Absolut betrachtet hat er der Wirt der Mikulaska noch mehrere Zentner Petschnips Troseranolky im Keller.
Wir schneiden eure ganzen zahllosen Versprecher raus. Dieses Unstück zwischen den Büschen, dieser kleine Prehl, das ist am schönsten so, dieses links rechts hacken. Für den Großteil der Hörerschaft ist das wahrscheinlich wie bei einem guten Bassist in der Band. Der fällt den meisten Leuten nicht so sehr auf.
Also man muss das ja so kennenlernen. Wann hört der Grip auf? Gar nicht. Man kann sich das ja nicht vorstellen. Aber mach ja nicht einen Bieber, dass dir das Ding hier auf die Dumme fällt.
Hier ist der Antritt der Fahrradpodcast auf detektor.fm mit der ersten Januar Ausgabe 2026. Mein Name ist Gerold Meyer. Mein Name ist Stanley Baldauf.
Hallo Stanley Baldauf. Hallo Gerold. Willkommen im neuen Jahr. Danke und dir auch willkommen im neuen Jahr. Antritt der Fahrradpodcast von detektor.fm. Stan, ich glaube dein Name ist in diesem Podcast schon mal gefallen. Aber du hast noch nicht, wenn ich das richtig im Kopf habe, in diesem Podcast gesprochen. Ist das richtig? Das erinnerst du richtig, glaube ich. Also ich habe meinen Namen auch schon mal gehört, aber meine Stimme noch nicht.
Genau diesen Namen habe ich glaube ich auch schon mal eingesprochen. Christian vielleicht auch. Denn Stan, du arbeitest hier bei detektor.fm und du arbeitest auch mit an diesem Podcast und an vielen anderen verschiedenen Podcasts. Nur ist es so, diese Ausgabe hier wird am 2. Januar gesendet. Man kann sich vorstellen, dass wir uns noch am 1. ungefähr früh um 9 oder so getroffen haben und das hier eingesprochen haben, weil nein, haben wir natürlich nicht gemacht.
Die Sache ist die, am 2. Januar wird diese Folge veröffentlicht und es ist natürlich nicht möglich, irgendwie morgens am 2. irgendjemand zu erreichen zu irgendeinem Fahrradthema und das dann mal eben zu produzieren, um das dann zu versenden. Und vor Weihnachten hatten wir hier auch richtig viel zu tun. Und deswegen haben wir uns gedacht, wir machen hier zwei Dinge. Erstens sprechen wir einfach mal darüber, wie das ist mit diesem Mal eben produzieren. Also was bedeutet es eigentlich, so ein Podcast zu produzieren? Und wir hängen so ein oder zwei kleine Bonus-Sachen dran, die vielleicht manchen von euch bekannt sind, vielen sicher aber auch nicht.
Rolle des Audio Producers
Bleiben wir mal beim ersten Teil. Also Stan, du bist einer unserer Audio Producer und da kann man sich natürlich sofort fragen, was macht denn ein Audio Producer oder eine Audio Producerin? Ja, also bei uns ist es so, wir sind ja wie wahrscheinlich die meisten Zuhörenden wissen, ein Podcast Radio. Das heißt, wir haben auch so ein paar Studios, die betreuen wir technisch und sonst sind wir sehr viel mit Aufnahmen und Postproduktion von den ganzen Podcasts, die wir hier so zusammen basteln, beschäftigt. Das heißt also natürlich schneiden, Audio Restauration gibt es da noch. Das ist beispielsweise so was wie, wenn ihr wie bei der Folge bei Anruf Antritt dann Gäste mit ins Boot holt und die vielleicht nur über Telefon zugeschaltet sind und der Ton nicht so gut ist, dann versuchen wir da noch das möglichst verständlich zu machen. Wir schneiden eure ganzen zahllosen Versprecher raus, eure Amps mischen das und machen das dann quasi zu einem fertigen Podcast-Paket, was dann gesendet werden kann.
Bearbeitung eines Gesprächs
Ja, da waren jetzt einige Sachen drin, die meine folgende Frage eigentlich schon vorwegnehmen oder die Antwort auf die Frage vorwegnehmen. Ich wollte dich fragen, wie ihr genau ein Gespräch bearbeitet, bis es gesendet werden kann. Also nehmen wir uns jetzt mal bei Anruf Antritt, du hast es eben schon gesagt, aber was heißt das? Wie restauriert ihr sowas? Also wie geht das? Also da jetzt ganz ins Detail zu gehen, weiß ich gar nicht, ob das so interessant wäre für die Leute, die hier zuhören. Aber wir haben dann natürlich zahlreiche Software Tools. Vor allen Dingen die, um mal ein Beispiel zu nennen, also es gibt ein Rauschen auf der Aufnahme, dann versucht man rauszufinden, wo genau sich das Rauschen befindet und löscht das dann raus, möglichst ohne das Sprachsignal, also die Sprache zu verlieren. Oder es gibt ein Störgeräusch, da versucht man dann in einem Spektrogramm, heißt das dann, dieses Störgeräusch zu entfernen. Oder bei vielen Aufnahmen ist es so, dass die Ölen fehlen, die klingt dann so ein bisschen dumpf, dann versucht man die künstlich so wieder herzustellen. Und da haben wir so verschiedene Software Tools dafür, genau. Das heißt, wir sitzen viel am Rechner.
