Die unglaublich große Anpassbarkeit an persönliche Bedürfnisse, glaube ich, würde ich sagen, ist einzigartig. Du hast es angesprochen, Kartenmensch, und das ist bei mir auch so. Ich habe früher ja auch meine Touren mit Papierkarten geplant. Ich habe die immer noch hier im Regal stehen, ein riesengroßer Stapel.
Ist irgendeins dieser genannten Elemente, ist irgendwas davon kommerziell? Nein, nichts davon. Ich bin gerade so motiviert wie wahrscheinlich noch nie in der ganzen Zeit, seit ich das betreibe. Wie immer ist der Spaß am Gerät. Ich finde das einfach total großartig, zu basteln und zu sehen, wie das Projekt sich entwickelt, wie es weitergeht, wie Dinge dazukommen, von denen man ein Jahr vorher noch nicht mal darüber nachgedacht hatte und so weiter.
Aber die Leute, die es einmal verstanden haben, die sich da reingekniet haben, die sich damit auseinandergesetzt haben, die wollen üblicherweise auch nichts anderes mehr benutzen. Das höre ich ganz oft. Open Railway Map finde ich sehr gut. Ja, habe ich auch. Bist du auch so einer? Ja, ja, habe ich auch.
Hier ist der Antritt der Fahrrad-Podcast auf detektor.fm mit der dritten Märzausgabe 2026. Mein Name ist Gerolf Meyer und ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber in meinem Fahrradleben haben sich bisher einige Revolutionen ereignet. Manche betreffen ganz klar das Fahrrad selbst. Für mich ist das zum Beispiel mein erster Satz Bremsschalthebel gewesen. Schwarze Shimano 105 STI neunfach.
Von solchen Hebeln, mit denen ich bremsen und schalten konnte, hatte ich bestimmt zehn Jahre geträumt, seitdem ich sie in den 90er Jahren zum ersten Mal in einem Buch aus dem Moby Dick Verlag gesehen habe. Eine andere Revolution ist ganz klar ein Tandem auf aktuellem technischen Stand mit leicht laufender und feldwegtauglicher Bereifung, einer hydraulischen Bremsanlage mit 200er Scheiben und elektronischer Schaltung für präzise Gangwechsel am extra langen Rad.
Dann fallen mir noch Klickpedale und Beleuchtung ein und als nächstes sind wir auch schon bei der Navigation. Als ich als Kind losgefahren bin zur Windmühle und zum Haltepunkt, nicht weit entfernt von unserer Wohnung, um dort Züge zu beobachten, weil das einfach ein sehr guter Grund zum Rausfahren ist, da bin ich einfach der Nase und meiner Ortskenntnis nachgefahren.
Dann habe ich gelernt, tschechische Wanderkarten zu interpretieren und zu lieben und das wiederum hat mich zum exzessiven Kartenzeichnen inspiriert. Für Radreisen sind dann Straßenkarten in verschiedenen Maßstäben dazugekommen, in die ich meine Routen eingezeichnet habe und auf denen mich besonders die kleinen weißen, sich dahin schlängelnden Signaturen gereizt haben.
Ein Fahrspaßversprechen auf Papier ohne Buchstaben, aber mit vielversprechenden Radien, oft durch schmale Täler und auf kleine Pässe und natürlich wieder hinunter. Ungefähr 2010 sind dann Navigationsgeräte in mein Blickfeld geraten und denen gegenüber bin ich zunächst erstmal skeptisch eingestellt gewesen.
Als Kartenverehrer ist es mir einfach suspekt gewesen, dass ich da nun ein zusätzliches Gerät mitführen sollte, das auch noch geladen werden wollte und ich sollte mich für den ganzen Spaß auch noch irgendwo anmelden. Mit Papierkarte und etwas Orientierungssinn habe ich immer gut navigieren können und lange Kartenabende auf dem Fußboden über ausgebreiteten Faltkarten haben im Rückblick für mich fast etwas Euphorisches.
Denn wenn ich Karten sehe, liest sich so einiges darauf für mich wie ein Versprechen. Nachdem ich irgendwann doch mal die neue Satellitennavigation ausprobiert hatte, habe ich eine interessante Feststellung gemacht. Ich bin plötzlich viel mehr auf unbekannten Strecken gefahren, denn ich musste an Kreuzungen keine Karte rausholen, nicht wieder und wieder nachschauen.
Ich konnte den Entdeckermodus auf der digitalen Karte zu Hause noch viel besser aktivieren und mir in Ruhe Wege zusammenklicken, die ich noch nie befahren hatte. Kurz gesagt, meine Kartenliebe hat neue Dimensionen angenommen und neue Entdeckungslust entfacht. OpenStreetMap, Google Maps und Gypsies haben auf ihre Art für eine weitere Revolution bei mir gesorgt.
Gypsies, das ist das Portal meiner Wahl gewesen, um meine Strecken zusammenzuklicken und zu speichern. 2019 ist das Portal in Alltrails aufgegangen. Das ist später, als ich es in Erinnerung hatte. Aber ich weiß noch genau, dass Gypsies für mich damit nicht mehr attraktiv gewesen ist.
Ich bin mir nicht mehr sicher, wie ich direkt danach weiter navigiert habe, aber ich weiß, dass ich irgendwann den Bike Router gefunden habe und seitdem dort geblieben bin. Kurz gesagt, es ist eine Webseite, auf der man sich seine Routen nach Belieben und mit sehr vielen verschiedenen individuellen Einstellungen zusammenstellen kann.
Die Möglichkeiten dabei scheinen am Anfang ein bisschen überwältigend und dadurch auch etwas verwirrend. Man kann aber auch nur mit den Basisfunktionen arbeiten. Die Route exportiert man dann auf ein Gerät und schon kann es losgehen. Was man beim Bike Router noch nie machen konnte, ist einen Account anlegen, sich mit anderen Usern vernetzen und Strecken unter diesem Account speichern.
Viele andere Funktionen des Bike Routers werden aber stetig ausgebaut und mich interessiert schon immer, wer und was dahinter steckt. Und das, liebe Freundinnen und Freunde der Maschine, finden wir jetzt gemeinsam raus. Ich wünsche euch viel Spaß mit dem folgenden Gespräch mit Markus Jaschen, dem Menschen hinter dem Bike Router.
Antritt, der Fahrrad-Podcast von detektor.fm. Wenn wir sportlich Fahrrad fahren, gehört es für die meisten von uns seit vielen Jahren dazu, am Lenker ist ein Navigationsgerät montiert und das zeigt uns, wo es lang geht. Wir fahren entweder auf Strecken, die andere mal geplant haben. Vielleicht hat auch ein Programm unseren Weg von A nach B über C berechnet.
Doch in vielen Fällen erstellen sich Menschen auf Rädern ihre Routen auch selbst, mit digitaler Hilfe, natürlich. Dafür gibt es verschiedene Optionen und Anbieter, und die unterscheiden sich teilweise deutlich voneinander. So gibt es einerseits kommerzielle Plattformen, bei denen auch mal die Eigentümer und damit die grundlegende Gestaltung des Angebots wechseln können.
Und es gibt freinutzbare Angebote, die von Privatpersonen zur Verfügung gestellt werden, ohne Zahlungsverpflichtung. Eines dieser Angebote ist der Bike Router, den man unter bikerouter.de erreicht und dessen Funktionen immer weiter ausgebaut werden. Ich kann mit dem Menschen sprechen, der dahinter steckt.
Markus Jaschen betreibt den Bike Router neben seinem Hauptjob und ich möchte wissen, was der Bike Router eigentlich genau ist, worum es Markus dabei geht und natürlich auch ein bisschen, warum er das alles macht. Ich freue mich auf das Gespräch und sage Hallo nach südlich von Berlin.
Hallo Markus. Hallo Gerolf. Willkommen im Antritt. Markus, wenn dich jemand fragt, der oder die überhaupt keine Ahnung vom Thema hat, was der Bike Router eigentlich ist, was sagst du? Ich sage, Bike Router ist ein Programm, das es erlaubt, eine Route zwischen zwei oder mehreren Punkten zu erstellen.
Und die Route kann, wie der Name es sagt, auf dem Fahrrad zurückgelegt werden, kann aber auch zum Beispiel zu Fuß, per Eisenbahn, per Boot oder auch meinetwegen per Auto zurückgelegt werden. Und was würdest du sagen, ist die wichtigste Funktion dabei oder das wichtigste Kriterium, was den Bike Router vielleicht unterscheidet von anderen? Was ist dir am wichtigsten dabei?
