Hier ist der Antritt der Fahrrad Podcast auf detektor.fm mit der dritten Juni Ausgabe 2026.
Mein Name ist Gerolf Meyer und ich bin Christian Bollert. Ich gucke parallel. Wir sind im Interview Raum 2 auf der Eurobike, auf der Eurobike, auf der Messe Frankfurt.
Hallo Christian.
Hallo Gerolf, wie geht’s?
Och ja, du bist schon ein bisschen länger auf der Eurobike. Ich bin ja hier kurz angereist und reise auch bald wieder ab. Aber du hast einen schon intensiveren Eindruck. Wie ist dein Eindruck von der Eurobike 2026?
Der ist, oh, der hat verschiedene Ebenen. Naja, der ist anders als die letzten Jahre gewesen. Das ist hier eine kleinere Messe. Ich glaube, drei statt fünf Hallen, zum Beispiel. Ja, genau. Das ist kleiner. Es ist, glaube ich, heißer als in den letzten Jahren. Ich bin sehr froh, dass dieser Raum hier klimatisiert ist, ehrlicherweise.
Ja, genau. Es ist nicht alles klimatisiert und nicht jede Klimaanlage schafft es, mit den aktuellen Bedingungen umzugehen. Leider auch die in meinem Hotel.
Ja, und es ist so eine Messe, die, wie soll ich sagen, diese Entwicklung dieser Branche ist so, irgendwie, obwohl es kleiner ist oder vielleicht auch deswegen, ist das für mich irgendwie plastischer. Also auch was so die technische Entwicklung anbelangt. Vielleicht auch in einem Bereich, mit dem wir uns gar nicht so viel sonst beschäftigen.
Das sprichst du für mich schon mit. Aber ja, sag, was ist das für ein Bereich?
Ja, das kann ich dir mal so als These vorlegen. Du kannst dich ja da so positionieren. Leg’s mal vor.
Also ganz subjektiv, für mich, was mir als erstes einfällt hier als irgendwie die Neuheit, was man manchmal so hat, dann sind das zwei E-Bike-Motoren. Zwei getriebelose E-Bike-Motoren, die also so einen klassischen Fahrradantrieb, so wie wir noch groß geworden sind. Ein Fahrrad hat meistens eine Kettenschaltung. Und so sieht ein Fahrrad aus. Das ist dann aber gar nicht mehr so unbedingt.
Wie ist das? Es sieht aus wie ein E-Bike. Es ist ein E-Bike. Das heißt, du hast diese Getriebeeinheit, die irgendwie am Tretlager ist. Und wie der angebracht ist, Akku ist untergebracht im Rahmen. Bisher hattest du ja den Motor dann in dieser Einheit. Und der hat sich bei einem halbwegs sportlichen Rad, bei den meisten E-Bikes, hat der Motor über eine Kette seine Kraft auf oft eine Kettenschaltung übertragen.
Und das kann man aus verschiedenen Blickwinkeln sehen. Und da gibt es halt Hersteller, die sagen, das muss so nicht sein. Und die sagen, ja, dann machen wir das Getriebe doch einfach mit, bei uns dort rein, wo dieser Motor sitzt. Teilweise ist es, glaube ich, auch gar kein Getriebe.
Das ist interessant. Das habe ich tatsächlich auch in einem Stand gesehen. Und das ist schon anders. Genau, es sind mehrere. Und es ist jetzt auch nicht das, dass es zum ersten Mal, also dass es die ersten beiden Hersteller wären. Aber es wirkt wie ein ziemlich großer Aufschlag. Das ist also dann auch nicht nur an einem Rad verbaut, sondern gleich an mehreren von mehreren Herstellern.
Und es sind zwei große Hersteller aus China. Das wirkt ziemlich na- ja, das ist selbstbewusst. Und ohne dass ich total in dem Thema drinstecke, hat das Relevanz. Und früher, das fühlt sich auch so komisch an, das so zu sagen. Aber früher hatte so ein Eurobike-Auftritt, da war man diesen relevanten Themen so.
Ich meine, das waren, was waren das für Geschichten? Du hast eine neue Laufradgröße am Mountainbike oder du hast neue Schaltungen. Gravel kommt. Du hast die Entwicklung von der Felgenbremse zur Scheibenbremse. Du schaltest nicht mehr genau elektronische Schaltungen. Aber das ist immer noch dieses Klassische, irgendwie mechanische.
Und das ist schon interessant, wenn man dann hier hinkommt und einfach merkt, okay, da gibt es jetzt so mehrere Veränderungsschritte in den letzten Jahren. Das ist auch keine riesige Neuheit, nicht überraschend. Aber ich finde, es trotzdem immer noch anders greifbar, wenn man das direkt sieht, sieht und erlebt und es einem so offenbar wird.
Ja, ja, ja.
Ja, ich muss sagen, also ich bin jetzt auch seit einigen Jahren immer mal wieder und eigentlich fast jedes Jahr auch mindestens ein, zwei Tage auf der Eurobike. Also A ist mir das auch aufgefallen, tatsächlich bei mir bei einem sehr konkreten Beispiel, weil ich es da auch gesehen habe, was du gerade beschrieben hast. Das ist schon interessant.
Und damit geht ja auch einher, so ein Gesamtsystemansatz, würde ich sagen. Also so ein bisschen wie wir es vielleicht bei Tesla auch gesehen haben. So wie wir machen jetzt eine ganz neue Marke und da ist alles schon mit drin. Und da gibt es die Ladesäule, gibt es noch direkt mit dazu. Und so, also dass man nicht mehr so in Komponenten denkt, so wie früher, vielleicht um das mal so zu sagen, sondern das alles aus einer Hand.
Und so kommt. Also das finde ich ganz spannend. Aber dieses andere Gefühl ist mir natürlich auch aufgefallen, dass so viel können wir, glaube ich, spoilern. Unser Gesprächspartner in dem Podcast hier spricht auch von einem Übergangsjahr, von der Übergangsveranstaltung.
Ich habe so ein bisschen das Gefühl, gerade im Vergleich zum letzten Jahr, wo wir auch schon darüber gesprochen haben, dass ein bisschen weniger geworden ist, dass große Marken fehlen und so. Es ist alles wirklich noch mal ein bisschen kleiner und ein bisschen leerer.
Also im Medienzentrum sind weniger Leute, die Hallen sind weniger geworden. Bestimmte Gänge, durch die ich letztes Jahr noch gelaufen bin, sind abgesperrt. Da kommt man gar nicht mehr lang, damit die Besucherführung auch ein bisschen anders ist, damit es auch wieder ein bisschen voller wirkt und so.
