Forschungsquartett | 150 Jahre Periodensystem

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Das Periodensystem der Elemente feiert dieses Jahr seinen 150. Geburtstag. Aber wie wichtig ist die Tabelle überhaupt für die Naturwissenschaft und aktuelle Forschung?

Für viele im Chemieunterricht ein Alptraum, für die Forscher ein wichtiger Grundstein und Wegweiser – das Periodensystem der Elemente. Auf der Tabelle haben alle 118 Elemente einen festen Platz, vom leichten Wasserstoff bis zum schwersten Element Organesson.

Die Väter des Periodensystems

Vor der Entdeckung des Periodensystems vor 150 Jahren gab es schon einige Versuche, die damals 63 bekannten Elemente in eine geordnete Reihenfolge zu bringen. Die zündende Idee haben dann aber erst der deutsche Chemiker Lothar Meyer und der russische Chemiker Dmitri Mendelejew. Unabhängig voneinander sortieren beide die Elemente in einer Tabelle nach ihrer Atommasse. Mendelejew zu Ehren wird sogar ein eigenes Element benannt – das Mendelevium.

Die Herren Meyer und Mendelejew waren eben diejenigen, die das wirklich mal zu Ende gedacht haben, das Ganze. Sie haben versucht, die Einfachheit hinter den ganzen Dingen zu entdecken. – Martin Bertau, Institutsdirektor für Technische Chemie an der TU Bergakademie Freiberg

In den letzten 150 Jahren ist das Periodensystem nochmal ganz schön gewachsen. Alle natürlichen Elemente sind jetzt schon entdeckt. Das heißt, die neuen Elemente werden künstlich synthetisiert.

Zuwachs im Periodensystem

Ein neues Element herstellen und sogar danach benannt werden. Das hört sich ziemlich gut an. Ist aber gar nicht so einfach. Denn alle künstlichen Elemente haben eines gemeinsam: Sie sind radioaktiv. Das bedeutet, sie sind sehr instabil und zerfallen nach kurzer Zeit wieder.

Es gibt nur vier Einrichtungen auf der Welt, die diese künstlichen Elemente synthetisieren können. Eine davon liegt in Deutschland, das GSI-Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt. Hier wurden mehrere Elemente entdeckt und hergestellt. Zum Beispiel das Element Darmstadtium oder Roentgenium, benannt nach dem Entdecker der Röntgenstrahlung.

Wie sich das Periodensystem in den letzten 150 Jahren entwickelt hat und wie wichtig es für die heutige Forschung ist, darüber hat detektor.fm-Redakteurin Leora Koch mit Martin Bertau gesprochen. Er ist Institutsdirektor für Technische Chemie an der TU Bergakademie Freiberg. Von dem Gespräch berichtet sie detektor.fm-Moderatorin Lara-Lena Gödde im Forschungsquartett .

Portrait_Bertau_Martin _ ForschungsquartettAus den Lagen im Periodensystem kann man sich schon so ein bisschen ein Bild machen, wie ein Element mit welcher Wahrscheinlichkeit wozu reagiert. Und das ist eines der Grundprinzipien der Chemie.Martin Bertauforscht zu Rohstoffchemie. 

Redaktion: Leora Koch 


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