Die unglaublich große Anpassbarkeit an persönliche Bedürfnisse, glaube ich, würde ich sagen, ist einzigartig. Wenn ich es vielleicht kurz erläutern kann, du hattest die angesprochen, die kommerziellen Routenplaner, davon gibt es ja echt unzählig viele und die haben alle das Problem, in Anführungsstrichen, das Problem, dass die Routen, die da rauskommen, wenig flexibel sind.
Das hat technische Gründe. Ich glaube, da können wir jetzt gar nicht so sehr ins Detail gehen, aber man kann nicht einfach dem Routenplaner sagen, ich möchte gerne vielleicht ein bisschen weniger Hauptstraßen, ein bisschen mehr auf Radwegen fahren, aber Feldwege oder Waldwege sind auch okay. Da hören die alle komplett auf.
Das geht dort nicht, aber das ist im Bike Router zum Beispiel überhaupt gar kein Problem. Also bei dieser tiefen Anpassbarkeit würde ich dir zustimmen, sowohl aus eigener Erfahrung als auch aus der Erfahrung von ein paar Menschen, die ich gefragt habe vor diesem Gespräch, die so verschieden nahe diesem Programm sind, also von den Heavy Usern bis zu denen, die so mal reingeschaut haben.
Wie kommt man da drauf zu sagen, ich baue so ein Tool, das tiefer anpassbar ist, detaillierter gestaltbar als kommerzielle Anbieter? Was treibt dich dazu? Das ist eine ganz gute Frage und bevor ich die beantworte, muss ich natürlich dazu sagen, was ich immer als allererstes sage, wenn es um Bike Router geht.
Das Programm an sich und der Routenplaner und die Engine, die die Routen berechnet, vieles davon ist gar nicht von mir, sondern das sind Open Source Komponenten, die am Ende nur zusammengesteckt werden und dann um eigene Software erweitert werden. Die Routing Engine heißt BRouter.
Das ist ein Open Source Projekt von Arndt Brennschütte. Der hat das, ich glaube, in den frühen 2010er Jahren entwickelt. Und diese Engine erlaubt eben diese Routenplanung mit dieser unglaublichen Anpassbarkeit, was ich glaube, heutzutage kein anderes Programm kann.
Und der Bike Router, das, was man im Webbrowser sieht, ist auch nur eine Weiterentwicklung eines anderen Open Source Projekts. Das heißt BRouter Web. Das ist von Norbert Renner. Der hat das 2014 entwickelt. Und das ist auch das Jahr, in dem ich das erste Mal drauf gestoßen bin und von Anfang an komplett fasziniert war von dieser Software.
Und da kam dann eins zum anderen. Und ich habe dann irgendwann gesagt, ich möchte selbst diese Software einsetzen. Ich möchte die selbst hosten auf meinem Rechner und vielleicht auch anpassen an meine Bedürfnisse. Ich möchte mir eigene Routing-Profile erstellen für die Strecken, die ich gerne fahre und so weiter.
Und es kam dann eine Sache zur anderen und ich habe dann angefangen, Funktionen einzubauen, die mir wichtig waren. Das ist auch immer das, was ich den Leuten immer sage: Im Endeffekt ist das ein Programm für mich. Ich freue mich wirklich über jede Person, die das nutzt, aber ich baue mir das Ding so, wie mir das gefällt und wie ich es gern hätte.
Und das ist bis heute tatsächlich so geblieben. Und es scheint aber doch viele Leute zu geben, die das auch so gut finden. Ich sehe das ja an den Nutzungszahlen, die ich ungefähr habe. Und ja, das motiviert mich. Ja, ich würde sagen, dass mit den Funktionen das auch ein bisschen eskaliert.
Also es ist halt wirklich sehr tief. Und interessant, dass du das gleich ansprichst oder gut, dass du es gleich ansprichst. Nach dieser Beziehung Bike Router, BRouter, OpenStreetMap wollte ich dich sowieso fragen. Jetzt hast du tiefe Fachsprache verwendet. Du hast gesagt, die Routing Engine. Was ist eine Routing Engine?
Eine Routing Engine ist ein Programm, dem man im Endeffekt nur zwei Punkte gibt, nämlich einen Startpunkt und einen Zielpunkt. Und die Aufgabe der Engine ist, einen möglichst optimalen Weg zwischen beiden Punkten zu finden. Und die zugrunde liegende Datenbasis ist tatsächlich die Datenbank von OpenStreetMap.
Da sind ja gerade in Mitteleuropa oder im westlichen Mitteleuropa mit einer unglaublichen Detailliertheit Wege und ja auch Flächen, Punkte, POIs. Es sind so viele Sachen drin verzeichnet und das kann man sich alles zunutze machen. Genau. Und zusammen mit einem Routing-Profil, das wäre der nächste Fachbegriff, kann man dann sagen, wie der Weg gefunden werden soll.
Möchte ich eher Waldwege fahren? Möchte ich eher asphaltierte Fahrradwege fahren? Möchte ich vielleicht einen guten Weg durch die Stadt finden? Möchte ich dicht am Wasser fahren? Möchte ich Städte meiden? Habe ich gerne Wald? Solche Sachen kann man dann damit machen.
Ja, okay. Ich versuche es mal in noch simpleren Worten zusammenzufassen. Und du kannst mir sagen, ob ich es so ungefähr getroffen habe. Also ich habe diese Datenbasis von OpenStreetMap. Also ich habe eine Fläche und auf dieser Fläche gibt es verschiedene Elemente und denen sind Eigenschaften zugeordnet.
Also da ist ein Feldweg, da ist eine Kopfsteinpflasterstraße, da ist ein Feld, ein Haus, dies, das. So, das ist die Datengrundlage. Dann habe ich dieses Profil, hast du, glaube ich, gesagt, das Routing-Profil. Das ist quasi, ich sage, ich möchte es gern mit meinem Rennrad fahren.
Das hat noch 23 Millimeter Reifen und da gibt es vielleicht eine Übersetzung dafür, was das dann bedeutet. Und ist das, was dann letzten Endes mir diesen Weg rausfindet und mir sagt, du fährst hier nach links, dort dann halb rechts und dort in Richtung Nordwesten. Ist das dann die Engine, die genau das rausfindet? Exakt, genau richtig, ja. Super, ich habe es verstanden.
Du hast es gut erklärt. Wenn ich diese ganzen, diese verschiedenen Sachen, die du jetzt genannt hast, wenn ich die zusammenfasse, also es gibt den Bike Router, es gibt den BRouter, OpenStreetMap. Ist irgendeins dieser genannten Elemente, ist irgendwas davon kommerziell? Nein, nichts davon.
Krass, oder? Also das ist ja OpenStreetMap. Ich weiß nicht, wie vielen Menschen das bewusst ist oder wer es wie benutzt. Ich benutze es auch oft. Ich benutze es oft auch im Bike Router. Ist doch letztlich eine Karte, an der wahnsinnig viele Menschen mitarbeiten und die präzisieren, oder? Ja, also ich vergleiche das sehr gern mit der Wikipedia.
Beide Projekte sind auch ungefähr zur gleichen Zeit entstanden. Ich glaube, OpenStreetMap ist von, ich würde sagen, auch 2004 oder 2006. Bin mir nicht ganz sicher. Wikipedia ist auch Anfang der 2000er entstanden und beide Projekte haben es gleich, dass jeder und jede dort mitmachen kann.
Und bei dem einen eben Artikel schreiben, bei dem anderen eben die Landkarte der Welt verbessern. Ja, und täuscht mein Eindruck, den ich habe, dass sich auch viele kommerzielle Anbieter dort bedienen? Vielleicht nicht nur, weil es wahrscheinlich kostenlos ist, sondern auch, weil es wahrscheinlich gut ist.
Ich würde sagen, so ziemlich jeder Anbieter von guten Planungssoftwaren nutzt OpenStreetMap. Also alle, die mir bekannt sind, machen das. Einzige Ausnahme ist vielleicht Google oder Apple. Microsoft, das sind die, die eigene Datenbanken haben. Die nutzen aber auch tatsächlich OpenStreetMap-Daten.
Kann man immer schön sehen, wo bestimmte Wege eingezeichnet sind, die man selbst in OpenStreetMap hinterlegt hat und die tauchen dann irgendwann auch dort auf. Und das ist dann sozusagen der Nachweis, dass die sich auch daran bedienen an den Daten. Ja, du hast gesagt, du siehst es an den Zahlen bei dir.
Wie viele Menschen nutzen das Angebot, das du hast mit dem Bike Router? Kann ich schwer sagen, weil ich tatsächlich nicht so Statistiken erfasse, wie andere Webseiten das machen. Das interessiert mich auch auf dem Detaillevel nicht. Ich gucke halt einfach, was der Server an Anfragen beantwortet und wie sich das im Verlauf der Zeit ändert.
