Also, das Vorderrad ist sehr, sehr viel relevanter, was die Aerodynamik betrifft. Das Hinterrad macht eigentlich kaum noch was. Viel ist es nicht, aber… Naja, wenn es um Sieg und Niederlage geht, wird alles mitgenommen. Zumal… dieser Reifen sonst keine Nachteile hat. Der fährt sich ganz normal.
Bei… dieser Leistung, wieder so ein bisschen grob geschätzt, welchen Unterschied können denn… schnelle Laufräder, wie wir sie jetzt hier in dieser Episode besprochen haben, wirklich machen? Aber da ist man noch nicht besonders weit. Das ist… noch ein Forschungsfeld. Löcher reinbohren.
Dann guckt er mich an, tritt einen… Schritt zurück, zieht aus dem Schrank, vor dem wir stehen, die Schublade… auf und sagt: „So, ja, hier ist er. Hier ist der Antritt…“ der Fahrradpodcast auf detektor.fm mit der zweiten Februar-Ausgabe 2026. Mein… Name ist Gerolf Meyer und ich bin Christian Bollert.
Muss ich mich… eigentlich vorstellen, weil ich schon lange nicht mehr da war? Ja, also… ich fühle mich geehrt. Ich mich auch, Christian Bollert. Ich fühle mich… geschüttelt, auch teilweise. Ja, schön, mal wieder hier zu sein. Ja, du… bist hier und wir können gleich…
Ja, genau. Und jetzt, genau jetzt… wo wir auf Aufnahme gedrückt haben, fällt mir ein, was ich dich… die ganze Zeit fragen wollte, was ich vorhatte, was ich dich jetzt… frage. Es gibt einen Grund dafür, dass du wenig Zeit für den… Fahrradpodcast Antritt hattest, oder? Das stimmt.
Los, jetzt komm, jetzt haue ich… einen raus. Der eine oder die andere hat es vielleicht schon mitbekommen. Wir haben im vergangenen Jahr einen großen Antrag geschrieben für ein Projekt, was in diesem Jahr jetzt umgesetzt wird. Und wir haben für Sachsen… Anhalt einen Podcast und Newsletter finanziert bekommen.
Das ist die richtige Bezeichnung… vom Media Forward Fund. Das ist ein Zusammenschluss von verschiedenen Stiftungen, die… innovative journalistische Projekte unterstützen. Und wir haben da dankenswerterweise letztes Jahr Mitte… Dezember die Zusage bekommen. Da habe ich auch sehr viel Zeit reingesteckt. Claudius auch im vergangenen Jahr, uns Ideen zu machen, wie wir da… sinnvoll was einreichen können.
Und unsere Idee ist, einen Podcast und einen… Newsletter für und aus Sachsen-Anhalt zu machen, also mit Menschen, die… in Sachsen-Anhalt aufgewachsen sind, die da leben, die einen Hintergrund haben… die ein besonderes Verständnis für das Land mitbringen und so weiter.
Und… das beschäftigt mich gerade in wirklich jeder freien Minute, die ich gerade… noch so in meinem Kalender habe, weil da gibt es tausend Fragen… die du auch kennst. Wie sieht das Cover aus? Wie klingt das… Ganze? Wie heißt das Ganze? Wissen wir noch nicht genau. Hatten wir… heute gerade jetzt an dem Tag, wo wir irgendwie aufzeichnen, eine Sitzung… dazu.
Wer arbeitet da mit? Wir haben wahnsinnig viele Bewerbungen bekommen, kann… man auch sagen. Also für dieses Projekt haben wir verschiedene Stellen ausgeschrieben… und wir haben fast 400 Bewerbungen bekommen. Das ist irre! Also das… ist auch für detektor.fm Verhältnisse ein Punkt.
Und wir führen jetzt… auch Bewerbungsgespräche seit diesen Tagen und das kostet natürlich wahnsinnig viel Zeit… macht aber auch sehr, sehr viel Zuversicht, weil wir damit, und das… freut mich persönlich, glaube ich so sehr, weißt du, und die Hörerinnen… und Hörer ja auch, dass mich das ganze Thema ostdeutsche Perspektiven, der… Blick auf Bundesländer wie Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Sachsen und so weiter, besonders… interessieren aufgrund meiner biografischen eigenen Erfahrung und weil ich irgendwie die letzten… zehn Jahre mich immer intensiver auch mit diesen ganzen Fragen und Perspektiven… beschäftigt habe.
Und das andere ist, dass es auch so, man könnte… sich kaum ausmalen, perfekt zu detektor passt. Also dass es eine journalistische… Erzählweise ist, Podcast und Newsletter, die zum Beispiel nicht abhängig ist von… großen Tech-Plattformen.
Also wir produzieren jetzt kein Content für TikTok, wir… machen kein Format für Instagram oder YouTube oder so, sondern wir arbeiten… mit kontrollierbaren, im besten Sinne, und zwar von uns kontrollierbaren Ausspielwegen, also… Podcasts, Newsletter. Da ist man nicht so abhängig von einer einzelnen großen… Tech-Plattform und wir machen dort auch noch, sozusagen differenziert ausgewogen.
Der Plan ist, jede Woche dann ein Newsletter… und Podcast zu starten. Und kurzum, du hörst, da sind wahnsinnig viele… Fragen und Sachen und das beschäftigt mich gerade in der Arbeitszeit all… the time oder zu 90 Prozent. Und deswegen bin ich leider weniger… häufig hier.
Ja, und immer wenn Christian Bollert lang antwortet, das ist… so wie bei anderen Menschen auch, dann steckt er da wirklich drin… und ist da angeknipst. Und jetzt am Ende hast du gesagt, also… ein paar Sachen, die du genannt hast, das waren so detektor-intern… die dich dann natürlich so interessieren, aber du hast es gesagt, ein… wöchentlicher Podcast und ein Newsletter aus bzw. über Sachsen-Anhalt.
Ich vermute… der wird auch teilweise aus Sachsen kommen, also hier produziert. Wir haben… es ja, wir können ja mit dem Fahrrad. Ich fahre ja regelmäßig… nach Sachsen-Anhalt, du wahrscheinlich auch. Ich erinnere mich, wir sind ja… hier wirklich hart an der Grenze, aber ja klar, natürlich werden wir… hier auch viel produzieren und aufnehmen, aber wir wollen auch viel vor… Ort sein und wir wollen vor allen Dingen mit Menschen aus Sachsen… Anhalt ins Gespräch kommen.
Und deine Lieblings-Eisdiele, deine Lieblings-Unterwegs-Eisdiele… ist doch in Sachsen-Anhalt. Jedenfalls die, die du uns gezeigt hast… zum ersten Antritt. Mindestens eine davon. Es gibt natürlich mehrere. Ja, man… sollte immer mehr. Bei Eisdielen finde ich, ist Polyamorie durchaus angebracht. Gefordert… ist das, das ist sehr wichtig.
Aber genau, also wöchentlich. Wir haben… noch gar nicht darüber gesprochen, wie lang. Also kann man sagen, das… hat dann so Antrittsdimensionen oder? Also kürzer, also es wird nicht ganz… so lang, eher so eine halbe Stunde pro Woche, aber das ist… schon auch ordentlich und das wollen wir jede Woche machen.
Und das… Coole an dieser ganzen Aktion ist, wir haben eine Planungssicherheit von anderthalb… Jahren. Also wir werden das mindestens bis Ende 2027 machen, das steht… jetzt schon fest. Und man kann ja noch dazu sagen, also Sachsen… Anhalt, da ist dieses Jahr diese Wahl, richtig? Also es wird so…
Also als ich es gehört habe, habe ich gedacht, das ist der… perfekte Zeitraum. Und es geht halt nicht um irgendwie Wohlfühlgeschichten, sonst irgendwas… und Tourismusmarketing oder sowas, sondern es geht einfach konstant mindestens anderthalb Jahre… um also feindlich, so wie ich es verstehe, Politik, Gesellschaft.
Diese Wahl… kommt. Wir wissen, was im Hinblick auf diese Wahl alles so diskutiert… wird an möglichen Szenarien. Du hast im Prinzip die beiden Pole aufgemacht… die wir beide nicht machen werden. Den einen hast du nicht ausgesprochen… den anderen schon.
Also es ist kein Tourismus-Podcast, logisch, sondern ein… journalistisches Format. Und es ist auch kein Landtags-Podcast oder so, wo… wir jetzt jede Woche sagen: „He said, she said.“ Also die Partei… hat das gesagt und die finden das doof und der ist zurückgetreten… oder so.
Große Themen, Ministerpräsident tritt zurück und so, werden wir natürlich… schon auch machen, das ist klar. Aber wir wollen vor allen Dingen… tatsächlich mit Menschen in Sachsen-Anhalt über die Probleme reden und aber… auch über Lösungen.
Und deswegen sage ich immer so ein bisschen so… aus und für Sachsen-Anhalt. Also wir wollen Stimmen aus Sachsen-Anhalt… hörbar machen. Da geht es ganz, ganz viel auch um Sichtbarkeit und… Repräsentanz. Und klingt auch ein bisschen so reportagig. Auch genau.
Also es… wird eine Mischung sein, wahrscheinlich. Also auch daran arbeiten wir gerade, wie… genau das aussehen wird. Aber wir wollen natürlich auch so viel wie… möglich auch im Land unterwegs sein. Natürlich werden wir es ehrlicherweise nicht… schaffen, jede Woche oder so, aber es wird Reportagen geben.
Wir werden… vor Ort sein. Wir machen Live-Veranstaltungen in den verschiedenen Regionen und… Landkreisen, also mindestens vier, aber wahrscheinlich noch viel mehr. Und ja, das… ist gerade so genau die Frage, wie stellen wir uns da auf… Welche Reporterinnen und Reporter gibt es?
Ja, und ich weiß schon länger… dass dich das ärgert, wenn es meistens in Ostdeutschland irgendwelche Wahlergebnisse gibt… dass dann so dieses übliche, diese Kurzzeitberichterstattung. Jemand wird, du gehst jetzt… einen Tag nach dort und dort und fängst mal ein paar Stimmen… ein und dann…
Also ich will es jetzt nicht zu sehr versimplifizieren… aber gibt es leider immer noch. Also habe ich gerade erst wieder… gesehen, leider auch in einem von mir geschätzten Medium. Kann man auch… konkret sagen, die Taz hat jemanden nach Stendal geschickt, der oder die… war da drei Stunden, fährt zurück und sagt: „Oh, ist aber trostlos… hier.“
So kann es nicht funktionieren, aus meiner Perspektive. Und wir wollen… im Prinzip dafür ein Gegenentwurf sein. Wir wollen tiefer rein, regelmäßiger dort… sein. Und das ist halt das Schöne. Wir werden bis zur Wahl… sehr intensiv natürlich in Sachsen-Anhalt sein, aber wir werden auch nach… der Wahl noch mindestens ein Jahr, ein bisschen länger sogar, noch aus… Sachsen-Anhalt berichten.
Und wir wollen, das ist unser Ziel, damit natürlich… noch weiter am Start sein. Also wir wollen auch 2028, 2029 noch… weitermachen. Das ist also, don’t get me started, das ist für uns… wirklich ein sehr, sehr spannendes Projekt.
Eins vielleicht noch dazu gesagt: Bisher… machen wir, und dieser Podcast ist ein guter Beweis dafür, im besten… Sinne thematische Nischen. Fahrrad, Wirtschaft, Wissenschaft, Garten, you name it. Und hier… machen wir zum ersten Mal regionale Nischen.
