Herzlich willkommen im Jahr 2026 hier im gemeinsamen Podcast von brand eins und dem Podcast Radio detektor.fm. In diesem Jahr feiern wir übrigens auch Geburtstag, aber das kommt dann später im Jahr. Ich bin Christian Bollert und ich hoffe, ihr seid gut reingekommen in dieses neue Jahr. Außerdem hoffe ich, dass ihr zuversichtlich in die Zukunft schaut, denn wir hier beim Podcast Radio detektor.fm tun das tatsächlich in diesem Moment jedenfalls und in diesem Monat. Diese allererste Episode des Jahres ist auch eine ziemlich besondere Episode, denn wir wagen ein wenig den Blick in die Glaskugel und suchen die Zuversicht in der Rolle von Wirtschaft und Demokratie. Denn wir alle haben ja einen persönlichen Einfluss und damit auch eine persönliche Macht. Wirtschaft, Macht, Demokratie – diese drei Wörter begleiten uns auch durch diese Episode hier. Der brand eins Podcast „Wirtschaft anders denken“ jede Woche bei detektor.fm. Wir gucken in dieser Episode aus drei ganz verschiedenen Perspektiven auf Wirtschaft, Macht und Demokratie. Da ist Tatjana Kiel, Chefin von Klitschko Ventures. Sie arbeitet gemeinsam mit Unternehmen für Engagement und Demokratie. Oder Marcel Fratscher, der als Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung den großen Blick auf die Verantwortung der deutschen Unternehmen hat. Und Janina Kugel, sie bringt als ehemalige Arbeitsdirektorin und damit Personalchefin von Siemens und als Expertin für Personalfragen die Perspektive der Beschäftigten mit. Tatjana Kiel, Marcel Fratscher und Janina Kugel habe ich im Dezember im Rahmen der Konferenz „Wirtschaft Macht Demokratie“ vom Business Council for Democracy (BC4D) und brand eins in den Räumen der Hertie Stiftung in Berlin getroffen. In dieser Episode hört ihr die Gedanken und Analysen von allen dreien. Meine zentrale Frage an sie ist dabei: Ihre Perspektive auf das Jahr 2026 gewesen. Insbesondere geht es mir um die Verantwortung von Unternehmerinnen und Unternehmern für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft, die Strategie von Unternehmen in einer Welt mit den vielen gleichzeitigen Krisen, die wir alle ja irgendwie erleben, und auch ihre persönliche Zuversicht für dieses aktuelle Jahr, für das Jahr 2026. Tatjana Kiel macht den Anfang und stellt sich einfach selbst kurz vor: Mein Name ist Tatjana Kiel. Ich bin CEO von Klitschko Ventures und von We are all Ukrainians. Tatjana, wir gucken ja hier in dieser Episode so ein bisschen auf das Jahr 2026, jetzt ganz am Anfang des Jahres. Wie siehst du denn die Rolle von Unternehmerinnen und Unternehmern in der Gesellschaft? Also, welche Verantwortung haben sie auch für den Zusammenhalt beispielsweise? Ich glaube, das ist eine super spannende Frage. Ich glaube, die Frage ist, welche Ebene gucken wir uns an. Also natürlich wäre mein Wunsch sehr pragmatisch: Jedes Unternehmen müsste auf jeden Fall mehr Haltung zeigen und klar sagen, wofür es steht. Aber das ist, glaube ich, gar nicht das, was uns weiterbringt, sondern das könnte eher gefährlich werden. Sondern ich glaube, dass es wichtig ist zu verstehen, dass jeder einzelne Mensch ein Teil von einem Großen ist. Und es ist egal, ob es jetzt eine Stadt, ein Land, eine Gesellschaft oder ein Unternehmen ist. Und dieser Mensch, dieser Teil von dem Großen Ganzen möchte für etwas stehen, was größer ist als er selbst. Und die Frage ist: Wie schaffen wir das, größer zu sein als wir selbst? Und wie schaffen wir auch, mit einem guten Gefühl dahinter zu stehen? Und das wäre sozusagen eher die Frage, die ich mir stellen möchte. Dann stelle ich sie: Wie schaffen wir das? Genau, da kommen natürlich schon auch viele Unternehmen mit rein. Da kommt ganz viel Kommunikation mit rein. Da kommt ganz viel das Lernen des Debattierens mit rein. Also wir reden von Kommunikation und gehen immer davon aus, dass Zuhören da mit drin ist. Aber ehrlich gesagt haben wir das total verloren und auch vielleicht nie gelernt. Also die Amerikaner haben das auf jeden Fall in den Universitäten und so ja immer schon sehr früh verstanden. Und ich glaube, das Spannende ist, diese Räume zu öffnen, zu verstehen, was debattieren heißt, Themen, die polarisieren, groß anzusprechen. Und jemanden, der pro für etwas ist, und der andere, der nicht dafür ist, die andere Seite sehen zu lassen. Also wenn ich jetzt pro XY bin, muss ich auf einmal dem Thema negativ gegenüberstehen, muss Argumente sammeln, muss mich damit auseinandersetzen, muss dem anderen zuhören. Dass wir aufhören, nur noch populistische Meinungsmache selbst auch sozusagen voranzutreiben, weil das tun wir