Saftladen, das ist zumindest scherzhaft eine Bezeichnung für die Firma, über die wir in der letzten Folge des Jahres 2025 sprechen. Und nein, es geht dabei nicht um die Deutsche Bahn, Volkswagen oder Sixt, denen ja Nutzerinnen und Nutzer im Netz durchaus mal diese Bewertung gegeben haben. Denn es gibt eine Szene, die sogar sehr gern mit dem Wort Saftladen spielt, nämlich die Mostereien oder auch Kältereien. Wir sprechen aber nicht einfach mit irgendeiner Mosterei, sondern mit dem führenden Anbieter von Bio-Säften, mindestens mal im Bio-Fachhandel, nämlich der Völkel GmbH aus dem Wendland. Mein Name ist Christian Bollert, meine Lieblingsfrucht ist die Rote Johannisbeere, und hier kommt ein frisch gepresster Podcast-Jingle: Der Brandeins Podcast – Wirtschaft anders denken. Jede Woche bei detektor.fm. Völkel gilt seit einigen Jahren als Hidden Champion. Fast 500 Beschäftigte und 140 Millionen Euro Umsatz sind dafür schon ein wichtiger Fingerzeig. Die große Besonderheit des Unternehmens liegt jedoch im eigenen Anspruch. Denn neben der konsequenten Ausrichtung auf biologische Zutaten ist Völkel seit fast 15 Jahren in der Hand zweier Stiftungen, um sich vor Übernahmen zu schützen und um die eigene Mission auch zu sichern. Außerdem lässt sich Völkel seit etwa sieben Jahren an den strengen Kriterien der Gemeinwohl- Ökonomie messen. Momentan wird die Völkel GmbH Fruchtsäfte und Gemüsesäfte von Stefan Völkel und drei seiner Söhne geführt. Der vierte Sohn arbeitet als Industriemechaniker in der Technikabteilung des Unternehmens. Boris Völkel gehört seit einigen Jahren zur Geschäftsführung und ist dort für den Einkauf und damit insbesondere für die Beziehung zu den Bäuerinnen und Bauern zuständig. Dabei hat er auch einen besonderen Blick auf die Preise von Ingwer, Äpfeln oder eben Johannisbeeren. Und deshalb freue ich mich, dass wir hier im Brandeins Podcast über den besonderen Anspruch von Völkel sprechen können und sage: Hallo und herzlich Willkommen! Moin Moin! Vielen Dank für die Einladung. Ich habe ja schon den hohen Anspruch, den hohen eigenen Anspruch beschrieben. Ich kann mir vorstellen, das macht deinen Job als Einkäufer auch ein bisschen komplizierter als bei einem konventionellen Safthersteller, oder? Das ist so. Insbesondere in den letzten Jahren war das sehr anspruchsvoll, weil wir eben sehr lange schon versuchen, den Landwirtinnen und Landwirten Stabilität zu bieten. Und gerade wenn die Preise im Keller sind, muss man sich eben auch mal ganz schön gerade machen. Wenn man dann eben einen stabilen Preis zahlt, man dann einen höheren Preis. Aber dieses Jahr sind die Preise alle durch die Decke gegangen, und deshalb ist für mich dieses Jahr ein verhältnismäßig entspanntes Jahr, weil die Landwirte eben jetzt sozusagen zurückgeben, was wir die letzten Jahre ihnen an Stabilität geboten haben. Bekommen wir in solchen wilden Zeiten jetzt eben auch zurück an Stabilität. Deshalb gehöre ich dieses Jahr eher zu den entspannteren Einkäufern in der Fruchtsaftbranche. Das heißt, um es mal zu übersetzen: Ihr profitiert tatsächlich davon, dass ihr – du hast es gerade beschrieben – in den Zeiten, wo die Früchte oder was ihr auch immer kauft, besonders billig war, habt ihr den ein bisschen mehr gezahlt, und jetzt müsst ihr dafür dieses Jahr ein bisschen weniger zahlen, obwohl es eigentlich teurer wäre. So ist das. Also die klassischen Marktmechanismen sind schon sehr gewaltsam und systematisch zynisch. Wenn eine gute Ernte ist, so wie dieses Jahr bei Kartoffeln, ist es ganz drastisch. Die kosten dann 3 Cent das Kilo. 3 Cent ein Kilo Kartoffeln für den Landwirt. Das ist ein ganz extremes Beispiel. Und Sauerkirschen waren dieses Jahr knapp, weil in Osteuropa Frost war. Die gehen dann von 1 Euro auf 6 Euro, 7 Euro pro Kilo im Einkauf für den Landwirt. Was soll denn da nachher im Markt bei rauskommen? Und diese ganzen Extreme, die werden immer mehr. Und wie gesagt, in den letzten Jahren haben wir unsere Landwirte weitestgehend freigehalten von diesen Extremen, und jetzt halten die uns den Rücken frei. Also Gemeinwohlökonomie und so weiter, das sind Begriffe, die das versuchen sichtbar zu machen, dass wir nicht nur an uns denken. Und das klingt erstmal so altruistisch und so weltverbesserlich und auch ein bisschen vielleicht ideologisch oder so weiter. Ist das alles nicht. Das ist wirtschaftlich klug. Das ist wirtschaftlich klug, sich gegenseitig Stabilität zu bieten. Und da können wir gerne noch ein bisschen ausführlicher drauf gucken. Die Zukunft liegt im Gemeinschaftlichen. Umso doller die Verwerfungen werden, umso krasser