Also wir stürzen uns jetzt… hier mal auf dem Bundesland, in dem Fall auch, weil sich wahrscheinlich… ein großer Teil der Republik auch auf dieses Bundesland stürzen wird, mindestens… ab Sommer. Wir sehen es ja auch jetzt schon mit dem Rücktritt… von Haseloff und so, was da los ist, wie viele Leute dann… auf einmal über Sachsen-Anhalt sprechen.
Und das ist für uns auch… ein spannender Test, weil vielleicht, wenn das funktioniert mit dem Podcast und… dem Newsletter und der Community, die darum auch entsteht, ist das auch… eine Blaupause für andere Regionen.
Also wenn das da funktioniert, warum sollen… wir nicht auch für ein anderes Bundesland oder eine andere Region… es muss auch nicht unbedingt ein Bundesland sein, auch Angebote machen. Also wir… arbeiten auch so ein bisschen an der Idee, einen vielleicht sogar den… ersten erfolgreichen Regional-Podcast in Deutschland zu bauen.
Das wäre natürlich, wenn… uns das gelingen würde, wäre schon viel gewonnen. Ja, ich bin sehr… gespannt drauf, was da kommt. Mir sind auch sofort mindestens zwei Fahrradthemen… eingefallen aus Sachsen-Anhalt.
Ja, immer her damit! Ich sammle gerade auch… sehr viele Ideen. Die Themenliste ist auch hier schon sehr, sehr lang… übrigens. Also ich kann jetzt sagen, da sind jetzt schon 17 Themen… drauf. Wir haben noch nicht mal eine Episode veröffentlicht.
Vielleicht machen wir… mal so eine Crossover-Folge. Ja, das können wir machen. Also ich… möchte mich da jetzt nicht rein drängen, aber mir ist sofort was… eingefallen, weil gerade so in Richtung Transformationen gibt es mindestens zwei riesige… Themen in Sachsen-Anhalt.
Also im Fahrradbereich. Und die Menschen, die so… ein bisschen was schon eine Weile in der Fahrradbranche zu tun haben… oder mit dem Fahrrad, die das jetzt hier hören, die wissen, mir… fällt auch was auf. Aber ja, ich war auch schon mal in… Sachsen-Anhalt selber.
Ich war nicht nur in Sachsen-Anhalt, sondern deswegen… haben die dich genommen, Christian. Fahrradmäßig habe ich da schon mal was… gemacht. Damals für den MDR. Da war so eine, ich sag nur… Streikbike.
Ja, da hast du eins. Ja, genau. Ja, ja, ja, genau. Nordhausen. Es gibt ja noch andere Städte, die eine große Bedeutung haben… für das Thema Fahrrad. Für das Thema Fahrrad.
So, apropos, das ist… hier der Fahrrad-Podcast. Ja, jetzt habe ich dir schön einen vom… Pferd erzählt von Sachsen-Anhalt. Ja, das war halt von mir jetzt… so. Das ist ja selber schuld. Ich habe hier meine Themen, habe… ich mir hier notiert, was wir besprechen.
Und wie es dann so… ist, drückst du auf Play und… Warte mal, das war ja… auch noch, weil wir haben so viele Themen, Christian. Weil es ist… ja auch hier im Fahrrad-Podcast Antritt in deiner Abwesenheit einiges passiert.
Einiges passiert, was ich gut finde. Ja, also auch einiges, was ich… gut finde. Achso, ja, okay, ja, ja. Wahnsinnig viel Feedback verschiedenster Art… zur Folge mit Maxi Dickerhoff über das Mountainbiken.
Die Zukunft des Mountainbikes… Ist das Mountainbike falsch abgebogen? Sehr diverses Feedback, also von Leuten, die… gesagt haben: „Ja, da sehe ich mich genau wieder. Das holt mich… ab an den und den Stellen.“ Zu anderen, die sagen: „Ja, warte… mal, da wäre jetzt aber noch das und das zu sagen und… jenes.“
Und auf Instagram auch eine Fülle an Kommentaren. Quantitativ kann man… auch sagen, es ist krass abgegangen auf Instagram. Ja, habe ich gesehen. Fast 1000 Likes irgendwie allein für den Post für unseren kleinen Fahrrad… Podcast.
Also unseren bescheidenen Insta-Auftritt, der ist ja so ein… Ja… aber jetzt ist er nicht mehr ganz so bescheiden. Jetzt ist er… schon ein bisschen bescheidener. Nee, also ja, es ist bemerkenswert.
Also ich… habe zum Beispiel auf Mastodon oder im Feli Verse gesehen, dass da… das Thema auch sehr intensiv diskutiert worden ist. Aber was da bei… Insta passiert, ist noch mal krasser.
Ja, wobei ich dabei gesehen habe… also ich suche dann die Zitate raus und bastel mir das alles… dann irgendwie zurecht, so wie ich halt das Material da habe. Und… diesmal habe ich mich dann für einen relativ plakativen Satz, der ist… relativ spitz für so ein Zitat entschieden, was ich da irgendwie auf… die erste Karre packe.
Das mache ich eigentlich normalerweise relativ vorsichtig, weil… na gut, aber es war da. Ja, es ist da, es ist… gesagt worden, es ist im Gespräch auch kontextualisiert und auch in den… anderen Sachen.
Aber vielleicht solltest du es jetzt noch mal sagen… wenn wir schon mal die ganze Zeit drüber reden. Ach so, ja… das Zitat heißt: Warte, pass auf. Ja, pass auf, ich lese es… dir vor.
Ein Mountainbike ohne Motor stürzt im freien Fall in die… Bedeutungslosigkeit. Natürlich als Zitat von Maxi Dickerhoff, der ja auch eine interessante… Figur ist, insofern als dass er eine lange Geschichte im Mountainbike-Universum… hat und über diese Kategorie Rad, also was dann oft Biobike genannt… wird, was andere aber überhaupt nicht gut finden, dass man das so… nennt, auch eine eigene Diskussion, dem so ein bisschen das Herz dabei… blutet.
Und gleichzeitig ist er Markenbotschafter für einen E-Bike-Hersteller oder… einen E-MTB-Hersteller. Also da steckte vieles drin. Und na ja… mir ist das Thema ja auch nahe. Das stimmt.
Ja, das fand… ich nur irgendwie bemerkenswert, dass da viel passiert ist. Ich sage mal… so, das ist auch die positive Power of the Algorithmus, um es… mal so ein bisschen flapsig zu sagen.
Also ich selber, das hast… du ja vorhin auch gehört, bin durchaus ja kritisch, was so die… großen Tech-Plattformen angeht. Aber da sieht man mal, kann halt auch… helfen, aus unserer Sicht relevante Themen irgendwie Sichtbarkeit zu geben.
Und offensichtlich… haben sich viele Leute deswegen damit beschäftigt. Also das ist ja erst… mal toll. Also das gerät manchmal ja auch in den Debatten so… ein bisschen aus dem Blickfeld, dass es auch immer eine Chance ist… ja, Themen eine große Reichweite zu geben.
In dem Fall hat das… ja aus unserer Perspektive sehr, sehr gut funktioniert. Und es ist, glaube… ich auch diese Spannung zwischen sehr, sehr geringen Verkaufszahlen.
Also dieser einstellige… Prozentbetrag. Ich habe es schon wieder, ich glaube, es war wirklich nur… noch 3 Prozent Anteil. Ich glaube, Maxi hatte da recht mit seinen… 3 Prozent an den Verkäufen insgesamt von Mountainbikes.
Ich weiß, da gibt… es Unschärfen, da rein, welche E-Bike-Kategorien da alles rein gehören… Lass es 5 Prozent sein, ist ja trotzdem egal. Das bedeutet natürlich… auch, es sind noch viel mehr Leute unterwegs draußen auf Mountainbikes.
Wir… hatten es auch in unserer Folge vor Weihnachten mit unserem Hörer aus… Nürnberg, mit Andreas. Und das ist natürlich für die Leute auch was… was sie bewegt.
Weil das sind Leute, wenn du das machst, irgendwie… seit den 90ern, seit den Nuller Jahren, du bist da seit 20… 30 Jahren dabei. Das ist dein Sport, du hast ein cooles Fahrrad… Und dann siehst du diese Entwicklung, siehst diesen Markt da so, weiß… ich nicht, abkippen oder wie man das nennen soll.
Das ist natürlich… auch Potenzial, dass man sich da wirklich irgendwie Gedanken macht und sich… fragt, wo geht das hin? Ist das gut? Ist das schlecht? Wie… auch immer.
Ja, und genau. Dann habe ich so eine Folge gemacht… mit einem finnischen Menschen, Pekka Takula aus Oulu, über Schnee. Fand ich… sehr gut, übrigens, dass du die gemacht hast.
Habe ich tatsächlich dann… im Feli Verse bei Mastodon mitbekommen und fand ich cool. Also ja… ich habe die verspätet veröffentlicht, weil ich krank war. Mich hat es… richtig ausgeschert. Gut, dass es dir wieder besser geht.
Ja, finde ich… auch. Und das hat mich ein bisschen geärgert, weil als ich die… am Sonntag freischalten konnte, war das mit dem Schneespuren. Ja, da habe… ich rausgeguckt. War das so langsam weg.
Aber ja, auch bei diesem… Thema. Ja, bei dem Thema merkst du auch, dass das wirklich für… viele Leute einfach ein krasses Ding ist.
Also was mir Leute aus… Berlin erzählt haben und was ich gelesen habe dort über Notaufnahmen. Und… dann ist es ja auch egal, ob wir dann über oder nicht… egal, aber es ist also Radwege, Fußwege, so was.
Aber einfach alles… was eine Straße ist. Also muss man leider oft so sagen. Alles… was nicht Straße ist. Ja, dann kommen jetzt wieder die anderen, die… sagen: „Moment, Straße, wenn du Straße sagst, redest du von Fahrbahn.“
Ja… ich weiß. Ja, genau. Das ist auch passiert. Das wollte ich dir… hier nur kurz berichten. Und mich auch da, das hat wiederum bei… Mastodon sehr, sehr gut funktioniert.
Ja, also verrückt. Ja, ja. Ohne dass… wir uns hier die ganze Zeit um uns selber treten wollen, wollte… ich das nur kurz sagen, dass dieses Feedback mich sehr gefreut hat…
Dass mich das natürlich freut, wenn wir hier Themen besprechen können, die… relevant sind, die Leute interessieren. Und mich freut, dass dieses englische Gespräch… was ich da geführt habe, dass das auch in diesem Modus funktioniert…
Bisher habe ich noch kein Feedback, wo mir jemand sagt: „Nee, das… funktioniert für mich überhaupt nicht.“ Ich kann es auch mal sagen, es… gibt ein deutsches Transkript dazu und Stand jetzt.
Also wenn jetzt nicht… noch die Welle kommt an Leuten, die sagen: „Das geht überhaupt nicht… wir brauchen hier eine andere Lösung.“ Wer so denkt, der schreibe bitte… eine E-Mail an Antritt.
Ja, aber das ist jetzt mal so… mein Modus, glaube ich, für die Zukunft. Ich werde nicht jedes zweite… Gespräch hier auf Englisch machen in diesem Podcast. Aber es gibt einfach… Themen, da ist das einfach angebracht.