Aufwand der Postproduktion
Ja, ich sehe das immer euch da sitzen. Und ganz früher habe ich ja auch mal selbst irgendwie geschnitten und weiß, was das für eine aufwendige Arbeit ist. Ab und zu jetzt neu habe ich hier auch mal wieder was geschnitten. Also ich möchte dazu sagen, ich mache das nicht wie ihr, sondern ich mache quasi so vorbereitende Arbeiten. Also wenn ich weiß, hier und da sind irgendwie Teile, das haben wir doppelt angesprochen, dann nehmen wir das mal raus. Wobei das selten in der Form passiert, aber dann bereite ich das vor. Und ich weiß, wie lange das dauert und was da für ein Aufwand dahinter ist. Was würdest du insgesamt sagen, worauf kommt es am Ende an bei dem, was du oder die anderen im Audio Team machen? Was ist eigentlich, was ist das Ziel der ganzen Geschichte? Ich würde sagen, für den Großteil der Hörerschaft ist das wahrscheinlich wie bei einem guten Bassist in der Band. Der fällt den meisten Leuten nicht so sehr auf. Oder wie bei einem guten Schiedsrichter bei einem Fußballspiel. Mir fällt leider kein Vergleich für die Fahrradwelt ein. Vielleicht hast du den. Aber es ist so, dass genau wenn wir das gut machen, dann fällt es vielleicht gar nicht so richtig auf, dass wir überhaupt was machen. Dann klingt es gut, dann ist der Sprachfluss gut, dann versteht man alle Leute in dem Podcast gut, alle sind gleich laut und man kann einfach bequem durchhören, ohne sich an irgendwas zu stören. Das ist so eigentlich das Perfekte.
Spaß an der Arbeit
Ja, ich finde die Vergleiche, die du gebracht hast, ziemlich gut. Und jetzt Fahrradwelt würde mir einfallen, zum Beispiel, wir haben ein Straßenrennen, irgendwie ein Eintagesrennen, was irgendwie von hier nach dort stattfindet. Und das bewegt sich auf Straßen, auf denen sonst normaler Verkehr ist. Und wenn ich nichts bemerke während dieses Rennens davon, dass da irgendwie was gesperrt wird, es fährt niemand mit dem Auto quer, es steht nichts im Weg, alle Hindernisse sind irgendwie gut abgesichert und ich habe auch noch ein gutes Fernsehbild, dann weiß ich, dass die Leute wie ihr, also dann die Rennproducer oder so, dass die einen richtig guten Job gemacht haben. Also eigentlich, wenn ich sie nicht bemerke oder… Ja, das könnte man so sagen. Also natürlich freuen wir uns auch, wenn an der einen oder anderen Stelle, gerade bei Produktion, wo es auch um Sounddesign oder Musik geht, was wir auch machen für Produktion, wenn das da irgendwie ins Ohr fällt quasi, was wir tun. Aber in der Regel freuen wir uns, wenn niemand bemerkt, dass wir überhaupt was gemacht haben.
Technische Herausforderungen
Ja, also ich denke schon, also ich würde sagen, dass ich das schon oft bemerke, gerade wenn man irgendwie dabei ist und du hast es gesagt, wir versprechen uns so oft. Also natürlich versprechen wir uns ab und zu. Und wenn ich dann das Gespräch abhöre und merke so, okay, das ist raus, das ist irgendwie ein Fluss, dann fällt mir das auf und dann finde ich das natürlich sehr gut. Wie lang kann man ungefähr sagen, wie lang dauert das? Also typischerweise ein Antritt wird Freitag früh veröffentlicht. Und stellen wir uns jetzt mal vor, wir haben so einen klassischen Aufbau von einem Interview und davor und danach sind Mods und dann ist noch ein Song dabei und dann sind Shownotes dabei und so. Was würdest du sagen, wie lang braucht man für so eine Folge, die vielleicht sagen wir mal 50 Minuten ist mit den genannten Elementen? Das kommt natürlich immer ganz drauf an. Also insgesamt in der Podcast-Welt kommt das eh drauf an, wie gesprächig so ein Podcast ist oder wie geskriptet der ist, ob Leute sich einfach unterhalten oder ob man irgendwie eher was Storytelling-mäßigeres hat. Aber wenn man jetzt die reine Aufnahmezeit wegrechnet und die reine Postproduktion sieht, mit dem, was du gesagt hast, die Shownotes dazu packen, die Kapitelmarken dazu packen, würde ich sagen, kann man grundsätzlich so was wie die doppelte bis dreifache Länge von der reinen Podcast-Länge kann man mit der rechnen. Aber wie gesagt, das ist immer sehr unterschiedlich und hängt beispielsweise auch an so kleinen Sachen wie, wenn du jetzt einen Gesprächspartner hast, der sehr aufgeregt ist und sich sehr oft verhaspelt, dann streckt sich das natürlich sehr schnell dem Gegenüber. Wenn man jemanden hat, der sehr eloquent ist und sehr gut spricht, wenig Äms und so, dann geht es natürlich schneller.