die Extreme werden, umso mehr die Welt auseinandergetrieben wird, gespalten wird, umso wichtiger ist dieses Element des gemeinschaftlichen Denkens und Handelns. Und es ist nicht irgendwie nur so, wir wollen irgendwie alles fair und alle sollen sich lieb haben. Das ist wirtschaftlich klug. Das zeigt sich dieses Jahr insbesondere. Es klingt ja auch so ein bisschen, ich würde schon fast sagen, hanseatisch kaufmännisch, was du so beschreibst. Also man braucht eine faire Partnerschaft und so. Ist so. Das Rad haben wir nicht neu erfunden. Das gibt lauter Sprichwörter: Eine Hand wäscht die andere, zum Beispiel. Oder Leben und leben lassen. Oder wie man in den Wald scheißt, du scheißt es zurück. Habe ich jetzt ein bisschen für mich abgewandelt. Aber der Markt ist schon sehr gnadenlos. Es ist entweder eine richtig gute Ernte, und dann sind die Preise im Keller, sodass es für die Landwirte an die Existenz geht. Oder es ist eine schlechte Ernte, und dann gehen die Preise so hoch, dass es den Verbrauchern kaum noch zumutbar ist. Haffee zur Weihnachtszeit, jetzt ist Schokolade ein Thema. Olivenöl ist zwischendurch unglaublich hoch gegangen. Es fängt dann eben an. Es ist immer für eine Seite drastischer, und wir kriegen, ob wir das glauben oder nicht, einen Klimawandel mit Wetterextremen. Viel zu trocken oder viel zu nass. Jetzt hatten wir mal ein relativ normales Jahr wieder, aber das ist schon echt die Ausnahme. Wir kriegen neue Schädlinge wie die Schilfglasflügelzikade oder die Windenglasflügelzikade oder die Kirschessigfliege – Schädlinge, die uns hier das Leben ganz schwer machen bei ganz vielen Kulturen. Und auch im sozialen Mindestlohn hin oder her ist es ganz schwierig, überhaupt noch Saisonkräfte zu finden, die eben manche Arbeiten, die in der Landwirtschaft händisch gemacht werden müssen, ausführen. Also sowas wie Erdbeeren pflücken oder Unkraut jäten. Das übernehmen dann eben zunehmend Maschinen, sage ich mal. Aber diese drei Komponenten – Klimawandel, Wetterextreme, neue Schädlinge, soziale Gesichtspunkte – machen Landwirtschaft zunehmend risikoreich und unsicher. Die Extreme steigen. Warum sollen landwirtschaftliche Betriebe so unter den Rahmenbedingungen, wenn dann noch die wirtschaftlichen Volatilität – Preise rauf, Preise runter – wenn das so gnadenlos ist, warum sollen die in die Nachfolge gehen? Warum? Und da versuchen wir eben seit 20, 30 Jahren, das ist bei uns einfach intrinsisch angelegt, das ist bei uns irgendwie mit drin. Ja, bemühen wir uns sehr, dann Stabilität reinzubringen. Und ich sage nicht, dass es einfach so lockerflockig funktioniert. Beziehung wird in Zukunft immer wichtiger und immer schwieriger, das merken wir. Aber es wird essentiell. Es ist kein Softskill. Es ist die Qualität in Beziehung zu sein, um resiliente, belastbare Wertschöpfungsketten hinzukriegen. Und um es vorwegzunehmen: Ich bin sicher, dass in fünf Jahren nicht mehr der Preis zählt und auch nicht unbedingt die Qualität. Es zählt die reine Verfügbarkeit. Wir spielen die Wertschöpfungsketten in der Landwirtschaft kaputt, systematisch, wie ein Draht, den man so ein bisschen hin und her biegt. Und in der Vergangenheit haben wir halt so 20 Prozent rauf und runter gehabt in den Preisen. Und es gab immer mal eine Frucht, die ist voll ausgebrochen. Jetzt haben wir ungefähr 200, 300 Prozent, die es rauf und runter geht. Und es ist immer mal eine Frucht dabei, die keine Krise hat. Also wir sind da in einer ganz neuen Welt angekommen. Und das wird einfach immer drastischer werden. Und es werden ganze Regionen einfach – Tomaten aus Spanien sehe ich in fünf Jahren nicht mehr. Dagegen geht das Wasser aus. Das ist eine der trockensten Regionen Spaniens, wo die ganzen Tomaten angebaut werden. Sozial haut das nicht mehr hin. Also so wie wir bisher das betreiben, der Markt soll das regeln und so weiter. Der Markt übersteuert maßlos in beide Richtungen, nach unten und nach oben. Da müssen wir als Gesellschaft wirklich neue Antworten drauf finden. Über diese Antworten werden wir natürlich in diesem Podcast zumindest ansatzweise auch noch sprechen. Aber wenn du sagst, es gibt so krasse Übertreibungen, dann muss ich tatsächlich als Johannisbeer-Fan auch mal nachfragen: Dieses Jahr war es offenbar auch so, dass da 200, 300, teilweise 400 Prozent der Preis höher war. Und ich dachte ehrlicherweise in meiner kleinen, bescheidenen Welt aus dem Schrebergarten war eigentlich ein gutes Johannisbeer-Jahr, aber offensichtlich nicht. Ist so. Wir in Deutschland hatten Glück dieses Jahr. Wir hatten für die meisten Kulturen hier ein gutes Jahr. Aber