Gute Nachrichten – UNITE: die Kreditunion kommt nach Deutschland

"Geld ist für uns nur ein Mittel zum Zweck"

21.10.2015

Banken verleihen Geld. Doch sie sind auch abstrakt, unpersönlich und interessieren sich meist mehr für Sicherheiten als für die Menschen hinter dem Kredit. Die Firma UNITE erweckt nun ein altes Modell wieder zum Leben: die Kreditunion.

Haben Sie schonmal etwas von einer Kreditunion gehört? Vermutlich nicht. Und das ist nicht verwunderlich. Denn diese Form ist in Deutschland außerordentlich selten. Bis jetzt. Christophe Guené will das ändern: und hat dafür UNITE mit gegründet.

Eine Kreditunion sammelt Geld ein, indem Mitglieder Anteile dort zeichnen. Menschen, die Geld brauchen, können daraus Kredite bekommen. Soweit die Theorie.

Kreditgenossenschaft – Ein Kreditgeber im Kiez

In der Praxis sieht das bei UNITE noch ein ganzes Stück spannender aus. Die Mitglieder für die Genossenschaft, Geldgeber wie Kreditsuchende, finden Christophe Guené und seine Mitstreiter dort, wo die Menschen ihren Alltag leben: im Kiez, in Cafés, in persönlichen Gesprächen.

Man lernt sich kennen, oft über Monate. Erst dann kommt das Thema Geld ins Spiel. Wofür das Geld gebraucht wird – ob für eine Gründung, aus einer privaten Notlage heraus oder für eine Anschaffung – spielt dabei keine Rolle.

Wie UNITE funktioniert, wer mitmachen kann und warum es so schwer war, das Prinzip „Kreditunion“ nach Deutschland zu bringen, hat detektor.fm-Moderator Thibaud Schremser mit Christophe Guené besprochen.

Christoph Guene - privatAlle, die auf sich selbst gestellt sind und die eigentlich Hilfe zur Selbsthilfe brauchen, das sind die, die wir ansprechen. Das sind also nicht nur Migranten. (...) Aber es gibt auch Afrikaner, die über Lampedusa hier angekommen sind und einen Ort brauchen, an dem sie sparen können, weil sie mit einer klassischen Bank nix anfangen können.Christophe Guenéhat vorher im Finanzsektor gearbeitet und jetzt UNITE mit gegründet. 

präsentiert die ‚Guten Nachrichten‘.

Gute Nachrichten“ werden präsentiert von der GLS Bank – der ersten sozial-ökologischen Universalbank der Welt.


„Gute Nachrichten“ – unter diesem Titel stellen wir jeden Mittwoch Projekte, Initiativen und Firmen vor, die etwas besser machen wollen. Arbeit verbessern, Wirtschaft und Moral in Einklang bringen, den Umweltschutz voranbringen, fair produzieren, nachhaltig wirtschaften oder kulturell bereichern.

Alle Folgen gibt es hier. Sie wollen die ‚Guten Nachrichten‘ jede Woche bekommen? Dann hier den Podcast abonnieren!