Und das wird mehr. Wir haben jetzt gerade März und im Vergleich zum letzten März sind es jetzt 50 Prozent mehr Anfragen, die ich beantworte mit dem Server. Und so ungefähr, ich kann es halt nur wirklich ganz grob abschätzen, aber ich denke, wir sind jetzt doch Richtung 1,5 Millionen Visits im Jahr.
Das ist, wenn man es durch 365 teilt, jetzt nicht so viel pro Tag. Aber das sind schon wirklich alles Leute, die das intensiv nutzen. Ich glaube, es ist eine nicht sehr große, aber eine sehr treue Community, die Bike Router nutzt. Hat verschiedene Ursachen, denke ich mal, warum es nicht so viele sind, warum es jetzt nicht das Massenprodukt ist.
Also die Komplexität schreckt, glaube ich, viele Leute ab. Aber die Leute, die es einmal verstanden haben, die sich da reingekniet haben, die sich damit auseinandergesetzt haben, die wollen üblicherweise auch nichts anderes mehr benutzen. Das höre ich ganz oft.
Also ich kann das der Transparenz halber gleich sagen, das ist bei mir auch so. Also ich habe gestern auch mit einem Freund noch telefoniert, mit dem ich viel Rad fahre und der sagte, ja, okay, früher gab es Gypsies und das war, ich weiß nicht, wann wurden Gypsies eingestellt? Vor 15 Jahren? Ja, es kommt in 10, 15 Jahren, würde ich auch denken.
Und dann war irgendwie so ein bisschen wie so ein Loch da, hat man so ein bisschen geguckt, wie mache ich das jetzt? Und dann gibt es Bike Router und ja, mein Eindruck ist auch, wenn du sagst, es hat sich seit letztem Jahr, hast du, glaube ich, gesagt, hast du 50 Prozent mehr Zugriffe oder mehr Anfragen, wie du es gesagt hast.
Ja, mein Eindruck ist auch, dass sich die Funktionen auch gerade sehr, also da kommt immer mehr dazu. Eine ganz simple, deswegen vielleicht schwierige Frage: Wie baut man so etwas? Wie macht man das? Die kann ich direkt weitergeben an Brennschütte und Norbert Renner, die die ursprüngliche Software entwickelt haben.
Nein, wie macht man das? Man setzt sich einfach hin und das ist dieses klassische Spaß am Gerät. Also ich will Dinge verstehen, ich will mir Dinge bauen, die für mich einen Nutzen haben. Und da kommt es dann vielleicht auch noch gelegen, dass man beruflich sowieso mit Web-Anwendungen zu tun hat und auch ein bisschen Ahnung hat von Serveradministration und so weiter.
Und dann hat man eigentlich schon alles, was man benötigt, um hier produktiv zu werden. Und die Hauptsache oder der Haupttreiber ist der Spaß am Gerät bei mir. Spaß am Gerät finde ich eine gute Formulierung. Beruflich, da kommen wir später noch drauf, was du eigentlich noch machst oder was du hauptberuflich machst.
Jetzt haben wir schon im Vorgespräch festgestellt und es ist natürlich völlig klar, wir können jetzt hier nicht detailliert über alle möglichen Funktionen sprechen, die der Bike Router hat, weil wir Leute haben, die uns hier zuhören. Vielleicht gibt es manche davon, die haben den Bike Router gerade irgendwie offen in einem Browserfenster oder so.
Aber viele werden es nicht haben. Ich möchte trotzdem mit dir mal so ein paar Basis-Funktionalitäten, so ein paar Basis-Features ansprechen, damit man das besser versteht, wenn man zuhört. Was würdest du sagen, sind die wichtigsten Features, die der Bike Router hat?
Die wichtigsten Features? Also das eine hatten wir schon kurz angesprochen. Das ist die Anpassbarkeit durch verschiedene Routing-Profile. Und das geht darüber hinaus, was andere Anbieter haben. Da gibt es dann meistens, ich möchte Rennrad fahren, ich möchte Mountainbike fahren, ich möchte vielleicht Gravel.
Das gibt es seit ein, zwei Jahren bei den meisten oder ich habe ein Trekkingrad. Und dann hört das meistens schon auf. Da hat Bike Router deutlich mehr. Ich hatte es vorhin auch schon kurz erwähnt. Man kann auch sich eine Route auf Flüssen und so was, also per Boot planen lassen. So was geht alles.
Also die Auswahl ist riesig groß. Und wenn das nicht reicht, kann man sich diese Profile selbst anpassen. Da gibt es einen Editor dafür, der ist direkt in Bike Router integriert. Und wenn man ein bisschen verstanden hat, wie diese Profile funktionieren, kann man sich die selbst so ähnlich wie programmieren, kann man sich die anpassen.
Nur für Leute, die es jetzt wirklich gerade offen haben vor sich. Das ist also, wenn ich es im normalen Browserfenster aufhabe, ist das, wo jetzt bei mir eingestellt ist, Rennrad weniger Verkehr. Also da links oben diese Auswahl, dort könnte ich jetzt auch Velomobil nehmen oder Tracking Hilly Paths oder sowas. Das sind die Profile, richtig? Richtig, genau.
Okay, cool. Auf dem Mobilgerät gibt es dieses klassische Hamburger Menü. Das sind diese drei horizontalen Streifen oben links. Da kann man draufklicken und da sind die beliebtesten Profile auch direkt als Buttons auswählbar. Ja, okay. Soll ich zur zweiten Sache kommen, die es außergewöhnlich macht? Genau.
Ich habe vorhin überlegt mit dem Routing. Also wir können sagen, wir wollen von Punkt A nach Punkt B. Wir haben also unsere Kartengrundlage. Auch die können wir auswählen. So, jetzt haben wir gesagt, ich will von Potsdam nach Cottbus fahren. Ich habe mir jetzt da Rennrad weniger Verkehr eingestellt. Das habe ich gemacht.
So, das Profil habe ich ausgewählt. Was ist die nächste Funktionalität, von der du sagst, die ist zu nennen? Die nächste Funktionalität, die hätte ich vielleicht schon eine Stufe vorher nehmen können. Und zwar die angezeigten Karten. Man plant ja auf einer Karte. Man hat die Route dann visuell immer im Blick.
Und standardmäßig wird wahrscheinlich eine OpenStreetMap-Karte, also diesen Standard-Style von OpenStreetMap, sichtbar sein. Man kann jetzt auch beliebig andere Karten dort einstellen. Einige haben wir in BikeRouter direkt hinterlegt. Man kann sich da aber auch eigene Karten hinzufügen.
Ist wieder ein wirklich ein Nerd-Feature. Das machen, denke ich mal, die wenigsten. Aber die, die es machen, die wissen, warum sie es machen und die wollen das nicht mehr missen, diese Funktionen. Ich selbst übrigens auch nicht. Da gibt es in der Seitenleiste rechts so ein Ebenensymbol.
Das sind drei so Quadrate übereinander. Da klickt man drauf und kann sich verschiedene Grundkarten auswählen. Und über die Grundkarten drüber lassen sich dann auch noch sogenannte Overlays oder Überlagerungsebenen einblenden. Das sind zum Beispiel Dinge wie ein Gravel-Overlay, welches für Gravel geeignete Wege anzeigt.
Oder Radfahr- oder Wanderrouten kann man sich anzeigen lassen. Ich weiß gar nicht, was noch alles möglich ist. Die OpenCamping Map kann man sich anzeigen lassen. Das ist auch aus OpenStreetMap heraus eine Karte, die sich auf Campingplätze spezialisiert.
Da sind dann Icons und da kann man draufklicken und sieht Informationen zu Campingplätzen, die auf der Route liegen, zum Beispiel. Und da gibt es unzählige weitere Überlagerungsebenen, die da möglich sind. Was ich da an der Stelle sehr praktisch finde, sind auch noch Shelter, Wilderness Hut habe ich bei mir noch.
Ich finde auch, ich weiß jetzt gerade nicht, wie es heißt, diese Wasserquellen. Ich weiß nicht, ob es jetzt Fountains heißt oder wie auch immer. Also das kann man sich auch anzeigen lassen. Genau. Und Open Railway Map finde ich sehr gut. Ja, habe ich auch. Ja, bist du auch so einer? Ja, ja, ja, habe ich auch drin.
Ich habe auch zum Beispiel Tankstellen, habe ich mir immer angezeigt. Zum Beispiel meine Feiertagstouren, dass ich irgendwie unterwegs Verpflegung bekomme. Sind Tankstellen immer super geeignet. Kann man sich direkt anzeigen lassen auf der Karte und ist auch anklickbar. Man sieht dann zum Beispiel die Öffnungszeiten, also ob es sich lohnt, da ranzufahren an einem Feiertag oder nicht.