Nervige Aspekte der Postproduktion
Was ist für euch das Nervigste? Also ihr macht eine Datei auf und ihr merkt, oh Gott, jetzt ist das und das. Also ohne jetzt hier irgendwie, du verstehst wie es brennt. Also was hat den meisten Aufwand? Sind es solche Äms? Oder ehrlicherweise wird man manchmal so ein bisschen fies, wenn man Podcasts schneidet, weil man natürlich da auf Sachen achtet, die man so im normalen Gespräch vielleicht gar nicht mitbekommt. Aber wenn es dann beispielsweise sehr oft Füllwörter gibt, die aber ganz unangenehm an ein anderes Wort immer rangeklemmt sind, das heißt, die kriegt man irgendwie schwer weggeschnitten, dann ist das was, was vielleicht in manchen Fällen nervt. Aber davon kann man schnell wieder Distanz bekommen. Aber man hört schon anders zu, wenn Leute sprechen und kriegt so ein anderes Gefühl dafür. Und sonst sehe ich die meisten Aufgaben als angenehme Herausforderungen, nicht so sehr als Problem.
Einfluss auf den Alltag
Ja, nimmst du das eigentlich mit? Also auch wenn du hier rausgehst oder wenn du mit anderen Leuten sprichst, also geht es dir manchmal so, dass du ganz normal in deinem Alltag mit Leuten redest und denkst, so das könnte man jetzt eigentlich gut schneiden? Tatsächlich ist das so. Also man achtet automatisch so ein bisschen bei Leuten drauf und überlegt sich dann, ah ja, das unangenehme Füllwörter oder auch andersrum. Also eigentlich wäre das ein guter Podcaster oder ein guter Sprecher, der verwendet wenig Füllwörter. Wobei man ja auch nicht sagen kann, dass jetzt jemand, der keine Füllwörter benutzt, also dass das irgendwie besser sei. Gerade im Gesprächspodcast kommt es ja auch darauf an, dass man einfach sich auf eine natürliche Art und Weise unterhält.
Freude an der Podcast-Arbeit
Ja, und ich will natürlich nicht nur mit dir über Probleme sprechen, was irgendwie nervt oder anstrengend ist. Was macht dir denn Spaß daran? Gibt es da was? Also grundsätzlich ist es natürlich hier ein großer Vorteil, vor allen Dingen für Leute wie mich, die eh gern Podcasts hören, dass man sehr viele Möglichkeiten hat, sich sehr viele Sachen anzuhören und da auch mit Sachen in Berührung kommt, die man vielleicht jetzt so im Privaten gar nicht unbedingt hören würde. Aber wir haben ja sehr viele verschiedene Formate und beispielsweise gibt es auch sowas wie Spektrum der Wissenschaft, wo ich oft interessante Einblicke in die Wissenschaft bekomme. Natürlich auch der Antritt, wo ich Einblicke in die Fahrradwelt bekomme, die ich sonst wahrscheinlich so nicht bekommen würde. Also das ist natürlich ein insgesamt großer Vorteil, dass man viel Wissen so nebenbei quasi mit aufsaugen kann. Und sonst bin ich natürlich, wie man sich vielleicht denken kann, auch ein sehr audiophiler Mensch und mag die Arbeit insgesamt auch.
Inhaltliche Auseinandersetzung
Ja, ich wollte dich jetzt als nächstes fragen, ob du auch inhaltlich die Beiträge hörst oder halt nur technisch. Aber es klang für mich jetzt schon so, dass du auch vom Inhalt was mitnimmst. Ja, also um ganz ehrlich zu sein, gibt es manchmal Formate, gerade wenn man jetzt am Ende von einer langen Woche ist und hatte viel zu tun, dann gibt es auch Fälle, wo man mal eher sich darauf konzentriert, ob jetzt technisch alles passt oder ob da Versprecher sind und dann ein bisschen vom Inhalt weghört quasi. Aber gerade bei Sachen, die mich interessieren, kriege ich das eigentlich ganz gut hin, dass da beides zusammenfließt und ich dann auch was lerne dabei.
Rolle im Podcast
Und jetzt bist du ja aber immer eigentlich jemand, der, so wie du vorhin gesagt hast, Schiedsrichter oder so, dafür sorgt, dass die anderen ihren Auftritt haben. Also Christian und ich als die, die das hier gestalten, Fragen stellen und die Leute, die dann irgendwie zu Gast sind. Ist dir die Rolle angenehm oder hast du manchmal auch das Gefühl, jetzt hätte man doch diese Frage stellen sollen oder wie ist da so dein Blick drauf? Ich würde sagen, insgesamt entspricht das eigentlich so ein bisschen meinem Naturell. Also da will ich mich eher nicht in den Vordergrund drängen. Ich habe natürlich oft auch trotzdem eine Meinung oder mir fallen auch inhaltliche Sachen ein. Aber wir sind ja jetzt nicht so ein riesiges Team und kennen uns alle sehr gut. Das heißt, da habe ich eigentlich auch die Erfahrung gemacht, dass es da die Möglichkeit gibt, wenn man irgendwie einen Hinweis hat, dass ich da auch inhaltlich eventuell mal was anmerken kann oder mich da einbringen kann. Genau, sonst begnüge ich mich ganz gerne mit den, also es gibt ja auch Formate, die beispielsweise Teurer wohnen oder Teurer fahren, die wir hier gemacht haben, die natürlich insgesamt noch ein bisschen kreativer sind als ein Gesprächspodcast, was unsere Arbeit anbelangt. Und da kann man sich dann auch als Audio Producer oder Audio Producerin ganz gut ausleben. Und ich kann noch anfügen, dass ich das immer sehr gut finde, wenn ich von euch irgendeine Art Feedback bekomme zu einem Gespräch, weil es mir oft so geht, ich führe irgendwie ein Interview und ich habe dann direkt dabei nur so ein ganz leichtes Gefühl, wie das so sein könnte. Aber man kann sich da auch echt täuschen. Also ich habe schon Aufnahmen gehabt, wo ich dachte, das war jetzt wirklich nichts und am Ende gehen die so auf. Also ich bin da immer dankbar dafür, wenn da von euch was kommt.