es hat halt die ganze Lebensmittelwirtschaft viele Sachen ausgelagert nach Osteuropa oder nach Südeuropa oder nach Marokko oder so. Und die ganzen Beerenfrüchte, die wachsen eher in Serbien oder in Chile oder in Bulgarien, wo eben diese Handarbeit extrem günstig noch ist. Und diese Länder haben jetzt Frost bekommen in der Blüte dieses Jahr. Und da war Deutschland mal verschont. Das war jetzt ein Glücksfall für die deutschen Landwirte. Es war eine unglaubliche Knappheit, weil eben die meisten dort gekauft haben, wo es am billigsten war. Und wir haben schon lange für uns erkannt, wenn wir die Dinge so sinnvoll wie möglich anordnen, das bedeutet eben zum Beispiel auch regional die Erdbeeren, die Johannisbeeren zu beziehen, die Äpfel zu beziehen, dann muss es langfristig in dieser krisenbehafteten Welt auch die günstigste Lösung sein, unterm Strich. Und das hat sich jetzt für uns dieses Jahr, kann man auch sagen, Glück gehabt. Aber hat sich jetzt bewahrheitet. Die Landwirte hätten diese Marktpreise von uns fordern können. Also Kirschen haben sich verfünffacht im Preis, Johannisbeeren ver 3- bis 7-fach am freien Markt. Unsere Landwirte haben sehr die Füße still gehalten und haben uns mit sehr moderaten, ganz leichten Preiserhöhungen bedacht, die wir gemeinsam dann abgestimmt haben, weil sie natürlich auch da stehen dann auch gestiegene Kosten dahinter. Aber das hat dann nichts mit dem Marktgeschehen zu tun. Und da sind wir unglaublich dankbar, dass diese Geste die wir eben in der Vergangenheit ausgesendet haben, auch erwidert wurde von den Landwirten. Und das hat auch was Weihnachtliches. Der eine Landwirt aus Halle an der Saale, der wusste, der Preis hat sich verfünffacht für Kirschen, und der kam persönlich vorbei und hat gesagt: Hey, du hast mir immer den Rücken freigehalten, das war immer cool mit dir. Und ich möchte, richtig wie ein Geschenk hat er das übergeben, ich möchte dir sagen, ich kann dir dieses Jahr sogar noch ein bisschen mehr liefern in dieser Situation allgemeiner Knappheit am Markt, und den Preis lassen wir halbwegs stabil. Ein bisschen mehr wollte er haben, und das ist doch dann auch okay. Und so versuchen wir, uns auf Augenhöhe zu begeben. Und ich will jetzt nicht das Bild vermitteln, dass es total einfach sei. Man stellt sich da schon in eine starke Spannungswelt in dieser Welt, die einfach so wackelig wird. Aber alles, was wir an Wärme, Verlässlichkeit und Stabilität ausstrahlen, das zahlt ein in Beziehung und Stabilität. Und das ist in Zukunft wirklich die absolute Essenz. Boris Völkel von der Natursafterei Völkel im Gespräch beim Podcast Radio detektor.fm. Und wir sprechen in dieser Episode natürlich noch weiter über alte Kaufmannsregeln, Öko-Klischees und das große Ganze, was er ja auch schon angedeutet hat. Boris, in der Brand eins, da wirst du zitiert mit dem Satz: Der Markt dreht deiner Meinung nach komplett frei. Und du hast es ja gerade auch gesagt, du denkst, in fünf Jahren sieht das völlig anders aus. Was macht dich da so sicher? Also, ich trinke gerne ein Glas Rotwein mit einem Freund, und der ist nun mal zufällig Vizepräsident des Verbands für Geoinformation. Und beim Verband für Geoinformation sind viele Unternehmen organisiert, die mit Satelliten schauen, was in der Welt abgeht, und diese Daten wissenschaftlich auswerten und die daraus Zukunftsszenarien entwickeln können. Und mit dem trinke ich schon seit 20 Jahren Wein. Und die Dinge, die er mir erzählt, die immer 10 Jahre nach vorne schauen, 20 Jahre nach vorne schauen, die sind alle eingetreten. Alle. Da habe ich ein bisschen Glück. Und ich habe jetzt beim Verband für Geoinformation bei deren Jahrestagung auch einen Vortrag halten dürfen, wo ich gesagt habe: Mach diese Informationen für uns verfügbar als Unternehmerinnen und Unternehmer. Vielleicht gibt es die, und ich muss sie mir aktiv holen. Vieles wissen wir, vieles steht in der Zeitung. Viele Menschen tun so, als gäbe es einfach gar keinen Klimawandel. Ob der Mensch gemacht ist oder nicht, ist jetzt für mich als Unternehmer erst mal zweitrangig. Ich muss mich strategisch ausrichten, und ich habe diese Informationen, aber ich finde, sie sollten einfach noch viel proaktiver zur Verfügung gestellt werden, damit wir uns eben darauf einrichten können. Können wir aus Ägypten in 20 Jahren noch Orangen bekommen? Oder Orangenbäume wachsen ja nicht innerhalb von einem Jahr, wie wir auch als Markt gemerkt haben. Dieses Prinzip Riesenmonokultur ist ja in sich komplett zusammengebrochen in Brasilien und Mexiko. Was wir eben mit niedrigster Qualität zum höchsten Preis in den