Okay, cool. Ganz beliebt. Das eine Sache muss ich unbedingt noch pluggen. Ist jetzt auch gar nicht so lange drin, aber es gibt eine super hoch aufgelöste Höhenschummerung, die über die Karte sozusagen halbtransparent rübergelegt wird. Und vielleicht jetzt nicht zwischen Potsdam und Cottbus, aber wenn man in die etwas bergigeren Regionen schaut, sieht man eben so ein 3D-Höhenschummerungsprofil über die Karte drübergelegt und hat ja quasi eine 3D-Ansicht der Landschaft.
Und das ist wirklich unfassbar hoch aufgelöst. Das muss man sich aber angucken. Das ist schwer zu beschreiben. Also was man da alles erkennt, das ist wirklich der absolute Wahnsinn. Ja, und auch das kann man über so einen Schieber, über so einen Schieberegler, kann man das auch ein bisschen runterblenden.
Weil ich hatte es so im Hochgebirge, wenn man das anhat, das wirkt teilweise, ist es mir schon zu kräftig. Aber es ist ja super, dass man das so hat. Genau, das kann man einstellen. Ich habe es tatsächlich auch, wie du sagst, in den Alpen oder so, da muss man es ein bisschen runterregeln, weil dort einfach auch die Berge sehr hoch sind, die Gradienten sehr steil sind und das wird dann halt so dargestellt.
Ja, okay, dann haben wir das. Also jetzt haben wir uns noch ausgesucht, dass wir die Tankstellen, dann die Zugstrecken, also die Eisenbahnstrecken und was wollen wir noch? Die Shelter wollen wir auch sehen. Okay, sind wir schon weiter mit unserer Route zwischen Potsdam und Cottbus.
Stimmt, schlechtes Beispiel, weil Höhenmeter sind rar, aber egal, wir ziehen das durch. Ich habe hier 189, aber per Gravel. Ja, ich habe 67. Du fährst ja auch Rennrad. Das dritte Feature ist vielleicht die Routenanalyse-Funktion.
Da gibt es also, es ist nicht eine Funktion, es gibt mehrere Funktionen, mit denen man die geplanten Routen dann analysieren kann. Das bekannteste, was man auch überall sonst findet, ist so ein Höhenprofil, das am unteren Seitenrand dargestellt wird.
. Da kann man eben einfach den Höhenschnitt der Route angucken und kann dort auch mit der Maus drüberfahren und sieht dann halt Steigungen und Höhenangaben. Da arbeite ich gerade an einer neuen Version und ich weiß nicht, wann diese Episode hier veröffentlicht wird, aber vielleicht gibt es dann schon eine öffentliche Testversion zum Ausprobieren. Das wird wirklich viel, viel besser.
Was heißt besser? Man hat viel mehr Möglichkeiten. Es gibt nicht nur eine Anzeige, die die Steigung anzeigt, sondern man kann sich auch direkt die Wegearten anzeigen lassen. Also ist dieser Anstieg jetzt befestigt oder ist er unbefestigt? Genauso kann man sich die Ebenheiten der Wege anzeigen lassen. Es gibt halt einfach so, es gibt sehr glatte Wege, es gibt sehr unebene Wege. Das kann man dort farbcodiert darstellen.
Was kann man sich noch darstellen? Das waren einige andere Sachen. Ich habe es gerade gar nicht alles im Kopf, aber es gibt fünf oder sechs Modi, die man da durchschalten kann. Wir lassen uns überraschen. Das klingt gut. Und auch einige andere Probleme, die das aktuelle Höhenprofil hat, sind dann sozusagen ausgemerzt.
Neben dem Höhenprofil kann man sich aber auch die Beschaffenheiten direkt auf der Strecke in statistischer Auswertung anzeigen. Also wie viel Anteil haben Asphaltstraßen? Wie viel Anteil sind zum Beispiel Bundesstraßen? Die will man ja unter Umständen meiden, wenn man mit dem Rennrad fährt, weil der Verkehr da eben doch sehr viel und vielleicht auch aggressiv ist. Kann man sich das anzeigen lassen? Also wie viele Kilometer meiner Strecke sind auf Bundesstraßen? Und die dann vielleicht auch direkt umplanen an der Stelle, weil das immer direkt auch hervorgehoben wird auf der Karte aus dieser Statistiktabelle heraus.
Und wenn man dann das Stück sieht, dann fügt man einfach einen neuen Wegpunkt und vielleicht ein Stück abseits dieser Straße ein und dann wird das sofort neu berechnet. Und neben der Art des Weges und der Oberflächenbeschaffenheit kann man sich auch Dinge wie die zugelassene Höchstgeschwindigkeit anschauen. Auch ganz praktisch, wenn man sagt, man möchte nicht auf Straßen fahren, wo einfach 100 Kilometer pro Stunde zugelassen sind, weil Autos neigen dazu, das dann auch auszunutzen.
Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber ich versuche sowas zu meiden. Ja, und mir fällt da gleich noch das nächste ein, was man vielleicht noch dazu sagen kann. Was ich auch super finde, ist also ich nutze den Bike Router, so dass ich nicht einfach sage, in Potsdam geht es los, in Cottbus geht es weiter, sondern ich mache es relativ kleinteilig. Also ich kann immer irgendwie auf die Route klicken und mir dann einen neuen Wegpunkt irgendwo hinziehen und das ganz feinklietrig auch gestalten.
Das finde ich ist auch noch ein ziemlich gutes Feature. Letztlich, unterm Strich, fühle ich mich nicht so ausgeliefert, dass mir irgendwie irgendwas vorgeschlagen wird und ich fahre das nach. Dazu bin ich zu sehr, selbst, weiß ich nicht, Kartenlandschaftsmensch, als dass ich mir das vorschreiben lassen möchte. Ja, geht mir tatsächlich 100 Prozent genauso. Du hast es angesprochen, Kartenmensch, und das ist bei mir auch so.
Ich habe früher ja auch meine Touren mit Papierkarten geplant. Ich habe die immer noch hier im Regal zu stehen, riesengroßer Stapel. Und da hat man sich ja auch sozusagen von einem Punkt zum nächsten gehangelt. Und so mache ich es tatsächlich mit Bike Router auch. Es ist aber immer wieder auch schön zu sehen, wenn man denn mal sich so eine Route zusammengeklickt hat. Wirklich jetzt auch dieser Potsdam-Cottbus, so ein schönes Beispiel.
Man klickt die sich so, wie man sie fahren würde, nach Landkarte. Und dann lässt man sich diese Strecke nochmal berechnen mit dem entsprechenden Routing-Profil. Also zum Beispiel Rennrad mit sehr wenig Verkehr. Und sieht dann, dass die fast übereinander liegen, die Routen. Dann wird klar, wie gut dieses B Router, diese Engine eigentlich funktioniert und wie gut diese Routing-Profile sind.
Das fasziniert mich immer wieder, also wie dicht diese Routing-Profile an meinen persönlichen Vorstellungen sind. Ja, und es ist ja auch wirklich eine sehr große Auswahl. Also auch da ist es fast schon unübersichtlich inzwischen, was da alles an Profilen gibt. Ja, leider. Aber man kann sich da ja reinfuchsen.
Für die Leute, die jetzt gerade so noch dabei sind und so denken, okay, für mehr müsste ich es jetzt vor mir haben. Uns haben nicht alle vor sich. Bisher haben wir das nur am Bildschirm gemacht. Wie kriege ich das denn jetzt irgendwie raus, runter, irgendwie so, dass das auf meinem Gerät ist? Ja, normalerweise würde man sagen, synchronisiere das mit Wahoo oder Garmin oder was immer man einsetzt.
Die Philosophie hinter der Bike Router verbietet das aber so ein bisschen, weil ich sage, ich möchte keine Benutzeraccounts haben. Ich möchte nicht mit Diensten dritter Anbieter verbunden sein, sondern es soll alles möglichst datenschutzfreundlich funktionieren. Das heißt, ich kann nicht einfach zu Garmin irgendwann senden. Das läuft so, dass man sich die geplante Strecke dann einfach als GPX-Datei runterlädt. Das ist dieses Standardformat.
Und das kann man dann in die Website zum Beispiel bei Garmin oder bei Wahoo oder wo auch immer reinladen. Und dann wird es ja automatisch auf das Gerät gesynkt. Das ist eine extra Stufe, die man da erklimmen muss. Aber ich denke, der Vorteil auf Datenschutzseite rechtfertigt das einfach.
