Warum überhaupt über Generationen sprechen?

Generation Who, Why ... What?

20.01.2016

Ob Babyboomer, Millennials oder Gen Y: der Hype um Stempel, die bestimmten Geburtsjahrgängen aufgedrückt werden, hält an. Doch hat es Hand und Fuß, solche Kategorien zu verwenden? Und wem hilft das? Eine Analyse.

Wir haben viele Bezeichnungen für sie: Generation Y, Millennials oder Generation Diva. Gemeint ist die Altersgruppe der 20- bis 35-Jährigen, die inzwischen auf dem Arbeitsmarkt angekommen ist.  Doch welche Schlüsse kann die Arbeitswelt wirklich aus deren Analysen ziehen?

„Wer bin ich und wenn ja, wie viele?“

Um sich selbst definieren zu können, muss man sich abgrenzen. Ein verständliches System bildet dafür die Generations-Unterteilung. Je nach Geburtsjahr und historisch kulturellen Ereignissen werden sich ähnelnde Personen zu einer Gruppe der Gesellschaft zusammengefasst.

Doch der Begriff „Generation“ wird seit Jahren inflationär gebraucht, heißt es. Da gibt es die Generation Golf, die Generation Praktikum und die Generation Y.  Und das alles soll nicht nur Veränderungen im Arbeitsmarkt erklären können, sondern generelle gesellschaftliche Veränderungen, die mit dem Heranwachsen bestimmter Geburtsjahrgänge einhergehen. Das Ideal: eine Art Gebrauchsanleitung, aus der zu lernen ist, was die eigene und was andere Generationen ausmacht. Doch nicht zuletzt scheint es der Arbeitswelt wichtig zu sein, Altersgruppen ausgeprägten Merkmalen benennen zu können.

„Generationalisierung“

Der Tenor: Die Generation Y muss auf die Arbeitswelt vorbereitet werden – und gleichzeitig müssen sich Arbeitgeber auf neue Arbeitnehmer einstellen. Es gibt zahlreiche Ratgeber und Studien, die herausfinden wollen, was die Generation Y verlangt und wie man sie ködern kann.

Der Begriff wird, genau wie die Kategorien „Babyboomer“ und „Generation X“, einfach in den Arbeitskatalog aufgenommen. Doch wie sehr werden solche Konzepte noch reflektiert?

Früher hat man ein bestimmtes Management-Konzept gehyped und hat gesagt, das ist jetzt die Zukunft. Jetzt heften wir sehr, sehr viele soziale Beobachtungen an diese Konzepte heran. – Marcel Schütz, Organisationsforscher an der Universität Oldenburg

Was die Generation Y auszeichnet, ist umstritten. Zugewiesene Attribute widersprechen sich. Mal sind sie überfordert, dann fordern sie wieder zu viel. Dann beschwert man sich über die Faulheit der jungen Arbeitnehmer, um sie schließlich wieder für ihre inspirierende Art zu loben. Nicht einmal die Geburtsjahrgänge sind klar abgesteckt.

Ist ein Konzept wie die „Generation Y“ letztlich zu gebrauchen? detektor.fm-Moderatorin Maj Schweigler hat mit dem Organisationsforscher Marcel Schütz über den Nutzen und den Hype um die Generation Y gesprochen.

MarcelSchützDie "Generation" ist eben nicht völlig anders. Sie fügt sich klassisch ein in die modernen Arbeitszusammenhänge. Sie tut es nur vielleicht in einer etwas anderen, dezenteren Art und Form.Marcel Schützarbeitet als Organisationsforscher an der Universität in Oldenburg 

Redaktion: Johanna Siegemund