Also ob das nun Peter Weigl… ist oder Pekka Takula, weil das sind halt eben Leute, die Englisch… sprechen, weil sie eigentlich Finnish sprechen, mit denen wir über solche Themen… sprechen können.
Das ist schön, dass das hier auch geht. Und man… muss ja auch sagen, dein Finnish ist leider sehr schlecht. Ja, das… stimmt.
Also meins auch, aber… Ah ja, das wollte ich gerade fragen… Aber wir werden ja auch nicht anfangen, jetzt auf Niederländisch was zu… veröffentlichen, wo ich vielleicht noch ratebrechend ein bisschen was machen könnte.
Aber… nein, ich finde es auch total gut. Und auch da freut mich… sehr, wie viele Reaktionen auf verschiedenen Kanälen es auch noch mal genau… zu dieser Frage gab.
Soll das in Zukunft auch weiter so gehen? Wie gesagt, wenn ihr irgendwie da noch eine Anregung habt, schreibt gerne… an antritt@detektor.fm. Aber ich finde auch, fand diese Idee und… den Modus, das jetzt erst mal so weiterzumachen, auf jeden Fall ganz… sinnvoll.
Und scheint ja auch der absolut überwiegende Teil bisher der Hörerinnen… und Hörer auch so zu sehen. Siehste, Christian, jetzt warst du so… lange weg.
Ja, und zack, haben wir mindestens drei große Themen. Ein… paar Themen, die uns bewegen, und dann läuft das hier so ab. Aber na gut, so ist es manchmal.
Ich würde sagen, wir steigen… ein in die aktuelle Folge. Und da ist es ja immer noch… so, das ist der Fahrradpodcast Antritt.
Und der klingt so: Der Antritt… Gerolf hat es ja angesprochen, das Räumen von Schnee war ein großes… Thema. Wir hier im Studio können sagen, gute Bedingungen.
Wir haben geräumt… und sprechen diesmal nicht über Schnee, sondern über Luft und wie wir… durch sie hindurch schneiden. Lufti, ein Luftstrom, streicht ums Fahrrad.
Hier in… diesem Fahrradpodcast Antritt sind wir unterwegs mit einem Phänomen, das alle von… uns kennen, das aber noch niemand so wirklich gesehen hat, nämlich in… Luft, die ein Luftstrom streicht ums Fahrrad.
Sprechen wir über Aerodynamik und… darüber, wie ein Fahrrad samt Mensch durch die Luft schneidet. Und das… vielleicht als kleine Fußnote: Ich habe mich sehr Ende vergangenen Jahres, also… 2025, darüber gefreut, dass Suholder von Bose Park diese Serie Lufti ganz… besonders hervorgehoben hat in ihrer ultimativen Lobhude live für diesen Fahrradpodcast Antritt.
Kann man nochmal nachhören in Überspodcasten von Suholder. Ende des Jahres Chris… Guse und Suholder haben den Antritt ja empfohlen und Lufti fanden sie… besonders gut.
Dementsprechend freue ich mich, dass wir mal wieder eine aktuelle… Episode auch da aufnehmen. Vielleicht hört ja Su auch zu, falls du… es machst. Schöne Grüße nach Berlin.
Wir sehen uns demnächst mal wieder. Hier entsteht daraus auf jeden Fall eine Serie, denn wir haben ja… schon über Themen wie den Windkanal gesprochen, den Menschen, den Rahmen und… seine Anbauteile und noch viel, viel mehr.
Aber wir machen natürlich weiter… mit Lufti. Genau, wir nähern uns auf dieser Reise, die von Su… und anderen begleitet wird, langsam der Zielgeraden und sprechen in dieser… Ausgabe über die Laufräder am Fahrrad, also das Vorderrad und das Hinterrad… und was der Fahrtwind mit denen eigentlich macht und sie mit ihm.
Und dafür haben wir wie immer einen fachkundigen Experten an Bord. Er… heißt Jens Klötzer und ist Technikchef beim Rennrad Magazin Tour.
Unter den… Menschen, die Christian und ich so kennen, ist er definitiv derjenige, der… schon die meiste Zeit im Windkanal verbracht hat. Und für diese Aufzeichnung… erreichen wir ihn in der Redaktion in München.
Schöne Grüße von der… Elster an die Isar. Hallo Jens! Ja, hallo nach Leipzig. Grüßt euch! Jens, wir haben über den Windkanal, den Fahrradrahmen samt Anbauteilen und den… Menschen auf dem Fahrrad gesprochen.
Die Laufräder, die bekommen jetzt ihr eigenes… Thema. Warum sind die denn so wichtig? Die sind so wichtig, weil… sie zum einen einen großen, relativ großen Einfluss haben auf die Gesamterodynamik.
Und sie sind zum Zweiten sehr wichtig, weil sie sich sehr leicht… austauschen lassen. Also man kann mit denen da aerodynamisch an den Eigenschaften… des Gesamtsystems ziemlich leicht tunen.
Und sie sind auch wichtig, weil sie… einen massiven Einfluss auch aufs Fahrverhalten haben. Ich kann da nicht maximal… aerodynamisch werden, ohne mir andere Nachteile einzuhandeln.
Und da muss man immer… sehr genau abwägen. Und deswegen sind die auch so. Deswegen wird sich… auch so viel darum gekümmert. Auch die Konstrukteure versuchen da immer wieder… neue Optima zu finden.
Was ich mich gerade frage, ist, müssen wir… nochmal kurz definieren, was ein Laufrad eigentlich ist? Oder ist es allen… klar? Es sind die Teile, die sich drehen, vorn und hinten.
Genau. Ja, also hat zwei Bedeutungen. Einmal das Laufrad für die Kinder, die… so zwischen Laufen und Fahrradfahren. Aber darum geht es nicht, sondern…
. es sind die Räder, also der Verbund aus Felgen, Speichen und Narben… Vorderrad und Hinterrad. Das bezeichnen wir als Laufräder. Genau, dann nähern wir… uns dem doch mal so ein bisschen an. Also was passiert denn… in der Umgebung eines Laufrads während der Fahrt, also aerodynamisch gesprochen, in… Sachen Lufti halt? Ja, da passiert relativ viel. Also das Vorderrad ist ja… mit das Erste, das auf den Fahrtwind trifft und steht da auch… relativ für sich. Also da kann man jetzt auch irgendwie schlecht Luft… drum herum lenken. Das ist einfach da.
Und außerdem ist es wichtig… weil sich die Laufräder drehen und dadurch auch nochmal aerodynamische Nebeneffekte haben. Also die ziehen irgendwie Luft mit, die schieben irgendwie Luft durch. Und… das wird alles ziemlich komplex, viel komplexer, als es so von außen aussieht. Deswegen sind sie aerodynamisch wirklich relevant. Wenn wir jetzt über die Widerstände sprechen, die da entstehen, dann ist das zum einen mal die Stirnfläche. Die wird aber weniger vom Laufrad bestimmt, sondern vielmehr vom Reifen, weil der ja in der Regel das Laufrad vorne überdeckt.
Und dann die Form, die sich dann ja gibt. Die Felgenform hat einen Einfluss, wie wir schon in den ersten Folgen gelernt haben, dass diese Tragflächenform ein Optimum darstellt, das man dann natürlich versucht zu erreichen. Und was auch einen großen Einfluss hat, sind die Speichen, weil die sich nochmal mit einer höheren Geschwindigkeit drehen, als das Fahrrad eigentlich fährt. Okay, da sind natürlich viele Punkte drin, auf die wir einzeln eingehen müssen.
Vorderrad vs. Hinterrad
Ganz zu Anfang, wir haben ja gesagt, wir sprechen über die Laufräder, also Vorder- und Hinterrad. Gilt das, worüber wir jetzt sprechen, für beide Laufräder in der Praxis gleichermaßen, oder sind die da unterschiedlich gewichtet, sozusagen? Die sind sehr unterschiedlich gewichtet. Also das Vorderrad ist sehr, sehr viel relevanter, was die Aerodynamik betrifft. Das Hinterrad macht eigentlich kaum noch was. Man kann da schon hinten noch ein bisschen was erreichen, aber es kommt dort sehr turbulente Luft an, dadurch dass es vorher schon mal irgendwie durch den Rahmen gestrichen ist und an den Beinen vorbei musste.
Und so vom aerodynamischen Gesamtsystem macht das Laufrad ja vielleicht 80 bis 90 Prozent aus. Das Hinterrad dann nur noch ein bisschen. Also das ist nicht mehr viel, was man damit noch rausholen kann. Das ist so, ja. Wenn wir jetzt feststellen und das haben wir ja gerade getan, dass die Laufräder aerodynamisch sehr, sehr wichtig sind und dass vor allen Dingen das Vorderrad noch besonders wichtig ist, wie muss man die denn gestalten, damit sie möglichst wenig Widerstand bieten?
Sind so, ich weiß nicht, ich denke da beispielsweise an so Bahnfahrräder oder so geschlossene Systeme. Irgendwie gut, so ganze Scheiben oder was ist da das Beste aus deiner Perspektive? Das ist genau richtig, wie du sagst. Also das Beste wäre ein geschlossenes System, eine komplett geschlossene Scheibe, weil dadurch Verwirbelungen, die durch die Speichen auftreten, gar nicht erst entstehen können. Und das sieht man auf der Bahn, weil es da keinen Wind gibt.
Herausforderungen bei Straßenrädern
Und das ist dann das Problem, was ich auch anfangs angesprochen hatte. Wir können nicht bei einem normalen Straßenrad, wenn wir uns unter freiem Himmel bewegen, eine Scheibe vornherein bauen, weil die extrem windunfällig ist. Und dieser Wind hat dann riesige Einflüsse auf das Lenkverhalten, und das wird gefährlich. Deswegen wird selbst bei Profis vorne nie mit Scheibe gefahren, sondern da wird mit unterschiedlichen Felgenhöhen gespielt.
Am Hinterrad sieht man das schon häufiger, gerade bei Zeitfahrenden. Die sind relativ verbreitet, die Scheiben. Wie gesagt, da haben sie nicht mehr so viel Einfluss, aber ein bisschen. Und da ist es mit dem Seitenwind auch nicht mehr so drastisch. Das kann man besser abfangen, beziehungsweise liegt auch mehr Gewicht drauf auf dem Hinterrad, sodass es da nicht so großen Einfluss auf das Fahrverhalten hat.
Aber das ist ja schon spannend, dass sozusagen da, wo es am meisten Effekt hätte, nämlich vorne, ergibt es dann doch keinen Sinn, weil es zu gefährlich ist. Weil es zu gefährlich ist und weil man damit dann wieder langsamer würde, weil man eigentlich nur damit beschäftigt wäre, irgendwie Ausgleichsbewegungen zu machen oder irgendwie in Kurvenfahrten das dann abzufangen, wenn da die kleinste Windhöhe reinfährt.
Der Einfluss von Wind
Das ist ja wie so ein Segel. Es ist ja dann schon echt eine große Fläche, die dann geschlossen ist. Man würde dadurch in der Praxis nicht schneller werden, obwohl das dann aerodynamisch noch Vorteile hat, dass man dann doch zu sehr damit beschäftigt ist, sich um den Kurs zu manövrieren, dass man wiederum Zeit verlieren würde. Und genau um dieses Optimum geht es, und deswegen spielt man da in der Regel mit Felgenhöhen. Man guckt sich die Windbedingungen an, man guckt sich die Strecke an und versucht die richtige Felgenhöhe zu finden, die jetzt aerodynamisch möglichst schnell ist, aber eben noch handelbar ist und auch nicht so schwer wird.