Regalen dann als Verbraucherinnen und Verbraucher erleben durften. Die Frage, was macht mich so sicher in meinen Annahmen, ist, dass wir im Ausland schon viel länger diese Verwerfung mitbekommen. In Indien kommt der Monsoon einfach zu einer ganz anderen Zeit, schon seit vielen Jahren. Normalerweise kommt der Monsoon, und die Mango wächst. Jetzt kommt der Monsoon aber nicht, und die Mango wächst nicht. Und dann ist der Monsoon weg, und die Mango soll reif werden. Ja, dann kommt der Monsoon, wenn sie reif werden soll und nicht, wenn sie wachsen soll. Das heißt, sie kann doch nicht reif werden. Das ist so eine Katastrophe. Also die ganzen Rhythmen sind weltweit schon lange sehr verschoben. Und manchmal gibt es dann auch extrem gute Bedingungen, und da gibt es Riesenüberernten, und keiner kann die aufnehmen. Im Ausland sieht man das wirklich schon sehr viel länger, sehr viel krasser, sehr viel deutlicher. In Deutschland kommt das sehr langsam an. Und die großen Handelshäuser, wenn es eben keine Himbeeren mehr aus Deutschland gibt, dann gibt es eben welche aus Spanien. Wenn es keine aus Spanien mehr gibt, gibt es welche aus Marokko. Wenn es aus Marokko keine mehr gibt, gehen wir nach Ägypten. Dann gehen wir nach Chile. Jetzt gibt es tolle Bio-Himbeeren aus Chile im Supermarkt. Das ist doch alles gar kein Problem. Also mit einer unglaublichen logistischen Meisterleistung kriegen wir das alles noch immer. Das ist irgendwie kompensiert zu Preisen, die irgendwie immer noch das nicht so sichtbar machen. Obwohl Erdbeeren ja schon ganz schön teuer geworden sind dieses Jahr im Regal. So eine Schale Bio-Erdbeeren, da sind dann fünf dicke Klopper drin für sechs Euro im Laden. Das ist schon nicht mehr was für die Großfamilie, sage ich mal. Also wir kriegen es in den Regalen auch schon zu spüren, würde ich mal sagen. Und wie reagiert ihr darauf, wenn ihr sagt, in fünf Jahren geht es beispielsweise gar nicht mehr um den Preis, sondern eigentlich komplett nur noch um die Verfügbarkeit? Genau. Wir machen das intuitiv schon lange, dass wir eben, wie ich das angedeutet habe, in meinen einfachen Worten die Dinge so sinnvoll wie möglich zu organisieren, was eben bedeutet, schwarze Johannisbeeren 30 Kilometer entfernt anbauen zu lassen und nicht eingefroren aus Bulgarien hier heranzukarren. Oder viele kaufen die aus der Türkei. Da sind sie am allerbilligsten. In der Türkei ist dieses Jahr alles kaputtgefroren. Also es hätte natürlich hier auch passieren können. Aber wir pflanzen zum Beispiel eben die schwarzen Johannisbeeren 30 Kilometer hier von Pevelsdorf, unserem Standort im Wendland, pflanzen wir die an. Und der Landwirt hat auch unglaublich Glück gehabt dieses Jahr. Seine Nachfolger, die haben auf ihre Smartwatch geguckt im Frühling, als die Blüte war von Johannisbeeren, und haben gesagt: Nö, ach, da kommt kein Frost, musst dir keine Sorgen machen, Vater. Wir haben ins Internet geguckt. Der Vater hat in den Himmel geguckt und sagt: Da sind blitzende Sterne am Himmel, sternklarer Himmel. Wir decken ab, und zwar sofort. Und dann kam der Frost. Also die Wettervorhersagen hauen auch nicht mehr hin, auch einen Tag vorher teilweise nicht mehr, woran auch immer das liegt. Und dann haben sie abgedeckt und haben damit ihre 23 Hektar, das entspricht 200.000 Kilo Johannisbeeren, haben sie gerettet damit. Also haben wir unglaublich Glück gehabt. Aber eine Sache, die wir jetzt eben neu angehen, ist, dass wir norddeutsche Freilandtomaten züchten. Norddeutsche samenfeste Demeter-Freilandtomaten für die Industrie, sprich für den Saft, für Passata, für Ketchup. Das ist dann eben auch eine Chance, die mit dem Klimawandel einhergeht. Dass hier Rahmenbedingungen entstehen, die zum Beispiel Speisesoja mittlerweile seit zehn Jahren sukzessive in Deutschland anbaufähig machen. Vor zehn Jahren gab es nur Futtersoja in Deutschland. Und dann hat eben eine Tofu-Firma angefangen, das hier auszuprobieren am Bodensee. Und mittlerweile ist das in ganz Deutschland gang und gäbe, Speisesoja anzubauen. Und so sehen wir eben auch Chancen für Produkte, die in Spanien, Marokko und so weiter, Italien irgendwann nicht mehr funktionieren werden. Also wir wissen mittlerweile ziemlich genau, welche Regionen sich wie verändern werden. Wahrscheinlich gibt es einfach verschiedenste Modelle. Aber wenn man die alle Modelle übereinander legt, dann bleibt eine Quintessenz. Und die Quintessenz heißt für uns hier, dass es unterm Strich wärmer wird. Das ist im Winter ein Problem, weil dann eben so längere, richtig scharfe Frostperioden, die fehlen auch, um manche Insekten