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Der Ausschuss „Digitale Agenda“ hat sich mit der Frage beschäftigt: Wie verändern Roboter unsere Arbeitswelt und unsere Gesellschaft? Foto: CC BY 2.0 | randychiu / flickr.com

Ausschuss „Digitale Agenda“

Wenn Roboter auf den Arbeitsmarkt kommen

Die Roboter kommen. Im Ausschuss „Digitale Agenda“ diskutieren Experten im Bundestag über die Folgen der Automatisierung und Digitalisierung. Worauf müssen sich Gesellschaft und Wirtschaft einstellen?

Jeder zweite Job ist in der Zukunft als Folge der Digitalisierung und Automatisierung bedroht. Die Folgen beschäftigen auch den deutschen Bundestag. Der Ausschuss „Digitale Agenda“ hat deswegen Experten eingeladen, über die „Auswirkungen der Robotik auf Arbeit, Wirtschaft und Gesellschaft“ zu diskutieren.

Die Roboter sind nicht mehr starr konstruiert, sondern Generalisten. Roboter können in immer komplexeren Bereichen eingesetzt werden. – Oliver Bendel, Philosoph und Wirtschaftsinformatiker

Die zentralen Herausforderungen der Robotik sind: Wie stellt sich die Gesellschaft darauf ein, dass ein Großteil der Arbeitsplätze von Maschinen, nicht Menschen besetzt wird? Wie geht man damit um, dass Unternehmen damit Arbeitslöhne sparen und eventuell noch höhere Gewinne erzielen?

Ausschuss „Digitale Agenda“: Eine Frage der Gerechtigkeit

Vor dem Ausschuss „Digitale Agenda“ ist deswegen über unterschiedliche Lösungsmöglichkeiten diskutiert worden. Doch fast alle vereint die Forderung: Es muss gerecht verteilt werden. Gerade erst hat die Schweiz über das Bedingungslose Grundeinkommen abgestimmt. Lediglich 25 Prozent stimmten dafür. Auch die Experten im Bundestag haben über solche radikalen Ansätze diskutiert: Ein bedingungsloses Grundeinkommen, ein bedingungsloser Grundbesitz könnte im Zeitalter der Robotik schlicht notwendig werden, um die Menschen abzusichern.

Eine andere Möglichkeit wäre, eine Maschinen- oder Digitalisierungssteuer einzuführen. Die könnte dafür sorgen, dass die Gewinne aus der Robotik wieder zurück in die Sozialkassen fließen. Aber es gibt auch eine optimistische Perspektive: Die 40-Stunden-Woche ist dann ein Auslaufmodell.

Wir definieren uns sehr stark über die Arbeit, wir geben die besten Jahre unseres Lebens weg, wir geben die besten Stunden des Tages weg. Wie wäre es denn, wenn wir nur vier, fünf Stunden arbeiten und den Rest machen die Roboter? – Oliver Bendel, Philosoph und Wirtschaftsinformatiker

Wir brauchen neue Konzepte

Aber auch in anderen Teilbereichen der Gesellschaft entstehen als Folge der Robotisierung neue Probleme. Nach welchen moralischen oder ethischen Grundsätzen sollen zum Beispiel in der Zukunft die Roboter handeln, wenn sie weitreichende Entscheidungen treffen sollen?

Mit der Maschinenethik und den Folgen der Robotik beschäftigt sich der Philosoph und Wirtschaftsinformatiker Oliver Bendel. Mit ihm hat detektor.fm-Moderator Alexander Hertel darüber gesprochen, wie sich die Gesellschaft auf die Digitalisierung und Automatisierung der Arbeitswelt einstellen muss.

Oliver Bendel - ist Philosoph und Wirtschaftsinformatiker und hat vor dem Ausschluss "Digitale Agenda" gesprochen.

ist Philosoph und Wirtschaftsinformatiker und hat vor dem Ausschluss „Digitale Agenda“ gesprochen.Foto: Regina Aigner
Ich finde die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens hat etwas Bestechendes. Die Leute sehen nicht, dass wir einen radikalen Umbruch in der Gesellschaft haben und wir neue Konzepte brauchen.Oliver Bendel