Beziehung zum Antritt
Deswegen wollte ich dich jetzt hier final noch fragen. Wir sind im Fahrradpodcast Antritt. Wie hat sich deine Beziehung zum Antritt entwickelt? Wie siehst du diesen Podcast mit diesen kleinen Nerd-Unternehmen? Also ich muss sagen, ich bin eh ein sehr großer Freund von so eher längeren Gesprächspodcasts oder insgesamt eher längeren Podcasts. Deswegen mag ich den grundsätzlich ganz gern. Und es ist jetzt auch nicht so, als hätte ich gar kein Fahrradinteresse. Also ich würde sagen, ich bin so ein bisschen hängen geblieben vielleicht in meinem Fahrradleben, weil ich so 2010 nach Leipzig gezogen bin zum Studieren. Und das war so die Zeit, in der man sich so Stahlrennenräder gekauft hat. Und so habe ich es auch getan. Das fahre ich jetzt immer noch. Das ist so ein altes Kogamiata Grand Winner. Heißt glaube ich so ein hellblauer Rahmen. Ist sehr schön, immer noch. Aber der Antritt Podcast führt auf jeden Fall dazu, dass ich Lust hätte, mir auch andere Fahrräder anzuschaffen und Fahrradtouren zu machen. Das löst in mir schon oft so einen Wunsch aus, rauszufahren. Also gerade die Folgen gefallen mir auch besonders gut. Also das passiert schon. Aber ich muss zugeben, ich habe immer noch nur ein Rennrad, mit dem ich aber auch jetzt keine Rennradtouren großartig fahre, sondern hauptsächlich so von A nach B und durch die Stadt.
Fahrradfahren und Natur
Ja, habe ich jetzt so gar nicht gewusst. Das ist natürlich ein großes Kompliment, wenn dieser Podcast das in dir auslöst. Ich spreche ja oft mit Leuten darüber, warum man das eigentlich alles macht und was das alles bedeutet. Wenn du sagst, du hast Lust aufs Fahrradfahren, kannst du sagen, auf was du da Lust hast? Also ich glaube, es geht viel einfach um so ein bisschen rausfahren aus dem Alltag, ein bisschen in der Natur sein, irgendwie vielleicht auf Wegen fahren, auf die man sonst nicht so kommt und da irgendwie so ein bisschen abschalten vom Alltag. Das ist wahrscheinlich das. Und gleichzeitig spricht auch, es gibt ja auch so einen technischen Part im Antritt, der spricht mich natürlich auch an und sich da damit zu beschäftigen, was es da für neue Entwicklungen in der Fahrradwelt gibt und da vielleicht mal so ein Fahrrad zu fahren. Aber bis jetzt bin ich bei meinem 80er Jahre Rennrad geblieben. Das ist auch voll okay. Aber ich merke auch bei dir kommt irgendwie so dieses Thema an, was ich bei vielen mitbekomme. Also so eine Kombination aus Freiheit, Entdecken, Abschalten, Selbstbestimmung.
Inspiration durch andere
Genau, also gerade wenn ich von deinen Sommertouren immer höre, wo du so eine Weile unterwegs bist auf deinem Rad, das macht mir auch große Lust. Dann habe ich auch Lust, so Sachen zu machen. Das kann ich natürlich nur empfehlen. Und darf ich hier sagen, von was ich mich von dir inspiriert fühle? Nein, dann bin ich hier nicht so einwandfrei. Ja, natürlich. Ich sag einfach mal ja. Christian hat das auch schon mal erwähnt, dass es im Team hier Leute gibt, die also würdest du dich als Ornithologen bezeichnen? Ich glaube, dafür ist mein Wissen zu gering, aber ich glaube, neudeutsch sagt man Birder. Genau, du bist ein Birder und manchmal kriege ich das mit und kriege dieses Vogelwissen mit und kriege diese Faszination für dieses Thema mit. Und ich finde das auch total, ich finde das sehr sympathisch, sich damit zu beschäftigen und dieses Wissen auch zu haben und dieses Auge für… Und das Ohr, ja das Ohr natürlich, entschuldige, aber auch das Auge oder einfach die Antennen dafür. Neulich wurde sich hier über eine bestimmte Krähe oder so unterhalten, die hier irgendwo wohnt oder ne Elster, glaube ich, die hier irgendwie unterwegs ist. Und manchmal kriege ich das auch so an anderen Stellen mit, wenn du von deinen Reisen so irgendwie kurz erzählst, wo ich mir denke, das ist schon auch eine sehr schöne Beschäftigung mit so einem Thema, wo ich manchmal das Gefühl habe, das ist für dich vielleicht so ein bisschen was wie für mich Fagat. Man ist dann so nah dran und so tief drin, dass man da wirklich auch ziemlich viel rausschöpft.