in Schach zu halten. Die werden dann nicht mehr so wirklich mal einmal zurückgedrängt durch diese Froste. Im Sommer bringt es aber eben auch Chancen mit sich. Also man rechnet ja schon mit mehr Hitze-Toten und so weiter hier. Aber für eine Freilandtomate, die hier vorher nicht so richtig Spaß gemacht hat, birgt das eben dann auch Chancen. Und da müssen wir fünf, sechs, sieben Jahre in Vorleistung gehen. Wir arbeiten mit der Uni Kassel zusammen, wo wir mit dem Professor Dr. Bernd Horneburg eben seit drei, vier Jahren diese Freilandtomaten für die Industrie züchten. Und dann müssen wir uns mit Erntetechnik Gedanken machen. Wir müssen, das muss ja auch kostenmäßig irgendwie alles haltbar bleiben und tragbar bleiben und im Verhältnis bleiben. Und wir müssen uns hier Verarbeitungstechnik anschaffen dafür. Ja, das ist sehr komplex, da in Vorleistung zu gehen. Und ich bin froh, dass wir hier eben vier Brüder im Unternehmen sind, jeder mit seinen Stärken. In einem Konzern müsste ich dafür einen Projektantrag stellen oder sonst was. Wo kann ich zu meinem Bruder gehen? Ich sage dem Bruder: Wir züchten jetzt hier gerade Tomaten. Versuch mal bitte, irgendwie eine Technik dafür anzukriegen. Dann schaut er mir in die Augen und fragt: Irgendwie geht es dir noch gut? Sorry, doch, das ist wichtig hier. Klimawandel und so weiter, Spanien, es geht nicht mehr lange gut. Kauf mal hier so eine Passiermaschine für Tomaten, bitte. Dann macht er das halbwegs, sage ich mal. Also Familienunternehmen sind für mich schon absolute Triebfeder auch für Innovationen. Ich bin aber gerade auch sehr verzagt vom Unternehmertum. Das darf ich am Rande anmerken. Ja, es wurde hier unser Stiftungsmodell angeführt. Ich darf das mal vorwegnehmen. Vielleicht eine Frage, die du auf dem Zettel hast. Wir sind hier eben in zwei Stiftungen. Die Völkel ist eine GmbH und gehört 90 Prozent einer Unternehmensträgerstiftung. Sprich, 90 Prozent des Gewinns werden zurückgeführt ins Unternehmen und ermöglichen eben solche Investitionen. Zehn Prozent gehen in eine gemeinnützige Stiftung, wo dann entsprechende Gelder verwendet werden. Aber das Geld, was wir hier erwirtschaften, das wird wieder nach vorne geworfen, sowohl in Wachstum, aber auch eben in diese Innovationen in Substanzerhalt und in die Wertschöpfungsketten, um sie weiter zu stabilisieren. Und da ärgere ich mich gerade ein bisschen. Da fällt uns gesellschaftlich nämlich gerade was auf die Füße, wo gern auf die Politiker geteilt wird mit dem Finger. Und das finde ich nicht ganz fair. Es gibt eine Form von Unternehmertum, die bedeutet, hundert oder mehrere hundert Menschen machen sich ein Puckelkrum und arbeiten. Der Unternehmer arbeitet auch und ist auch fleißig. Aber der ganze Gewinn wird rausgezogen aus dem Unternehmen und dient der Unternehmerfamilie und ihrem persönlichen Glück oder auch Runk oder was auch immer. Und mit 41 Jahren erkenne ich gerade die Brisanz davon. Weil diese Unternehmen, wovon ich gerade einfach einige vor Augen habe und auch ein bisschen erlebt, wie die in die Krise rasseln, jetzt denen fehlt eben jetzt genau diese Substanz. Dieses Investieren in das, was kommt, sowohl in Wertschöpfungsketten, aber auch in Maschinen, als auch in Innovationen und so weiter. Und das ist gerade so eine Erkenntnis, die mir persönlich gerade – ich komme mir vor wie ein kleines Kind, das erst die Welt entdeckt mit 41 Jahren – dass mir klar wird, was es bedeutet, wenn Unternehmertum so betrieben wird, dass das Geld rausgezogen wird, rausgezogen wird, rausgezogen wird. Das fällt uns gerade immens auf die Füße. Und diese vielen vielen Insolvenzen, die jetzt gerade kommen, haben was mit der Automobilindustrie zu tun, haben aber auch was mit dieser Art von Unternehmertum zu tun, wo nicht rein investiert wurde, sondern rausgezogen wurde. Und jetzt werden die Zeiten wackelig, und plötzlich kippen diese Unternehmen sofort um. Das ist ein bisschen stark vereinfacht, aber das ist ein Punkt, wo ich gerade, wie man vielleicht merkt, ein bisschen grantig werde. Das hört man raus. Ja, das macht mich fuchsig gerade. Ja, Boris Völkel von der Safterei Völkel im Brand eins Podcast. Und hier geht es gleich weiter. Boris, du hast das gerade schon angesprochen, euer Konstrukt mit den Stiftungen. Und es gibt auch so ein bisschen, ja, ich sag mal das geflügelte Wort, dass es bei euch eigentlich gar nicht um die Produktion von Saft geht, sondern tatsächlich das große Ziel, die große Vision, die ökologische Transformation der Landwirtschaft ist. Kannst du das so unterschreiben? Nee, das kann ich so nicht unterschreiben. Also