gerade. Sondern sehr viel offener für die Themen werden und für Lösungen werden, weil wir Lösungen brauchen. Aber wir kriegen die Lösungen nur von jedem Einzelnen und gemeinsam. Jetzt arbeitet ihr ja auch viel mit durchaus namhaften Unternehmen zusammen. Wie muss ich mir das vorstellen? Wie funktioniert das? Also wenn es im Bereich der Ukraine geht, ist es tatsächlich so, dass wir gelernt haben, drauf zu gucken, was strategisch dem Unternehmen auch hilft, was das Unternehmen wirklich beitragen möchte und auch kann. Also wenn es um Lebensmittel geht, dann ist es einfacher, nach Lebensmitteln zu fragen, als zu sagen: Gib Summe XYZ, weil das irgendwie Mittelständler ist. Ich glaube, was wichtig ist, ist zu verstehen, was der andere für einen Impact haben möchte. Und ich glaube, es ist wichtig klarzumachen, dass man nur gemeinsam Impact hat. Also wenn der eine nicht davon profitiert, sondern nur der andere, dann wird es nicht funktionieren. Dann kann man auch nicht ein zweites Mal klopfen. Und es gibt so wahnsinnig tolle Beispiele, die zeigen, es geht nicht immer nur um Geld. Und es geht nicht immer nur um eine Spendenquittung. Sondern wir haben zum Beispiel eine Krankenhauskooperation. Da lernt ein Krankenhaus, was aus Kiew ist, also in Kiew ist. Da kommen alle paar Monate sechs bis acht Leute, also Ärzte, Psychologen und so weiter, zu uns nach Deutschland und lernen hier von denen, die es hier anders gelernt haben oder wo irgendwie Spezialisten sind. Andersherum ist aber das größte Learning, dass die Deutschen so viel mehr lernen von dem, was die Ukrainer dann erzählen. Was sie sagen: Ja, aber wenn es um diese Brandverletzung geht, dann ist es gar nicht möglich, das so zu lösen. Ich glaube, das sind die Brücken, die wir bauen müssen, das Wissen zu teilen. Dass nicht, wenn der nächste Krieg ausbricht – und der wird ausbrechen – dass wir wieder von vorne anfangen und dass es ein zweites „We are all Ukrainians“ für ein anderes Land geben muss, sondern dass wir dieses Wissen zugänglich machen. Wenn man jetzt mal ein bisschen rauszoomt, also klar, du hast natürlich einen besonderen Fokus auf die Ukraine, ganz klar. Aber hier wird ja auch die Frage diskutiert, wie sich Unternehmen angesichts einer Welt mit immer mehr Krisen – und du hast auch gesagt, es wird auch der nächste Krieg kommen – irgendwie aufstellen können und sinnvoll aufstellen können und strategisch auch sinnvoll aufstellen. Wie geht denn das? Ich glaube, die Frage muss jedes Unternehmen tatsächlich für sich beantworten. Ich glaube, was ich aber sagen kann, ist, was wir ja sehen in unserem Land: Dafür braucht es keinen anderen Krieg, dafür braucht es kein anderes Land. Wir müssen aufpassen, dass der Populismus und das Rechte, aber auch das Linke, nicht einfach nur zuguckt, während die Mitte sich zerstört. Also wir müssen gucken, dass wir ganz klar Stellung beziehen und mit Lösungen versuchen, mit einem anderen Beispiel vorweg zu sein. Ich glaube, das ist eigentlich mein größter Wunsch. Es gibt nicht nur richtig und falsch, es gibt ganz oft eben auch Grau. Und ich glaube, dieses Grau zu erkennen und auch damit sehr klar zu sein, dass es mehrere Meinungen vielleicht auch gibt, aber das überhaupt erstmal zuzulassen, ich glaube, das ist wichtig. Und natürlich wünsche ich mir, dass man versteht, was richtig und was falsch ist. Das muss ich natürlich auch sagen. Also wenn es solche Menschen wie einen Putin gibt, frage ich mich natürlich schon, wie können wir das eigentlich zulassen aus einer weltglobalen Sicht? Also ich möchte nicht der Nächste sein und wir haben da jetzt auch ein Land, und das ist jetzt wieder ein mehr oder weniger demokratisches Land gewesen, die diese Werte so sehr verteidigt, weil sie auf keinen Fall wieder in dieses Land Russland einverleibt werden wollen, weil sie verstanden haben, was der Mehrwert an einer Demokratie ist. Das ist der Grund, warum sie das tun. Und von der Resilienz können Unternehmen genauso viel lernen wie jeder Einzelne. Aber dafür muss man eben bereit sein und über die eigenen Fehler und Dinge diskutieren, die für das Unternehmen auch wichtig sind. Was ich super spannend finde, ist genau dieser, ich sag mal, Spagat, den du auch angedeutet hast, zu differenzieren, die Grautöne irgendwie auch zu sehen und gleichzeitig aber dann doch auch zu sagen: Das ist richtig und das ist falsch. Das ist ja oft auch komplex und nicht so einfach. Ja, aber weißt du, da fangen wir jetzt bei Leadership an. Also in der Theorie verstehe ich, was Leadership alles sein soll. Wer kriegt das in der Praxis abgebildet? Wer kann für alle