Tandem fahren
Ja, total. Ich sage immer, das ist so ein bisschen auch wie so eine neue Dimension, die man da so in der Realitätswahrnehmung dazu bekommt, wenn man einmal anfängt, sich damit zu beschäftigen. Und so ähnlich ist das vielleicht bei dir auch. Und gleichzeitig würde ich sagen, man kann das ja eigentlich auch sehr gut kombinieren, nämlich mit Fahrrad rumfahren und Vögel beobachten. Das geht auf jeden Fall. Ja, ich erinnere mich. Siehst du doch diesen Sommer in den Pyrenäen, nein, letztes Jahr im Sommer, da habe ich dir glaube ich sogar ein Foto geschickt von so einer Stelle, wo genau so Vogelzugbeobachtungsmecca war. Also wo so ganz viele Leute dort waren und so Häuser und Schutzhütten für Vögel, die halt eben in den Süden ziehen oder dann zurückkommen wahrscheinlich auch dort lang. Da kam so an einem Tag das so beides zusammen. Und es gibt auch sowieso Schnittmengen so in der Fahrradwelt zu Leuten, die da auch explizit das so kombinieren.
Tandem-Fahrt planen
Ja, so würde ich wahrscheinlich am ehesten Fahrrad fahren, wie ich auch Vögel beobachte, dass das auch so eine Art Kontemplation ist und man so durch die Landschaft fährt und da so drin versinkt beim Fahren quasi. Ja, wir haben was offen, Stan. Wir haben ein paar Mal schon darüber gesprochen, dass wir eigentlich mal Tandem fahren müssten. Das stimmt. Und vielleicht können wir das ja in diesem Jahr umsetzen. Ich biete es dir hiermit an. Und wir halten es hier öffentlich fest. Wir halten es hier öffentlich fest. Ich biete es dir hiermit auch nochmal an, auch als Dankeschön, dass du hier in diesen Podcast gekommen bist und dass du ihn so oft schneidest und wie alle im Team. Also gilt für alle, die hier Audio produzieren, wer Tandem fahren will, meldet sich bitte bei mir. Das kriegen wir hin. Und ja, das ist jetzt so ein schöner Einblick, finde ich, da rein, was hier eigentlich hinter den Kulissen oder hinter dem Mikrofon oder wie auch immer man das nennen will, stattfindet, was im vergangenen Jahr 52 Mal stattgefunden hat. Also in jeder Woche. Und das ist das Fundament dafür, dass wir hier über Fahrräder und manchmal über Vögel und über andere Themen sprechen können. Und dafür bin ich persönlich auch total dankbar, dass ihr das macht, weil es gab eine Zeit, habe ich vorhin kurz erwähnt, da habe ich das selbst gemacht und ich bin da lange nicht so gut. Also überhaupt nicht. Ich habe da voll gestümpert und mir nimmt das extrem viel ab, dass ihr das macht, was ihr total gut könnt und ich mich auf das konzentrieren kann, was ich irgendwie so ein bisschen kann. Und seitdem es hier dieses Producing-Team gibt oder dass ich das in Anspruch nehme, darauf bin ich manchmal sehr dankbar dafür. Danke, dass ihr den Podcast macht. Ich würde auch sagen, das kannst du schon gut und nicht nur so ein bisschen gut. Und auch danke dafür. Danke natürlich auch an die Hörerschaft, an die ich mich hier wende, weil das, was ich da mache, das kann ich ja zu einem Großteil auch nur dadurch, dass es eine große Menge an Leuten gibt, die sich das überhaupt anhören. Genau. Also wir können ja sagen, das, was ihr macht und das, was Christian und ich machen, das machen wir am Ende für euch da draußen. Jetzt kennt ihr das Fundament. Ja, so gehen wir in dieses neue Jahr Antritt und wir haben uns gedacht, wir hängen hier noch irgendwas an und schauen mal ins Archiv. Gucken nicht, wie man das vielleicht sonst manchmal macht, so an Jahresanfangsausgaben, so in die Zukunft und malt so ein Bild, sondern wir gucken mal ganz weit zurück und schauen in die erste Antrittsausgabe, die es gegeben hat. Da ist nämlich eine Reportage erschienen, die ich damals auch selbst geschnitten habe. Ich frage mich nicht zu welcher Tages- und Nachtzeit und wie lange das gedauert hat und was da alles passiert ist. Auch so ein Nischenthema hat sich auf jeden Fall als solches bewiesen. Das ist eine Fatbike Reportage 2015 in einem Winter, in dem es noch Schnee gab im Erzgebirge. Bin ich unterwegs gewesen mit Freunden. Ganz so dramatisch ist es nicht. Ich glaube, jetzt ist auch im Erzgebirge würde man auch Schnee vorfinden. Das findet man ab und zu. Ich habe da noch Verwandtschaft, da stamme ich ursprünglich her. Also da gibt es tendenziell ein bisschen mehr Schnee als hier in Leipzig. Ja, war auch jetzt nur so ein blöder damals. Also wir schauen zurück. Hier kommt diese Reportage unterwegs auf so einem Fatbike im Erzgebirge und nach dieser Reportage gibt es noch einen in diesem Podcast unveröffentlichten Bonustrack, der historisch einige Dinge auflöst und einen großen Wissensgewinn bringt. Der war bisher nur auf der detektor.fm Webseite zu hören, aber wir haben uns gedacht, der kommt jetzt mit ran. Aber erstmal gehen wir auf Fatbiketour.