wir sind eben wie vier Brüder. Und unser Vater, unsere Mutter sind mit dem Unternehmen. Wir fühlen uns den Urgroßeltern und den Großeltern auch sehr verpflichtet. Ja, mit dem, was sie aufgebaut haben. Ja, wir sind die vierte Generation hier. Und jeder von uns hat ganz eigene Schwerpunkte im Unternehmen. Ja, und einen ganz eigenen Blick auf die Welt. Und das findet alles hier seine Berechtigung. Und man kann jetzt nicht sagen, Völkel ist nur ein Gefäß, um Ökolandbau irgendwie nach vorne zu bringen. Das ist eine starke Triebfeder für uns. Das stimmt. Es ist jetzt aber nicht der Firmenzweck. Wir sind auch sehr stolz, tolle Säfte zu machen, die einfach rein sind, die ohne Konzentrat sind, die toll schmecken. Viele davon sind unglaublich gesund. Manche sind einfach Genussprodukte. Wir haben tolle Eistees zum Beispiel. Das muss man sich mal angucken. Wir haben eine tolle Mate-Limo. Wir haben tolle Kombuchas. Wir haben in jeder Getränkekategorie eine richtig tolle Antwort. Und wir sind auch auf die reine Produktqualität einfach unglaublich stolz. Oder wir bringen eben neue Mehrweggebinde nach vorne. Ja, eine 0,5er Flasche mit großem Verschluss als Mehrwegflasche, um so ein bisschen neuen Trinkgewohnheiten gerecht zu werden. Diese 1-Liter-Flasche, die man früher so kistenweise gekauft hat, da ändern sich die Trinkgewohnheiten. Und insofern identifizieren wir uns auch sehr einfach insgesamt als Innovator zu sein in ganz vielen Themen, ob das eben das Sourcing ist, der Umgang mit den Landwirten, dass wir runde Tische machen, wo wir die ganze Wertschöpfungskette von der Züchtung bis zum Endverbraucher mit den Landwirten alle an einen Tisch bringen und gemeinsam auf Probleme schauen. Gemeinsam schauen, warum bleibt für die Landwirte eigentlich immer noch zu wenig übrig, obwohl die Säfte eigentlich für die Verbraucherinnen und Verbraucher schon echt zu teuer sind. In diesen Schmerz gehen wir rein. Wir kaufen die neuesten Maschinen, die eben auch sehr energiesparsam sind, die viel weniger Strom, Wasser und Energie verbrauchen, die mit diesen Ressourcen sehr gut umgehen, auch mit der Ressource Saft, sodass man wenig Füllverluste hat und so weiter. An allen Fronten versuchen wir, pioniert zu sein, vorne dabei zu sein. Ich glaube, das ist etwas, was uns sehr ausmacht: Möglichst viel Fläche in ökologische Bewirtschaftung zu bringen. Das ist eine unglaublich starke Triebfeder. Um auf die Frage zurückzukommen: In Dänemark, auf der Fähre, habe ich gerade mit den Kindern Eis gekauft. Da stand nur ganz klein als Randbemerkung hinten drauf, dass es Bio ist. Also, wir wollen eigentlich unsere Produkte einfach so gut sein lassen, dass die Menschen das nicht nur oder primär als Bio-Produkt kaufen, sondern dass es Genussprodukte sind, Gesundheitsprodukte sind, die den Menschen gut tun, in erster Linie. Aber Dänemark ist ein gutes Stichwort, weil ich war tatsächlich im Sommer auch in Dänemark im Urlaub und dort in einem Hotel. Da gab es biologischen Frühstückssaft. Und ich war echt ein bisschen erstaunt, weil es ein deutsches Etikett und ein deutsches Völk. Also, da war man im Prinzip stolz darauf, euren Saft zu haben. Wie wichtig ist denn der internationale Markt für euch? Den fokussieren wir nicht, weil es für uns eben auch zu Öko dazugehört, kurze Wege zu haben. Also, wir haben jetzt nicht vor, irgendwie riesige Mengen an Bio-Mango-Püree aus Indien zu kaufen, hier mit Apfelsaft zu vermischen und nach Amerika zu verkaufen. Also, solchen Versuchungen würden wir schon widerstehen. Wenn uns Urlaubsgrüße erreichen: „Hey, ich habe in Irland deinen Bananensaft gekauft“ oder „Hey, auf irgendeiner Kreuzfahrt wurde unser Cocktail mit eurem Zitronensaft gemacht“, dann sind wir schon auch stolz. Aber auch im Vertrieb wollen wir eben die Dinge so sinnvoll wie möglich organisieren. Und das bedeutet kurze Wege und nicht Märkte erschließen um jeden Preis. Wir haben auch Exportländer wieder bewusst aktiv zurückgefahren. Man verzettelt sich da auch. Also, wir wollen eigentlich uns hier auf den deutschsprachigen Raum fokussieren und vielleicht die anliegenden Länder eben noch mitbedienen. Das ist unser Fokus. Also, 80 Prozent unserer Produkte bleibt hier im Ländle, sage ich mal. Und ja, über Umsatz freut man sich eben auch immer. Aber der Fokus ist jetzt nicht, die Welt zu erobern. Es gibt ja auch durchaus Leute, die schauen skeptisch auf Marken wie eure oder auf Patagonia oder wie neulich hier im Podcast auch St. Pauli, mit denen ihr ja auch eine Partnerschaft habt, zum Beispiel, weil ihr, ich sage mal, schon kapitalismuskritische Grundsätze