Also das spürt man schon auch. Und ich bin sehr gespannt, wo sich das noch so hin entwickelt. Weil wir haben es ja immer mal wieder diskutiert. Irgendwie braucht man so einen Austausch, so ein persönliches Treffen. Gleichzeitig gibt es diese ganzen Bewegungen, die wir alle irgendwie diskutiert haben. Marktdruck, Überproduktion, Verlagerung nach Asien und so weiter und so fort. E-Bikes, diese ganzen Themen, die wir irgendwie alle so haben. Inflation und Krisen und Schließungen von Firmen und so.
Also eigene Hausmessen, diese ganzen auch neuen Ansätze. Und ich glaube, da stellen sich für so eine Eurobike schon viele Fragen gleichzeitig.
Ja, und man kann ja auch sagen, dass unsere Beobachtungen, die haben was miteinander zu tun. Also das eine mit dem anderen. Weil es ist ja so, dass wir innerhalb des letzten Jahres mehrmals über das Thema Messe, Leitmesse, Eurobike etc. gesprochen haben.
Und es ist natürlich auch so, dass hier Teile der Industrie einfach nicht vertreten sind. Und das ist nicht nur aus dem Grund so, wie das historisch dann öfter mal gewesen ist bei großen Herstellern, die gesagt haben, wir haben so viel Anziehungskraft, wir machen einfach unsere eigene Hausmesse. Und egal, wie die dann heißt.
Aber das gibt es natürlich weiterhin. Sondern es gibt ja auch eine Diskussion rund um die Eurobike und um eine Alternative, die sich anschickt, als Leitmesse auch rund um den Zweirad-Industrieverband in Städte. Die ist jetzt auch angekündigt.
Und aus diesem Umfeld und für mich auch wieder so ein gefühltes Ding, also aus diesem Umfeld sind viele Hersteller hier nicht vertreten oder nur ganz klein vertreten. Und das ist auch dieses Umfeld, so wie Fahrrad. Und ich sage jetzt noch mal das schlimme Wort „früher“ oder wie Fahrrad auf der Eurobike früher gewesen ist.
Das ist halt auch viel so, das sind diese deutschen mittelständischen Betriebe, nicht nur die, und amerikanische Marken und so. Aber diese Prägung, die ist diesmal, ich sage mal so, die ist diesmal nicht so stark zu spüren.
Das liegt nicht daran, dass diese Firmen alle nicht aktiv sind oder dass plötzlich keine Fahrräder oder E-Bikes mehr verkauft würden. Aber da gibt es einfach eine eigene Entwicklung. Und ich meine, das kann man, glaube ich, ja auch ganz offen sagen.
Und das haben wir auch abgebildet im Podcast in verschiedenen Gesprächen, die man ja auch noch mal nachhören kann bei uns auf der Seite. Die werden sogar verlinkt. Und die verlinken wir natürlich in den Show Notes. Und also im Podcast-Feed findet ihr die auch alle.
Und wie gesagt, wir verlinken sie auch. Das ist ja schon, das kann man auch so sagen, ein handfester Streit, der da spätestens seit letzten Sommer letzten Herbst irgendwie stattfindet.
Das heißt, da gibt es einen Streit darum, wie muss so eine Messe in Zukunft aussehen. Und mittlerweile kann man eines sagen, es gibt zwei Versionen und alle sind doch relativ ähnlich. Beide wollen eine neue Leitmesse sein. Beide wollen im September stattfinden und wollen sich vor allen Dingen ans Fachpublikum wenden.
Und deswegen glaube ich, bin ich sehr gespannt auf das Gespräch, was wir heute führen, jetzt in diesem Podcast, weil da der neue Messeschef der Eurobike eben mit uns ins Gespräch geht. Und genau diese Fragen werden wir dann auch mit ihm diskutieren.
Du nimmst mir die Worte aus dem Mund. So ist das hier in diesem Podcast. Eben wir beide uns darüber unterhalten und austauschen. Das ist vielleicht auch manchmal ein bisschen interessant, aber noch interessanter ist es ja, wenn man mit den handelnden Akteuren spricht.
In diesem Fall ist das auf jeden Fall Philipp Ferger. Das ist der aktuelle Eurobike-Chef seit Anfang diesen Jahres. Und er hat sich Zeit genommen, mit uns zu sprechen. Es ist wenige Minuten her.
Und auch wenn ihr diese Aufnahme hört, diese Ausgabe dieses Podcasts hört, ist es auch wenige Stunden her, dass wir das hier alles aufgenommen haben, weil wir ein großartiges Audio-Team haben, back in Leipzig, die sowohl diese Anmoderationen als auch das folgende Gespräch für euch fertig gebacken haben, damit sich das richtig gut anhört.
Und wenn es das nicht tut, habe ich hier an den Reglern versagt.
Hier ist der Antritt von der Eurobike 2026. Da hat er recht. Der Fahrrad-Podcast von detektor.fm.
Die Fahrradwelt, die braucht Treffpunkte, an denen Menschen über Fahrräder ins Gespräch kommen. Und in den letzten Jahrzehnten ist ein wichtiger Treffpunkt immer die Eurobike gewesen, die einst in Friedrichshafen am Bodensee gestartet ist und sich ja auch zur weltweiten Leitmesse fürs Fahrrad entwickelt hat.
Die Messe ist dann irgendwann so groß geworden, dass sie 2022 nach Frankfurt am Main umgezogen ist. Und dort findet sie bis heute statt. In diesem Jahr allerdings in deutlich kleinerer Version. Um die 800 Aussteller zeigen in drei Messehallen ihre Produkte.
2025, also im vergangenen Jahr, sind es noch 1500 Ausstellende in fünf Hallen gewesen. Wir als Fahrrad-Podcast begleiten die Entwicklung und die Debatten über die Messe ja schon seit einigen Jahren und wir bleiben natürlich weiter dran.
Deshalb sind wir auch dieses Jahr nach Frankfurt gereist. Und wir haben dieses Jahr einen neuen Gesprächspartner, denn Philipp Ferger ist seit Januar Chef der Eurobike und wir sprechen mit ihm genau darüber.
Hallo Philipp, herzlich willkommen im Antritt.
Hallo zusammen.
Philipp, du hast den Job als Eurobike-Chef vor ein paar Monaten übernommen und die diesjährige Ausgabe ist aus deiner Sicht eine Übergangsveranstaltung. Was bedeutet das?
