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Nach der Kohle | Folge 8

Der Silberfisch

Im Leipziger Neuseenland soll ein sogenannter Oloid dabei helfen, einen ehemaligen Tagebau in ein klimafreundliches Urlaubsparadies zu verwandeln. Kann das funktionieren?

Vom Tagebau zum Urlaubsparadies

Der Kohlebergbau hinterlässt auch im Mitteldeutschen Revier alles andere als blühende Landschaften. Tagebaue lassen kraterartige Mondlandschaften zurück, in denen durch den Kohleabbau auf absehbare Zeit jede Chance auf Leben vernichtet wurde. Damit die Natur diese Landschaften zurückerobern kann, werden Tagebaue renaturiert. Meistens, indem sie geflutet werden und daraus Seen entstehen. Rund um Leipzig gibt es 22 Seen mit einer Gesamtfläche von 70 Quadratkilometern, die alle mal Tagebaulöcher waren.

Für die Renaturierung von Tagebauen gibt es sehr detaillierte Pläne, die von den Behörden in langwierigen bürokratischen Prozessen genehmigt werden müssen. Und diese Pläne reichen weit in die Zukunft. Für die beiden gerade noch aktiven Mibrag-Tagebaue „Profen“ und „Vereinigtes Schleenhain“ wird mit einer Renaturierung bis Mitte der 2060er-Jahre geplant. Weil die Renaturierung von Tagebauflächen so lange dauert und sehr viel Geld kostet, spricht man bei den Folgen des Kohleabbaus auch von Ewigkeitslasten. Der Wasserwirtschaftler Eric Schieblich leitet die OLOID Solution in Leipzig und entwickelt dort eine Technologie, die die Geschichte der Bergbaufolgelandschaften umdrehen könnte.

Hätten wir uns vor 50, 80 Jahren schon Gedanken gemacht, ob Abbaggern und fossile Energieträger das beste Mittel der Wahl sind, dann hätten wir jetzt nicht die Kosten auf gesellschaftlicher Seite, um das wieder zu heilen.

Eric Schieblich, Wasserwirtschaftler und Geschäftsführer der OLOID Solution

Oloid for Future

In einer Leipziger Werkstatt zeigt Eric Schieblich auf einen Wassertank. Darin schwimmt ein silberfarbener Körper und erzeugt dabei rhythmisch eine Strömung im Wasser. Dieser „Silberfisch“ soll dabei helfen, die natürliche Wärme von Tagebauseen nutzbar zu machen, um nahegelegene Siedlungen zu heizen. Am Hainer See im Süden Leipzigs wird das bereits getestet. Gemeinsam mit dem Energiedienstleister Tilia GmbH läuft dort ein Pilotprojekt.

Wir werden den See nutzen als Wärmequelle für dieses Hafendorf, was hier gerade im Entstehen ist. Das heißt, wir werden die Wärmeversorgung mit Wärmepumpen herstellen, und diese Wärmepumpen werden als Quelle die Temperatur des Sees nutzen.

Martin-Joseph Hloucal, Projektleiter „Hydroloid“ bei der Tilia GmbH

In der achten Folge von „Nach der Kohle“ besucht detektor.fm-Redakteurin Joana Voss die Bergbaufolgelandschaft im Leipziger Neuseenland. Hier wird der Oloid eingesetzt, um die Abwärme des Hainer Sees effizienter zum Heizen zu nutzen. Wie funktioniert das?

„Nach der Kohle“ ist eine zwölfteilige Reportage-Serie vom Podcast-Radio detektor.fm. Neue Folgen erscheinen immer samstags. Der Podcast wird gefördert von der Sächsischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien. Alle Folgen gibt es hier bei detektor.fm und unter anderem bei Amazon Music, Apple Podcasts, RTL+ und Spotify.

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