habt und die aber gleichzeitig oft ja auch zu ökonomischen Erfolgen führen. Wie geht ihr denn mit diesem scheinbaren Widerspruch um? Den Widerspruch habe ich nicht genau verstanden. Dass wir erfolgreich sind, das ist ja, was ich einleitend gesagt habe, dass es eben kein reiner Altruismus ist, was wir betreiben, dass wir eben empathisches Wirtschaften, dass das wirtschaftlich klug ist. Das habe ich ja schon gesagt. Ich behaupte, dass wir deswegen erfolgreich sind und nicht trotzdem. Also, das ist ein sehr scheinbarer Widerspruch. Ich bin sicher, dass wir in fünf Jahren richtig gut dastehen werden und dass die konventionelle Denke und auch diese gewaltsamen Marktmechanismen, dass das in sich zusammenbrechen wird, weil Landwirte unter solchen Bedingungen nicht mehr bereit sind, eben Sachen anzubauen. Dann übernehmen Großbrunnenbesitzer diese Flächen oder so große Holdings oder sowas. Denen gehören dann die Flächen, die sitzen dann in China oder in Holland oder weiß ich, denen gehören dann die Flächen und die verfügen dann darüber, wie unsere Preise sind nachher. Und dann fechtet eine KI von einem großen Handelshaus mit einer KI von einem Großbrunnenbesitzer, fechten dann die Preise auseinander. Also, in die Welt wollen wir nicht investieren. Das wird sicher ein bisschen in die Richtung gehen, aber die Welt, in der wir leben wollen, lebt von Menschen, die mit Menschen Geschäfte machen und sich miteinander warmherzig vereinbaren. Und ich bin absolut sicher, die Landwirte resonieren damit ganz stark. Auch viele Kunden resonieren damit stark, dass das das Tragende ist. Und ich würde sogar behaupten, dass wir ein bisschen mit an der Front unterwegs sind, die Menschlichkeit an und für sich, eben das Menschentypische, das Wesenhafte des Menschen, eben auch mit zu verteidigen. Also, wenn man schaut, was mit KI alles möglich ist, die Chancen sehe ich auch, aber die Welt wird immer unüberschaubarer, immer unechter. Man weiß gar nicht mehr so genau, was ist echt und was nicht. Und wir verteidigen die Liebe, die Wärme und das Menschliche und sind der Überzeugung, die Landwirte sagen ja nicht: „Lass mich in Ruhe“ und die Kunden sagen nicht: „Hör auf mit dem Quatsch“, sondern alle schreien ja danach. Und das äußert sich darin, dass wir erfolgreich sind. Und deshalb bin ich total überzeugt, dass das der Weg ist. Stichwort Erfolg: Ich habe es angesprochen, 2024 war bisher das erfolgreichste Jahr. Könnt ihr jetzt am Ende des Jahres 25 schon sagen, dass 25 jetzt das erfolgreichste Jahr war? Das können wir auf jeden Fall sagen. Wir haben uns gerade mit den Ingwer Shorts mit einem hervorragenden Preis-Leistungs-Verhältnis in den Märkten auch durchgesetzt, obwohl wir ein Euro mehr bezahlen pro Kilogramm Ingwer als der Markt und auch als der Frischmarkt. Wir haben da sehr gute Qualitäten in der Flasche, die sich wirklich durchsetzen mit einem starken Marketing auch. Was mit Instagram und all diesen ganzen Krempeln tatsächlich mal, der mir tierisch auf den Zeiger geht, sprechen wir da eben auch Menschen an, die eigentlich gar nichts mit Bio am Hut haben, aber die dann eben auch ein stylisches Produkt von uns angeboten kriegen. Ich glaube, unser Marketing hat es geschafft, Menschen für Bioprodukte zu begeistern, ohne dass sie richtig merken, dass es Bio ist, weil das Produkt einfach gut ist. Und diese Denke, du hast das ein bisschen durch, dass es mir da manches auch irgendwie schräg vorkommt, aber wir sprechen eben nicht mehr nur mich als Kunden an, als Ureko sozusagen, sondern wir sprechen 60 Prozent der Bevölkerung jetzt an mit einer neuen Sprache auch und machen Bio so nochmal ganz neu salonfähig, sage ich mal. Und das vergangene Jahr war das anstrengendste an das ich mich erinnern kann, weil es von einer Krise nach der anderen durchgerüttelt wurde. Also, die Rote Beete und der Rhabarber werden von der Zikade aufgeknuspert. Sauerkirschen und dieser ganze Frost schütteln den ganzen Markt durch. Wir sind da gut davon gekommen, sage ich mal, aber das war sehr, sehr, sehr anstrengend und wir werden damit einem sehr guten Ergebnis belohnt dieses Jahr. Wir sind nochmal überplan gewachsen auf über 160 Millionen Euro Gesamtumsatz des Unternehmens und konnten auch den Gewinn leicht steigern, was auch sein muss. Ja, zwischen drei und vier Prozent werden wir da etwa liegen, was auch sein muss, um dieses Wachstum eben auch zu stemmen. Also, nur weil wir uns empathisches Wirtschaften oder Gemeinwohlökonomie auf die Fahnen schreiben, sind wir von ökonomischen Kennziffern nicht befreit. Und wenn wir stark wachsen jedes Jahr und dann einen