Sehr interessant, dass du das ansprichst, weil das wäre hier auch mein nächster Punkt gewesen. Vorher will ich noch sagen, wer noch tiefer in die Funktionen einsteigen will. Es gibt ein Video, in dem du mit Thomas Paz über die Funktionsweise und die einzelnen Funktionen sprichst. Das ist vor drei Jahren entstanden, ist auf YouTube, ist eine Stunde 38 Minuten lang. Ich verlinke das. Es sind vermutlich seitdem noch viele Funktionen hinzugekommen.
Es gibt auch ein Forum bei MTV News oder es gibt einen Thread dazu, wo sich Leute austauschen. Genau. Oder du wolltest gerade was sagen? Nein, zu dem Video vielleicht noch. Das ist sehr lang und das ist aber, wie du schon sagtest, schon ein paar Jahre alt. Und ich plane mit Thomas auch eine neue Auflage, die dann alle Funktionen behandelt, die seitdem sich geändert oder neu hinzugekommen sind.
Das ist eine Menge. Das ist wirklich eine Menge. Und es wird wahrscheinlich nochmal so ein Klopper werden, wenn wir da alles unterbringen wollen. Das Forum-Thema, was du angesprochen hast, das ist auch die Anlaufstelle für Leute, die Fragen haben, Vorschläge und so weiter.
Okay, jetzt hast du es eben schon erwähnt, dass du da gewisse Vorstellungen, zum Beispiel im Bereich Datenschutz hast. Und ich wollte dich das sowieso fragen, weil ein großer Unterschied zu anderen Angeboten ist, dass ich also bei dir weder einen Account erstellen kann, so wie ich das zum Beispiel bei Gypsies hatte, wie ich das bei Komoot habe, bei irgendwelchen anderen Anbietern. Also die Möglichkeit gibt es gar nicht. Und ich kann die Routen auch nicht online speichern, jedenfalls nicht so klassisch, wie man das kennt.
Du sagst, Datenschutz ist dir da wichtig. Kannst du das ein bisschen ausbauen? Warum ist es für dich besser, das so zu machen? Also es ist nicht ganz richtig, dass man keine Routen speichern kann. Das ist aber richtig, wie du gesagt hast, dass man es nicht in der klassischen Form machen kann. Es gibt tatsächlich eine Möglichkeit, sich einen Kodelink zu einer Route zu erstellen und den dann irgendwie weiterzugeben oder sich wegzuspeichern.
Gehen wir vielleicht noch einen Schritt zurück. Das Speichern von Routen ist natürlich möglich, aber eben nicht auf irgendeinem Server von mir, sondern die aktuelle Routenplanung wird immer in der Adresszeile im Browser gespiegelt. Das heißt, ich kann jederzeit reingehen und mir diesen Link rauskopieren, mir den irgendwo hinpacken und zu einem beliebigen späteren Zeitpunkt wieder aufrufen. Dann habe ich meine Routenplanung wieder da. Das ist, glaube ich, ein ganz nettes Feature. Muss man aber wissen. Wissen viele Leute nicht und sagen, das geht ja gar nicht. Wie kannst du nur?
Das ist das eine. Was den Datenschutz angeht, ich möchte oder ich mache das beruflich, dass ich mit Daten zu tun habe, mit persönlichen Daten von Benutzern und so weiter. Und das ist eine gewisse Verantwortung, die man da hat. Weil so eine E-Mail gilt halt schon als persönliches Datum nach DSGVO. Und wenn ich die speichere, da hängt so viel hinten dran an rechtlichen Dingen, die ich beachten muss. Da tue ich mich so ein bisschen schwer mit.
Und weil ich betreibe das tatsächlich ja als Hobby nebenbei, neben meiner eigentlichen Arbeitszeit, und möchte eigentlich die Zeit nutzen, um das Projekt zu verbessern und mich nicht mit rechtlichen Sachen auseinanderzusetzen. Deswegen versuche ich, das so gering wie möglich zu halten. Eben solche Sachen wie Benutzeraccounts zu speichern. Ich habe nichtsdestotrotz Ideen, was man da machen kann, wie man sowas vielleicht auch sehr datenschutzfreundlich umsetzen kann. Also einfach eine Online-Speicherung der eigenen Routen und so. Aber das ist noch nicht spruchreif und da gibt es auch noch keinen Code für. Und da bin ich immer noch in der Überlegungsphase.
Kann aber gut sein, dass es das irgendwann gibt. Okay, also dir geht es nicht nur um die Konformität zu den rechtlichen Vorgaben, die du qua Beruf auch schon sehr ernst nimmst, sondern eben auch darum, okay, das ist ein Hobby oder vielleicht auch mehr als ein Hobby, aber du machst es nebenbei. Das wäre auch ein großer Aufwand für dich, das vorzuhalten.
Ja, ich muss wirklich schauen auf mein Zeitkontingent, was ich dafür habe. Ich habe echt so viele andere Hobbys und ich will nicht, dass andere Sachen darunter leiden. Und da gucke ich mir natürlich schon ganz genau an, wo ich Zeit investiere. Dann lass uns doch mal kurz darüber sprechen, was das kostet für dich, und zwar in Zeit und in Geld.
Ich mache einmal im Jahr in meinem Blog gibt es so einen Rückblick auf das Jahr bei BikeRouter. Jetzt 2025 habe ich die dritte Ausgabe dazu geschrieben. Da gucke ich auch immer so ein bisschen auf die Zugriffszahlen, soweit ich sie habe. Hatte ich ja vorhin schon gesagt, so ganz genau tracke ich das alles nicht. Und da gucke ich dann auch immer zurück, wie es finanziell aussah. Denn es gibt seit, ich glaube, zwei oder drei Jahren oben so einen Spendenbutton bei BikeRouter, wo Leute sozusagen zum Betrieb beitragen können durch finanzielle Unterstützung.
Denn wie das immer so ist, über die Jahre, wenn das Projekt wächst, und ich hatte es ja vorhin gesagt, 50 Prozent von Jahr zu Jahr, dann brauche ich mehr Hardware dafür, um die Routen zu berechnen. Das ist im Endeffekt die Hardware, die ich anbieten muss dafür. Mehr Kosten habe ich ja tatsächlich nicht. Und ich freue mich darüber, dass Leute das so gut finden, dass sie bereit sind, einfach hier und da mal ein paar Euro einzuwerfen. Das ist ganz großartig, denn das hilft mir eben, die Sache für mich selbst kostenneutral zu betreiben.
Jetzt kommen wir auch wieder zurück zu dem, was ich ganz anfangs gesagt habe, dass ich das im Endeffekt für mich baue. Das ist mein Projekt. Ich mache das so nach meinen Vorstellungen. Ich freue mich über alle Leute, die meine Vorstellungen da so ein bisschen teilen und da auch einen Mehrwert sehen. Aber wenn ich es tatsächlich nur für mich selbst betreiben würde, bräuchte ich keine großen Server und müsste nicht das Geld dafür ausgeben, weil die Hardwareanforderungen wären viel geringer für jemanden, der einmal am Tag irgendwo was plant, als für ein paar Tausend Leute, die das jeden Tag machen.
Aktuell zahle ich so ungefähr 250 Euro im Monat dafür. Das wird sich jetzt aber ab 1. April ändern, denn mein Hoster hat angekündigt, die Preise zu erhöhen. Und zwar nicht nur um 5 oder 10 Prozent, sondern gleich mal irgendwas im Bereich von 30 bis 40 Prozent. Wow! Ja, das ist das aktuelle Problem auf dem Markt, dass Hardware sehr teuer und rar ist. Ich habe es kommen sehen. Ist halt einfach so.
Ich denke mal, das wird trotzdem irgendwie funktionieren. Denn in den letzten drei Jahren war es so, dass ich die Kosten, die ich für den Betrieb hatte, immer decken konnte, tatsächlich durch die Zuwendung der Leute. Und das ist ein super tolles Gefühl. Freue ich mich. Und ich hoffe, dass es dies Jahr auch klappt, trotz der Preiserhöhung. Aber ich bin da optimistisch.
Wie viel Zeit steckst du rein? Ungefähr. Also ich hatte auch in meinem letzten Blogpost geschrieben, Ende 2025. Ich hatte ab März 2025 mal angefangen zu zählen. Und ich bin in den neun Monaten bis zum Jahresende auf ungefähr 220 Stunden gekommen. Wenn man das dann irgendwie hochrechnet, sind es vielleicht 250, 260 Stunden im Jahr, die ich da investiere. Was interessant ist, weil das sind irgendwie anderthalb Monate, irgendwie eine 40 Stunden Woche.