Auch das ist ein Thema. Ich habe hier im Studio unseren beliebten und bewährten Werkzeugkasten mitgenommen und habe jetzt einmal reingegriffen. Ich habe mir die Lupe rausgeholt, weil ich jetzt, ähnlich wie wir das auch schon in anderen Serien hatten bei Crafty, einfach mal genau hinschauen wollte, was da physikalisch passiert, wenn wir sagen, so ein Scheibenrad wäre an sich eigentlich das schnellste, aber es ist zu gefährlich, es ist schwer steuerbar, so ein Fahrrad, sobald da Wind ins Spiel kommt.
Physikalische Zusammenhänge
Also Luft, sozusagen, und zwar nicht nur ein Luftjie, sondern halt eine ganze Menge. Ein unberechenbarer Luftjie, also so ein kleiner sympathischer Chaot. Was macht der? Also was ist der grundlegende physikalische Zusammenhang, dass wir sagen, das ist dann ganz schwer steuerbar? Im Grunde greift er mir in den Lenker. Wir haben da vorne einen relativ großen Hebel und wir haben eine große Fläche.
Und wenn der Wind da reinfährt, dann würde das Fahrrad lenken, wenn wir es nicht am Lenker festhalten würden. Und das ist das Problem. Das geht halt relativ zackig. Man sieht das ja auch nicht kommen, wenn man da irgendwie um eine Kurve fährt und dann kommt aus so einer Häuserecke so eine Windböe, dann lenkt das Fahrrad unvermittelt und man braucht dann eine bestimmte Reaktionszeit, um das irgendwie wieder auszugleichen.
Das ist das Gefährliche, weil die Lenkeinschläge auch so stark sein können, dass sie zum Sturz führen können. Deswegen sieht man Scheiben am Vorderrad in der freien Natur nicht. Im Prinzip dürfte das Gleiche sein wie zum Beispiel bei einem Segelboot oder ja, so ähnlich. Beziehungsweise haben wir da eine Lenkachse und das ist halt lose gelagert.
Kompromisse bei der Konstruktion
Wir müssen das Vorderrad ja drehen können, um in die Kurve fahren zu können. Und deswegen bewegt sich dann einfach und dann fährt das Fahrrad in eine andere Richtung. Es gibt Gewichtsverlagerungen und so, und das ist, wenn ein Fahrer nicht damit rechnet und das überraschend ist, dann fährt man auch nicht so schnell, nicht so schnell, wie man könnte, wenn das Fahrrad berechenbarer wäre.
Und wenn da in der Mitte eben Luft ist oder Platz ist, wo der Wind durchströmen kann und die Lenkeinflüsse nicht so stark werden, dann traut man sich einfach mehr und dann fährt man einfach schneller. Das heißt, wir versuchen so einen Kompromiss zu finden aus Felgenhöhe und ja, dass da in der Mitte halt noch ein Loch ist, damit dieser Segeleffekt nicht so groß wird.
Ich merke mir das mal jedenfalls für Scheibenrad vorne, wenn ich auf dem Wasser fahren sollte. Also für den Moment, dass ich sozusagen mit dem Fahrrad auf dem Wasser oder auf der Bahn. Aber Wasser ist vielleicht angenehmer, weil wenn man dann fällt, tut es nicht so weh.
Form und Profil der Felgen
Ja, jetzt haben wir schon über die Höhe gesprochen und gesagt, okay, da muss man einen Kompromiss finden. Was mir noch durch den Kopf geht, Jens, ist aber nicht nur die Höhe, sondern auch die Form. Denn ich erinnere mich an das Aufkommen sogenannter Hochprofilfelgen aus Aluminium, aus Carbon, so 90er Jahre. Da hatten die alle so eine ganz klare V-Form und die sehe ich heute nicht mehr.
Also ist nur die Höhe entscheidend oder wahrscheinlich nicht nur oder? Nee, natürlich nicht. Wir hatten es ja auch schon in der ersten Folge, glaube ich, mal besprochen, dass es eben nicht nur die Stirnfläche ist, sondern auch die Form eines Körpers, die das bestimmt.
Und die ersten Versuche mit so Hochprofilfelgen, die du ansprichst, die waren so der Gedanke, na ja, wenn ich da so eine Tropfenform nachbilde, der Reifen ist vorne rund und nach hinten läuft das spitz zu, dann müsste das eigentlich am aerodynamischsten sein. Und so wurden die ersten Felgen gestaltet, weil das auch mechanisch günstig war.
Man muss die Dinger ja auch irgendwie einspeichen und die stehen dann unter Spannung und das hier dann halten und so. Da war die Spitze, die dann auf der Rückseite entsteht, eigentlich ganz willkommen, weil man dort die Speichen ganz gut aufhängen konnte und das relativ stabil war. Man ist dann aber so 2005 bis 2010 rum durch nähere Untersuchungen draufgekommen, dass das nicht ganz stimmt, beziehungsweise dass man ja nicht nur die Vorderseite von dem Rad hat, sondern auch noch die Rückseite, die auch noch durch den Wind muss.
Symmetrische Felgenformen
Und da würde dieser Tropfen dann umgekehrt, der fährt dann mit der Spitze zuerst in den Fahrtwind rein und die Rundung ist auf der Rückseite. Und da hat man mitbekommen, das ist auch nicht optimal und das bessere Gesamtergebnis gibt es, wenn es auf beiden Seiten rund ist, also sowohl vorne als auch hinten, sodass man den Körper versucht, nachzubilden, der im Grunde symmetrisch ist.
Der vorne vom Reifen diese Rundung hat und diese Rundung wird auf der Rückseite der Felge nochmal nachgebildet, wenn sich das dann um 180 Grad einmal rumdreht, ja, mit dieser Seite auch durch den Wind fahren muss. Genau, und dann kamen diese vergleichsweise bauchigen, im Querschnitt fast ovalen Felgenformen auf, wenn man den Reifen dann noch mit einbezieht. Und das ist noch heute so, mehr oder weniger Stand der Technik.
Der Einfluss der Speichen
Dann sprechen wir mal noch über die Speichen, die hast du vorhin auch schon angesprochen. Was ist denn da so der Stand der Technik? Eigentlich ein Stand der Technik, der schon viele Jahrzehnte alt ist. Also dass die Speichen da einen Einfluss haben, das hat man sich schon früh überlegt. Die erste Überlegung kommt dann schon aus den 70er, 80er Jahren, wo so Messerspeichen eingeführt worden sind.
Man hat sich überlegt, die Speiche muss ja für ihre Umdrehung einmal komplett durch den Wind fahren und wenn sie oben ist, überholt sie ja sozusagen das Fahrrad sogar. Da ist sie schneller als das Gesamtsystem. Deswegen sind die relativ wichtig und man hat ja auch die Möglichkeit, die Speichen dann platt zu walzen, möglichst strömungsgünstig in den Wind zu stellen.
Also keine runden Speichen, die jetzt mechanisch das Sinnvollste wären, sondern die Stahlspeichen platt zu schmieden, sodass sie eine geringe Stirnfläche haben. Das ist heute immer noch so. Also Messerspeichen sind bei einem Aero-Laufrad gesetzt. Die gibt es eigentlich nicht mit runden Speichen.
Und was man auch immer versucht, ist, so wenige Speichen wie möglich zu verbauen. Also je weniger Speichen, umso besser. Das ist das Ziel. Das ist klar. Allerdings gibt es auch da dann irgendwann ein mechanisches Problem. Die müssen ja letztlich das ganze Laufrad zusammenhalten. Die müssen riesige Kräfte aushalten.
Kompromisse bei der Speichenanzahl
Ja, auch da versucht man einen Kompromiss zu finden. So wenig wie möglich, aber so viel wie nötig. 18 bis 20 ist so im Moment üblich. An der Stelle ist es mal wieder an der Zeit, dass ich hier den Namen Paul Rinkowski droppe. Auch für mich als Erinnerung, dass wir endlich mal über diesen Menschen sprechen müssen. Der sich gerade um so etwas wie die Flachspeiche, also da hat er sich sehr verdient gemacht. Das nur als Aufhänger, kann man auch mal einfach googeln.
Also einfach suchen nach dem Mann. War ein krasser Konstrukteur. Nicht nur für Speichen. So gleichermaßen kam mir gerade in den Sinn, so ein Mavic-Laufrad mit frühen Karbonspeichen, mit runden Karbonspeichen. Das ist dann irgendwann schnell verschwunden. Da sehe ich so katastrophale Bilder auch von mir und denke da so an den Werkstoff. Damit komme ich ein bisschen von unserem Thema ab.
Der Einfluss der Nabe
Eigentlich wollte ich hin zur Narbe, bevor wir ganz außen ans Laufrad gehen. Hat die Narbe irgendeinen Einfluss? Irgendeinen? Sicher. Der ist nicht groß, weil sie jetzt von der Stirnfläche kaum noch was ausmacht. Also wenn ich von vorne gucke, dann ist die Narbe, weil nicht zu 70 Prozent oder so was von Reifen und Felge verdeckt. Wird dann auch durch die Gabel fast drum herum geleitet.
Klar, je dünner und schlanker die ist, desto aerodynamisch sinnvoller wird es sein. Aber auch dort ist es mechanisch, braucht sie gewisse Dimensionen. Wenn ich die unendlich dünn baue, dann müssen die Lager wahnsinnig klein ausfallen und dann hält es alles irgendwie nicht mehr gut. Es ist auch nicht mehr steif. Also ich brauche eine gewisse Steifigkeit, damit ich das gut lenken kann und damit ich das Fahrrad gut beherrschen kann.
Wenn das alles so zart ist und sich dann irgendwie verbiegt bei den Lenkkräften, dann führt es auch eher dazu, dass man im Rennbetrieb langsamer fährt, als dass man schneller wird. Dann gucken wir uns doch mal die Reifen genauer an. Welchen Einfluss haben denn Reifenprofil und vor allen Dingen, logischerweise, auch Reifenbreite?
Reifenprofil und -breite
Das war ja lange auch ein Thema. Das war lange ein Thema und ist immer noch ein Thema und geht mit der Laufradkonstruktion eigentlich auch immer einher. Man versucht, aus dem Reifen und der Felge, da sie ja auch als Form einer Einheit sind, immer so ein funktionierendes Gesamtsystem zu machen.
Und ideal ist, wenn wirklich die Felge millimetergenau auf den Reifen abgestimmt ist, dass da möglichst ein sauberer oder ein glatter Übergang entsteht. Also ungünstig ist ein relativ breiter Reifen auf einer schmalen Felge, weil zum einen habe ich dann so eine Kante, die dann Verwirbelung verursacht und zum anderen kann die Felge ihr aerodynamisches Profil gar nicht mehr ausspielen, weil es gar nicht mehr so zum Tragen kommt, weil es im Windschatten liegt.
Umgekehrt, wenn der Reifen zu schmal ist, habe ich dann auch so eine Kante im Felgenrohr, wo wieder Verwirbelungen entstehen. Und das sollte oder am optimalsten ist es, wenn es immer genau aufeinander abgestimmt ist. Und somit sind mit den Reifenbreiten auch die Felgenbreiten immer wieder gewachsen. Man versucht dann irgendwie, sich so einen Standard zu finden.
