Irgendwie auch mal schön: die Sachsen-Anhalt-Meldung der Woche kommt von den Kaulitz-Brüdern. Denn es wollen wohl mehr als 100.000 Leute am 5. Dezember bei „Wetten, dass ..?“ in Halle mit dabei sein. (Das ZDF-Losverfahren läuft noch bis Freitag 10 Uhr.)
Ich freue mich immer noch ein wenig über die Anerkennung des Grimme Instituts für unseren Newsletter und da fällt das Tippen dieser Ausgabe auch direkt ein wenig leichter, gerade weil die aktuellen Themen ja nicht immer einfach sind.
Denn wir schauen diese Woche einmal genauer auf die Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten beim Thema Vermögen in Sachsen-Anhalt. Gehört doch das Land nach wie vor zu den ärmsten in Deutschland. Im Podcast präsentieren Marie und Leonard auch mögliche Lösungsansätze wie die gerade von der Bundesregierung beschlossene Frühstartrente.
Vor ziemlich genau fünf Jahren ist die Idee eines „Grunderbes“ für alle 18-Jährigen aufgekommen und diese Idee wird seitdem immer mal wieder diskutiert, beispielsweise vom ehemaligen Ostbeauftragten Carsten Schneider. Ich habe hier im Newsletter dazu einmal die Hintergründe zusammengestellt.
Die Veranstaltungen des Wochenendes erfordern alle eher warme Kleidung, denn es geht raus an die frische Luft und in die Eishalle.
Außerdem laden wir Dich herzlich zur nächsten DAZWISCHEN-Live-Veranstaltung ein. Gemeinsam mit dem Tagesspiegel diskutieren wir am 17. November in Magdeburg über nichts Geringeres als die Zukunft der Demokratie in Sachsen-Anhalt. Mehr Informationen dazu findest Du in diesem Newsletter.
Es ist seit Jahren bekannt, dass Sachsen-Anhalt zu den ärmsten deutschen Bundesländern gehört. Ein großes Problem ist dabei, dass die Vermögen ungleich verteilt sind und das hat Folgen für die Gesellschaft.
Im neuen DAZWISCHEN-Podcast sprechen Marie und Leonard über die Ursachen für diese verhältnismäßige Armut. (Vergleicht man Sachsen-Anhalt beispielsweise mit Regionen in Polen oder Tschechien sieht die ganze Sache schon wieder etwas anders aus.)
Während sich die Löhne und Gehälter in den Jahren seit der Wiedervereinigung tendenziell angeglichen haben, bleibt der Unterschied beim Vermögen enorm. Bis heute werden mehr als 90 Prozent des „steuerpflichtigen Vermögens“ in westdeutschen Bundesländern vererbt. Das alles hat auch Folgen für die Wahrnehmung der Demokratie.
In der Episode schauen Marie und Leonard auch auf mögliche Lösungen wie die von der Bundesregierung vorgestellte „Frühstartrente“.
Schon vor fünf Jahren hat ein Team um den Wirtschaftsforscher Stefan Bach vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung ein „Grunderbe“ vorgeschlagen. Die Idee: Alle Menschen sollen etwas erben und nicht nur sehr wenige. Demnach würden alle 18-Jährigen vom Staat 20.000,00 Euro erhalten.
Damit würde nach Ansicht der Wissenschaftler die Ungleichheit in der Gesellschaft verringert. Denn momentan erbt eine Hälfte der Gesellschaft fast nichts. Gemessen wird die Ungleichheit übrigens mit dem sogenannten „Gini-Koeffizienten“ und der würde laut den Berechnungen durch ein solches Grunderbe um fünf bis sieben Prozent fallen. Die Gesellschaft würde also dadurch aus Sicht der Forschenden gerechter. Die Kosten für den Staat lägen übrigens jährlich bei ca. 15 Milliarden Euro.
Der damalige Ostbeauftragte Carsten Schneider (SPD) hat die Idee unterstützt. Eine politische Mehrheit hat das Grunderbe jedoch bis heute nicht. Die Jugendorganisation der SPD, die Jusos, fordert ebenfalls ein Grunderbe. Den Jusos reichen jedoch 20.000,00 Euro nicht, sie fordern 60.000,00 Euro.
Für Wissenschaftler Bach vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung ist die Idee des Grunderbes auch wichtig, um wieder konstruktiv über die Erbschaftssteuer zu sprechen. Vor ein paar Tagen hat übrigens der Unternehmer Sebastian Klein einen offenen Brief von mehr als 200 Unternehmerinnen und Unternehmern für eine faire Erbschaftssteuer an die Bundesregierung geschrieben. (Transparenz: Als Gründer von detektor.fm habe ich den offenen Brief auch unterschrieben.)
Umfrage
Was hilft gegen Vermögensungleichheit?
Für die fairere Verteilung von Vermögen gibt es ja verschiedene Vorschläge. Im Podcast werden beispielsweise die neue „Frühstartrente“, konsequentere Erbschaftsteuern oder die Stärkung regionaler Unternehmen angesprochen.
Was ist aus Deiner Sicht der effektivste Ansatz für weniger Ungleichheit? Stimm mit ab!
Kraniche im Flug. Foto: Derk Schneider, Biosphärenreservat Mittelelbe.
Franzi hat mir diese Woche geschrieben, dass die letzten Veranstaltungstipps für sie total wertvoll gewesen sind. Denn vor ihrer geplanten Wanderung im Harz hat sie bei uns im Newsletter vom Harzgebirgslauf gelesen. Ihre geplante Route hätte sich mit der Strecke überschnitten. Dank unseres Newsletters hat sie dann noch rechtzeitig und entspannt umplanen können.
