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Photo: Aris Messinis | AFP
Bild: Aris Messinis | AFP | Aris Messinis | AFP

Forschungsquartett | Zeppelin als Forschungsstation

Im Schwebeflug Luftschadstoffe und Klimastress untersuchen

Im August fliegt ein Zeppelin über dem Ruhrgebiet und der Eifel. Das Luftschiff soll dabei helfen, die unsichtbaren Stress-Emissionen von Bäumen und die Luftzusammensetzung unserer Städte zu entschlüsseln.

Das Forschungsquartett — dieses Mal in Kooperation mit dem Forschungszentrum Jülich

Der Atem der Stadt und das Leid der Wälder

Im August 2026 wird der Himmel über der Region Rhein-Ruhr zum Schauplatz einer außergewöhnlichen Messkampagne. Ein Zeppelin NT gleitet in 300 Metern Höhe über Ballungszentren wie Köln und Düsseldorf sowie über die Wälder der Eifel. Doch es ist kein gewöhnlicher Rundflug: An Bord befinden sich hochempfindliche Instrumente der Kampagne CC-FLUX, die den Austausch flüchtiger organischer Verbindungen (VOC) zwischen Erdboden und Atmosphäre erfassen.

Zeppelin: die ideale Forschungsplattform

Dr. Eva Pfannerstill vom Forschungszentrum Jülich leitet das Projekt ClimStress. Sie untersucht, wie Hitze, Trockenheit und Schädlinge die chemischen Abgase der Bäume verändern. Der Zeppelin ist dafür das ideale Werkzeug.

Der Zeppelin hat den Vorteil, dass er langsam und niedrig fliegen kann und sehr manövrierbar ist.

Jun.-Prof. Dr. Eva Pfannerstill, Leiterin der Nachwuchsforschungsgruppe ClimStress

Jun.-Prof. Dr. Eva Pfannerstill, Leiterin der Nachwuchsforschungsgruppe ClimStress Foto: Forschungszentrum Jülich | Sascha Kreklau
Im Vergleich zu schnellen Forschungsflugzeugen erlaubt das Luftschiff eine extrem hohe räumliche Auflösung, was für Messungen direkt über den Baumwipfeln unerlässlich ist.

Haushaltsreiniger als neue Schadstoffquelle

In den Städten rücken derweil neue Schadstoffquellen in den Fokus. Während klassische Autoabgase durch Katalysatoren stark reduziert wurden, gewinnen Haushaltschemikalien wie Farben, Reinigungsmittel und Kosmetika an Bedeutung. In den USA machen diese bereits etwa 50 Prozent der schadstoffbildenden Emissionen aus — eine Hypothese, die nun für Europa überprüft wird.

Luftqualität besser vorhersagen

Besonders kritisch ist das chemische Zusammenspiel: Treffen diese organischen Gase auf Stickoxide aus Verbrennungsprozessen, entsteht unter Sonneneinstrahlung gesundheitsschädliches bodennahes Ozon. Die Messmethode „Airborne Eddy Covariance“ erfasst dabei zehnmal pro Sekunde den vertikalen Wind und die Gaskonzentrationen, um exakt zu berechnen, was die Erdoberfläche sozusagen ausatmet. Die gewonnenen Daten sind eine entscheidende Grundlage für präzisere Luftqualitätsprognosen und ein besseres Verständnis unserer Atmosphäre in Zeiten des Klimawandels.
Der Forschungszeppelin ist vom 3. bis zum 16. August 2026 über dem Rhein-Ruhrgebiet, der Eifel und Teilen der Niederlande unterwegs. Er startet meist gegen 11 Uhr in Mülheim an der Ruhr.

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