Es war der längste Blackout in der Berliner Nachkriegsgeschichte. Anfang des Jahres mussten 100.000 Berlinerinnen und Berliner tagelang ohne Strom auskommen. Und das bei frostigen Minusgraden. Wie bereitet man sich eigentlich auf so einen Fall vor? Genau darum geht’s hier heute. Ich bin Jessi Jus. Hi! Endlich Schnee! Haben sich vielleicht viele in Deutschland Anfang Januar gedacht. Und zwar gleich in rauen Mengen. Aber gerade als es in Deutschland mal wieder so richtig kalt wurde, da hatten viele Haushalte im Südwesten von Berlin nach dem Brand einer Kabelbrücke tagelang kein Strom. Kein Strom, das heißt kein Licht, kein Internet, kein Mobilfunk, aber vor allem auch keine Heizung oder gar einen funktionierenden Herd. Was tun in einer solchen Extremsituation? Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe rät dazu, dass wir alle Vorräte für zehn Tage zu Hause haben. Schließlich können Stürme oder Überflutungen dafür sorgen, dass wir das Haus nicht verlassen können. Bei einem großflächigen Stromausfall könnten auch Supermärkte betroffen sein oder kein Trinkwasser mehr aus dem Wasserhahn kommen. Gefahren gehen aber auch von Cyberattacken oder Sabotageakten aus. Wie wir uns genau vorbereiten können, das hat sich meine Kollegin Ina Lebedjew im Podcast Mission Energiewende genauer angeschaut. Folgende grundsätzliche Gedanken helfen, sich zu orientieren: Das Essen sollte haltbar sein. Essen, das nicht gekühlt werden muss, verdirbt während eines Stromausfalls nicht. Essen, das nicht gekocht werden muss, ist essbar, auch wenn der Herd nicht mehr funktioniert. Essen mit einer kurzen Kochzeit ist ebenfalls sinnvoll. Denn im Krisenfall hält dann die wertvolle Energie aus dem Campingkocher oder Grill etwas länger. Gibt es Allergien oder Essgewohnheiten, auf die ich achten muss? Brauche ich Vorräte für Kleinkinder, größere Kinder oder Haustiere, die ich im Notfall mit versorgen muss? Und noch wichtiger als Essen ist ein Vorrat an Trinkwasser für den Fall, dass kein Wasser mehr aus der Leitung kommt oder das Leitungswasser verschmutzt ist. Eine Faustregel besagt, dass Menschen ohne Nahrung drei Wochen überleben können. Ohne Wasser dagegen sind es nur drei Tage. Also plant man idealerweise für den Vorrat zwei Liter pro Person und Tag ein. Davon ist dann ein halber Liter zum Kochen gedacht. Und auch beim Thema Wasser die Haustiere nicht vergessen! Konkrete Vorschläge, Tabellen für Beispielvorräte und Tipps zur Haltbarmachung und Lagerung von Lebensmitteln, die gibt das Bundesamt für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat heraus. Dort findet ihr auch den sogenannten Vorratskalkulator. Der hilft, einen angemessenen Vorrat für den eigenen Haushalt zu berechnen. Und zwar für einen bis 28 Tage. Ich habe das mal ausprobiert und probehalber vier Personen und zehn Tage eingegeben. Dafür brauche ich gute 13 Kilo Brot, Kartoffeln, Getreideprodukte wie Nudeln und Haferflocken. Das ist dann in der Tabelle alles einzeln aufgedröselt. Wir würden 80 Liter Wasser brauchen, 16 Kilo Gemüse, darunter zum Beispiel Rotkohl im Glas, Erbsen und Möhren, Pilze und Mais als Konserven. Dann 10 Kilo Obst, da werden dann Trockenpflaumen, Aprikosen, Ananas und Kirschen aus dem Glas oder aus der Dose vorgeschlagen. Und 10 Kilogramm Milch und Milcherzeugnisse. Aufgelistet sind hier 8 Liter Haarmilch und 2 Kilogramm Hartkäse. Und dann kommen noch knapp 5 Kilogramm Eier, Fleisch, Wurst und Fisch dazu, darunter Fischkonserven, Würstchen im Glas, Dauerwurst und Leberwurstkonserven. Und schließlich steht noch mehr als ein Kilogramm Fett auf der Liste, also Streichfett, Butter und Speiseöl. Es gibt diese Vorratstabelle übrigens auch für Menschen, die sich rein vegetarisch ernähren. Sich mit Notvorräten zu befassen, ist vielleicht nicht die spannendste Aufgabe, und möglicherweise gibt es auch Menschen, die der Gedanke, sich damit zu beschäftigen, richtig stresst und