da sein? Wer hat 80 Prozent für Mitarbeiter, um die zu fördern, um der Coach zu sein? Und das sind ja meistens Menschen, die dorthin kommen, die nicht wegen dem Leadership-Stil dahin gekommen sind, sondern weil sie dem Unternehmen extrem viel, wahrscheinlich viel verkauft haben, also sehr viel Geld auch gemacht haben. Und das ist die große Frage: Wollen diese Menschen dann wirklich auch alle Leader sein? Und wie lange wollen sie das? Weil ich kenne wenig Leute, die es schaffen, über 20 Jahre Tausende von Menschen zu führen. Das ist faktisch nicht möglich. Und ich glaube, daran müssen wir arbeiten. Wie schaffen wir es in den Unternehmen, ein bisschen aufzubrechen, zu verstehen, die Werte, die das Unternehmen auch hat? Das ist irgendwie mal relativ plakativ, aber das sind nicht die Führungsprinzipien, die man dann leben kann. Leadership bedeutet, dass du im Alltag die Werte leben darfst und das sind Führungsprinzipien. Und alleine das ist bei den meisten gar nicht gefühlt angekommen. Und wenn Existenzangst von Menschen dazukommt, dann ist einfach nur noch dieses Angst und Gelähmt hat dann relativ wenig auch mit dem Empfinden von Leadership zu tun. Das heißt, man will gar nicht geliedert werden. Und da sind Menschen einfach auch so mannigfaltig wie jeder einzelne von uns. Und das ist auch richtig und gut so, aber das macht es echt herausfordernd. Dann zoomen wir ganz am Ende wirklich nochmal ein Stück raus. Du hast die Resilienz auch angesprochen von den Ukrainerinnen und Ukrainern. Was macht dir denn persönlich Mut, dass wir im Jahr 2026 da insgesamt auch als Gesellschaft in Deutschland was dazugelernt haben, also dass das besser wird? Was gibt dir da Mut? Ich glaube, dass wir sehen, dass wir ganz viel darüber diskutieren, welche Form von Demokratie kann es denn geben. Also welche Form von Parteien von Parteisystemen müssen wir jetzt auch neu denken, weil die Lösungen, die wir jetzt haben, nicht mehr das sind, was wir brauchen. Das ist mir alles noch ein bisschen zu leise und auch noch nicht gut genug durchdacht teilweise. Aber dafür aufzustehen und auch wirklich, was mir Mut macht, ist, dass ich schon sehe, die junge Generation hat ein klares Verständnis von richtig und falsch. Also zumindest den Teil, den ich viel sehe. Und für die anderen müssen wir bereitstehen. Also wir müssen bei Jung anfangen, wir müssen edukativ anfangen, wir müssen alle an die Hand nehmen. Und das ist immer leichter gesagt, aber das wäre natürlich der Wunsch. Und was macht dir da Mut? Dass ich sehe, dass Kinder Fragen stellen, wo du sagst: Ja, genau deswegen ist es richtig oder deswegen ist es falsch. Das heißt, die haben ganz oft die Antwort, weil sie die Komplexität noch nicht so verstanden haben. Wir müssen wieder dazu kommen, die Komplexität zu entfernen und auf das Einfachste runterbrechen. Und das tun gerade einige, leider auch sehr rechts, natürlich, und natürlich auch links. Aber das tun wir auch gerade, zu verstehen, was brauchen wir eigentlich, wie können wir uns empowern, weil das wird wichtig nächstes Jahr. Also du hast das Gefühl, die demokratische Mitte bewegt sich. Das habe ich die ganze Zeit das Gefühl. Deswegen sage ich immer: Ich wünsche mir, dass klar wird, dass rechts und links sich durchaus darüber lustig macht, dass wir es nicht hinbekommen, eine Mitte zu finden, sondern alles kaputt reden oder alles kaputt machen. Und das ist mein Wunsch. Und ich glaube, daraus lernen wir schon gerade. Und da wird es neue Lösungen geben, dass das nicht mehr so ist. Dann sage ich vielen Dank für das Gespräch und die Zuversicht. Danke. Soweit also Tatjana Kiel im Rahmen der Konferenz „Wirtschaft macht Demokratie“. Mit dem Präsidenten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Marcel Fratscher, habe ich dann vor Ort noch die Perspektive ein bisschen geweitet und über das große Ganze, also die deutsche Wirtschaft insgesamt, gesprochen. Marcel Fratscher steht jetzt hier bei mir vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung. Und wir sprechen in dieser Podcast-Episode ja über die ja doch vielleicht großen Fragen für das Jahr 2026. Also, welche Verantwortung haben auch Unternehmerinnen und Unternehmer für den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft? Und ja, diese Frage würde ich gleich mal direkt als erste stellen: Welche Verantwortung haben sie denn? Unternehmen müssen politisch sich engagieren und einmischen. Das heißt nicht parteipolitisch, aber sie müssen sich für Werte einsetzen, Werte, die sowohl essentiell für eine funktionierende Demokratie sind, aber damit natürlich auch