relativ überschaubaren Gewinn machen, dann ist das gut für die Landwirte, weil da versteckt sich das auch ein bisschen drin, weil wir eben in diese Beziehung auch immer wieder rein investieren. Und auch nach vorne zu wachsen mit viel Außendienst und so kostet auch eine Menge Geld. Das ist eine Art Invest. Das schmälert den Gewinn dann eben auch ein bisschen, aber man braucht schon auch eine gewisse Schwungmasse und einen gewissen Gewinn, um die Rohwaren fürs nächste neue Wachstum wieder fortzufinanzieren. Also, wir sind sehr zufrieden und sehr dankbar. Die Getränkeindustrie ist unter Druck. Die Bioszene ist leicht unter Druck, würde ich sagen. Die Pioniere verabschieden sich nach und nach in Rente. Die Unternehmen werden hier und da weitergeführt. Manche Bio-Pioniere werden übernommen. Also, nicht überall ist so eine schwungvolle Nachfolge wie bei uns gewährleistet, sage ich mal. Und damit gerät dann dieser Innovationsmotor auch ein bisschen ins Stottern. Und dass wir eben mit dem Drive, mit dem wir das hier machen, auch in der Verschiedenartigkeit, wenn man uns als Brüder mal erleben würde, wie verschiedenartig wir in unserem Weltbild sind und in unserem Menschenbild sind und in dem, was uns wichtig ist, und wie wir aber gemeinsam nach vorne marschieren, das ist auch eine starke Geste, die ich mir in der Gesellschaft eben auch wünsche. Insofern fand ich eben diese Diskussion von DM und Rossmann, dem Raoul Rossmann und dem Christoph Werner in den Medien gerade sehr stark, auch als Zeichen. Ich wünsche mir dieses Zusammenstehen und sich nicht zerfleischen, etwas diesem Spalten. Denn was ich ganz stark sehe in der Welt: Sofort wird scharf geschossen. Irgendwo sagt einer was Falsches, sofort wird er vernichtet, sozusagen. Dass da was entgegengesetzt wird. Ich weiß nicht, du hast das wahrscheinlich mitbekommen, wie der Raoul Rossmann hätte dem Christoph Werner wirklich ans Bein pinkeln können, weil sie aus diesem Verband da irgendwie nicht die Hände betont und haben keine Schlammschlacht draus gemacht. Und das finde ich stark. Und so eine Geste passt ja auch zur Weihnachtszeit gerade ein bisschen. Die wünsche ich mir auch, dass sie von uns aus strahlt. Vier ganz, ganz verschiedenartige Menschen marschieren nach vorne. Nicht trotz ihrer Verschiedenartigkeit, sondern wegen ihrer Verschiedenartigkeit sind sie erfolgreich. Also, das ist eine Geste, die ich mir sehr, sehr wünsche. Und empathisches Wirtschaften, wärmevolles Wirtschaften ist nicht trotzdem erfolgreich, sondern wegen eben dieses soft klingenden Ansatzes erfolgreich. Das ist eigentlich meine Hauptgeste und Hauptbotschaft, die wir rüberbringen wollen. Ein zuversichtlicher und optimistischer Boris Völkel aus der Geschäftsführung der Safterei Völkel. Ich sage vielen Dank für die Gedanken und Einblicke. Gerne, gerne. Und noch mehr Insights in die Welt von Völkel findet ihr in der Dezember-Ausgabe der Brand eins. Solltet ihr jetzt nach Weihnachten weiterhin in Schenklaune sein, dann schenkt uns doch gern fünf Sterne bei Apple Podcasts oder Spotify, denn das hilft uns tatsächlich sehr, die Sichtbarkeit dieses Podcasts hier zu erhöhen. Ansonsten hört auch einfach mal gern in alte Episoden hier rein. Allein dieses Jahr sind ja mehr als 50 Gespräche erschienen. Ihr findet sie alle chronologisch im Podcast-Feed oder auch auf unserer Webseite detektor.fm. Und Detektor, ganz klar, mit K. Detektor.fm. Überhaupt sind wir alle sehr dankbar auch für eure Treue und euer Interesse an unseren Gästen und Themen und auch an unserem etwas anderen Blick auf Wirtschaft. Danke fürs Zuhören, danke für eure zahlreichen Rückmeldungen und auch danke an alle die diesen Podcast hier weiterempfohlen haben und dankenswerterweise ja auch immer noch weiterempfehlen. 2026 bleibt es natürlich auch dabei, dass immer freitags hier im Podcast eine neue Folge erscheint. Die wird dann am 2. Januar auch direkt eine ganz besondere sein, denn wir blicken aus drei ziemlich unterschiedlichen Perspektiven auf die Verantwortung der Wirtschaft für die Demokratie. Und das war ja hier auch gerade am Ende dieses Gesprächs auch noch mal ein großes Thema. Habt also erst mal ein paar entspannte Tage, startet dann gut ins Jahr 2026 und lasst uns gern hier im Podcast wieder hören. In diesem Sinne, bis dahin. Tschüss! Der Brandeins Podcast Wirtschaft anders denken. Jede Woche bei detektor.fm. Der Brandeins Podcast wird produziert vom Podcastradio detektor.fm. Redaktion: Stefan Ziegert, Katja Stamm und Gerolf Meyer. In Zusammenarbeit mit Frank Dahlmann vom Brandeins Magazin. Moderation: Christian Bollert.