Ich war mir so gar nicht bewusst, dass es denn doch so viel Zeit ist, was es kostet. Aber wie das so ist, wenn man Spaß am Gerät hat, dann investiert man die Zeit vielleicht auch gern. Spaß am Gerät finde ich ist wirklich eine gute Formulierung. Die ist nicht von mir. Ah, von wem kommt die? Die kommt, glaube ich, aus dem Umfeld des Chaos Computer Club.
Okay, ja. Das hatte ich jetzt vermutet, wenn du sagst, die ist nicht von dir. Und wenn wir schon einmal auch sind, so in der Gegend. Ich habe, wie gesagt, mit ein paar Leuten vorher auch drüber gesprochen. Wenn ich mir das mal alles so zusammenziehe. Also ich habe ein Angebot, was kommerzielle Anbieter in seinen Möglichkeiten eigentlich übertrifft. Das basiert auf Open Source-Sachen, also wo Leute einfach reinschicken, das machen. Du sagst, du stellst es zur Verfügung, freust dich, wenn überspendend das Geld reinkommt, was du da für die Hardware aufwendest.
Das hat so ein bisschen die Vibes vom, ich sage mal, vom guten Internet. Also von dem, was Internet kann, wenn es positiv genutzt wird. Verstehst du, was ich meine? Ja, das finde ich tatsächlich auch. Das ist auch so ein bisschen das, was mich auch so motiviert. Also zu sagen, das ist eine Sache, ich mache das, ich investiere die Zeit gern, wie gesagt, ja auch für mich, weil ich ja auch einen Nutzen davon habe.
Aber eben freue mich auch, dass andere Leute das benutzen können, so wie ich ja auch selbst andere Dienste benutze. Wo es mir jetzt sofort schwerfällt, auch nur einen davon zu nennen, weil es so viele sind. Aber so funktioniert das halt alles. Dieses Geben und Nehmen, so wie es eigentlich mal gedacht war. Also verstehe ich absolut und ich lebe das auch genauso.
Ich fand die Entwicklung von Komoot spannend. Ich selbst bin nie so richtig damit warm geworden und habe aber so beobachtet, dass sehr viele Leute Komoot benutzen, da auch sich dieser Community irgendwie zugehörig fühlen und dann aber auch sehr schockiert vor den Kopf gestoßen waren, als Komoot dann den Eigentümer gewechselt hat und sich dabei auch so einige Sachen geändert haben dort. Hat es eigentlich Auswirkungen auf dich gehabt auf dem Bike Router?
Also zum Beispiel diese 50 Wachstum, können die was damit zu tun haben? Es gab in den Tagen, das war vor ziemlich genau einem Jahr, glaube ich, in den Tagen danach hat man schon gesehen, dass was passiert ist auf dem Server. Das war aber eher so ein Peak. Also das ist nicht sozusagen ab dem Tag permanent höher gewesen. Die Zugriffszahlen, also ich denke, einige Leute haben sich das angeguckt, ein paar werden dabei hängen geblieben sein.
Für viele Leute wird es, denke ich mal, auf Anhieb viel zu komplex gewesen sein, weil die Lernkurve ist wirklich sehr, sehr steil. Von daher denke ich nicht, dass es einen großen Einfluss hat, weil die Zielgruppen auch komplett, der Mathematiker würde sagen, disjunkt sind. Also die haben, glaube ich, nicht so viel miteinander zu tun. Das, was Komoot bietet, ist was ganz anderes als was Bike Router bietet. Von daher denke ich, hält sich in Grenzen der Einfluss.
Ja, okay. Ich hatte bei dieser großen Änderung, die es da bei Komoot gegeben hat, hatte ich so den Eindruck, und da gab es ja auch Artikel und alles Mögliche drüber, dass Leuten dann so bewusst geworden ist, wie sehr sie dort einem kommerziellen Anbieter und seiner Politik, ich will nicht sagen, ausgeliefert sind, aber wie sehr sie sich mit einem wichtigen Teil ihrer Freizeit, also für Leute ist Fahrradfahren alles, und das ist dann ein Routenarchiv und dann alles, was man da so hat, wie sehr sie dieser Firmenpolitik ausgeliefert sind, die sich ja ändern kann und die sich da auch geändert hat in diesem Fall.
Letztlich, du als einzelne Person, die den Bike Router betreibt, du bist keine Firma, aber da gibt es ja auch so eine Parallele oder wie soll ich sagen? Du willst wahrscheinlich auf den Busfaktor hinaus. Was ist, wenn ich morgen vom Bus überfahren werde? Achso, ja gut, ich kannte dieses Beispiel nicht. Aber letztlich ist es ja auch was, was viele Leute benutzen. Genau. Und es muss ja nicht mehr der Bus sein. Du kannst ja einfach sagen, wisst ihr was, ich habe keinen Bock mehr, ich ziehe einen Stecker. Richtig, richtig.
Hat es jemals diese Gefahr gegeben? Nein, nein, überhaupt nicht. Gar nicht. Also ich bin total motiviert. Also wer so ein bisschen regelmäßig reinschaut, hat gesehen, was allein seit einem letzten Vierteljahr seit Ende letzten Jahres passiert ist, was da an Features dazu gekommen ist. Ich bin gerade so motiviert wie wahrscheinlich noch nie in der ganzen Zeit, seit ich das betreibe. Also ich sehe da nicht, dass sich das irgendwie in der nächsten Zeit ändert.
Das ist interessant. Was motiviert dich gerade so sehr wie noch nie? Wie immer, es ist der Spaß am Gerät. Ich finde das einfach total großartig zu basteln und zu sehen, wie das Projekt sich entwickelt, wie es weitergeht, wie Dinge dazukommen, von denen man ein Jahr vorher noch nicht mal darüber nachgedacht hatte und so weiter. Das ist einfach der Spaß.
Und vielleicht auch dieses, ich weiß nicht, wie man es, das ist es ja eigentlich auch nicht, aber die Erfahrung, eine geplante Route zu fahren, die einfach dann so dermaßen gut ist und die so spot on genau das macht oder einem das bringt, was man sich bei der Planung gedacht hat dabei. Das ist einfach total großartig.
Jetzt sprichst du so darüber, wie das ist, wenn du das selbst jetzt machst. Also du benutzt selbst den Bike Router und stellst dir fest, boah, geile Route geboten. Jetzt gibt es ja einen Haufen anderer Leute, die das auch machen, also die den Bike Router benutzen und die eventuell auch in diese Situation kommen, dass sie sich denken, wie cool, dass das hier geklappt hat. Wie viel kriegst du zurück von den Leuten? Wie viel bekommst du mit von der Wichtigkeit, die das hat für die Leute?
Ja, manchmal schreiben mir einfach Leute per E-Mail und sagen, boah, ich habe das geplant, hier die Tour, auch so längere Sommerurlaube und so, schreiben mir die Leute und sagen, das ist so gut und vielen Dank und total toll. Es gibt in Social Media sehr viele Leute, die mir schreiben, die aber auch sozusagen als Antwort auf Fragen von anderen Leuten schreiben, probier’s doch mal mit Bike Router, da kannst du dies und jenes einstellen und das ist sehr flexibel.
Da bekommt man schon mit, dass das durchaus eine gewisse Reichweite schon hat und dass Leute das wirklich gut finden, dass sie es weiterempfehlen. Das ist ja immer eine Sache, ob man irgendwas gerne nutzt, aber dann auch irgendwie öffentlich zu sagen, hier, ich empfehle das, das ist immer schon mal noch was anderes. Also ich tue mich da immer schwer mit, mit so Empfehlungen. Deswegen freut mich das ganz besonders, wenn ich sowas dann immer sehe.
Ich kann mir vorstellen, dass das sehr schön ist, wenn man das mitbekommt. Absolut, ja, das ist total großartig. Du hast ja gesagt, du bist gerade so motiviert wie nie und es wird noch weitere Änderungen geben. Dann will ich dich kurz nach zwei Dingen fragen. Eins ist ganz konkret, vielleicht haben wir es auch nur nicht gefunden und es gibt es längst. Gibt es die Möglichkeit, eine Strecke zu splitten und Routen zusammenzuführen?
Ersteres ja, gibt es. Letzteres, dafür habe ich ein Ticket in meinem Ticketsystem, das wird es geben, aber aktuell noch nicht. Das Erste geht ganz einfach. Rechts gibt es eine Seitenleiste mit Wegpunkten. Da ist so ein Wegpunktsymbol. Da kannst du draufklicken und kannst einfach bei jedem beliebigen Wegpunkt sagen, Route ab hier teilen oder Route bis hierher teilen. Also du erstellst sozusagen eine neue Route vom Start bis zu dem Wegpunkt oder von dem Wegpunkt bis zum Ziel.