Das bedeutet, dass wir auf der Eurobike dieses Jahr, auf der Eurobike 26, unser neues Konzept für die Zukunft der Eurobike 27 und darüber hinaus vorstellen werden oder vorgestellt haben. Denn die Fahrradbranche, ihr habt es selber erwähnt, befindet sich in einem radikalen Umbruch.
Sie befindet sich in einem starken Wandel und darauf müssen Messeveranstalter reagieren. Und das tun wir. Wir hören zu. Wir haben die letzten sechs Monate zugehört. Aber so ein Wandel passiert eben nicht von heute auf morgen. Das ist kein Sprint, das ist eher ein Marathon, um im Läuferischen zu bleiben.
Und deshalb braucht es das Jahr 26 als Milestone auf dem Weg in die Zukunft, die neue Zukunft der Eurobike.
Du selbst bist ja, soweit wir wissen, kein klassisches Fahrradgesicht, sondern kommst eher so aus der Messewelt. So ein Blick von außen gilt ja oft auch durchaus als wertvoll.
Und trotz all der skizzierten Herausforderungen und Probleme, wo siehst du denn die Chancen und Potenziale der Eurobike hier in Frankfurt?
Also zunächst einmal ist es in der Tat wichtig und gut, in Branchen immer wieder anderen Input und neue Impulse reinzubringen. Und aus der Branche der Messebranche, wo ich komme, beziehungsweise für die Industrien, für die ich bisher Messen gemacht habe, da greifen bestimmte ähnliche Logiken wie auch in der Fahrradbranche.
Und deshalb ist es ganz spannend zu sehen, dass bestimmte Lösungen, die wir dort angewendet haben, die funktioniert haben, dass die auch in der Fahrradbranche funktionieren.
Meine größte Chance, die ich für die Fahrradbranche sehe, und du hast recht, ich bin kein typischer Fahrradbranche-Experte. Die größte Chance, die ich sehe, ist die enorme Leidenschaft, die diese Branche und jeder einzelne Player in der Branche mit sich bringt.
Egal, mit wem du in dieser Branche geschäftlich sprichst, jeder ist quasi ein passionierter Biker und jeder lebt dieses Produkt und liebt dieses Produkt. Und Leidenschaft ist damit ein wahnsinnig starker Energieträger und hilft dir, so Dinge konstruktiv zu diskutieren.
Manchmal sehr konstruktiv, aber es hilft vor allem auch, die Themen weiterzuentwickeln. Ist das anders als bei anderen Produkten, also bei Schuhen oder, weiß ich nicht, Papier oder so?
Also offensichtlich, also ja, natürlich haben wir auch in anderen Branchen eine bestimmte Leidenschaft, aber nicht in der Form, wie ich sie hier bei der Eurobike in der Fahrradbranche sehe.
Die Identifikation mit dem Produkt ist schon enorm. Wenn ich auf eine Ambiente gucke, für die ich auch verantwortlich bin, Interior, Lifestyle, Dining, Kitchen und so weiter. Ja, der Verkäufer von einem Topf, der kocht vielleicht auch gerne, aber die Identifikation mit dem Topf ist nicht so hoch wie die Identifikation in der Fahrradbranche mit dem Fahrrad.
Ja, vielleicht kann man mit dem Topf auch nicht so schöne Dinge erleben, jedenfalls nicht unterwegs.
Das mit der Leidenschaft, das hören wir oft. Und man kann das natürlich positiv sehen und sagen, alle Leute sind irgendwie mit Herzblut dabei. Aber ich vermute mal, das kann auch Herausforderungen in sich tragen.
Du nickst gerade. Gib uns doch mal eine Idee, was für Herausforderungen das für dich oder welche du da siehst.
Leidenschaft ist eine Emotion und oder löst Emotionen aus. Und damit sind viele Diskussionen und viele Debatten, die wir gerade in den letzten Monaten geführt haben, sehr emotionale Debatten und leider auch sehr oft nur in den sozialen Medien.
Und deshalb haben wir beispielsweise, kleine Side Note, die Comment Wall auf der Eurobike im Future Areal in der Halle 12 eingerichtet, wo man sich auch nicht nur im sozialen digitalen Raum austauschen und diskutieren und kritisieren kann, sondern dem Ganzen auch ein Gesicht geben kann.
Das heißt, Leidenschaft führt zu Energie, aber eben auch zu emotionalen Diskussionen. Und emotionale Diskussionen sind nicht immer zielführend.
Jetzt wissen unsere Hörerinnen und Hörer, dass es ja da diesen Streit gibt. ZIV, Zukunftsfahrrad, die Verbände wollen jetzt was Eigenes machen, haben auch gerade angekündigt, dass sie was Eigenes machen, relativ ähnlich.
Und so, wenn wir bei dem Thema Leidenschaft und Emotionen bleiben, ist das auch so ein Ding, dass es da schwer ist, sich wieder zusammenzufinden.
Also ich habe auch auf der Messe von jemandem gehört, der meinte, er fühlt sich ein bisschen als Aussteller wie so ein Scheidungskind. Also ist das so?
Also zunächst einmal muss man sagen, dass die beste Situation die ist, wenn die gesamte Branche gemeinsam an einem Strang zieht. Und es ist auch so, dass sicherlich die Eurobike in der Vergangenheit nicht alles richtig gemacht hat und dass dort konzeptionelle Dinge nicht richtig gelaufen sind.
Das passiert, das ist ganz normal. Und wenn man dann aber beginnt, diese Fehler zu korrigieren und wenn man dann beginnt, zuzuhören, wenn man Gesprächsbereitschaft signalisiert und partnerschaftliches Zusammenarbeiten signalisiert, wenn man sechs Monate nichts anderes tut.
Und das war mein Job seit dem ersten Januar, als der Branche zuzuhören, einen Beirat zu gründen, 50 Experteninterviews zu führen und wirklich auf die Anforderungen und jetzt kommt es, der gesamten Branche weltweit zu hören und eben nicht nur auf deutsche Player.
Und wenn man dann sieht, dass das auch nicht akzeptiert wird und wenn das auch nicht ausreicht als Partnerschaft, sondern wenn es am Ende darum geht, dass die Macht über eine Eurobike übernommen wird, wenn die Entscheidungshoheit über die Eurobike übernommen werden soll, wenn es um Markenrechte an der Eurobike oder einer Weiterentwicklung der Eurobike-Marke geht, dann hat das nichts mit Partnerschaft in dem Sinne zu tun.