Aktuelle Standards
Im Moment sind es so 28 Millimeter, die im Rennbetrieb gefahren werden, und entsprechend haben dann die Felgen außenmaß so 30, 31 Millimeter, damit sie noch so ein bisschen den Bauch kriegen. Das ist wichtig, dieser Übergang. Man hat auch mal eine Zeit lang, als die UCI noch nicht so ein genaues Auge draufgeworfen hat, versucht, diesen Übergang zu verkleiden.
Ja, weil es lässt sich nicht vermeiden, dass da irgendwie eine Kante entsteht, wo der Reifen aufgezogen ist am Felgenrand. Und da gab es Versuche, das und nicht Versuche. Und das wurde mit so Silikon so geschmiert, um das da irgendwie glatt zu machen. Und von der Firma Mavic, wo sie Gerrit vorhin erwähnt hat, gab es sogar mal ein Laufrad, das hatte so angeklipste Felgen, also so Verkleidungslippen, die man da so reinmachen konnte, die da auch so diesen Übergang verkleidet haben.
Das war alles aerodynamisch günstig, hat alles was gebracht. Aber die UCI hat es inzwischen verboten, weil sie gesagt hat, es sind unerlaubte Tuning-Maßnahmen. Was in den vergangenen, naja, so zwei, drei Jahren groß aufkommt und eigentlich auch eine relativ junge Erkenntnis ist, ist dass das Profil einiges bewirken kann.
Aerodynamische Reifen
Die Firma Continental hat zusammen mit einem Unternehmen, mit einem Laufradhersteller, mit einem schweizerischen, einen Aeroreifen entwickelt, bei dem man ganz klare Effekte messen kann, das wirklich deutlich ist und der auch im Rennbetrieb gern eingesetzt wird von Rennfahrern. Und inzwischen versuchen sich da auch andere Hersteller dran, Reifenhersteller, die versuchen, mit einem Reifen aerodynamische Effekte zu erzielen, mit einem Profil und auch mit einer Form, die der Reifen hat, dass der nicht rund ist, damit man auch mit einem Reifen aerodynamisch schneller werden kann.
Da waren jetzt ganz viele interessante Punkte drin. Und wenn du jetzt diesen Reifen erwähnst, dann ist jetzt doch an dieser Stelle hier die Zeit, mal kurz auf die Werte zu schauen. Da das ein Reifen ist, der im Rennen eingesetzt wird bei Profis, können wir ja so die übliche Tour-Messweise nehmen, eure standardmäßigen 45 km/h, die im Windkanal simuliert.
Du hast eben gesagt, der hat einen wirklichen Effekt. Einen messbaren, ja. Ja, das ist der Effekt, den kannst du beziffern. Es kommt ein bisschen aufs Laufrad an, wie gut er damit harmoniert mit der Felge. Aber so 5, 6 bis 7 Watt messen wir da schon regelmäßig raus, wenn wir das mal gegenchecken. Und ja, das ist vieles relativ. Das sind dann vom Gesamtsystem 1 bis 2 Watt, sowas. Also vom Fahrrad ohne Fahrer. Viel ist es nicht.
Aber naja, wenn es um Sieg oder Niederlage geht, wird alles mitgenommen. Zumal dieser Reifen sonst keine Nachteile hat. Der fährt sich ganz normal und deswegen nimmt man das natürlich gerne mit. Das sind ja diese berühmten Marginal Gains. Ja, richtig. Ich finde, dass es den Reifen, soweit ich weiß, auch nur als Vorderreifen gibt. Oder der ist nur als Vorderreifen gedacht.
Felgenbreite und -form
Das bestätigt nochmal das, was du am Anfang gesagt hast. Es geht vor allen Dingen ums Vorderrad. Und ich finde noch etwas anderes interessant, was du gesagt hast. Das ist so ein bisschen, glaube ich, kontraintuitiv. Also wenn man sich mit dem Thema nicht so befasst hat, dann verblüfft einen das vielleicht erst mal. Du hast gesagt, die Felge an sich ist idealerweise breiter als der Reifen selbst. Ja.
Und in dem Zusammenhang gibt es auch so eine Regel, die wird diskutiert. Manche sagen, die gilt. Manche sagen, die ist inzwischen überkommen. Die 105-Regel, die kennst du auf jeden Fall, oder? Die kenne ich auf jeden Fall. Die Reifenbreite, außengemessen, 105 von der gefahrenen Reifenbreite betragen sollte. Ja, das sind Systeme, die auf jeden Fall gut funktionieren.
Aber die Felgenform muss dazu auch stimmen. Und der Reifen muss dazu passen. Weil man muss ja dann das dann schon genau messen und dann vielleicht irgendwie verschiedene Reifen auch noch durchbinden. Weil auch in den Reifen ist ja eine Toleranz drin. Wenn ich den ein bisschen mit mehr Luftdruck aufschlage, dann lädt er sich ein bisschen. Dann schlägt er sich ein bisschen mehr auf.
Also man kann das gar nicht so genau nehmen, dass es jetzt genau 105 sein sollte. Was feststeht, ist, dass die Konstruktionen, wo die Felge dann so ein bisschen bauchig über die Reifenbreite hinausragt, derzeit am besten funktionieren. Ja, aerodynamisch. Etwas Schnelleres, was komplett anders aussieht, hat bisher noch niemand erfunden oder auf den Markt gebracht. Das muss man so sagen.
Grenzen der Aerodynamik
Und daran haben sich viele gehalten. Das hat eine Firma mal so rausgefunden und dann auf den Markt gebracht und Erfolg damit gehabt. Und dann haben das viele kopiert oder sich angepasst. Und wie das dann halt so ist. Aber das hat natürlich auch Grenzen. Wenn ich dann irgendwann in den Gravel-Bereich oder Allround-Bereich komme und so 35, 40 Millimeter breite Reifen habe, dann wird es nicht besonders sinnvoll, noch so breite Felgen zu bauen, die dann noch den Reifen überragen.
Abgesehen davon, dass die Aerodynamik in dem Marktsegment nicht mehr so wichtig ist. Man kann ja durchaus beobachten, dass schon zu Felgenbreiten auch argumentiert wird, von dem man vor fünf Jahren noch gesagt hat, ja um Himmels Willen, das ist doch jetzt eine Enduro-Felge von Mountainbike oder so damals.
Hookless-Felgen
Und was wir auch diskutiert haben hier schon im Podcast in dem Zusammenhang ist sogenannte Hookless-Felgenform. Also ein Felgenbett oder ein Felgenhorn, was keinen Haken mehr hat, wie wir das klassischerweise haben bei den hohen Drücken, die wir im Rennradbereich auch immer wieder sehen. Da ist die Argumentation immer gewesen, das ist aerodynamisch günstiger. Eine Hookless scheint sich gerade nicht weiter durchzusetzen.
Manche Leute sagen auch, das zieht sich eher zurück. War das mit der günstigeren Aerodynamik dabei dann doch nicht so das Wahre? Also zumindest nicht durchschlagend. Von der Betrachtung her, wenn man es von außen sieht und sich das mal angeguckt hat, dann kann man sich schon vorstellen, dass es einen positiven oder einen negativen Effekt hat auf die Hookless-Felge und der richtigen Konstruktion.
Einfach weil der Reifen dort, wo er auf die Felge trifft, nicht so weit reingedrückt wird und sich da ein glatterer Übergang ergeben kann. Wirklich rausgemessen haben wir das aber nie. Also das dürfte sich auch im Bereich Marginal Gains bewegen. Das ist wirklich nicht viel und man darf sich dann die Frage stellen, ob es die ganzen Nachteile, die es dann da gibt, die wichtigsten sind.
Fertigungsweise und Kompromisse
Ich glaube, im Wesentlichen ist es die einfachere Fertigungsweise und dass die Felgen deutlich leichter gebaut werden können. Allein der aerodynamische Effekt ist es jetzt für viele Hersteller offenbar nicht wert, daran festzuhalten und es mit Macht in den Markt zu drücken. Wir sehen das auch und wir sehen eine Kompromisslösung. So Minihooks, so ganz schwach ausgeprägte Haken, die schon noch einen Halteffekt für den Reifen haben, die den Reifen nicht so gut bringen, aber die eben auch nicht ganz wie die klassischen drei, vier Millimeter breiten Haken den Reifen so nach innen drücken und so eine Rundung bilden, dass man da eine Kompromisslösung findet.
Schutzbleche und Aerodynamik
Dann kommen wir mal noch zu einem derberen Bereich. Ich nenne es ja die Fenderline. Gerolf würde sagen, Schutzbleche. Wie sieht es denn da aus? Also wir wissen es nicht. Ich weiß, dass es Diskussionen gibt, dass Schutzbleche ein Problem sein können. Da gibt es Argumente dafür, weil auch der Reifen und das Reifenprofil natürlich einen aerodynamischen Effekt hat und gerade an der Oberseite, wo der Reifen jetzt die Luft noch mal vor sich her schiebt, wenn das dort abgedeckt ist und die Luft da sauberer drum herumströmen kann, könnte das positive Effekte haben.
Andererseits haben wir auch da wieder eine Kante. Wir haben irgendwo Zwischenräume, wo sich Luft drin verfangen kann, wo sie aufgestaut werden kann und wo es wieder höhere Widerstände geben kann. Also wir haben jetzt noch nie ein Schutzblechrad im Windkanal gehabt. Wir haben noch keine Untersuchungen gemacht, Schutzbleche dran, Schutzbleche ab und so. Ich kenne ehrlich gesagt auch keine seriösen dazu. Ich kenne nur theoretische Überlegungen.
Ich würde mich da auch nicht festlegen. Ich würde sagen, es kann sein, dass es ein Setup gibt, das ausgeklügelt sein kann. Sie müssen schon echt eng anliegen, wo ich mich frage, ist das dann noch praktikabel oder schleift das nicht ständig oder verfangen sich Steinchen drin und so. Und auch die müssen halt von der Form und von der Breite sehr, sehr exakt an den Umfang angepasst werden und an die Rundung, sodass es als Verkleidung wirkt.
Fazit
Ja, ich höre daraus, ich muss Gerolf mal zu euch einen Windkanal schicken und dann hätten wir da vielleicht auch schon ein paar Stunden damit verbracht, um das mal rauszufinden. Aber so wichtig war es uns offengesagt bislang noch nicht. Naja, wir arbeiten dran. Also ich wollte auch schon fragen, wann es soweit ist. Aber das jetzt mal so vorlieben beiseite genommen, finde ich ja, dass auch noch mal einen interessanten Punkt an der Stelle, den man sich verdeutlichen kann, der einem sonst nicht so wichtig ist.
Und interessanterweise auch um verkürzte Schutzbleche, die also nicht so eingesetzt werden, dass man jetzt irgendwie eine Schutzwirkung vor Regen und Dreck hat, sondern einfach die, die das auf die Spitze treibt und sagt, es geht hierbei um Aerodynamik. Die fußt ja darauf, dass so ein Reifen, und das haben wir hier noch nicht so explizit angesprochen, der ist nicht nur schneller an der Oberseite, sondern der ist ja doppelt so schnell wie das Fahrrad.