Fatbike-Erfahrungen
So ein Fatbike, das sieht eigentlich aus wie ein Mountainbike. Es hat bloß viel fettere Reifen. Die können bis zu 12 Zentimeter breit werden und das hat den Effekt, dass man damit auf losem Untergrund fahren kann, auf Sand oder zum Beispiel auch auf Schnee. Und das klingt dann so: Das Fahren auf der Schneedecke ist erstmal völlig ungewohnt. Vom Rennrad weiß ich, dass ich bei weißen glänzenden Flächen verdammt vorsichtig sein muss. Hier aber beißt sich ein dicker Vorderreifen in den plattgetretenen Schnee. Und die größte Herausforderung ist es, nicht in den losen hohen Schnee neben dem Weg zu geraten, denn dort bleibt auch der 12 Zentimeter Reifen stecken. Ursprünglich kommen die Räder mit den dicken Reifen aus Alaska. Dort gibt es Marathons im Schnee über hunderte Meilen. Jahrelang bastelten sich die Teilnehmer mehrere Felgen und Reifen nebeneinander. Die Firma Surly aus den USA erkannte das Potential und brachte vor zehn Jahren das erste Serien-Fatbike auf den Markt. Die Herausforderung dabei: monströse Reifen, breite Felgen und Rahmen und Gabel mit sehr weitem Reifendurchlass zu entwickeln. Von den USA hat sich der Trend inzwischen bis nach Deutschland und auch ins Erzgebirge verbreitet, wo ich mit den Dresdner Jungs nun in einer Langlaufläupe durch die Landschaft fahre. Die gespurten Läutenbereiche sind für uns tabu. Wir bewegen uns im plattgewalzten Skatingbereich, wo wir nur minimale Spuren hinterlassen. Das ist der selbstverständliche Fatbike-Läutenkodex. Die Koexistenz mit den Skifahrern ist absolut friedlich. Das hatte ich so deutlich nicht erwartet. Statt Ermahnungen ernten wir neugierige Blicke, oft auch ein Grinsen und ungläubiges Staunen. Du brauchst halt keine Federung mehr. Der Reifen federt halt an sich, aber der dämpft halt nicht. Die Fragen kriegt man halt die gleichen wahrscheinlich 30 Mal gestellt am Tag. So ein Zettel ausdrucken und dann: „Aber Leute, es ist ja lange, dass ich nichts Neues gesehen habe.“
Nicht nur das Fahren, auch das Herumstehen in der Kälte saugt ordentlich Energie aus dem Körper. Darum lassen wir auch keine Möglichkeit zur Einkehr aus und ergötzen uns an der guten böhmischen Küche. Inzwischen ist später Nachmittag. Wir sind gerade eingekehrt in einer Baude auf böhmischer Seite, haben schön Knoblauchsuppe gegessen. Und jetzt wird es langsam ruhig im Gebirge, und gleich nähert sich ein Rudel Fatbikes. Schließlich finden wir an einem Stausee im Halbdunkel unseren Schlafplatz. Wir haben drei Sägen im Gepäck und machen uns auf die Suche nach Feuerholz. Genau wie auf der Loipe achten die Jungs sehr genau darauf, niemanden zu stören und möglichst wenig Spuren zu hinterlassen. Wir erbeuten ausschließlich tote Äste und fällen den Stamm eines Baumes, der in vier Meter Höhe sowieso abgebrochen ist und leblos im Winterwald steht. Aber mach ja nicht einen Biber, dass dir das Ding nicht auf die Türme fällt. Eine halbe Stunde später brennt dann endlich unser Feuer. Wir braten Steaks, trinken Schnaps und bestaunen den Mond, der als dünne Sichel am Winterhimmel steht. Und natürlich sprechen wir da auch über Fatbikes. Ich fahre schon immer gerne im Schnee Rad. Schon als Kind bin ich immer im Schnee mit dem Fahrrad rumgefahren. Wir haben uns durch die Schneebehen gewühlt. Aber da gab es natürlich Grenzen. Und man hat halt so gelesen, gehört, was mit dem Fatbike geht. Und zwar, aber eben klar, dass man damit im Schnee rumfahren kann, wenn ein Meter Schnee liegt auf einer Loipe oder auf einer Fußspur, was mit dem Mountainbike einfach nicht geht. Beim Mountainbiken im Sommer steht ja doch irgendwie eine technische Herausforderung sehr im Vordergrund. Und auch schon Adrenalin und Action. Und wir wollen Schuss fahren, bergrunter, und da muss das ein bisschen bollern und zur Sache gehen. Und wenn man das dann das letzte Dreivierteljahr gemacht hat und der Winter steht an, dann ist man vielleicht auch ein bisschen übersättigt und ganz froh, wenn man dann mal einen Gang runterschalten kann. Und dann ist das Fatbike doch auch so ein bisschen eine Entschleunigung. Und dann ist es halt eher so ein Landparty-Charakter, wie das, was wir hier gerade machen. Wir fahren natürlich dann auch gerne mal eine Abfahrt drunter, wie jetzt vom Geisingberg, neulich zum Beispiel. Schön mit driften und so. Wenn sich das anbietet, natürlich gerne. Aber es ist trotzdem eher so ein Durch-die-Landschaft-Kullern und genießen. Und der Punkt ist, diese Entschleunigung findet ja eigentlich bei den meisten Mountainbikern statt, nur dass es bei den meisten so extrem ist, dass sie im Winter überhaupt nicht Radfahren. Das kommt für uns halt nicht in Frage, das einfach mal auf null zu setzen. Und so gibt es halt eine Variante, einfach gemütlich durch die Gegend zu kullern und die Seele baumeln zu lassen.