Dann geht es darum, eine eigene Agenda durchzudrücken. Und das ist etwas, was wir sehr bedauern, weil es schadet der Branche. Und die Branche braucht gerade alles, aber nicht einen solchen Streit, den wir nicht vom Zaun gebrochen haben.
Wir haben keine neuen Wettbewerbsveranstaltungen in den Markt gedrückt und das bedauern wir sehr. Wir haben die ganze Zeit die Hand gereicht. Wir haben die ganze Zeit die entsprechenden Player in den Beirat eingeladen. Wir haben uns sehr geöffnet für die Formen der Zusammenarbeit, der Beratung, der Mitwirkung.
Und grundsätzlich ist unsere Hand auch weiterhin, und das habe ich immer wieder signalisiert, immer gereicht. Aber das heißt, die Enttäuschung, die ich da so rausführe, ist, dass es so ein bisschen die Beobachtung von dir gibt, dass es so ein sehr deutschlandzentriertes Bild ist.
Ja, das ist eine Beobachtung, die wir haben. Denn schaut, wenn wir uns der Situation gegenüberstehen, dass wir aufgefordert werden vom Deutschen Industrieverband, die Eurobike 2026 abzusagen. Das war eine der Forderungen, die uns im Februar formell in Form eines LOI-Entwurfs auch erreicht hat.
Wenn wir damit konfrontiert werden, dass wir diese Messe absagen sollen, weil die relevanten Marktplayer nicht da sind, und wenn mit relevanten Marktplayer natürlich auch deutsche Player gemeint sind, dann kann man schon das Gefühl haben, ich bin nicht auf der Party.
Also soll die Party auch gefälligst nicht stattfinden. Und das ist schon etwas, was wir wir haben eine Verantwortung für 800 Aussteller, die hier aus aller Welt aus 44 Nationen ihre Neuheiten präsentieren.
Und da sind einige dabei. Ihr wart sicherlich schon in den Hallen unterwegs. Wir haben ein paar große Player, die nicht aus Deutschland kommen, die echte Neuheiten präsentieren, die die Branche auch sehen will.
Und deshalb haben wir für diese Branche, für diese 800 Aussteller, die diese Messe von uns wollten, die von uns gefordert haben, macht bitte eine Eurobike 2026, der Verantwortung werden und wurden wir gerecht.
Was wir uns im Vorhinein dieses Gesprächs ein bisschen gefragt haben, ist so zersplittert diese Fahrradmesse-Landschaft so ein bisschen gerade in Deutschland.
Und du hast es eben auch so betont, dass es dir auch darum geht, die, sag ich mal, die Aufgaben der globalen Branche oder die Interessen der globalen Branche zu vertreten.
Wenn man sich die anderen Veranstaltungen anguckt, Towards Tomorrow, dann sind das hauptsächlich Branchenstimmen aus Deutschland, die sich dort auch positiv äußern. Ist das eine Konstellation, auf die es hinauslaufen könnte?
Also eine Veranstaltung für die deutsche Branche und dann eine Eurobike, die eher diesen globalen Fokus hat oder diesen globalen Weitblick?
Wir haben uns sehr klar als internationale Weltleitmesse positioniert, weil wir den Anspruch haben, die gesamte Wertschöpfungskette für alle relevanten Sourcing, aber auch Absatzmärkte abzudecken.
Und das muss auch in meinen Augen ein klarer Anspruch eines internationalen Messestandorts wie Frankfurt sein. Und an diesem Konzept, was wir mit der Branche gemeinsam erarbeitet haben, wir haben eben nicht nur nationale Player im Beirat, sondern europäische und internationale Player im Beirat.
Dann ist das das Konzept, was wir fahren. Was andere für ein Konzept fahren, das müsst ihr die dann fragen.
Machen wir? Bin ich mir sicher.
Ja, ist auch gut. Und wir fahren dieses Konzept und haben das Konzept vorgestellt und gehen in den Diskurs. Und auch da, ich habe mich am Messebeginn bei der Pressekonferenz morgens und abends bei der Leaders Night wirklich vor die Branche gestellt und habe das Konzept, was wir vorgestellt haben, als Bottom-up-Konzept, also mit der Branche erarbeitet, vorgestellt.
Ich habe aber auch gesagt, das ist unser Vorschlag, das ist unser Angebot. Und wenn wir jetzt in den kommenden Tagen Feedbacks hören, wenn wir Rückmeldungen hören, dann ist das für mich als Messemacher selbstverständlich, dass wir über dieses Feedback, was wir hören aus verschiedensten Segmenten, Aussteller wie Besucher, dass wir das einarbeiten und dass wir nochmal Schleifen im Konzept drehen und überlegen, was müssen wir wo wie adaptieren.
So funktioniert Messe.
Du hast angesprochen, dass ihr sehr international auch schaut und euch irgendwie so auch als weltweite Leitmesse da positioniert. Und das kann man, glaube ich, so sagen.
Zwei der am meisten besprochenen Neuheiten sind E-Bike-Motoren von Avinox und auch von Gobao, die so ein klassisches Fahrradgetriebe fast schon obsolet machen oder zumindest obsolet machen sollen. Beide kommen aus China.
Ist das so ein Zeichen für die globale Entwicklung, auch aus deiner Perspektive?
Also soweit ich die Bike-Branche im Detail beurteilen kann, liegt schon seit sehr, sehr vielen Jahren die gesamte Wertschöpfung der Bike-Branche in Fernost. So, das heißt, das ist nichts Neues.
Vielleicht wird das der Branche nun so langsam immer bewusster. Vielleicht wird es dem Endverbraucher bewusster, weil eben Player wie die gerade von dir genannten auch als starke Marken auf einmal in den europäischen Markt eintreten oder eingetreten sind.
Und nochmal, wir sind damit, wir sind eine neutrale weltweite Plattform. Und Aufgaben von Messeveranstaltern ist, neutrale Messeveranstaltern ist die Branche und ihre Realität abzubilden und zu spiegeln.
Und wenn das die Realität ist, die du gerade genannt hast, und ich unterstreiche das, dann ist es unsere Aufgabe, das abzubilden.
Das ist ja auch ein Vorwurf an die anderen, dass das vielleicht ein bisschen auch Protektionismus ist.
Also wir sind, ich habe es gerade gesagt, als Messeveranstalter neutral. Und genau solche Aussagen sind politische Aussagen. Die stehen mir nicht zu, mich darüber zu äußern.