Newsletterlesen kann also auch bei geplanten Wanderungen helfen ;-)
Kranichbeobachtung in Havelberg
Mir war schon länger klar, dass ich meine Begeisterung für Kraniche in diesem Newsletter nicht dauerhaft verstecken kann. Meine Ex-Freundinnen können davon sicher ein Lied singen. Ich finde Kraniche einfach faszinierend (und ich weiß, damit bin ich nicht allein).
Wem das auch so geht, der oder die kann am Sonnabend in Havelberg eine „naturkundlich begleitete Vogelbeobachtung“ machen. Denn große Flüsse wie die Elbe helfen Vögeln bei ihrem Zug in die Überwinterungsquartiere. Organisiert wird sie vom Förderverein Naturschutz im Elb-Havel-Winkel und dem Biosphärenreservat Mittelelbe.
Interessierte werden gebeten, sich per Mail oder telefonisch unter 039387-609976 anzumelden. Empfohlen werden wetterfeste Kleidung und Schuhwerk.
Termin: 24. Oktober | 17 Uhr bis 19.30 Uhr | kostenlos | OT Wöplitz, Bushaltestelle | Havelberg | Informationen
Irrgarten im Gutspark Altjeßnitz. Foto: Sven Runkel.
Irrgarten Altjeßnitz im barocken Gutspark
Auch draußen, aber doch ganz anders ist der Irrgarten im barocken Gutspark Altjeßnitz. Der Park gilt als Deutschlands größter und ältester barocker Irrgarten. Geöffnet ist dieser nur bis Ende Oktober, dieses Wochenende ist also eine der letzten Gelegenheiten für 2026.
Zwei Meter hohe Hainbuchenhecken machen den Irrgarten besonders. In der Mitte wartet übrigens eine Aussichtsplattform mit einem Blick auf den gesamten Irrgarten.
Termin: 24. und 25. Oktober | ab 10 Uhr bis 20 Uhr | Eintritt: 4 Euro Erwachsene | Raguhn-Jeßnitz | Informationen
Eishockey in Halle. Bild: Justin Hoffmann, Saale Bulls.
Niederländischer Rekord-Eishockeyclub in Halle
Mit den Tilburg Trappers kommt am Sonntag der niederländische Eishockey-Rekordmeister nach Halle und spielt gegen die heimischen Saale Bulls. Vor fast zwanzig Jahren habe ich als junger Austauschjournalist in den Niederlanden mit Wörterbuch in der Hand über die Meisterschaft der Tilburg Trappers berichtet, man war das damals aufregend. (Sie haben 2007 im entscheidenden Finalspiel 5 zu 3 gegen Heerenveen gewonnen.) Ich war damals ein wenig baff, weil der Trainer von Tilburg meinte, die niederländische erste Liga entspricht ungefähr der dritten deutschen Liga.
Seit mehr als zehn Jahren spielt das niederländische Team nun schon in der deutschen Oberliga Nord. Die dritthöchste deutsche Eishockeyliga haben die Niederländer in dieser Zeit bereits viermal gewonnen. Das Team führt auch aktuell die Tabelle an und kommt damit als klarer Favorit in Sachsen-Anhalts einzige Eissporthalle. Es könnte also ein interessanter Sportnachmittag werden.
Termin: 25. Oktober | 16 Uhr | Eintritt: ab 16 Euro | Eisdom | Halle | Informationen
DAZWISCHEN-Live am 17. November
Wie weiter mit der Demokratie?
Wie geht es für die demokratischen Parteien und die Zivilgesellschaft in Sachsen-Anhalt weiter? Diese Frage diskutieren der Tagesspiegel und wir von DAZWISCHEN am 17. November in Magdeburg gemeinsam.
Der Tagesspiegel und detektor.fm laden zum nächsten DAZWISCHEN-Live ins JoGo, einigen sicher noch als „CampusTheater“ oder „Projekt 7“ bekannt. Robert Ide (Tagesspiegel) und Marie Landes (DAZWISCHEN) sprechen an dem Abend mit Politikerinnen und Politikern sowie Vertretern von zivilgesellschaftlichen Organisationen über die Herausforderungen für die Demokratie in den nächsten Monaten.
Gemeinsam mit Leuten aus der DAZWISCHEN-Community wollen wir ins Gespräch kommen und auf mögliche Lösungen für die Demokratie schauen.
Komm also gern vorbei und beteilige Dich an der Diskussion!
Termin: 17. November | 19 Uhr bis 20.30 Uhr | kostenlos (nach Anmeldung) | JoGo | Magdeburg | Anmeldung
Auf was achtet ihr beim Einkauf von Lebensmitteln?
Vergangene Woche wollte ich von euch wissen, auf welche Dinge ihr beim Einkaufen von Lebensmitteln besonders achtet. Klarer Sieger in dieser nicht repräsentativen Umfrage ist die Kombination von Herkunft und Preis.
Bei Mastodon hat uns übrigens Bobo geschrieben, dass ihm als Auswahl „Geschmack“ gefehlt hat. Guter Punkt!
Ausblick
Nächste Woche wird es bei uns futuristisch und gleichzeitig real. Denn in Magdeburg arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an individuell passendem und klimafreundlichem Verkehr. Sie forschen zu lebenswerten Städten und Regionen: autonomes Fahren soll Straßen entlasten und Busse sollen bei Bedarf dort fahren, wo sie gebraucht werden. Katja berichtet dann im Podcast von ersten Erkenntnissen.
Zuversichtliche Grüße und tot ziens
Christian
PS Meine Reportage vom Eishockey aus Tilburg hatte 2007 im Algemeen Dagblad übrigens folgende knackige Überschrift:
Trappers weer nummer 1
Ijshockeyers Tilburg veroveren voor het eerst sinds 2001 landstitel
Volles Programm, (aber) null Banner-Werbung
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