essentiell für eine funktionierende Wirtschaft sind. Und das ist Respekt. Nicht Diskriminierung, Wertschätzung von Vielfalt, offene Grenzen, Stärkung Europas, Anerkennung des Europas – die Grundlage auch unserer Demokratie und unserer Marktwirtschaft sind. Das sind jetzt mal ein paar Beispiele. Und das müssen alle Unternehmen sehr offen und sehr klar äußern. Unternehmen haben deutlich mehr Verantwortung als nur in Anführungszeichen sich um ihren eigenen Gewinn und Profit zu kümmern, sondern sie haben die Verantwortung, Farbe zu bekennen und sich zu engagieren. Wenn man da mal so ein bisschen zurückschaut auf die letzten ein, zwei Jahre, dann hat man ja schon das Gefühl, gerade in den USA, auch deutsche Unternehmen stehen da nicht so fest. Ja, die Versuchung für manche Unternehmen ist, nachzugeben, dem politischen Druck nachzugeben. Wir sehen das in den USA heute, aber wir sehen es auch in unserer eigenen Geschichte in den 1930er Jahren, was das mit verursacht hat. Und deshalb ist es so wichtig, auch aus unserer Geschichte heraus, dass die Unternehmen Verantwortung übernehmen. Verantwortung nicht nur für ihre Beschäftigten und für ihr Geschäft, sondern auch innerhalb der Gesellschaft. Das heißt, auch der Politik Kontra zu geben, wenn es sein muss, aber eben auch zu sagen: Hier, wir übernehmen Verantwortung, wir müssen letztlich auch die Gesellschaft mittragen. Haben Sie denn das Gefühl, dass es in Deutschland grundsätzlich ganz gut funktioniert von den deutschen Unternehmen? Ich beklage, dass deutsche Unternehmen zu häufig zu leise sind. Wir haben einige wirklich vorbildliche Unternehmen, die sehr klar kommunizieren gegen Rechtsextremismus, gegen geschlossene Grenzen, sich für Vielfalt und für Wertschätzung von Vielfalt einsetzen. Aber zu viele Unternehmen ducken sich weg. Und das ist nicht nur feige, das ist wirtschaftlich schädlich. Und hier geht es darum, offen auszusprechen, was wir brauchen und sich auch sehr klar abzugrenzen. Und wir hatten ja gerade die Diskussion: Sollen Unternehmen ins Gespräch kommen mit der AfD? Und „Gespräch kommen“ klingt jetzt einmal neutral, aber letztlich ist es ja eine Legitimierung gegenüber ihrem Gesprächspartner und dessen Positionen. Und die AfD steht nun mal für eine Wirtschaftspolitik, die Gift für jedes Unternehmen ist. Und deshalb finden wir da auch von den Unternehmen eine klare Abgrenzung, klare rote Linien. Und das gab es ja durchaus. Da gab es ja einige Unternehmen, die da sehr klar gesagt haben, dass sie das nicht wollen. Ja, es gibt einige wirklich vorbildliche Unternehmen. Und da würde ich mir wünschen, dass andere Unternehmen sich ein Beispiel nehmen. Gerade auch die großen Wirtschaftsverbände, die sind ja mächtig. Da sind ja viele Mitgliedsunternehmen und die müssten vorangehen. Die müssten viel klarer Farbe bekennen. Und natürlich gibt es einzelne Unternehmen, die Mitglied sind, die geführt werden von Menschen, die der AfD nahestehen. Ja, da muss man eben auch den Gegenwind aufnehmen. Aber auch das ist Aufgabe von Unternehmen und von Führung, einen Rückgrat zu haben, sich auch mal unbequem in die Nesseln zu setzen. Und das würde ich mir von deutlich mehr unter den deutschen Unternehmen wünschen. Wenn ich Ihre Analyse so höre, dass viele Unternehmen aus Ihrer Perspektive ein bisschen zu leise sind, dann haben Sie ja auch viele Forscherinnen und Forscher, die sich mit soziologischen Themen bei Ihnen am Institut beschäftigen. Dann ist das ja eine Analyse, die wir auch oft von der Mitte der Gesellschaft, von der Mehrheit hören, dass die zu leise sind. Ist das so auch aus Ihrer Wahrnehmung? Ja, wir sehen es auch bei Befragungen der Menschen, die sagen: Ja, wer stemmt sich dagegen? Das ist eher die Zivilgesellschaft, die für Werte einsteht. Und wir müssen uns auch bewusst sein, was für eine Vorbildfunktion Unternehmen haben. Wenn das Management meines Unternehmens mir sehr klar erklärt: Guck mal, dein Job gibt es nur, weil wir diese und jene Bedingungen haben. Und dein Job ist gefährdet, wenn wir Menschen nicht ins Land lassen, wenn wir Grenzen dicht machen, wenn wir Minderheiten diskriminieren. Das wünsche ich mir von den Führungen der Unternehmen: eine Vorbildfunktion. Und deshalb ist es so wichtig, dass sich alle engagieren, nicht nur zivilgesellschaftliche Organisationen, nicht nur Ehrenamtliche, sondern vor allem auch die Wirtschaft und die Unternehmen. Wenn wir jetzt noch mal ein bisschen rausholen, gerade so am Anfang des Jahres. Jetzt sprechen wir ja auch von einer Welt der Multikrisen, wahnsinnig viele Herausforderungen. Wir haben Kriege, wir