Wunderbar, habe ich noch nie, also habe ich noch nicht entdeckt, habe ich noch nie genutzt und ich weiß, dass hier jetzt jemand freut. Die andere Frage ist ein bisschen übergeordnet. Also wir haben ja so gesprochen über diese Werte, die dahinter stecken, also Datensparsamkeit. Also viele Leute arbeiten daran zusammen und es ist ein nicht kommerzielles Projekt.
Nun gibt es ja für das, was du anbietest, auch eine gewisse Verantwortung. Also wenn wir zum Beispiel darüber sprechen, über so etwas wie Naturschutzgebiete, über so etwas wie Nutzungsdruck oder Übernutzung, was ja auch irgendwie stattfindet. Spielt das für dich eine Rolle? Also zum Beispiel bei den Overlays. Ich habe letztes Jahr in den Pyrenäen eine Hütte entdeckt. Ich bin abends in den Pass hochgefahren oder nachmittags in die Wolken rein, weil ich wusste, durch das eine Overlay, da oben ist eine Hütte von Leuten, die Vögel beobachten.
Und wenn ich das jetzt alleine mache, nur dann ist das für mich ja völlig okay. Aber wenn da jetzt jeden Tag fünf Leute hochfahren, dann wird es schwierig. Spielt das eine Rolle für dich? Denkst du über so etwas nach? Ich denke da sehr viel darüber nach. Aber ich sehe nicht tatsächlich, dass das aktuell ein Problem ist. Beziehungsweise denke ich, dass das Problem bei anderen Plattformen viel schlimmer ist.
Also Stichworte vielleicht einfach so etwas wie Strava-Segmente oder eben auch bei anderen Anbietern, die eben ein Routenverzeichnis haben oder ein Trailverzeichnis. Die haben dieses Problem, glaube ich, viel mehr. Weil im Endeffekt, was bei Bike Router passiert, ist ja immer nur eine Abfrage gegen eine Datenbank. Und dann wird halt eine Route berechnet und das war es im Endeffekt.
Und klar kann die durch ein Naturschutzgebiet führen, aber man muss halt auch immer so ein bisschen eine eigene Verantwortung haben für das, was man tut. Jetzt natürlich klingt es vielleicht ein bisschen leicht dahergesagt, aber es ist halt kein Navigationssystem, es ist nur ein Routenplaner. Und ich gucke mir halt einfach die Route dann nochmal an und kann dem nicht blind vertrauen.
Das ist halt aber überall so. Das ist jetzt kein spezifisches, in Anführungsstrichen, Problem von Bike Router, sondern das Problem haben alle Plattformen, die irgendwie Routenplanung anbieten. Ja, und mir kommt gerade so in den Sinn dabei, dass ich bei dir vielleicht oder nicht nur bei dir, auch bei ähnlichen Angeboten eventuell immer noch so einen Schritt habe, dass ich die Karte selbst noch irgendwie interpretieren muss.
Also um diese Hütte zu finden, muss ich mir erst mal das Overlay aktivieren, dann muss ich es anschalten, dann muss ich es auch identifizieren und denken, das ist was, wo ich hinfahre. Es ist nicht so wie woanders, dass mir irgendeine Heatmap oder irgendwas sagt, so hey, da fahren übrigens viele Leute hin, mach das auch. Genau, ja, stimmt.
Das ist ein sehr guter Punkt, mit der du musst das Overlay erst mal anschalten. Also du hast dann schon wirklich eine sehr große Motivation da zutage gelegt, die dich überhaupt erst in diese Nähe oder diese Hütte erst in dein Bewusstsein gebracht hat. Die hättest du ja so tatsächlich gar nicht gefunden. Stimmt, ja.
Es ist tatsächlich, bist du, wenn du eine Route planst, du bist halt immer selbst dafür verantwortlich. Und zwar egal, wo du das machst, ob du es auf einem Stück Papier machst, ob du es bei Bike Router machst oder bei Google Maps oder bei irgendeiner anderen Plattform. Ja, und wir wissen ja, dass sowas wie Karteninterpretation so eine schöne Beschäftigung ist, dass sollte sich niemand entgehen lassen, sowas zu machen.
Markus, du hast es schon ein paar Mal erwähnt, ich habe es auch kurz angetippt, du machst es nebenbei und du hast ja auch noch einen Hauptjob. Ich hoffe, ich treffe jetzt die richtige Beschreibung. Also, meines Wissens bist du Administrator bei MTB News, Rennrad News, eMTB News, nimm’s Rad. Ist das richtig? Administrator? Nee, ich bin technisch verantwortlich für die Plattform. So würde ich es eher ausdrücken, weil Administrator kann halt auch Forum-Administrator bedeuten. Klar, bin ich dort auch, aber ich mache tatsächlich die Technik hinter den Plattformen.
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Also, das sind sehr wichtige Seiten im deutschsprachigen Fahrrad-Internet. Das klingt mir nach sehr umfangreicher Arbeit. Warum hältst du dir in deiner Freizeit dann noch ein weiteres IT-Projekt auf? Also, ist das am Ende Spaß am Gerät? Ja, warum? Es ist der Spaß, denke ich, daran. Und wie gesagt, das ist ja aus dem Bedürfnis heraus entstanden, dass ich selbst meine Routen plane. Wenn ich das selbst nicht nutzen würde, würde die Sache, glaube ich, ganz anders aussehen. Da ich aber einen unmittelbaren Vorteil jeden Tag daraus ziehe, ist es, glaube ich, gar nicht so außergewöhnlich, dass man da so viel Zeit investiert.
Dann müssen wir natürlich über diesen Vorteil sprechen. Ich vermute, du sprichst das an, dass du jeden Tag auf dem Rad sitzt. Wie fährst du Rad? Relativ langweilig zur Zeit. Ich fahre tatsächlich immer in der Mittagspause Fahrrad. Ich habe den großen Vorteil, dass ich 100 Prozent Homeoffice arbeiten kann. Und um den Tag so ein bisschen aufzulockern, setze ich mich in der Mittagspause jeden Tag eine Stunde aufs Rad und fahre so ein bisschen durch die Gegend.
Und jetzt könnte man natürlich denken, okay, aber da brauchst du jetzt keinen Routenplan dafür. Aber ich nutze das auch gleich für diese anderen Spielarten, die es so gibt beim Radfahren. Also, dieses Kacheln sammeln, ich weiß nicht, wem das was sagt über Veloviewer oder Squadrads oder auch das Einsammeln von Wegen über Wanderer. Einfach so die Umgebung möglichst intensiv durchlöchern und alles mal gesehen haben, was in der unmittelbaren Umgebung vor sich geht. Und da gibt es tatsächlich so im Einstundenradius um den eigenen Wohnort eine Menge zu entdecken. Und da hilft so ein Routenplaner natürlich ungemein.
Das klingt für mich vom Rad her nach entweder Crosser oder Gravelbike oder Hardtail. Ja, tatsächlich mittlerweile Gravelbike. Früher bin ich mal Mountainbike gefahren. Es gab eine Zeit lang, da bin ich Rennrad gefahren. Das mache ich nicht mehr. Das ist mir zu stressig geworden auf den Straßen. Da kann ich nicht mehr entspannen. Es geht nicht mehr. Ja, und dann kam irgendwann tatsächlich, wie du sagst, ein Crosser. Und das ist jetzt mittlerweile ein Gravelbike geworden oder drei Gravelbikes geworden. Und ja, mittlerweile bin ich 100 Prozent der Zeit auf Gravelbikes unterwegs.
Kannst du sagen, was es dir gibt, warum du dich draufsetzt? Also, einmal, wie gesagt, um so einen Tag aufzulockern, also gerade jetzt an Werktagen den Kopf ein bisschen freizubekommen. Und an Wochenenden ist einfach auch so, ich will ein bisschen Gegend entdecken, will an Orte fahren, die ich noch nicht kenne. Wir müssen nicht weit weg sein, kann alles hier in der Region sein. Aber es gibt so viele Dinge, die ich noch nie aus der Nähe gesehen habe. Und das ist so eigentlich das, was mir so richtig viel Spaß macht: Neue Dinge entdecken.
Deswegen fahre ich auch selten irgendwie die gleichen Strecken mehrfach. Also fast alles, jeden Tag ist immer etwas anderes. Das ist doch cool. Das ist ja jeden Tag eine kleine Entdeckungsreise. Lass uns mal zum Abschluss noch ein bisschen in die Zukunft schauen. Also, ich habe mir so aufgeschrieben: Bike Router in fünf Jahren. Was könntest du dir vorstellen? Ist das weiter so ein Ding, dass da immer wieder einzelne Funktionalitäten dazukommen, dass es noch feingliedriger wird? Oder gibt es da mal noch ganz andere Evolutionsschritte, oder muss es die gar nicht geben?