Also der Reifen an der Straße ist hoffentlich bei Null, weil dann hat er Traktion. Und an der Oberseite ist das Profil einfach mal 100 km/h schnell bei 50. Und 50 die erreicht Christian Bollert hier in Fockeberg runter, spielend mit einem Bein. Also insofern, das ist ja die Argumentation dahinter. Das ist die Argumentation dahinter, genau. Und ja, wenn ich jetzt ein Reifenprofil drauf habe, dann ist es sicherlich nicht verkehrt, das abzudecken.
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Bei einem Rennreifen, der jetzt gar kein Profil hat, da kann man sich dann irgendwie schon fragen, ist der Effekt noch positiv? Und wie wir gelernt haben, gibt es auch Reifenprofile, die schneller machen. Vielleicht kehrt er sich dann um. Ich weiß es nicht. Ich warte auch noch auf die Untersuchung, auf die wissenschaftlich fundierte und seriöse. Vielleicht machen wir sie irgendwann. Dann machen wir das. Das ist aber jetzt hinten auf deiner Prioritätenliste.
Ich will auch gar nicht so rumreiten auf diesen Schutzblechen. Ich finde aber, wenn man sich das verdeutlicht, dann macht auch das Sinn, wenn man das so sagen kann, dass es halt so einen aerodynamischen Vorderreifen gibt. Weil wenn der 100 km/h schnell ist, dann kann ich mir schon mit meinen Bordmitteln so vorstellen, dass das einen Effekt hat.
Apropos Effekt. Also wir sind ja jetzt tief da drin, und wir werden es wahrscheinlich auch nicht mehr. Ich habe mir im letzten Jahr einen neuen Laufradsatz bauen lassen und habe mir so schön die Teile ausgesucht. Und da habe ich meinen Freund Jens angerufen und habe gesagt: „Jens, es stehen zwei Felgen zur Auswahl: die hohe, die ein bisschen schwerer ist, und diese ziemlich leichte, die flacher ist. Und du hast mir gesagt, nimm die flachere, die ist langsamer, aber die macht mehr Spaß. Kannst du mir das mal noch ein bisschen hinterfüttern?“
Ja, das ist schon ein bisschen langsamer, nämlich dann, wenn die Aerodynamik vom Fahrrad der wichtigste Fahrwiderstand ist. Im Flachen und man ist relativ schnell unterwegs, dann wird man mit der flachen Felge messbar langsamer unterwegs sein. Aber wie ich schon anfangs erklärt habe, handelt man sich einige Nachteile damit ein, weil die hohe Felge wird schwerer. Klar, es ist mehr Material da. Und ja, das geht auf den Fahrspaß.
Also das nimmt dem Rad Agilität, macht es nicht nur einfach ein paar 100 Gramm schwerer oder ein paar Gramm schwerer, sondern wirkt sich auch aufs Lenkverhalten aus, auf die Beschleunigung beim Antreten und so. Da sind leichte Laufräder schon echt ein Vorteil. Also vor allem gefühlt, weil es vom Fahrgefühl einfach dieses leichtfüßige, dieses Behände ist vom Gefühl nochmal deutlich stärker, als es eigentlich nur die Zahlen ausdrücken.
Und deswegen, ja, weil ich weiß, dass du ein Rad fahren hauptsächlich aus Spaß betreibst, habe ich dir zu dem Flachrad gesagt, dass du nicht so viele Sachen geraten solltest, weil die paar Sekunden in der Ebene, die sind wirklich nicht wichtig. Es ist immer so eine Abwägungssache. Man hat damit auch Vorteile.
Ja, wenn du viel in den Bergen fährst und dort irgendwie Windböen von allen Seiten kommen und in der Serpentine kommst du dann wieder aus der anderen Richtung. Auch da ist eine flache Felge im Vorteil, weil sie einfach berechenbarer fährt, weil du weniger Lenkmomente drin hast, die dich in deiner Fahrt stören. Deswegen ist nicht die möglichst hohe Felge per Sekunde, sondern immer die bessere.
Das sieht man auch bei den Profis, die nicht immer zur höchsten Felge greifen, sondern gerade wenn sie auf die Bergetappen gehen, nicht nur aus Gewichtsgründen auch flachere Felgen nehmen, sondern auch weil sie einfach beherrschbarer sind und berechenbarer. Und sie dann sich mit mehr Selbstvertrauen in den Abfahrten stürzen können, ohne irgendwie Angst zu haben, dass es die da mal plötzlich aus der Spur trägt.
Ja, deswegen habe ich eher zur flachen Felge geraten. Ist dahinter stehend das Prinzip Schwungrad. Also je genauer du dich berücksichtigst, je mehr du dich berücksichtigst, je leichter die Flache ist und dieser Fahrspaß daherkommt, dass sich das Schwungrad leichter auslenken kann.
Ja klar, du kannst es besser beschleunigen und du hast weniger Lenkkräfte, wenn du ein schweres Laufrad hast. Das ist dann schon alles etwas träger. Das liegt satter und stabiler auf der Straße. Klar, das ist die Frage, was man will, was man bezweckt, was man für einen Fokus hat beim Radfahren.
Aber für mich bedeutet Fahrspaß auch irgendwie, dass es reicht, dass das Rad schnell und abrupt reagiert auf das, was ich von einem Rad verlange. Und dann ist ein leichteres Laufrad einfach auch lebendiger. Das ist vielleicht der richtige Ausdruck. Es kostet alles nicht so viel Kraft und Energie, das zu bewegen, das zu beschleunigen und das zu lenken. Und deswegen macht es mehr Spaß.
Dann zoomen wir doch mal ein bisschen raus, nochmal zurück zu Lufti und nehmen uns diese 200 Watt Leistung, die wir immer so ein bisschen angelegt haben, die wir im System Fahrrad stecken. Bei dieser Leistung, wieder so ein bisschen grob geschätzt, welchen Unterschied können denn schnelle Laufräder, wie wir sie jetzt hier in dieser Episode besprochen haben, wirklich machen?
Beim Rennrad ja auch so um die 10 Watt, würde ich sagen. Also so über den Daumen gepeilt ist der Unterschied ungefähr so groß wie zwischen einem langsamen Rundrohrrahmen und einem schnellen Aero-Rahmen. Und ähnliches Potenzial haben die Laufräder. Wobei wir hier davon wirklich nicht sprechen können, also flache Kastenfelge, die mit dicken runden Speichen ausgestattet ist, und eine schnelle Aero-Felge mit wenigen Messerspeichen.
Die Felgenhöhe, über die wir jetzt viel diskutiert haben, die macht gar nicht mehr viel. Also wenn die Form stimmt, dann sind es wirklich nur noch so zwei, drei, vier Watt oder so, was die verschiedenen Felgenhöhen ausmachen können. Auch deswegen sollte man sich gut überlegen, ob man wirklich unbedingt eine hohe Felge braucht.
Im Alltag oder im normalen Fahren kann sie eben auch zum Nachteil werden. Und wenn man jetzt kein Profi ist, der aus dem Mannschaftsbus kommt, den Finger in die Luft regt und sagt: „Heute 60 Millimeter“, sondern wenn man sich auf einen Laufradsatz beschränken muss, dann eher irgendwie was mittleres oder roundermäßiges oder vielleicht sogar flaches zu wählen, ist sicher sinnvoll.
Weil viel Unterschied ist es in der Felgenhöhe, wenn es jetzt vergleichbare Formenkonstruktionen sind, ist es nicht. Kann ich übrigens aus persönlicher Erfahrung bestätigen. Ich habe auch eine Felge, die relativ hoch ist, und wenn es ein bisschen windiger wird, dann merke ich es schon. Ich bin ja so ein ziemliches Leichtgewicht, und da bläst es dann schon manchmal ganz schön rein. Das hatte ich mit dem vorjährigen Rad nicht.
Also das ist dann wirklich so ein kleiner Nachteil, den man dann in Kauf nehmen muss. Ja, also kann ich dazu noch sagen, dass es Bemühungen gibt, Felgenformen zu erfinden, die trotz hoher Felge Seitenwind unempfindlicher sind. Da geht es dann so um kleine Abrisskanten oder sowas, wo man versucht, dieses Lenkmoment zu eliminieren, dass der Wind eben nicht so einen Lenkeffekt hat.
Aber da ist man noch nicht besonders weit. Das ist noch ein Forschungsfeld. Löcher reinbohren, Löcher reinbohren, das würde aber nicht schneller machen, vermutlich. Ja, in der Golfballoberfläche gibt es ja verschiedene andere Felgenformen noch, Stimmanzüge, ja, für die wir jetzt hier keine Zeit mehr haben.
Ich habe eine letzte Frage an dich, Jens. Wir haben jetzt quasi so die drei Hauptelemente der Aerodynamik am Rad besprochen: Also den Menschen auf dem Rad, den Rahmen und seine Anbauteile und die Laufräder. Wenn ich jetzt einen Radfahrer habe, nennen wir ihn Christian B., und der hat ein Fahrrad und ein Setup, was insgesamt optimierbar ist.
Also ich könnte sowohl bei Christian B. die Sitzposition optimieren oder die Rahmenform. Das scheint mir alles ein bisschen weit hergeholt. Oder die Laufräder. Ich kann aber nur eins machen. Wo habe ich den größten Effekt? Wo sind die meisten, wo du den größten Effekt hast?
Ja klar, sind die großen Effekte bei der Sitzposition definitiv. Aber auch da muss man dann irgendwie schon wieder gleich einschränken. Man muss natürlich erst mal den Christian fragen, ob er sich denn auf seinem Rad überhaupt wohl fühlt und wie wohl er sich mit einer anderen Sitzposition fühlen würde. Und dafür müsste er sie dann erst mal ausprobieren.
Und auch dann muss man sich dann auch mal ein bisschen mehr überlegen. Oft geht sowas dann mit einem anderen Rahmen einher, weil ein Rahmen ja auch eine Sitzposition vorgibt, ein Stück weit, wenn man an den Grenzen des Einstellbereichs dann angelangt ist. Aber so rein in der Theorie, klar, die Sitzposition.
Also wenn du da irgendwie zwei, drei Zentimeter vorne mit dem Lenker nach unten kommen kannst, deine Stirnfläche verkleinern kannst, das hätte mit Sicherheit den größten Effekt. Lenker schmaler, auch das ist definitiv mehr für die Leute, die jetzt in andere Laufräder und in einen anderen Rahmen zu investieren. Vor allen Dingen bringt es mehr fürs Geld.
Ja, es war jetzt eine rein theoretische Frage. Es war ja sehr hypothetisch, die Gerolf hier gestellt hat. Aber es hilft ja vielleicht ein bisschen, das Verständnis zu schärfen. Das klären wir dann im Windkanal.
Ich würde vorschlagen, wir lassen das jetzt alle mal ein bisschen sacken. Also du, Jens, du, Christian und ich, Gerolf, weil wir sind jetzt einmal ums Fahrrad herumgereist, geschlichen, gestriffen. Es sind so ein paar Sachen, die müssen sich bei mir erst mal so setzen.
Also für mich ist heute wirklich eine neue Erkenntnis, dass mit Felgen und Reifenform das ist mir eigentlich klar gewesen. Ich weiß, wie sowas aussieht, damit man sagt, das ist schnell. Aber dass es bei dieser baurigen Felge letztlich darum geht, einen Reifen zu simulieren, weil das ja hinten um 180 Grad gedreht ist beim zweiten Durchgang durch den Wind, ist mir nicht aufgegangen.