haben soziale Probleme, wir haben den Klimawandel, also diverse Herausforderungen auch für Unternehmerinnen und Unternehmer. Wie kann ich mich denn eigentlich da überhaupt noch strategisch sinnvoll aufstellen? Oder glauben Sie, da steht die deutsche Wirtschaft gar nicht so schlecht da? Erstens bin ich überzeugt, dass die wirtschaftliche Realität in Deutschland heute deutlich besser ist als die Stimmung. Unser großes Problem als Gesellschaft ist eine unglaubliche mentale Depression, um das in den Worten von Roman Herzog zu sagen. Und Wirtschaft ist zu großem Teil Psychologie. Wenn Unternehmen nicht das Vertrauen haben, dann werden sie nicht investieren. Das ist genau das Dilemma, in dem wir heute stecken. Also wir brauchen mehr Mut der Unternehmen und wir brauchen vor allem eine Stärkung Europas. Das muss uns bewusst sein. Wir sind ein kleines Land, wir haben nichts auszurichten gegenüber China und den USA. Das können wir nur als Teil eines starken Europas. Und das ist mein zweiter Punkt, den ich unterstreichen möchte. Wir müssen offener werden, wir müssen auf unsere europäischen Partner zugehen und das machen wir im Augenblick nicht genug. Was macht Ihnen denn Mut, wenn Sie sagen, es braucht eigentlich Mut? Was macht Ihnen Mut, dass wir da vielleicht doch auf dem richtigen Weg sind? Also a, dass die Situation besser ist, als viele Leute das so beschreiben. Aber was macht Sie persönlich zuversichtlich, dass 2026 jetzt doch wieder ein bisschen besser wird? Wir haben so viele tolle Unternehmen in Deutschland. Gerade die mittelständischen, familiengeführten Unternehmen, das ist das Rückgrat unserer Wirtschaft. Das ist die DNA unseres Landes. Und wir haben Hunderte, wir haben Tausende sogenannter Hidden Champions, hoch spezialisiert, hoch innovativ, hoch wettbewerbsfähig. Das geht heute unter. Natürlich sind auch da viele unter Druck und müssen sich anpassen. Aber wir haben alle Voraussetzungen. Wir haben kluge Köpfe, wir haben tolle Unternehmen, die langfristig denken. Wir haben eine Marktwirtschaft und eine Demokratie, eine der wenigen, die in der Welt noch wirklich gut funktionieren, auch wenn es einiges zu bemängeln gibt. Und als letztes auch das Thema Solidarität. Also die soziale Marktwirtschaft. Das Gemeinsame. Nur gemeinsam kommen wir durch diese schwierigen Zeiten durch. Und deshalb bin ich durch und durch Optimist. Dann vielen Dank für diese Zuversicht. Sehr gerne. Ein zuversichtlicher Marcel Fratscher hier im brand eins Podcast. Gleich hört ihr dann noch Janina Kugel, ehemalige Personalvorständin bei Siemens und eine ziemlich gute Auskennerin in Fragen der Mitarbeitendenführung. Janina, in dieser Episode sprechen wir sehr viel über Verantwortung von Unternehmerinnen und Unternehmern, über den Zusammenhalt unserer Gesellschaft. Welche Rolle spielen denn Unternehmerinnen und Unternehmer für die Verantwortung in der Gesellschaft und vor allem für den Zusammenhalt? Unternehmer sind ja Teil der Gesellschaft. Das heißt, es sind Arbeitgeber, Arbeitgeberinnen. Die meisten Menschen von uns werden beschäftigt, es sei denn, man arbeitet im öffentlichen Dienst. Und dementsprechend denke ich mir einfach, bei all den Themen müssen wir überlegen: Die Gesellschaft besteht nicht nur aus einzelnen Bürgern und Bürgerinnen, die dann mit Wahlen und so weiter und so fort ihre jeweilige Entscheidung irgendwie treffen können, sondern es geht dann natürlich einfach auch um die Institutionen. Und Unternehmen sind auch Institutionen und sie haben tatsächlich eine wichtige Rolle. Und ich erinnere mich selber einfach nur daran: Man kann auch in dem Unternehmen sehr, sehr viel beeinflussen. Man kann Arbeitsbedingungen schaffen, man kann Aufklärungen machen und sich klar positionieren, was wichtig ist für das Unternehmen, aber auch, welche Gesellschaft wichtig ist, um für ein Unternehmen optimal zu arbeiten. Wie macht man das denn als Unternehmerin oder Unternehmer? Es gibt ja auch interne Kommunikation oder überhaupt viel Kommunikation. Man kann einfach auch darüber erklären, wie läuft das Geschäft, was sind die Faktoren, warum läuft das Geschäft gut oder schlecht, was sind Rahmenbedingungen, die Sie verändern müssen, was sind aber auch das, was man von Mitarbeitenden erwartet, was sie selber verändern müssen. Es geht nicht nur um dieses Neu-Dazulernen, sondern vielleicht auch neue Märkte erschließen, was sind die geopolitischen Auswirkungen. All das ist etwas, wo, glaube ich, manche glauben, dass müde Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen nicht interessieren, aber es interessiert sie sehr wohl. Und