Bündnis für nachhaltige Textilien in der Kritik

Kann Nachhaltigkeit in der Politik anfangen?

16.10.2014

Beim Thema Textilherstellung denken viele zuerst an menschenunwürdige Arbeitsbedingungen. Das soll sich in Zukunft ändern. Die Bundesregierung will sich mit dem "Bündnis für nachhaltige Textilien" für eine ökologisch nachhaltige Produktion und bessere Arbeitsbedingungen engagieren.

Nach dem Einsturz einer Textilfabrik in Bangladesch im Mai 2013, bei dem mehr als 1.130 Menschen ums Leben gekommen sind, ist die Betroffenheit in den westlichen Ländern groß gewesen. Auch die Politik hat sich in der Verantwortung gesehen und das „Bündnis für nachhaltige Textilien“ ins Leben gerufen. Darin fordert der Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller die Textilindustrie auf, ökologisch nachhaltig zu produzieren und die Angestellten sozial gerecht zu entlohnen.

Faire Textilien: Unterstützung bleibt aus

Heute hat der Bundesentwicklungsminister das Bündnis in Berlin vorgestellt. Kritik kommt von den großen Textilunternehmen. Denn neben dem Bundesverband für Textil und Mode spricht sich auch der Geschäftsführerer der Arbeitgeberverbände BDA, Peter Clever, gegen das Bündnis aus. Sie sind der Meinung, das deutsche Standards nicht auf den Rest der Welt übertragen werden können. Existenzsichernde Löhne und der Verzicht auf umweltbelastende Stoffe in den Herstellerländern seien nicht umsetzbar.

Über den Sinn des Bündnisses für nachhaltige Textilien haben wir mit Sina Trinkwalder gesprochen. Sie ist Gründerin der ökosozialen Textilfirma manomama.

Sina Trinkwalder in der Produktion von "Manomama". Foto: Stefan PuchnerWenn die Wirtschaft nicht anfängt wieder Anstand, Fairness und Benehmen zu lernen, ändert sich überhaupt nichts.Sina Trinkwalder von der ökosozialen Textilfirma manomama