Also, muss es sowieso nicht. Feingliedriger ist so ein Ding, weil ich finde, das Programm ist schon ziemlich komplex. Also, wenn man es mit anderen Dingen vergleicht, die es gibt, ist es wahrscheinlich das Komplexeste, was es gibt, so an Routenplanungstools und die Möglichkeiten, die dahinter stehen. Da bin ich mir gar nicht so sicher, ob da noch viel mehr passieren muss. Obwohl ich wirklich auch fast täglich Anfragen bekomme nach Features, ob ich die mal einbauen könnte und so.
Und ich muss den Leuten immer sagen: Sorry, das ist jetzt für dich vielleicht interessant, aber für niemanden sonst auf dieser Welt. Hast du ein Beispiel, was das sein könnte? Ne, ja, hätte ich, aber ich will jetzt hier niemanden mehr helfen. Aber es gibt so Dinge, wo ich sage: Sorry, aber du kannst dir das ja selbst, das Beruta Web kannst du dir auschecken bei GitHub und kannst dir das tatsächlich dann auch selbst bauen. Das sind meistens die Leute, die auch wissen, wie es geht im Endeffekt, also wie man sich so eine Website ans Laufen bekommt.
Das kriegt man dann schon mal mit, also das Vokabular und so weiter. Und dann sage ich: Okay, für mich ist das jetzt nicht interessant. Ich mache das für mich. Und nur weil das jetzt für eine Person irgendwie ein wichtiges Feature wäre, kann ich meine Zeit dafür jetzt irgendwie nicht, ich will es nicht Opfer nennen, aber dafür aufbringen. Und in der Zeit baue ich lieber was, wo möglichst viele Leute was von haben, wie jetzt zum Beispiel dieses neue Höhenprofil, was demnächst kommen wird.
Und in fünf Jahren hoffe ich, dass wir weiterhin jedes Jahr 50 Prozent mehr Leute haben, dass die Mund-zu-Mund-Propaganda funktioniert, dass ich die Serverkosten weiterhin oder dass ich den Betrieb so kostenneutral machen kann durch Zuwendung. Das fände ich toll, weil ich gehe davon aus, dass wenn es wirklich mehr Leute benutzen, dass dann auch wieder neue Hardware ran muss. Das wäre total toll.
Und ich hatte es vorhin kurz angesprochen, ich habe so ein paar Überlegungen, wie man so eigene Tourendaten sammeln kann, also eine Tourendatenbank persönlich für einen selbst, die dann verfügbar ist, aber eben auch datensparsam. Da muss ich aber noch überlegen, und das würde das ganze Ding noch ein bisschen abrunden als Produkt, weil es dann irgendwann ja komplett wird. Es wird nie sein, aber so in Richtung geht von: Ich habe da eine Lösung für alles, und das wäre ganz toll.
Ja, ich habe das, wo du da unterwegs bist und wo du da aktiv bist, habe ich vorhin so genannt: das gute Internet, in Anführungsstrichen. Also, dieses irgendwie kooperative, was nicht irgendwie in der Hand irgendwelcher Konzerne ist, die dann da ab und zu mal ihre, ja, sag ich mal, grob die Richtung wechseln können. Das ist ja was, was wir in anderen Bereichen des Internets durchaus erleben.
Also, ganz prominentes Beispiel: irgendwie Twitter. Wissen wir alle, was passiert ist. Hältst du die Ecke, in der du da unterwegs bist, diesen Teil des Netzes für gefährdet? Und wenn ja, für wie gefährdet? Also, einerseits ja. Der Grund ist die Sichtbarkeit. Die wurde ja irgendwie traditionell durch Suchmaschinen hergestellt, dass man überhaupt so Angebote findet, weil es gibt unzählig vieles. Wird die immer geben solche großartigen, genialen kleinen wie großen Angebote.
Das Ding ist halt, die Leute müssen irgendwie draufstoßen. Und wenn die Suchmaschinen das nicht mehr machen, dann fällt da, glaube ich, ein ganz großer Teil davon weg von Menschen, weil sie es einfach nicht mehr finden. Deswegen ist so Mund-zu-Mund-Propaganda, Propaganda ist auch wieder so ein komisches Wort, aber du weißt, was ich meine. Das ist, glaube ich, sehr wichtig.
Das spielt jetzt auch, also jetzt um das wieder auf Bike Router zu beziehen, so in diesem Mastodon-Fediverse-Netzwerk merkt man, das funktioniert ganz gut, was ja eben auch nicht von Konzernen kontrolliert wird. Ich glaube, wenn die Leute sich da so ein bisschen versammeln und es vielleicht auch irgendwann noch so offene Suchmaschinen gibt, die eben nicht Konzerninteressen unterliegen, dann könnte das wirklich alles florieren. Also, das hoffe ich.
Ich weiß nicht, ob es realistisch ist, aber dass wir zum Beispiel irgendwann mal eine EU-Suchmaschine haben, die eben nicht den Konzerninteressen von Google oder Microsoft unterliegt und wirklich so eine halbwegs neutrale Websuche anbietet, dann könnte das alles funktionieren. Und dann sehe ich das optimistisch. Wenn das natürlich nicht der Fall ist, dann müssen wir uns darauf verlassen, dass die Leute das von einer Person zur nächsten weitertragen und es uns dann in diesem sogenannten Longtail irgendwie bequem machen.
Es werden sicher ein paar Leute diesen Podcast hören, in dem wir darüber gesprochen haben, über den Bike Router, was es eigentlich ist, woraus basiert, was für Ideen dahinter stehen und was für ein Mensch dahinter steht, was Ideen eigentlich antreibt. Markus Jaschen betreibt den Bike Router. Markus, ich sage dir vielen Dank für das Gespräch und auch, weil ich es auch persönlich, dein Angebot, also den Bike Router, schon lange nutze. Auch persönlich dafür vielen Dank, weil es ist ein sehr gutes Tool, was mir schon viele schöne Radfahrten ermöglicht hat und vielen anderen Menschen, mit denen ich gesprochen habe, auch.
Tja, ich habe zu danken für die Einladung und für das Lob. War sehr toll. Und vielleicht ist das auch für die eine oder andere Person interessant. Guckt ihr einfach mal rein und schaut, ob ihr was damit anfangen könnt. Danke dir, Markus. Ciao.
Der Spaß am Gerät ist mit der Maschinenliebe mindestens verwandt. Darüber bin ich mir nach diesem Gespräch sicher. Vielleicht verstärken sie sich ja auch gegenseitig und Menschen haben gleich doppelt Spaß: Einmal beim Route bauen und einmal draußen in der echten Welt, wenn sie diese Route abfahren.
Und für mich ist dabei immer besonders interessant, dass bei beiden Vorgängen, also beim Planen und beim Fahren, unterschiedliche Bilder entstehen. Und so habe ich die meisten Landschaften in zwei Versionen im Kopf: Einmal meine Idee davon beim Blick auf die Karte und dann die Bilder der echten Befahrung, die die Kartenidee Meter für Meter überschreiben. Denn ich habe es noch nie erlebt, dass sich beide geglichen haben, bevor ich wirklich einmal an dem Ort gewesen bin, der auf der Karte zu sehen ist.
Und vielleicht sind Kartenbilder auch deswegen für mich so spannend und der direkte Weg auf die Kreuzung von Fantasie und Realität. Ich freue mich jedenfalls, dass es mit dem Gespräch mit Markus geklappt hat und kann euch versprechen, dass der nächste Antritt schon in Arbeit ist. Er erscheint am 27.03. und ich möchte ganz unbedingt noch Damian, Maik, Peter und Heiko danken, denn sie sind neu in unserem Steady-Peloton und ohne Menschen wie sie würde es das alles hier nicht geben.
Es gilt wie immer: Wer aufspringen mag, schaut in die Shownotes. Und wer uns erreichen will, schreibt uns auf Instagram, Mastodon oder per Mail an antritt@detektor.fm. Ich sage danke für eure Aufmerksamkeit und wünsche euch allen gute Fahrt, ob draußen im echten Leben, auf der ausgefalteten Papierkarte oder auch in einem Routenplaner eurer Wahl. Hauptsache, ihr habt Spaß am Gerät. Wir hören uns dann nächste Woche. Macht’s gut. Ciao.
[Musik: Odd Beaholder – Landscape Escape]