Rückkehr zur Realität
Am nächsten Morgen liegen wir lange in unseren Schlafsäcken herum, auf denen sich über Nacht sogar eine dünne Neuschneeschicht gebildet hat. Dann kochen wir Tee und Kaffee, wir gönnen uns ein langes Frühstück. Spät brechen wir auf. Jetzt ist kurz nach 13 Uhr am zweiten Tag. Unser Feuer knackt immer noch. Ich habe gerade den Wettstreit verloren, wer als letztes mit Packen fertig wird. Und jetzt fahren wir ganz gemütlich auf den zweiten Gipfel des Wochenendes. Vom Gipfel der Lautschnar genießen wir die weite Sicht ins Böhmische und fahren dann auf steiler Piste wieder in Richtung unseres Ausgangspunktes. Der Schnee ist noch mal fester als am Vortag. Nach einer weiteren Einkehr wird das Fahren in der einsetzenden Dämmerung fast surreal. Ich habe das Gefühl, über einem weißen Band zu schweben, das sich durch den Winterwald schlängelt. Die dicken Reifen absorbieren die kleinen Unebenheiten der Skatingspur. Die Stollen greifen hörbar in den verharschten Schnee. In kleinen Abfahrten taste ich mich dann an den Grip des Vorderreifens heran. Als wir wieder auf deutscher Seite sind, steht uns die letzte und steilste Abfahrt bevor. Hier wechseln wir vom Landparty-Modus auf Adrenalin. Ich fahre gerade bei gefühlt minus 10 Grad und mindestens einem halben Meter Schnee mit einem Fahrrad mit 12 cm breitem Reifen. So was wie eine sehr sehr steile rote Barbeque. Und es ist ziemlich geil. Boah, Jungs, ganz großes Kino. Ein Grip ohne Ende. Die Dämpfung auch schon satt. Dieses Unstück zwischen den Büschen, dieser kleine Träl, das ist am schönsten. Links rechts hacken, Tunnel fahren.
Das war jetzt im Prinzip, was ich meinte, wo das mit der Entschleunigung mal kurz relativiert wird. Was ich meinte, wir lassen eine schöne Abfahrt nicht links liegen, die nehmen wir dann schon auch gerne mit. Ja, geil. Ich brauche so ein bisschen um reinzukommen. Man muss das ja so kennenlernen. Wann hört der Grip auf? Gar nicht. Man kann sich das ja nicht vorstellen. Das Entscheidende ist, das Vertrauen darin, dass es sich wieder fängt. Man bringt es zum Driften bewusst und hat Vertrauen, dass es sich wieder fängt. Bahnhof Geising. Zwei Tage draußen gewesen, unter Sternenhimmel geschlafen, an Skifahrern vorbeigefahren. Das alles auf dem Fahrrad ist ein bisschen verrückt, aber ich glaube, ich bin begeistert.
Fatbike-Erfindung
Das ist also meine Fatbike-Reportage aus dem Winter 2015 mit einer Gruppe von Leuten, mit Freunden aus dem Erzgebirge, deren Name sich oft geändert hat. Also viele verschiedene Namen hat es da gegeben. Zum Beispiel sind es die Dudes of Snezhnik, glaube ich. Dann gibt es auch Überschneidungen mit der Gepäckträger-Gerechtigkeitsgruppe und Karl Ranseyer, Raubelwalzer Quintett, daran erinnere ich mich auch. Es gibt viele verschiedene Namen, und das, was diese Leute auszeichnet, ist nicht nur, dass sie sehr kreativ sind in der Selbstbezeichnung, sondern dass sie auch historisch ziemlich interessiert sind und auch einen gewissen Forscherdrang in sich haben. Und deswegen haben sie so nebenbei, während wir diese Reportage aufgezeichnet haben oder unterwegs waren, haben sie mal noch so ein bisschen Wissen gedroppt, wie dieses damals ziemlich beliebte oder in so einer Experimentierphase befindliche Fahrzeug, das Fatbike, eigentlich entstanden ist. Denn ihr habt es schon geahnt, das kommt nämlich eigentlich auch aus dem Erzgebirge, und das war unser guter Freund und einer der Großen, den wir viel verdanken in der Fahrradgeschichte, Niljam Boblic. Deswegen kommt hier jetzt der versprochene Bonustrack, wie Niljam Boblic das Fatbike erfand. Ich wünsche viel Spaß und gute Erkenntnisse uns, denn ich will dir noch sagen: Danke für diesen Auftritt in diesem Podcast, danke für die Arbeit hinter dem Podcast oder für den Podcast und auf ein gutes Jahr. Sehr gerne, vielen Dank auch an dich. Frohes neues Jahr! Frohes neues Jahr! Ciao, gute Fahrt!