Ich vermute, euch könnte es an der einen oder anderen Stelle ähnlich gehen. Und vor allen Dingen kann das auch sein, dass es den Leuten, die hier zuhören, so geht. Und deswegen, beim nächsten Mal, lasst uns doch einfach unsere Fragen, die jetzt nach dem Hören aller Folgen aufgekommen sind, da nochmal abschließend besprechen. Und da bin ich gespannt, was dabei rauskommt.
Jens, ich sage dir auf jeden Fall erst mal vielen Dank. Immer gerne. Und ich bin gespannt auf die Fragen. Bis bald. Danke euch. Guten Flug, Lufti.
Die Aufnahme ist wenige Wochen her, als wir hier mit Jens gesprochen haben. Hat in diesem Jahr stattgefunden. Und du bist seitdem gedanklich schon eine Weile in Sachsen-Anhalt unterwegs gewesen. Ist dir noch was im Kopf davon? Hast du Erkenntnisse daraus mitgenommen oder ist das nur ein Witz? Oder ist das für dich alles schon?
Aus dem Gespräch? Ich überlege gerade, ob sozusagen was langfristig bei mir hängen geblieben ist. Also ich fand es auf jeden Fall nochmal, ich finde sowieso Lufti irgendwie eine gute Serie. Also da verstehe ich immer noch mal ein bisschen besser, wie das alles so läuft.
Ich glaube, es ging ja auch um zum Beispiel die Höhe von Felgen. Da ist mir tatsächlich auch sehr wichtig, welchen Effekt das eben auch haben kann. Und warum ich beispielsweise als relatives Leichtgewicht manchmal bei Wind in der Ebene das Gefühl habe, gleich weggeweht zu werden, während andere Leute, die neben mir fahren, denken: „Das fährt sich ja wie auf Schienen.“
Also dass man da immer mal auch so ein bisschen die Kompromisse, weil ich habe relativ hohe Felgen. Und so, dass man da immer auch das erste, was mir so einfällt, was bei mir nochmal so ein bisschen Klick gemacht hat im Kopf.
Christian, wenn wir hier schon einmal dabei sind, ich will dir noch eine Geschichte erzählen. Na los! Ich habe mehrmals in den letzten Jahren den Namen Rinkowski erwähnt und so auch in diesem Gespräch, als es um die Flachspeiche ging. Und das mache ich, weil ich zu diesem Gegenstand schon eine besondere Beziehung habe.
Genau, das war kurz nach meinem 18. Geburtstag. Ich habe für fast jedes Radkulturmagazin geschrieben und habe mich viel mit Technikthemen beschäftigt und Technikgeschichte und so was. Und 2011 ist auf jeden Fall eine meiner Top 3 Recherchen, würde ich sagen, mindestens. Da muss ich irgendwann noch die anderen beiden Fragen, aber ja, ist eine Geschichte gewesen über Radsport und Radsporttechnik in der DDR und darüber, was es gab und was es nicht gab.
Das Spannende daran ist, was es nicht gab und was dann damit gemacht wurde, dass es nicht viel gab. Ein klassisches Thema für tatsächlich DDR-sozialisierte Menschen, dass es vieles nicht gab und man dann irgendwie angefangen hat, irgendwas selber zu bauen. Und mit was ist man in der DDR gefahren? Also vor allen Dingen sportlich Rennrad gefahren. Was gab es? Was gab es nicht?
Fahrstil hat immer so Themenhefte, und damals war das Thema „Gekauft“ als Überthema. Und die Frage war halt, was gab es nicht zu kaufen und was hat man gemacht? Und ich habe eine Recherche gemacht, bei der meine Kollegen und ich habe dann auch mit 16 Leuten gesprochen für diese Geschichte. Die kommen auch alle vor. Es gibt eine eigene Doppelseite mit einem Organigramm.
Das würde dir dein heutiger Chef nicht durchgehen lassen, sage ich dir. 16 Leute für einen… Ja, aber cool, du bist richtig tief reingegangen. Ja, weil diese Geschichte ist wahnsinnig faszinierend. Und jetzt kommt es: Wir ziehen uns von Namen wie Rinkowski, Püttel bis zu Zabel.
Das war auch sehr schön, den ich im alten Trainingsraum getroffen habe. DDR, wie sagt man, waren das damals Hometrainer? Ja, oder Rollen? Ja, aber nicht so richtig stationary. Fest montierte Räder. In meiner Erinnerung mit so Hammerschlaglack teilweise lackiert, dann mit so natürlich angerostet, mechanischer Wattanzeige, war es, glaube ich, so wunderbar.
Also was seid ihr gefahren? Mit was habt ihr euch beschäftigt? Was habt ihr da gemacht? Und neben dem, dass ich zum Beispiel dann Beispiele gefunden habe für Bremsbeläge, die in Erfurt in der Kondomfabrik entstanden sind, oder Kettenblätter, die in Chemnitz damals Karl-Marx-Stadt im Reichsbahnausbesserungswerk entstanden sind aus Bodenblechen von sowjetischen Lokomotiven.
Da haben wir wieder deine Eisenbahnbezüge. Man hat also diese Lokomotiven irgendwann umgerüstet auf geriffelte Bleche, wahrscheinlich weil es so rutschig war, weil es irgendwie ölig war. Und dann haben finnige Leute dort einfach sich diese Bleche rausgezogen und haben gesagt: „Na gut, da können wir doch was machen.“ Dann haben die sich Fräser gebaut und haben daraus Kettenblätter hergestellt.
Sorry, ich muss es einmal sagen: Wir hatten ja nichts. Zumindest in Chemnitz oder Karl-Marx-Stadt. Eines der bewegendsten Gespräche in dieser Recherche war das mit Hans Kochlig und Wolfgang Taubmann. Hans Kochlig war jemand, der später Rahmenbauer wurde. So haben die beiden zumindest gesagt, die waren ganz früh dabei, aerodynamisch zum Beispiel Rahmen zu optimieren.
Also japanische Importrohre Ishiwata in 30 Tonnen Pressen per Hand zu verformen und die dann fit zu machen. Weil man im Arbeiter- und Bauernstaat zwar für die normale Grundversorgung der Bevölkerung, es gab sehr wenig, das war technisch auf einem eher robusten Niveau. Sehr niedrig, ja.
Aber man hat versucht, weil der Sport ja auch für diesen Staat nach außen so ein Riesenaushängeschild war. Wir kennen die ganzen Geschichten oder viele Geschichten, die da dran hängen. Man hat da wirklich versucht, richtig krass. Die Kroassen im Trainingsanzug ist, glaube ich, das Bild. Krasses Material entweder zu beschaffen oder es wurde hergestellt.
Auch unter Bedingungen, dass ich heute, wenn man mit dem, was ich da gehört habe, also heute würde ich das einfach Burnout nennen. Also die Leute haben sich krass in Nachtschichten, in 16 Stunden Schichten wirklich an die Grenze und darüber hinaus gearbeitet. Und Taubmann und Kochlig konnte ich treffen, um Lösungen zu finden, um sozusagen mit dem Weststandard mitzuhalten oder es mal so übertrumpfen oder natürlich idealerweise sogar noch besser zu sein.
So Taubmann und Kochlig haben zusammengearbeitet mit Paul Rinkowski. Paul Rinkowski ist ein Konstrukteur gewesen hier in Leipzig, der sich an ganz vielen Stellen um Aerodynamik bemüht hat. Ich werde auch irgendwann eine Folge zu ihm produzieren. Das steht schon lange auf meinem Zettel.
Und ich setze mich jetzt hiermit zusätzlich unter Druck, indem ich das nochmal sage. Indem du dich selber unter Druck setzt, das ist immer die beste Methode. Liegeräder, Scheibenräder, sonst irgendwas. Der Mann hat auch in Handarbeit Reifen hergestellt für die DDR-Bahn-Nationalmannschaft. Aber nicht so, wie sich das jetzt ungefähr alle Leute vorstellen, die das hören.
Die denken dann vielleicht so an: „Okay, der hat dann Stoff gehabt und dann hat er das irgendwie geklebt.“ Nein, Rinkowski hat gewebt. Der hat beim Faden angefangen und hat Laufflächen und Protektoren aus Reifen aus dem kapitalistischen Ausland dann da drauf geklebt. Die DDR-Bahn-Nationalmannschaft ist auf diesen Reifen gefahren und hat Sieger eingefahren. Und das wog auf seinen Schultern.
Der hatte auch so eine Maschine in der Küche stehen, mit der er seine Arbeiten gemacht hat. Und zwar hat er auch begonnen, Speichen abzuflachen. Die Maschine stand in seiner Küche, aber nicht als Küchengerät, sondern weil er da gearbeitet hat. Er hat verschiedene Konstruktionen gehabt. Hat alles dieser eine Mensch gemacht, Rinkowski. Und seine Frau waren auch mit beteiligt.
Das ging bei denen also dann weit in den privaten Bereich. Hat sich das reingezogen. Und mit diesen Flachspeichen ist auch mindestens die DDR-Bahn-Nationalmannschaft unterwegs gewesen. Und Hans Kochlik war deren Mechaniker. Da schließt sich der Kreis.
Um Material zu bekommen, waren ganz wichtig Reisen und Wettkämpfe. Denn zu diesen Anlässen ist man in Kontakt gekommen mit Sportlern und Sportlerinnen aus dem kapitalistischen Ausland. Und dann konnte man tauschen. Dann konnte man gaupeln. Was ist das so tauschen? Ja, kenn ich gar nicht.
Der Artikel heißt „Kowalit und Krimsekt“. Der heißt deswegen so, weil das die zwei Hauptwährungen waren. Also das, was die DDR anzubieten hatte. Was ist Kowalit? Kowalit sind Reifen. Und zwar nicht die aus der Handproduktion von Rinkowski, sondern das ist ein DDR-Reifen gewesen, der auf einem ziemlich hohen Niveau war.
Da gab es, du siehst, ich schweife jetzt auch mal aus. Es scheint ein Thema zu sein, wo du wirklich tief drin bist. Allein mit diesem Reifen gab es Rangierfahrten in Berlin, nämlich aus der Hauptstadt der DDR, also mit der Eisenbahn, diese Rangierfahrt, die dann irgendwelche Züge nach West-Berlin verschoben haben und zurück oder irgendwelche Waggons ausgetauscht.
Die Interzone-Züge mussten irgendwie durchkommen. Auf Rangierfahrten zum Beispiel hat man diese Reifen ausgetauscht. Also hat die rüber geschmuggelt, mit Investen genommen, dann hat man da andere Teile zurückgeholt. Eine wahnsinnige Geschichte.
Also es scheint ja so, als ob du hier noch mehrere Folgen zu diesem Thema machen könntest. Und jetzt kommts: Ich sitze mit Kochlik und Hauptmann da. Und Kochlik erzählt mir zum Beispiel von dieser Speiche. Und er sagt mir so: „Ja, und dann irgendwann habe ich den Brühlmann von der Schweizer Nationalmannschaft. Da habe ich da was getauscht. Ich weiß nicht mehr genau, was das war.
Er hat irgendwann auch mal einen großen Kampa-Mechaniker-Koffer bekommen und so. Aber das weiß ich nicht mehr, gegen was das getauscht hat. Aber er sagt, dem habe ich eine Speiche mitgegeben. Und die hat er genommen. Da hat er sich gefreut. Und ich habe schon erwähnt, es war eine große Recherche. Ich war viel unterwegs.