Wir sind Plattformgeber. Wir bauen die Bühne für die Branche und die Branche muss genau diese Themen auf dieser Bühne diskutieren.
Und wenn du diese Themen, die weltweiten Themen sind, diskutieren möchtest, dann musst du sie auch auf einer offenen, internationalen, neutralen Weltleitmesse diskutieren.
Wenn dieser Bedarf dafür da ist, wenn es so wichtig ist, auch neutraler Veranstalter zu sein, warum habt ihr dann den Plan, die Eurobike ab nächstem Jahr nur noch alle zwei Jahre stattfinden zu lassen?
Die ersten Rückmeldungen aus unseren Experteninterviews, aus den Gesprächen mit der Branche waren vor allem auch das Thema Kosten und Budgetsensibilität.
Also wir haben ganz viel Rückmeldung bekommen. Die klassische Messeteilnahme, so wie sie auf einer Eurobike war, war viel zu teuer. Sie war viel zu teuer, weil noch nicht mal wegen der Standmiete.
Also die Standmiete, womit wir unser Geld verdienen, macht 20 Prozent der gesamten Messekosten aus. Aber der Standbau, die Technik, die Abhängungen, das Personal, die Hotelübernachtungen, also dieses Gesamtpaket, auf das wir als Veranstalter gar keinen Einfluss haben in dem Sinne.
Ich habe keinen Einfluss auf die Kosten von einem Standbauer. Ich habe keinen Einfluss auf die Hotelpreise hier in Frankfurt, auch wenn sich das viele wünschen würden.
Das heißt, wir haben eine Chance darin gesehen, über die Zweijährigkeit, was wir übrigens in vielen anderen Industrien schon lange haben. Eine Automobilindustrie hat mit einer starken Automechanika, die wir als OEM und Aftermarket-Messe hier in Frankfurt machen, schon immer einen zweijährigen Turnus.
Andere starke Industrien haben diesen zweijährigen Turnus. Und das ist unser Ansatz und unsere Antwort auf die Anforderung der Branche.
Ihr seid zu teuer. Das ist zu teuer für uns. Und das ist unser Ansatz, zu sagen, okay, wir versuchen über die Zweijährigkeit im Schnitt die Budgets zu entlasten, die Budgets zu reduzieren, weil aufs Jahr gerechnet kostet es nur die Hälfte.
Und der zweite Aspekt ist auch, dass es aus Teilen der Branche die Rückmeldung gab. Und wenn man sich das eine oder andere Fachmagazin durchliest und in den Kommentaren schaut, dann sieht man, dass die Diskussionen über die Eurobike und die Zukunft der Messe sehr emotional geführt werden.
. Und das ist etwas, was wir auch in den kommenden Jahren im Blick behalten müssen. Wir sind gespannt, wie sich die Eurobike weiterentwickeln wird und freuen uns auf die nächsten Ausgaben. Das war der Antritt von der Eurobike 2026. Vielen Dank fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal!
In den sozialen Medien liest man es auch: Wir haben so den Druck, es muss immer was Neues kommen. Es muss immer was Neues kommen. Der Handel hat immer den Druck: Da kommt was Neues, ich muss es ins Sortiment aufnehmen. Ich muss es in den Markt bringen. Dieser enorme Druck, dieser Innovationszyklen und der enorme Innovationsdruck, dem ein bisschen … ich will nicht sagen entgegenzuwirken, aber in dem Moment, wo ich eben nur noch alle zwei Jahre stattfinde, ist vielleicht die Spanne, die Aufmerksamkeitsspanne oder der Spannungsbogen auf diese eine Weltleitmesse, die der Touchpoint ist, deutlich größer.
Wir haben vielleicht wieder die Chance, weil auch das ist beim Messen wichtig: die Emotionalität ein bisschen mehr FOMO, Fear of Missing Out, also wirklich dieses: „Ah, in zwei Jahren ist es wieder so weit, ich will dahin!“ So etwas zu kreieren. Das waren unsere beiden Ansätze. Dazu aber auch, dass all das, was wir vorgestellt haben im Konzept, sind Dinge, die bis hierhin erarbeitet wurden mit den Brancheninterviews, dem Beirat. Jetzt haben wir es vorgestellt, jetzt hören wir zu und dann sehen wir weiter.
Das Kostenargument, das kennen wir natürlich, das kennen wir eigentlich seit Frankfurt. Also was vorher das Übernachtungsverkehrsargument war, die große Beschwerde, hat es dann umgeschlagen auf dieses Kostenargument. Das finde ich aus der Perspektive auch nachvollziehbar. Andererseits, wenn du sagst, ihr wollt eine neutrale Plattform sein, wir haben ja jetzt zumindest in Teilen der Branche auch so eine Entwicklung von der Hardwareindustrie zur Softwareindustrie. Und das, was in anderen Branchen immer stattfindet, damit einhergeht, ist eine Beschleunigung der Zyklen.
Und da ist dann schon einfach die Frage, die wir uns stellen: Wenn sich das so weiterentwickelt, reicht es aus mit den zwei Jahren? Also es sind nicht die Entwicklungszyklen, ob man das will oder nicht, aber von sich aus so viel schneller, dass man mit zwei Jahren dann schon vielleicht ein bisschen hinterherhängt. Das kann in der Tat sein. Und deshalb sage ich: Messemachen funktioniert genau so, nämlich als iterativer Prozess. Und nichts ist in Stein gemeißelt.
Und es kann ja durchaus sein, dass wir gemeinsam mit der Branche auf die Idee oder das Konzept kommen, zu sagen: In den Nicht-Eurobike-Jahren, also in den geraden Jahren, gibt es trotz alledem ein Format, was aber eher conference-like ist oder ein eher networking-innovationsorientiertes Format, also ein anderes Format oder ein kleineres Format, was genau diese Bedürfnisse befriedigt und dort eine Lösung schafft, ein Angebot schafft.
Weil am Ende muss ich doch schauen, wer dieser sehr, muss man ehrlich sagen, breiten Zielgruppe, die wir da abdecken wollen. Allein die Supply Chain des Fahrradmarktes ist sehr breit, sehr lang. Dann kommen ja noch andere Mobilitätsformen dazu. Das alles abzudecken ist herausfordernd. Und deshalb braucht es immer mehr zielgruppenspezifische Angebote auf der jeweiligen Eurobike, aber vielleicht auch in den Zwischenjahren.