vor allem, aber dann sage ich jetzt auch immer, das Große einzuordnen: Was bedeutet das für mich ganz konkret an meinem Standort, an meinem Arbeitsplatz? Das ist ja das, was Leute betrifft. Und ich habe das selber immer erlebt, dass wenn man in der Offenheit, aber auch in der Situation auch beschreibt und auch zum Beispiel schwierige Situationen erklärt, also ich selber habe in meiner Berufskarriere sehr, sehr viel Restrukturierung aufgemacht, erklären warum bestimmte Entscheidungen notwendig sind, aber auch zum Beispiel zu sagen oder zuzugeben, wenn Fehlentscheidungen getroffen worden sind. Das einfach auch noch mal mit Hintergründen zu belegen, ist, glaube ich, enorm wichtig. Und ich glaube, das ist einfach die Verantwortung von allen Führungskräften und von allen Unternehmen und Unternehmerinnen, genau diesen Beitrag auch zu leisten. Hast du dafür vielleicht auch sogar ein konkretes Beispiel, wo du sagst, was ist das für mich? Ja, das hat in der Vergangenheit vielleicht bei mir besonders gut geklappt. Also ich glaube nicht, dass ich so ein konkretes Beispiel haben würde, sondern ich würde sagen und habe neulich in einer Kolumne darüber geschrieben: Man muss Mut haben und man muss auch den Mut haben, Leuten Dinge zuzumuten. Also das heißt wirklich entscheidend zu sagen: Es ist nicht mehr immer alles positiv, weil das ist in jeder Phase so. Das war auch schon vor 10 oder 15 Jahren. Es gibt immer wieder Zyklen, die einfach herausfordernd sind und schwierig sind. Und dann aber auch klar zu sagen, was bedeutet es für alle Mitarbeitenden, aber auch, was bedeutet es auch für die Führungskräfte. Und diese Offenheit, in den Dialog zu treten und nicht nur einen Monolog zu senden und den Mitarbeitenden eigentlich keine Chance zu geben, nachzufragen, um Erklärungen zu bitten, die Dinge einzuordnen und auch deren Perspektiven zu hören, das ist, glaube ich, einfach wichtig und war für mich in allen auch sehr, sehr kritischen Phasen. Sehr wichtig. Und dann gibt es auch immer wieder Momente, in denen du, wenn du das erreichst, auch natürlich Solidarität unter den Mitarbeitenden bekommst. Die dann sagen: „Wir ziehen hier gemeinsam an einem Strang.“ Das kann in schwierigen Situationen, wie zum Beispiel beim Abbau, sein, aber das kann auch in Situationen sein, wo du zum Beispiel Innovationen hast, die Mehrarbeit erfordern. Das heißt, dieses Gefühl zu sagen: „Ich kann hier als Einzelne meinen Beitrag leisten“, und es wird auch erfordert, das ist ein Dialog, in den Manager und Managerinnen treten müssen. Das heißt aber auch, es ist okay, zum Beispiel mal Unsicherheiten zu zeigen, weil man vielleicht selber noch gar nicht genau weiß, wie man durch die Krise kommt. Die Welt ist voller Unsicherheiten und voller Ambiguitäten, die wir aushalten müssen. Und ich glaube, dieses vermeintliche „Früher war alles besser“ stimmt nicht. Früher war es eben anders. Und vor allem ist es natürlich immer so, aus der heutigen Perspektive können wir die Vergangenheit immer mit einer gewissen Sicherheit betrachten, und die Zukunft war noch nie sicher. Ja, ich glaube, dass es wichtig ist, zu sagen, dass es eben Unsicherheit gibt und zu betonen, wie wir zum Beispiel schnell reagieren müssen. Und ich arbeite auch viel im Ausland und muss da zum Beispiel sagen, dass ich in anderen Kulturen schon erlebe, dass dieses schnelle Reagieren und dieses schnelle Anpassen und auch die Momente, in denen man sagt: „Wir haben eine Fehlentscheidung getroffen“ oder „Wir sind jetzt vielleicht ein bisschen zu früh abgebogen, wir müssen nochmal zurück und müssen es nochmal neu machen“, dass das deutlich eher aufgenommen wird und schnell verändert wird, ohne langatmige Debatten. Und das würde ich mir in Deutschland einfach mehr wünschen: schneller reagieren zu können. Denn je mehr Unsicherheit, desto schneller muss eigentlich auch die Anpassungsfähigkeit sein. Das heißt, da ist typisch deutsch nicht so gut. Da ist typisch deutsch nicht so gut, ja, das kann man so sagen. Wie können denn Unternehmerinnen und Unternehmer, ich sag mal, angesichts der vielen Multikrisen, die wir irgendwie so haben, strategisch sinnvoll sich wirklich aufstellen und sagen: „Ich kommuniziere mit meinen Mitarbeitenden, ich habe irgendwie einen Plan. Ich weiß vielleicht auch nicht alles, aber ich kommuniziere dann beispielsweise auch die Unsicherheit.