Die Erfindung des Fatbikes
Niljam Boblic hat das Fatbike im Prinzip erfunden. Das ist ein böhmischer Nationalheld, der ist am Fuße des Erzgebirges aufgewachsen. Thomas Lavize, Thomas Lavize, der Eik hat da Forschung angestellt, hat alte Kirchenregister durchforstet. Das war damals im 19. Jahrhundert. Nee, also geboren ist er im 18. Jahrhundert. Ja, aber als Fatbike hat er erfunden im 19. Jahrhundert. 1784 ist er geboren, das war mal kurz richtig. Das war mal im 18. Jahrhundert. 1864 hat er es erfunden. 1864, das ist ja deiner Meinung nach durch das Brammernatscher Hochmoor. Was Quatsch ist, weil das 60 war. Das war der harte Winter, letzte Aufbäume der kleinen Eiszeit. Der hat doch aber das ganze Dorf gerettet im Winter durch die Erfindung des Fatbikes. Nee, das Fatbike hat er ja schon in Schulzeiten erfunden, weil er auf der Zilafskala der Karthäuser war. Da gehen die historischen Quellen ein bisschen auseinander. Ich weiß nicht, ob der Eik hat die Kirchenregister durchforstet, da stand das so drin. Ich hab einen Nachbarn von einem der Dorfbewohner getroffen. Der hat mir das anders erzählt, dass das 1864 war. Aber waren die nicht alle ausgestorben, als die Talsperre angestaut wurde? Ja, ja, aber das war ein Urenkel von einem der Bewohner. Die sind alle vorträglich ausgestorben, die Talsperre wird 100 Jahre später errichtet worden. Das war so eine Angst. Die wussten aber schon Bescheid, Drehkognition quasi. Er hat ja damals, wann auch immer, das Fatbike erfunden, als er das Pramenlatschhochmoor durchquert hat. Um hier, was war das für eine Krankheit? Die Fischkresse. Der Kollege ist in der Forschung noch nicht so lange dabei. Das war ja kurz vor seinem Tod schon, das Pramenlatschhochmoor. Das war ja schon an die 70 Jahre alt. Da lagen so 6 Meter Schnee. Die Dorfbevölkerung von damals Lavize war kurz vor dem Verhungern. Das Fatbike hat er ja schon zu Schulzeiten erfunden, weil die Lehrbücher alle aus Lehmtafeln bestanden. Und er hatte so einen starken Buckel wegen des Schubkarrens, den er immer nach Mesiborje schieben musste. Und hatte doch einige soziale Nachteile. Er hat sich auch von Flechten ernährt, weil seine Eltern sehr viele Kinder hatten und kaum Einkommen. Und zugunsten seiner Geschwister hat er sich rein von Flechten ernährt und war deswegen auch ein ziemlicher Christpaar. Die besonderen Flechten hat er ja von den Steinern im Sonnen am Pramenlatsch geerntet. Davon hatte ich noch Geflunze. Konnte ich aber noch nicht beleben. Das sollte man sich mal angucken, wenn man mal dort in der Gegend ist. Das sind ja so vulkanischen Ursprungs. Auf jeden Fall hat er quasi in Tramilien die Dorfbevölkerung nur indirekt durch den Transport gerettet. Absolut betrachtet hat er der Wirt der Mikulashka noch mehrere Zentner Petschnipstrozeranolki im Keller. Und die hat er dann per Schlitten nach der Maslawice gefahren. Mit dem Fatbike. Ja. Was hat er damals für eine Reifenbreite gewählt? Das war recht variabel. Das waren ja noch aufgeblasene Kuhdärme. Die wurden auch immer größer mit Nutzung. Die musstest du irgendwann tauschen, weil die den ganzen Rahmen zerschubbert haben. Das war damals nie so leicht wie heute. Das war Kuddeln quasi. Du konntest auch Kuddeln nehmen. Du hast ja für die Zotten, je nachdem wie umgekehrt du dich gedreht hast. Wenn du die Grimskung gemacht hast, hast du so Grip auf Eis. Aber ich habe ja alte Kupferstiche gesehen. Da hat er ja Fälle auf dem Reifen gehabt. Steigfälle an der Grenzstraße. Am Burschenjagd. Da war ja damals schon ein Skifahrer im Zentrum. Da hat er sich das bei den Turnskigehern abgekumpft. Aber ist das nicht irgendwie schade, dass er auch so ein bisschen in Vergessenheit geraten ist? Deswegen bin ich jetzt auch am Burschen. Ich habe mich dem verschrieben, um diesen großen Entdecker hinreichend zu huldigen. Es war ja letztens auch eine Ausstellung auf dem Golfplatz in Zinnwald. Ich bin mir gar nicht mehr sicher. Der Kurator hat einen kleinen Fehler gemacht mit dem Bild. Ich glaube, es war „Vergessene Entdecker unter Dimpeln„. War der Titel. Da ist halt das letzte Bildnis zu sehen, was damals Caspar David Friedrich angefertigt hatte, als unser Niljem Mardotlak Boblic den Miloszowski angefahren hat. Das war der Lovasz. Entschuldigung, das habe ich jetzt ein bisschen verwechselt. Das war der Lovasz. Und er hatte gerade einen neuen Vorderreifen aus Kuhdarm. Den wollte er schon. Deswegen ist er den ganzen Lovasz im ersten bestätigten Powerwheelie hochgefahren. Und da hat es den Herrn Friedrich so aus den Socken gehauen. Da hat er seinen Keks weggelegt und hat sofort ein Bild gewählt. 26 war er damals. Ich habe leider die Jahreszahl vergessen. Sie ist mir jetzt nicht mehr so ganz inhärent. Das war schon toll damals. Da entsinne ich mich noch mit Freunden.