Jetzt gibt es natürlich, wenn man sich so auf der Messe umhört, auch die Sorge, dass es vielleicht die Eurobike irgendwann gar nicht mehr gibt. Wie groß ist die bei dir? Wir haben einen Plan. Wir haben ein klares Konzept. Wir haben einen Messetermin im September nächsten Jahres, 1. bis 3. September. Und wenn ich jetzt am zweiten Tag der Eurobike 26 von Sorge sprechen würde, dass es sie nicht mehr gibt, dann fände ich das für mich selber sehr demotivierend, aber auch für euch oder für alle Hörer.
Und deshalb lasst uns diese Messe 26 jetzt mal über die Bühne bringen. Es ist eine gute Messe, die bisher läuft. Es ist eine Messe, die anders ist als vorher. Es ist eine Messe, die anders ist als die neue sein wird. Und lasst uns mal am Samstag einen Strich drunter machen und dann atmen wir mal tief durch und schauen uns die Zukunft an.
Aber vielleicht das als letzte Frage: Es ist schon wahrscheinlich dann jetzt zumindest davon auszugehen, auch am zweiten Messetag, dass es dann den Wettbewerb gibt von zwei Messen, die versuchen, die Leitmesse zu werden. Wir haben unser Konzept, unsere Positionierung: die Eurobike als Weltleitmesse, was sie schon immer war. Und diesen Anspruch halten wir und möchten wir halten.
Und deshalb ist das das Konzept, was wir entwickelt haben, woran wir arbeiten und mit dem wir in die Zukunft schauen wollen. Jetzt haben wir ziemlich meta gesprochen und haben dir auch, glaube ich, gar nicht so einfache Fragen gestellt. Wie sind denn so deine Eindrücke aus den letzten zwei Tagen? Wie nimmst du das wahr? Hast du vielleicht irgendwas gesehen, wo du sagst: Das begeistert mich, das kann ich hier auf der Eurobike sehen? Wie nimmst du die Stimmung hier so wahr?
Also zunächst einmal ist sehr viel los auf den Gängen, sehr viel los auf den Ständen. Also wir haben eine Messe, die sicherlich von der Ausstellerzahl und von der Fläche kleiner und kompakter ist. Sie ist komprimierter. Übrigens war das, by the way, auch eine Anforderung: Das ist zu groß und zu weit auseinander. Jetzt haben wir es komprimiert. Wir haben es zusammengeführt. Es hat einen guten Effekt für die Vibes auf der Messe, muss ich sagen.
Wir haben wirklich, es ist kompakt, es ist voll in den Hallen. Und mit den Kunden, mit denen ich spreche, und ich komme gerade von einem Kundentermin von einem großen Key Account aus der Halle 12, die sind happy. Also die Aussteller sind happy und freuen sich darüber, dass sie Zeit für die Kunden haben, dass die Kunden da sind, dass sie auch beide Anspruchsgruppen bedienen können: Die Retailer auf der einen Seite, aber sie treffen auch alle ihre Supplier, ihre Lieferanten hier und führen einfach an einem Ort die Gespräche.
Also mein Gefühl ist, und ich glaube, das ist noch mal wichtig, zwei Dinge voneinander zu trennen: Das, was da medial vielleicht gerade draußen passiert, „Only bad news are good news“, und das, was man am Ende dann hier spürt und fühlt und erlebt, liegt doch ein bisschen auseinander. Und deshalb nehme ich aktuell am zweiten Tag ein positives Feedback bisher aus der Veranstaltung.
Und ich habe auch gesehen, du stehst morgens um neun Uhr am Einlass und guckst mal, wie es so läuft. Das ist eigentlich nicht meine Aufgabe, eigentlich nicht mein Job, aber ich bin Messemacher durch und durch seit 22 Jahren und ich brauche einfach mindestens mal in den ersten ein, zwei Tagen das Gefühl, wenn es morgens losgeht. Das sind dann immer noch mal so ein paar Sachen. Du steuerst hunderte von Dienstleistern hier durch unsere Teams und es kommt nicht immer genauso an, wie du es haben willst.
Und das ist das was Messemacher ausmacht: wirklich zu gucken, klappt am Ende alles an den einzelnen Stellen. Und ich brauche auch die Vibes, muss ich ganz ehrlich sagen. Morgens, wenn es dann voll ist im Eingang und losgeht.
Philipp Ferger, seit Januar Chef der Eurobike, im Antritt dem Fahrrad-Podcast von detektor.fm. Wir sagen vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast, während der Messe mit uns zu sprechen und auch über die ja durchaus schwierigen Fragen. Vielen Dank euch. Danke dir, Philipp.
Christian, hast du was gemerkt? Nee, wir haben am Anfang darüber gesprochen, wie so seine Außensicht ist auf diese Fahrradbranche. Er ist ein Messemensch, hat er gesagt, und er hat über Leidenschaft gesprochen, die er natürlich in dieser Fahrradbranche sieht. Und am Ende hat er darüber gesprochen, wie das ist für ihn als Messemacher.
Hier früh um neun. Du hast ihn wahrscheinlich da heute früh beobachtet. Ja, ja, als ich in der Schlange stand, habe ich halt gesehen. Aber fand ich interessant. Also, ja, ja. Und da habe ich gedacht: Okay, wir schauen jetzt hier auf den Messemenschen, der so spricht, wie wenn der Messemensch auf die Fahrradmenschen schaut.
Das ist, glaube ich, eine eigene … oder das würde mich mal interessieren, eigentlich noch, wie so dieser Messe-Vibe ist, weil er schien mir da auch so ein bisschen angezündet. Also seine Augen haben so ein bisschen gefunkelt. So, das ist ihm Bedürfnis, dann da zu stehen. Und ich glaube, so … ja, ich kenne auch ein paar Leute, die so im Veranstaltungsbereich arbeiten.
Und wir organisieren ja selber auch eine kleine Veranstaltung, eine Fachveranstaltung in Leipzig. Davon ja auch wissen, auch viele Leute, die Medientage Mitteldeutschland. Das ist im Prinzip eine Fachkonferenz für Medienschaffende. Und da ist es auch so, dass ich da gerne zum Beispiel morgens auch beim Einlass mit stehe.
Und das heißt nicht, dass ich da die Tickets abruppe, aber um so ein Gefühl zu bekommen: Wie läuft der Tag? Wie sind die Leute drauf? Wie ist das Wetter? Funktioniert alles? Und so. Und ich weiß, dass die Leute im Team, die das das ganze Jahr organisieren, die sind da noch mal leidenschaftlicher und sind da auch irgendwie gerne mit dabei.