“ Wie geht das jetzt im Jahr 2026? Also, da kann ich natürlich nicht eine Aussage für alle Unternehmen treffen, weil das ist ja immer eine Frage, wie sind die auch aufgestellt. Aber ich glaube, in den letzten sieben bis zehn Jahren haben viele Unternehmen einfach unterschiedliche Dinge gelernt. Also erst mal seit 2017 2018 lässt unsere Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands im internationalen Vergleich nach. Das war schon vor Corona. Dann kam Corona, der Ukraine-Krieg, die geopolitischen Situationen, die wir jetzt haben mit der Trump-Administration, aber mit vielen anderen autokratischen oder populistischen Regierungen. Das heißt, es sind natürlich viele mehr Faktoren, die dazukommen. Wir lernen aus der Vergangenheit. Wir lernen zum Beispiel in der Corona-Pandemie, was es bedeutet, wenn die Lieferketten zu einseitig sind, wenn die im Prinzip sozusagen in Gefahr geraten, wie sehr ein Teil einfach eine komplette Produktion stoppen kann. Und es gab immer und es gibt immer mal wieder unterschiedliche Trends, mehr zu zentralisieren, aber dann vielleicht auch wieder mehr zu diversifizieren. Das ist, glaube ich, einfach das, was notwendig ist. Und ich denke, dass in Zeiten, in denen wir momentan leben, nicht nur jetzt, nehmen wir die Wirtschaftssprache nicht nur mikroökonomisch, also sprich, was betrifft innerhalb eines Betriebes und den jeweiligen Beziehungen, sondern auch makroökonomische Faktoren eine ganz große Rolle spielen. Und das ist natürlich etwas, was viele Unternehmen erstens mal vielleicht gar nicht in-house haben an Kompetenzen. Aber dafür gibt es Verbände und Kammern, die eben dann einfach auch helfen. Und dass genau diese Entscheidungen mit einfließen müssen in das, wie man ein Unternehmen ausrichtet. Und last but not least einfach Optionen auch zu haben. Denn das ist, glaube ich, einfach mit unterschiedlichen Optionen und nicht nur einem Weg zu gehen, hat man natürlich einfach eine Variabilität. Wie mache ich das denn praktisch, makroökonomische Fakten mit einzubeziehen, wenn ich beispielsweise keinen Ökonom oder eine Ökonomin im Haus habe? Also deshalb meine ich, ja, die meisten Unternehmen haben Zugang zu Verbänden, Kammern, und es gibt auch Leute, die man einladen kann. Das Wichtige ist, glaube ich, nicht nur zuzuhören, dass es die Gefahr oder die Herausforderungen gibt, sondern sie auch tatsächlich in die eigene Business-Strategie einzubinden. Jetzt nehmen wir mal künstliche Intelligenz. Also jetzt um mal wegzukommen von den geopolitischen Themen: Künstliche Intelligenz gibt es eigentlich zwei Dinge, die jedes Unternehmen dafür braucht: Daten, eine hohe Datenqualität, Datentransparenz und natürlich dann auch Menschen. Ja, weil wenn du dir vorstellst, dass natürlich künstliche Intelligenz Automatisierung bestimmte Dinge übernimmt, dann müssen die Leute, die den Rest machen, deutlich mehr können, als sie vorher getan haben, wenn sie rein administrative Abwicklungen betrachtet haben. Aber sehr viele Unternehmen haben überhaupt keine Datenlandschaft, auf die du das überhaupt aufbauen könntest. Und deshalb sind es einfach solche Dinge zu sagen: „Ich verstehe die Komplexität. Auch wenn ich so viel zu tun habe, versuche ich das aber trotzdem jetzt reinzubinden in meine Strategie und auch in die Investitionsentscheidungen, die ich treffe und nicht zu sagen: „So schwierig ist es, so komplex. Schauen wir mal, vielleicht läuft es ja noch gut.“ Klingt aber so, wenn du es so beschreibst und so zusammenfasst, auch ich sag mal die großen Zeitläufte seit mindestens so 2017, 2018, dass du da ziemlich optimistisch bist, dass die deutsche Wirtschaft und die Unternehmerinnen und Unternehmer da grundsätzlich auf einem ganz guten Weg sind. Also man muss das immer noch mal im globalen Vergleich sehen. Wir sind immer noch eine der größten Volkswirtschaften der Welt. Aber wir verlieren. Die EU hat im Vergleich zum Beispiel zu den Vereinigten Staaten an Wettbewerbsfähigkeit verloren über die letzten Jahre, wenn wir das jetzt einfach mal so vergleichen, weil das der Vergleich vielleicht manchmal ein bisschen einfacher ist. In der EU haben wir natürlich einfach auch aufgrund der vielen Staaten zum Beispiel nicht die gleichen Kapitalmarktsituationen. Also wir haben da schon einfach noch Begrenzungen, die natürlich einfach das schwieriger machen, auch wirklich jetzt als Gesamtheit wirtschaftlich zu agieren. Aber erstens mal: Mit Pessimismus hat man noch nie Veränderungen hinbekommen, und da kriegst du auch keine Energie frei. Sondern ich glaube, dass man da – und jetzt bin ich wieder bei meinem Mut zur Zumutung – einfach auch nur zu sagen: „Wir werden nicht, wenn wir so weitermachen, weiterhin diesen Wohlstand und diese Produktivität erreichen.