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Foto: SvedOliver / Shutterstock.com
Bild: SvedOliver | Shutterstock.com

Forschungsquartett | Hirnscans

Gedankenlesen mit Hirnscans?

Dank künstlicher Intelligenz lassen sich aus Hirnscans nicht nur Krankheiten, sondern auch persönliche Eigenschaften herauslesen. Ein Gespräch über die Bedeutung von KI für die Medizin der Zukunft.

Das Forschungsquartett — dieses Mal in Kooperation mit dem Forschungszentrum Jülich

Der gläserne Kopf

Bildgebende Verfahren, die in unsere Körper schauen können, ohne dass ein Skalpell angesetzt wird, sind keine Neuigkeit mehr. Seit Jahrzehnten gehört die Magnetresonanztomographie, kurz MRT, zur Standardausrüstung vieler Krankenhäuser. Mithilfe des MRT lassen sich auch Bilder unseres Gehirns erzeugen, auf denen Ärztinnen und Ärzte erkennen können, ob Krankheiten wie Alzheimer vorliegen.

Doch was, wenn die Suche nach Krankheiten erst der Anfang der Möglichkeiten war, die Hirnscans bieten? Hier kommt die künstliche Intelligenz ins Spiel: KI-Algorithmen sind in der Lage, in riesigen Datensätzen Muster zu erkennen, nach denen Menschen Wochen oder gar Monate suchen müssten. Und das bezieht sich eben nicht nur auf Veränderungen des Gewebes, wie sie Krankheiten hervorrufen, sondern sogar auf persönliche Eigenschaften.

Jedes Gehirn ist ein Einzelstück. Jedes Gehirn ist anders. Und natürlich sollten die Unterschiede in unseren Erfahrungen, in unserem Lebensstil, aber auch in Alter, Geschlecht, Genetik einen Einfluss darauf haben, wie sich die Gehirne unterscheiden.

Simon Eickhoff, Neurowissenschaftler und KI-Experte am Forschungszentrum Jülich

Simon Eickhoff, Neurowissenschaftler und KI-Experte am Forschungszentrum JülichFoto: Sascha Kreklau

Die Zukunft des Hirnscans

KI-Forscherinnen und -Forscher arbeiten daran, Zusammenhänge zwischen Mustern im Gehirn und der Ausprägung von individuellen Eigenschaften zu finden. Sie füttern die Software mit riesigen Datenmengen, die Software sucht dann nach Überschneidungen — zum Beispiel in Hirnscans. Das verspricht einerseits viele neue Möglichkeiten in der Medizin, sorgt aber andererseits auch für große rechtliche und ethische Bedenken.

Deshalb widmen wir uns diesem Thema im „Forschungsquartett“ zum Start in das Wissenschaftsjahr 2026, das unter dem Motto „Medizin der Zukunft“ steht. detektor.fm-Moderatorin Karolin Breitschädel spricht mit Neurowissenschaftler Prof. Simon Eickhoff vom Forschungszentrum Jülich darüber, was die KI schon heute in unseren Köpfen sehen kann — und wie lange es wohl noch dauert, bis sie sogar unsere Gedanken lesen kann. Oder ist das dann doch eher Science Fiction?

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