Das ist so ein besonderer Moment. Wie weiß ich nicht, wie wenn man eine Party macht und die ersten Gäste kommen oder so. Das ist ja auch oft so. Dann wartet man ein bisschen und ist alles fertig. Und dann … also das kann ich verstehen. Aber das wäre wahrscheinlich noch mal ein ganz eigenes Thema, so mit Messemacherinnen und Messemachern darüber zu reden, wie das für die eigentlich ist.
Und weil das ist ja noch mal was anderes als ein Aussteller oder so. Ja, wenn wir mal nichts zu tun haben, dann können wir uns mal darum kümmern. Aber hast du das auch so wahrgenommen? Also weißt du, was ich anspreche? Ja. Ja, und wie ist dein Eindruck von diesem Gespräch?
Also ich fand es sehr gut, dass er sich überhaupt unserem Gespräch gestellt hat, weil es ist natürlich, glaube ich, gerade eine sehr herausfordernde Zeit. Und das hat er ja auch sehr deutlich gemacht, dass diese Konflikte, die da sind, da sind. Und ich meine, das weiß man auch. An so Messetagen kann ich mir vorstellen, wie sein Kalender aussieht: sehr, sehr eng getaktet.
Und ich finde, er hat die Position relativ klar gemacht, wie die Position der Eurobike ist. In meiner Wahrnehmung ist es tatsächlich vielleicht so ein bisschen so eine interessante Frage, wo die Reise so hingeht, weil ob das jetzt eine deutsche Leitmesse ist, die andere Idee da in Köln, oder eine europäische, wie sie, glaube ich, ja sich selber so ein bisschen verkauft, und dann die andere globale, die Eurobike.
Da bin ich wirklich mal gespannt, wie sich das so entwickelt. Meine Sorge ist tatsächlich so ein bisschen, oder mein Wunsch wäre eigentlich, jetzt mal so ganz rausgesumt, dass die Fahrradbranche mit einer Stimme spricht und dass es irgendwie wieder gelingt, sich zusammenzuraufen und einen Kompromiss zu finden.
Das hat er jetzt … weiß ich nicht, ob er es gemeint hat. Ich glaube, er meinte es nicht so, aber vielleicht hat er es auch gemeint. Vielleicht kann man ja alle zwei Jahre die eine und dann die andere machen. Also das haben wir jetzt nicht diskutieren können, auch wegen der Zeit oder so, wie hier Buchmesse Leipzig und Frankfurt. Da ergänzt man sich ja auch.
Da nimmt man sich auch nichts weg, man differenziert sich aus. Jedenfalls, mein Metawunsch wäre, dass die Branche, weil aus meiner Sicht ist es sozusagen eigentlich extrem wichtig, dass die Branche mit einer Stimme spricht, weil nur so kann sie auch im Wettbewerb mit anderen, mit der Automobilindustrie und so, einen ganz anderen Einfluss haben auf die Politik.
Das ist ja auch ein Thema, was wir diskutiert haben, dass dann irgendwie der Kanzler mal kommt und solche Sachen. Und das wird, glaube ich, nicht gelingen, wenn jeder alleine irgendwie so ein bisschen vor sich hinkrautet. Und das wäre so mein Wunsch, dass es irgendwie doch noch einen Weg gibt.
Ich habe dieses vielleicht ein bisschen schiefe Bild von dem Scheidungskind angesprochen, aber dass doch Mama und Papa irgendwie vielleicht die Emotionen mal ein bisschen zur Seite nehmen und irgendwie überlegen: Wie kann es für die Familie insgesamt … ich überdehne jetzt dieses Bild wahrscheinlich ein bisschen, aber wie kann man einen vernünftigen Umgang finden, ein Wechselmodell?
Also wie fühlen sich am Ende alle wohl, obwohl da Verletzungen sind und so. Also ich versuche es jetzt nicht zu sehr zu überspannen, aber du weißt, was ich meine, glaube ich. Ich weiß, was du meinst, aber die Erfahrung zeigt ja auch, dass man in solchen Trennungsgeschichten … die Außensicht ist immer das eine und das ist auch nicht … also man sollte sich da nie irgendwie … manchmal braucht man auch nur ein bisschen Zeit.
Vielleicht ist es auch einfach alles noch ein bisschen frisch und so, die Verletzungen. Ich meine es auch, ich will gar nicht anfangen, das irgendwie großartig zu beurteilen, weil wir haben da sowieso nur eine eingeschränkte Sicht und man hört aus dieser … und dann kann man sich natürlich auch fragen, auch wenn das natürlich interessant ist, wenn wir hier im Fahrradpodcast das immer wieder thematisieren: Wie sieht es eigentlich aus mit einer Leitmesse, mit Fahrradmessen?
Was sind so die Themen, die da irgendwie gerade wichtig sind? Das ist sicher für einen Fahrradpodcast interessant und für Leute, die in dieser Branche irgendwie zu tun haben. Aber noch ein oder zwei Schritte zurückgetreten ist es natürlich für die Leute, die sagen: „Hey, was hat mir das Fahrrad anzubieten als Mobilitätslösung, als Sportgerät, wofür auch immer?“
Die interessiert es nicht oder wahrscheinlich nicht alle, sondern da geht es einfach darum, welche Rolle nimmt dieses Gerät und diese Branche ein. Das ist sehr interessant. Beide wollen ja auch gar nicht mehr mit den Kunden und Kundinnen reden, sondern wirklich vor allen Dingen eine Fachveranstaltung.
Das fände ich schon auch interessant, dass das sich offensichtlich auch verlagert hat. Also dafür gibt es vielleicht auch andere Formate, die eben besser funktionieren. Ja, das kann auch sein. Und ich meine nicht mal jetzt das Gespräch der Messen, sondern ich frage mich einfach so, was bedeutet das alles fürs Fahrrad?
Daher kommt ja mein Wunsch, dass es vielleicht doch wieder gelingt. Und man kann natürlich auch sagen, das ist so ein Eindruck, den ich da auch habe. Wir haben es halt mit verschiedenen Druckfaktoren zu tun in dieser Branche. Ich glaube, wir haben die in dem Gespräch gar nicht so groß angesprochen, aber die haben wir ja auf jeden Fall.
Ich sage nur: Corona kann man, glaube ich, immer noch nennen und die Folgen davon. Dann sage ich nur: Zölle, Rohstoffpreise, die ist das und nicht nur Rohstoffpreise. Überproduktion, Inflation, ja, ja. Also es ist auch ein riesiger Druck, ein wirtschaftlicher Druck. Es ist ein wirtschaftlicher Druck.