die bei dem Thema nicht wissen, wo sie überhaupt anfangen sollen. Eine Kollegin hier aus dem Team hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass es inzwischen längst Anbieter gibt, die fertiggepackte Pakete mit lange haltbaren Lebensmitteln verschicken. Da sind dann zum Beispiel Dosenbrote, Fertiggerichte und Riegel drin, die extra viele Kalorien haben. In einem Artikel von Stiftung Warentest heißt es dazu: Die Zielgruppe waren lange Jahre vor allem sogenannte Prepper, also Menschen, die jederzeit mit einer Katastrophe rechnen und dementsprechend vorbereitet sein wollen. Mit Notfallrucksäcken, Werkzeugen zum Überleben in der Natur, Waffen zur Selbstverteidigung. Aber seit der Corona-Pandemie und dem Krieg in der Ukraine gehören auch immer mehr Menschen zur potenziellen Kundschaft, die sich vorher eher wenige Gedanken um ihre Krisenversorgung gemacht haben. Die Frage, was eine sinnvolle Vorratshaltung für den Krisenfall ausmacht, ist inzwischen für viele aktueller denn je. Laut Stiftung Warentest kann ein fertiges Vorratspaket mit einem Notvorrat für eine Person rund 300 Euro kosten. Wer die Produkte einzeln einkauft, kann nach Berechnungen von Stiftung Warentest oft sparen und natürlich das bereitlegen, was im Haushalt auch wirklich gegessen wird. Wer einkauft, was ihm sowieso gut schmeckt, kann den Vorrat ebenso gut regelmäßig verbrauchen und erneuern und sich teure, extrem langzeit Nahrung sparen. Tipp: Hamsterkäufe sind nicht ratsam. Bauen Sie einen sinnvollen Vorrat mit Bedacht auf, indem Sie beim Einkaufen von länger haltbaren Produkten, etwa Nudeln, Reis oder Konserven, eine Packung mehr kaufen. Notvorräte sind das eine, aber was braucht es noch, damit wir über die Runden kommen, wenn der Strom ein paar Tage ausfällt oder die Straßen zu glatt sind, um mal eben was einkaufen zu gehen? Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BKK) gibt folgende Empfehlungen: Kerzen, dazu Zündhölzer, Taschenlampen oder kleinere batteriebetriebene Lampen. Einen Campingkocher oder Grill sollten wir haben, der mit Holzkohle oder Gas betrieben wird. Ganz wichtig dabei der Hinweis: Nicht in der Wohnung oder im Haus grillen, denn dann besteht natürlich Erstickungsgefahr. Das ist alles schon passiert, leider. Wer einen Kamin oder einen Ofen hat, sollte sich einen Vorrat an Kohle, Holz oder Briketts anlegen. Auch dicke Decken können etwas Abhilfe schaffen, wenn es darum geht, gegen die Kälte anzugehen. Das BKK empfiehlt, sich in einem Raum aufzuhalten, gemeinsam und regelmäßig zu lüften, gerade wenn Kerzen benutzt werden. Batteriebetriebene Radios oder Kurbelradios sind wichtig, so kommt ihr nämlich dann im Notfall an Infos und Nachrichten über den Stromausfall. Und grundsätzlich sollten wir Geräte zu Hause immer laden, wenn das möglich ist, also damit dann im Ausnahmezustand geladene Akkus am Start sind. Also brauchen wir dann Laptops und andere Geräte mit geladenen Akkus. Eine Powerbank oder solarbetriebene Ladegeräte, die tagsüber aufgeladen werden können. So funktionieren dann zum Beispiel auch eure Handys, wenn es länger keinen Strom gibt. Und Bargeld: Ohne Elektrizität funktionieren auch Geldautomaten nicht mehr, ist ja klar. Da schwirrt einem schon ganz schön der Kopf nach all diesen Dingen, die man hier in Sachen Notvorrat beachten soll oder richtig machen könnte. Das war hier gerade ein Ausschnitt aus unserem Klimapodcast Mission Energiewende, den verlinke ich euch auch zum Nachhören in den Shownotes. Ein Gedanke aus der Folge kann man sich aber ganz leicht merken: Jede Vorbereitung ist wertvoll. Falls ihr euch nach dem Stromausfall in Berlin und all dem Schnee in Deutschland Gedanken um eure Notvorräte macht, fangt doch einfach klein an und legt beim nächsten Einkauf eine Dose mehr in den Einkaufskorb. Das war’s von mir für heute. Diese Folge hat Clemens Möller produziert. Und ich bin Jessi Jus. Sage Ciao, bis zum nächsten Mal!