Wir waren zu einem Pressetermin in Zürich. Und der war durch. Und dann sind wir noch zu Fritz Brühlmann gegangen, der wiederum, wenn ich mich nicht täusche, Bahn-Nationalmannschaftsmechaniker war in der Schweiz. Also ich täusche mich nicht, das war er. Und wir sprechen über all die Dinge, die da so gewesen sind.
Und dann irgendwann sage ich so: „Herr Brühlmann, der Herr Koch liegt, der hat mir da was erzählt von so einer Speiche. Da gibt es irgendwie so ein Gerücht, dass sie da was mitgenommen haben. Ist da was dran?“ Dann guckt er mich an, tritt einen Schritt zurück, zieht aus dem Schrank, vor dem wir stehen, die Schublade auf und sagt so: „Ja, hier ist sie.“
Und dann holt er diese Speiche raus. An dieser Speiche hängt ein Schild dran, handgeschrieben. Und auf dem Schild steht: „Muster DDR vor 1977.“ Und dann das lese ich jetzt vor, sagt er, dass er sich an die Vereinigten Bratwerke AG genannt hat. Das ist der Vorgänger von DT Swiss, also einer der ganz großen Speichenhersteller.
Und er sagt: „Ohne die Musterspeiche aus der DDR, die ich mir bei Hans Kochlik organisierte, wäre ich nicht auf die Idee zur Messerspeiche gekommen. Und ohne unsere Bahnlaufräder hätten auch die Vereinigten Bratwerke nicht angefangen, Messerspeichen zu produzieren. Wir waren die ersten damit auf der Welt nach der DDR“, sagt er.
Und vor mir liegen diese paar Gramm Metall. Und du weißt, es ist dieser eine Gegenstand, in dem also steckt dieser ganze Wissenstransfer drin. Und der ist rübergewandert. Und in dem Moment, wo ich in Zürich stehe und den frage, zieht der das auf. Reporterglück nennt man das.
Ja, es geht ja nicht nur um Glück. Ja, aber erarbeitetes Reporterglück. Und das war deswegen für mich so eine Geschichte. Deswegen erwähne ich den auch immer wieder, weil genau diese Sachen da drin stecken. Und das auch mit ganz tragischen Geschichten, aber durch diesen Gegensatz aus ganz wenig Verfügbarkeit ja, Mangel.
Und trotzdem diesen hohen Anspruch. Und dann auch auf der anderen Seite einem anderen Wirtschaftssystem, was viel leistungsfähiger war, da Rennmaschinen herzustellen mit ausgefuchsterer Technik, die dann irgendwann natürlich in vielen Bereichen der Osttechnik enteilt ist. Aber eben nicht in allen. Das war so faszinierend.
Und ich nehme mir jetzt hiermit vor, dass ich mich darum nochmal kümmere um Rinkowski. Und ich kann noch sagen, wenn jemand noch mehr dazu hören will, also zum Beispiel, was im VEB Medizintechnik in Leipzig nachts passiert ist, wenn man so schöne große Eloxalbäder hat und was man dann macht, wenn man zum Beispiel ein paar Felgen und so.
Oder zum Beispiel mit Titan, mit Rom-Titan, also nicht Rom-Titan, aber so Titanstäben. Jetzt hast du mich. Die man irgendwie abzweigt aus einer sowjetischen Kaserne. Wer das nachlesen will, der kann das tun im Fastier Magazin. Das ist die Ausgabe Nummer 4, gekauft aus 2011.
Ich muss dich allerdings enttäuschen, die ist nicht mehr erhältlich. Ich habe extra noch mit dem Chefredakteur gesprochen, der das immer noch ist und weiter bleibt. Aber man kriegt sie manchmal auf Ebay Kleinanzeigen. Ich wollte gerade sagen, vielleicht kriegt man sie, wenn man wirklich Interesse daran hat, bei Kleinanzeigen.
Es gibt ja auch noch andere Kleinanzeigen mittlerweile. Vorhin habe ich da durchgeblättert und dann sehe ich auch Bilder aus dem Windkanal. Habe ich noch mit Jens gesprochen. War nämlich ein Dresdner Windkanal, den gibt es aber nicht mehr. Das ist ein anderer als der, in dem Jens manchmal war.
Und auf diesen Fotos von diesem Windkanal, die sind so schön, so Schreibmaschinen beschriftet, wie man das so kennt aus DDR-Akten. Da ist ein Sportler namens Jens Vogt, der dort in verschiedenen Haltungen auf dem Rad sitzt und so. Also das steckte da alles drin. Und das musste ich dir jetzt endlich mal erzählen.
Ja, und es klingt so, als ob das noch mal mindestens eine eigene Ausgabe sein muss, diese ganze DDR-Technik. Du hast es ja auch hier und da schon mal mit den Bahnrädern und so, aber da sollten wir uns vielleicht auch nochmal… Aber du hast ja gesagt, es ist ein großer Themenspeicher.
Ja, ist es drin. Die große Aufgabe dabei ist, die dass, naja, nicht nur sortieren, sondern es sind verschiedene Geschichten, die sich aufeinander beziehen. Also man versteht das erst richtig, wenn man mit verschiedenen Leuten zu verschiedenen Themen spricht.
Also es ist ein Geflecht oder eine Serie. Ja, genau, das ist ja der Gedanke. Aber dann ist die Frage, wo platzierst du die? Weil ich kann mich bisher noch nicht beschweren, dass ich hier zu wenig Themen hätte. Ja, spannend. Genau, aber das steckt alles drin.
Hier sind natürlich Fotos dieser Speiche. Und da, wo wir mit Jens darüber sprechen, fiel mir das nochmal ein. So, das war meine Geschichte. Danke für diesen Exkurs. Ich habe auf jeden Fall wieder einiges gelernt.
Und dass gerade diese Messerspeiche offensichtlich zurückgeht auf eine DDR-Erfindung, habe ich nicht gewusst. Habe ich wieder was gelernt in dieser Ausgabe. Ja, kam dann auch an anderer Stelle. Campagnolo Schamal waren auch wichtige Laufräder, die es dann gegeben hat.
Die hat natürlich jemand mitentwickelt, der auch damit zu tun hatte. Christian Püttel, jetzt in Raststadt, damals in Karl-Marx-Stadt. Ausreiseantrag gestellt. Er hat nicht mal einen Tag Zeit gehabt, um auszureisen. Das war auch ein bewegendes Gespräch dort.
Also ja, war eine krasse Recherche. Jetzt hast du vielleicht gemerkt, warum das zu meinen Top 3 Recherchen zählt, die ich damals gemacht habe.
Ich traue mich gar nicht, jetzt noch die anderen beiden anzusprechen, aber das machen wir ein anderes Mal. Ja, das machen wir ein anderes Mal. Kai Katzig weiß Bescheid. Dario Pegoretti. Aber da fangen wir jetzt nicht von an. Vielleicht machen wir das in der nächsten, wobei in der nächsten, da weiß ich nicht, ob du dabei bist. Ich glaube nicht.
Die kommt aber trotzdem ohne eine weitere dieser Geschichten, aber mit einer ganz anderen Geschichte in der kommenden Woche. Wenn ich nicht krank werde, gibt es die am Freitag, dem 20. Februar. Und bis dahin erreicht ihr uns wie gewohnt unter antritt at detektor.fm und bei Instagram und was so dann. Genau, und ich platziere an dieser Stelle nochmal: Wenn euch diese Geschichten gefallen, wenn euch auch das, ich sage es mal im positiven Sinne, Abnörden von Gerolf beispielsweise zu so Technikfragen mit DDR-Bezug gefällt, dann lasst uns gerne auch mal fünf Sterne da, zum Beispiel bei Apple Podcasts oder auch bei Spotify.
Denn das hilft uns, auch Sichtbarkeit zu bekommen für diese Geschichten, für die Inhalte, die wir hier machen, eben nicht nur in sozialen Netzwerken, sondern gerade auch auf den Podcast-Plattformen, wo man Sterne da lassen kann. Fünf Sterne sind für euch kostenlos, aber für uns sehr, sehr wertvoll. Ja, das auf jeden Fall.
Und wir können jetzt natürlich noch den Kreis schließen und sagen, dass es in Sachsen-Anhalt natürlich nicht erst das Strike Bike gab in Nordhausen, sondern in Sangerhausen natürlich auch ganz viele wichtige Dinge entstanden sind, Dinge passiert sind, für Fahrräder, vor allen Dingen in der DDR. Also falls du da mal noch einen Hinweis brauchst, schick mir mal eine Mail. Ja, ich schick dir mal eine Mail. Wir nehmen das mal mit.
Genau. Ich war dann in den vergangenen Tagen noch weiter angestachelt, irgendwie nach Musik zu suchen, oder die kam irgendwie so auf mich zu, die einen Winterbezug hat. Weil ich da beim letzten Mal auch so verblüfft war, was mich da so angesprungen hat. Und da schließt sich auch ein bisschen der Kreis.
Und zwar damals, in der Zeit kurz nachdem ich 18 wurde, ich hab’s schon erwähnt, 2011, da hab ich wirklich sehr gern und sehr viel und sehr oft der Band Blumfeld zugehört, die ich bis heute verehr. Und mein Chefredakteur Hans David Kossmann, ich grüße herzlich, der fand es immer nicht so gut, weil der hat leider nie den Bezug gefunden zu dieser Band. Blumfeld spaltet halt sehr.
Ja, aber ich hab nachgelesen: Jens Balzer, den du vielleicht kennst. Klar, Jens Balzer hat tatsächlich geschrieben, dass das letzte Blumfeld-Album „Verbotene Früchte“ das beste Album der – wie sagt er – die beste deutschsprachige Platte der Nuller Jahre ist, die mit leichter Hand letzte Fragen stellt und sie beantwortet.
Und zwar, also sie heißt „Verbotene Früchte“ und sie stellt Fragen wie: Woher kommt das Obst? Wohin geht es? Wo entspringen die Flüsse, die man mit Schiffen befährt? Welches sind die Apfelsorten, die am besten schmecken und in denen sich zugleich die Geschichte des Obstbaus in exemplarischer Weise sedimentiert? Ich hab so eine Schneemann-Assoziation.
Ja, ist ein super Album. „Verbotene Früchte“ ist eine super Band und ich glaube, meine Lieblingszeile von diesem Album ist: Und jetzt halte ich fest, ich sehe das Leere zu viel und die Zeit, die mir bleibt von meiner tragbaren Lichtung, kann ich nichts mehr dazu sagen. Und da hat Jochen gesagt: Mic Drop.
So, jetzt dürfen wir diese Folge nicht überfrachten. „Atem und Fleisch“ heißt der Song und da kommt nämlich auch der Winter drin vor. Der ist mir entgegen gekommen und ja, fand ich gut, hab ich mit Freude gehört. Vielleicht ja auch.
Ja, also Blumfeld, ich bin raus und freue mich schon wenn wir uns mal wiedersehen. Ja, ich freue mich auch schon. Ich habe so das Gefühl, wir haben so eine Zweiteilung. Vor dem Gespräch mit Jens hast du so gesprudelt und vielleicht habe ich jetzt ein bisschen gesprudelt. So ist es manchmal. Der Doppelsprudler.
Ich wünsche gute Fahrt. Ciao. Tschüss.
[Musik: Blumfeld – Atem und Fleisch]