Und dann, wie wir in anderen Branchen es auch sehen, wir haben das, kann ich eigentlich sagen, oder im Vorgespräch ist auch mal von dir das Wort Solarbranche gefallen. Also wir haben auch eine andere Zusammenarbeit, eine andere Konkurrenz, einfach die zum Beispiel aus Asien kommt. Das heißt, wir haben viele Sachen: Batterien, Automobil, you name it.
So, und das hat er ja auch angesprochen, das auch in vielen anderen Branchen und Bereichen, auch Messebereichen und so. Auch Isbo ist auch noch ein Beispiel. IAA haben wir angesprochen. Also es gibt viele Branchen, wo sich Dinge krass verändern. Und genau, worauf ich hinaus will, ist: Wir haben also eine Situation, in der das nicht mehr alles so ist, wie das immer gewesen ist.
Also dieses romantische Bild: Gerolf Meyer und Christian Bollert sitzen da und erzählen sich was von der Kettenschaltung am mechanischen Fahrrad am Ufer des Bodensees. Ich wollte dich ja immer zu „Wetten, dass …?“ schicken, weil ich immer die These hatte, du kannst irgendwie auch die 96er Campagnolo irgendwie am Klang erkennen.
Aber es gibt ja auch doch … es gibt wieder „Wetten, dass …?“, aber nur noch einmal wahrscheinlich. Ja, mit den Kaulitzbrüdern oder? Ja, in Halle. In Halle an der Saale. Ja, da kommt da Sachsen-Anhalt her. Richtig, kommt da durch.
Nein, ich wollte nur sagen, wenn diese ganzen Druckfaktoren, nenne ich die jetzt mal, wenn die da sind und eine Rolle spielen, dann ist natürlich auch klar, dass der Druck irgendwo hin muss und dass man dann verschiedene Lösungen sucht und dass es dann auch mal emotional wird, wenn man unterschiedliche Interessen hat oder unterschiedliche Perspektiven auf das Thema.
Und meine Hoffnung ist einfach, dass es am Ende fürs Fahrrad und für die Leute, die das Fahrrad nutzen wollen oder denen vielleicht die Nutzung des Fahrrads noch offenbar gemacht werden könnte, dass es für die einfach positiv ausgeht und damit eben auch für die Branche.
Schließe ich mich zu 100 Prozent an. Ja, also habe ich nichts hinzuzufügen. Das ist ein Ergebnis, mit dem kann ich arbeiten. Ja, ja, so sieht es aus.
So, wir haben gesagt, dieser Beitrag muss schön schnell geschnitten werden und wir wollen die Menschen, die das machen. Ich kann noch nicht mal genau sagen, wer das diesmal sein wird. Nennen wir sie doch alle drei. Oder es könnten ja sogar noch mehr sein. Ja, ja.
Wir müssen eigentlich fünf Leute nennen. Also das Audioteam bei detektor FM, dem ist zu verdanken, dass man diesen Beitrag schnell hören kann. Und ich bin mir zu 100 Prozent sicher, dass es erstens in der folgenden Woche wieder einen Fahrradpodcast-Antritt geben wird, dass man den Fahrradpodcast-Antritt erreicht unter antritt.detektor.fm sowie auf Mastodon und Instagram.
Und ich bin mir auch zu 100 Prozent sicher, und so viel Sicherheit in so verwirrenden Zeiten, das verwirrt mich zusätzlich. Die Sicherheit bezieht sich darauf, dass du einen Song nennen wirst, Christian, der jetzt gespielt wird. Richtig.
Und um das heimelige Gefühl der Kettenschaltung noch mal rauszuholen, habe ich mir einen Song überlegt, der einfach sehr gut passt, weil er hat einen gebogenen Lenker. Der Song hat einen krummen Lenker. Ja, pass auf, das klingt schon mal … das hat Potenzial.
Ich glaube, du kennst ihn auch, aber ich finde, irgendwie jetzt auch gerade nach unserem Gespräch passt er ganz gut. Und zwar ist es Dota mit „Rennrad“. Das dürfte eine Premiere sein, weil ich habe mir irgendwann mal vorgenommen, dass in diesem Podcast keine Fahrradsongs laufen.
Ja, aber ich finde, jetzt passt es irgendwie ganz gut. Ja, das kannst du machen. Und wer, wenn nicht du, hat hier 100 Prozent Berechtigung. Ich war neulich auf einem Dota-Konzert und es ist irgendwie doch ein sehr witziger Song.
Ja, wie fandst du das Konzert? Sehr gut. Es war ein sehr, sehr gutes Konzert. Was fandst du gut? Oh, die hatten richtig Bock. Es war ein Open-Air-Konzert, auch noch draußen. Es gibt in Leipzig eine sehr, sehr schöne draußen Location, Parkbühne Geiserhaus.
Ah, Geiserhaus. Ja, die ist auch schön. Also die ist richtig richtig schön. Und es war auch eine tolle Vorband. Und sie hatten richtig, richtig Bock. Und das Publikum war gut drauf.
Und erst hatte ich mich gewundert, es sind auch viele Leute mit so einem Fahrrad- T-Shirt rumgelaufen. Und das ist offizieller Merch. Und ich dachte erst, was ist denn das für ein Fahrrad? Aber eben zu „Rennrad“ gibt es auch ein T-Shirt.
Und beim Achten oder so ist mir dann irgendwann der Groschen gefallen, dass das was mit der Band zu tun hat. Nee, es war richtig, richtig gut. Die hatten richtig, richtig Bock. Ehrlicherweise mussten sie dann aufhören, weil 22 Uhr wegen Nachbarn dann Schluss ist.
Und die hätten auch noch zwei, drei Songs spielen wollen, aber es ging nicht. Es war ein sehr guter Abend. Und der Song ist einfach lustig. Ich finde ihn gut: Dota mit „Rennrad“. Und ich würde sagen: Bis bald.
Ja, und wer das noch nicht gemacht hat in diesem Jahr, mit dem Fahrrad zum Open-Air zu fahren und sich dort dieses Erlebnis zu geben, auf die Liste. Wir können es empfehlen. Geht auch mit dem Roller.
Ja, oder mit dem E- Bike mit dem Getriebe integriert. Whatever. Oder zu Fuß. Macht das, wie ihr wollt. Aber Hauptsache, geht’s raus und hört Musik. Ciao.
In diesem Sinne: Ciao, ciao.
[Musik: Dota Kehr – Rennrad]