. Wenn ihr dazu mehr wissen wollt, dann lest auch unseren Newsletter.
Also wenn ihr den noch nicht abonniert habt, dann macht das unbedingt noch. Den Link zum Newsletter findet ihr in der Folgenbeschreibung dieser Episode, also in den Show Notes.
Ja, und auch bei MitmachLokal in Dessau-Roßlau muss man ja auch an der Stelle sagen, auch dieser Ort befindet sich in einer Umbruchphase. Die Förderung ist ausgelaufen. Frank Lehmann springt ein, aber ob das jetzt wirklich klappen wird, also er einen Ort von Dauer ist, das werden wir erst in ein paar Monaten sehen.
Ja, ich sage auf jeden Fall mal: Daumen gedrückt, weil solche Orte eben so unfassbar wichtig sind. An der Stelle möchte ich aber auch ein bisschen Mut machen, sich für solche Orte einzusetzen, denn Reinhard Mante hat mir auch erzählt, dass es eben Durchgangsschiede gibt, die ein sehr großes Bewusstsein haben und hat mir von ein paar Projekten berichtet, die er total spannend findet.
Und ich würde an der Stelle einmal Hanau erwähnen. Die Stadt hat tatsächlich das komplette ehemalige Galeria Kaufhof Gebäude für mehrere Millionen Euro gekauft, um dort einen Ort zu schaffen für Kultur, Gastronomie. Es gibt eine ganze Etage für Museen, eine Berufsakademie, Veranstaltungsflächen, also ein multifunktionaler Ort, der Begegnung schaffen soll.
Na, das ist doch richtig cool, vor allen Dingen in so einem Ort wie Hanau, wo man jetzt auch nicht sofort darauf kommen würde, dass sowas da gut funktioniert. Ja, kennt ihr vielleicht noch mehr solcher Projekte, Begegnungsorte wie das Mitmachlokal in Sachsen-Anhalt?
Dann verratet uns wo und wir stellen euch im nächsten Newsletter eine Übersicht zusammen. Alle Infos gerne per Mail an dazwischen@detektor.fm.
Hier im Podcast schauen wir ja in jeder Episode neben unserem großen Thema der Woche immer auch nochmal ein bisschen detaillierter in die einzelnen Regionen von Sachsen-Anhalt. Und dafür gibt es verschiedene Kategorien. Wir hatten schon Lieblingsorte, vergangene Folge, einen Veranstaltungstipp und wir fragen natürlich auch immer mal wieder nach, was euch gerade so beschäftigt.
Und bei Annett geht es dabei heute sozusagen um ein Projekt für besondere Projekte. Hallo, mein Name ist Annett und ich lebe in Halle an der Saale. Mich treibt gerade um der Ideenwettbewerb Revierpionier. Gerade ist die vierte Runde des Ideenwettbewerbes gestartet.
Unser Team setzt den Wettbewerb für das Land Sachsen-Anhalt um. Bis Mitte April können hier engagierte Menschen noch ihre Ideen einreichen und für ihre Regionen aktiv werden. Also ich finde, das passt heute richtig gut in diese Folge, weil es beim Ideenwettbewerb Revierpionier eben auch darum geht, seine Region positiv und nachhaltig mitzugestalten mit eben tollen Projektideen.
Bewerben können sich Vereine und Privatpersonen noch bis zum 14. April. Allerdings, das ist ein kleiner Wermutstropfen, nur wenn sie im südlichen Sachsen-Anhalt liegen, also Mansfeld-Südharz, Burgenlandkreis, Saalekreis, Anhalt-Bitterfeld und die Stadt Halle.
Trotzdem richtig cool, auch wenn es nur für den Süden von Sachsen-Anhalt ist. Und an der Stelle noch eine Bitte an euch: Wir würden gern öfter Helden und Heldinnen vorstellen, die sich in ihrer Region so richtig doll engagieren. Gibt es jemanden bei euch? Kennt ihr wen?
Dann schreibt uns die Namen oder schickt uns gerne auch eine Sprachnachricht an dazwischen@detektor.fm. Und wenn ihr noch tiefer in Sachsen-Anhalt eintauchen wollt, dann abonniert auch unseren wöchentlichen Newsletter.
Da gibt es noch mehr Geschichten, Hintergründe, wie beispielsweise diese Woche zu Platz machen und auch noch mehr Facetten aus Sachsen-Anhalt. Nächste Woche Donnerstag gibt es dann hier im Podcast wie gewohnt die nächste Folge von Dazwischen und da gucken wir mal, wie es mit der Startup-Kultur in Sachsen-Anhalt aussieht.
Weil man denkt ja so bei Startups an so große Städte wie Berlin, vielleicht noch an Leipzig, wenn man hier wohnt. Aber ehrlicherweise, Sachsen-Anhalt hätte ich da nicht so auf dem Schirm gehabt, obwohl das ein relativ großer Wirtschaftsfaktor ist. Das wird spannend.
Ich freue mich drauf, ihr hoffentlich auch. Und bis nächste Woche.
Originalmusik: Florian Sievers. Audioproduktion: Benjamin Serdani, Stendi Baldauf und Tim Schmutzler. Projektleitung: Christian Bollert.