“ Und das hat natürlich Auswirkungen für jeden von uns, der in der Europäischen Union, der in Deutschland lebt. Sondern klar zu benennen, was auch gefordert wird, um die Dinge zu bearbeiten und dann vor allem Mut zu haben zu den strukturellen Reformen, die notwendig sind, auch zu dem Investitionsvolumen, das die derzeitige Bundesregierung eben ausgeben darf und da keine faulen Kompromisse zu machen, die politisch jetzt opportun sind oder einfacher sind, Mehrheiten zu betreffen, sondern auch genau da, wie ich das auf der Unternehmerseite gesagt habe, ehrliche Transparenz, um zu sagen: „Wir brauchen jetzt eine Investition, damit es auch dann später vorangehen kann.“ Ich mache ein einfaches Beispiel und sage: „Wir haben lange nicht in die Infrastruktur der Bahn gesteckt. Und wenn jetzt Baustellen sind, dann ist es sicherlich klar, dass man da sagt: „Ja, Mist, ich war auch schon mal zwei Stunden schneller.“ Aber auf der anderen Seite, das Problem ist, wenn man nicht kontinuierlich weiter investiert, hat, dann gibt es eben so einen Punkt, der führt dann zu einer Blockade oder zu einer Langsamung. Aber wenn man das nicht machen würde, dann hat man den Anschluss verloren. Und das sehe ich noch nicht so, dass der Künstliche Intelligenz. Das ist ein Thema, das wird noch so lange weitergehen. Da muss man jetzt auch nicht sagen: „Oh Gott, das sind jetzt nur noch die großen amerikanischen Unternehmen und wir haben überhaupt keine Mehrmöglichkeiten.“ Sondern eben zu sagen: „Das ist noch eine ganz lange Reise. Wir müssen jetzt uns deutlich mehr bemühen, da reinzukommen.“ Das sind, glaube ich, einfach die positiven Geschichten, die ich sehen würde. Und ich glaube, die viel größere, nicht so einfach zu kontrollierenden Situationen sind die geopolitischen Auswirkungen. Aber da eben nicht nur auf der mikroökonomischen Unternehmerseite, sondern eben auch makroökonomisch als Volkswirtschaft sich zu überlegen, wie diversifiziere ich eben dort auch die Frage der Partner, der Freunde oder Feinde sozusagen. Und ich glaube, da dann einfach auch noch mal klar zu sagen: „Die Zeiten ändern sich und da müssen sich eben einfach unsere Entscheidungen auch ändern.“ Ich würde mir einfach wünschen, dass Menschen den Mut aufbringen, vor allem diejenigen, die in entscheidenden Funktionen sitzen und solche Entscheidungen auch treffen können, dass sie mutig sind und dass sie nicht darüber nachdenken, wie sie ihre Macht erhalten können, sondern wie sie die besten Entscheidungen für ein Unternehmen oder für ein Land treffen können. Ich nehme auf jeden Fall auch noch mal mit die interessante Perspektive auf, ich sage mal, die Generalsanierung der Bahn, dass die zwei Stunden, die man jetzt länger braucht, langfristig vielleicht eine gute Investition sind. Alle Investitionen in die Zukunft sind gute Investitionen. Und da würde ich einfach nur sagen: Ein bisschen Geduld und ein bisschen Verständnis dafür, was manchmal das Anhalten notwendig ist, um dann in Zukunft schneller zu laufen. Vielen Dank für das Gespräch. Gerne. Janina Kugel fordert also ein bisschen Geduld und Verständnis fürs Langsamerwerden oder manchmal eben auch Anhalten, um künftig dann schneller zu sein. Spannender Gedanke und eine Erkenntnis, die ich persönlich übrigens gerade beim Lernen des Kraulens immer wieder im Schwimmbecken erlebe. Ich hoffe, die drei Gespräche mit Tatjana Kiel, Marcel Fratscher und auch Janina Kugel sind für euch genauso inspirierend gewesen wie für mich. Und vielleicht nehmt ihr ja auch sogar ein bisschen Zuversicht mit in dieses jetzt noch relativ frische neue Jahr. Solltet ihr gerade noch etwas ruhiger und vielleicht auch entspannter ins Jahr starten, dann hört doch auch gerne mal in unsere beiden Livestreams rein: den Wort- und den Musikstream. Im Musikstream gibt es zum Beispiel jeden Sonntag ab 10 Uhr detektor.fm entspannt. Und das ist aus meiner nicht ganz neutralen Sicht der wirklich beste Mix für einen entspannten und ruhigen Sonntag. Und auch sonst entdeckt ihr in unseren beiden Livestreams dauerhaft neue Musik, neben Klassikern natürlich, aber immer wieder neue Songs, neue Bands, neue Interpreten. Das kann ich euch wirklich nur wärmstens empfehlen. Die nächste Podcast-Episode erscheint dann hier planmäßig am kommenden Freitag, wie gewohnt. Und der Kalender sagt, das ist der 9. Januar 2026. In diesem Sinne, gern bis dahin. Der Brand eins Podcast: Wirtschaft anders denken. Jede Woche bei detektor.fm. Der Brand eins Podcast wird produziert vom Podcast Radio detektor.fm. Redaktion: Stefan Ziegert, Katja Stamm und Gerolf Meyer. In Zusammenarbeit mit Frank Dahlmann vom Brand eins Magazin. Moderation: Christian Bollert.