Play
Bild: Stenko Vlad | Shutterstock.com

Spektrum-Podcast | Schlankheit

Dünn sein, ohne es zu wollen

Manche Menschen nehmen einfach nicht zu, egal wie viel sie essen. Die Forschung zeigt, dass das weniger am Lebensstil liegt, sondern oft biologisch vorprogrammiert ist.

Schlankheit wider Willen: Manche Menschen bleiben dünn, obwohl sie gerne zunehmen wollen. Sie essen und essen, doch auf der Waage tut sich quasi nichts. Man spricht auch von konstitutioneller Schlankheit. Was vielen wie ein Segen erscheinen mag, ist für Betroffene häufig mit Sorgen und Stigmatisierung verbunden.

Zudem ist die unfreiwillige Schlankheit nicht per se ein gesundheitlicher Vorteil. Betroffene können ebenso unter Mangelerscheinungen, gesellschaftlichem Druck oder medizinischen Problemen leiden wie Menschen mit Adipositas.

Schlankheit als genetische Komponente

Denn egal ob dick oder dünn, das Körpergewicht wird oft mit Disziplin oder Lebensstil erklärt. Tatsächlich spielen aber viele andere Faktoren beim Gewicht eine wichtige Rolle, insbesondere biologische Komponenten wie das Erbgut. Schlankheit kann also genetisch bedingt sein und muss nicht von Essgewohnheiten oder Sportroutine herrühren.

Ein wichtiger Faktor ist beispielsweise der Energieumsatz. Schlanke Menschen verbrauchen häufig mehr Kalorien im Alltag, ohne sich dessen bewusst zu sein. Schon kleine Unterschiede summieren sich über den Tag zu einem erheblichen Mehrverbrauch. Auch der Stoffwechsel selbst kann effizienter oder verschwenderischer arbeiten als bei anderen Menschen. Hunger- und Sättigungsgefühl können ebenfalls sehr individuell sein.

Manche Menschen scheiden einen großen Teil der Kalorien wieder aus, ohne sie verstoffwechselt zu haben.

Frank Schubert

Frank SchubertFoto: Spektrum der Wissenschaft

Auch das Gehirn und der Darm spielen eine große Rolle. Studien deuten darauf hin, dass schlanke Menschen Belohnungsreize durch Nahrung schwächer wahrnehmen. Unterschiede im Mikrobiom beeinflussen, wie effizient Nährstoffe aus der Nahrung gewonnen werden.

Entscheidend ist daher ein differenzierter Blick, sagen Forschende. Körpergewicht ist das Ergebnis komplexer biologischer Prozesse — und nur begrenzt willentlich steuerbar. Vor allem aber wurde sich wissenschaftlich noch viel zu wenig mit konstitutioneller Schlankheit befasst. Die Studienlage ist dünn. Das soll sich in den kommenden Jahren ändern.

Frank Schubert ist Biologe und Redakteur bei Spektrum der Wissenschaft. Im Gespräch mit detektor.fm-Moderator Marc Zimmer erklärt er, welche Gründe es für die konstitutionelle Schlankheit gibt und wie Betroffene damit umgehen können.

Volles Programm, (aber) null Banner-Werbung

Seit 2009 arbeiten wir bei detektor.fm an der digitalen Zukunft des Radios in Deutschland. Mit unserem Podcast-Radio wollen wir dir authentische Geschichten und hochwertige Inhalte bieten. Du möchtest unsere Themen ohne Banner entdecken? Dann melde dich einmalig an — eingeloggt bekommst du keine Banner-Werbung mehr angezeigt. Danke!

detektor.fm unterstützen

Weg mit der Banner-Werbung?

Als kostenlos zugängliches, unabhängiges Podcast-Radio brauchen wir eure Unterstützung! Die einfachste Form ist eine Anmeldung mit euer Mailadresse auf unserer Webseite. Eingeloggt blenden wir für euch die Bannerwerbung aus. Ihr helft uns schon mit der Anmeldung, das Podcast-Radio detektor.fm weiterzuentwickeln und noch besser zu werden.

Unterstützt uns, in dem ihr euch anmeldet!

Ja, ich will!

Ihr entscheidet!

Keine Lust auf Werbung und Tracking? Dann loggt euch einmalig mit eurer Mailadresse ein. Dann bekommt ihr unsere Inhalte ohne Bannerwerbung.

Einloggen