Goethe als Naturwissenschaftler
Fällt sein Name, geht es in erster Linie um Literatur: „Faust I“ und II, „Die Wahlverwandtschaften“, „Italienische Reise“ oder „Die Leiden des jungen Werther“ – um nur eine winzige Auswahl aus seinem gewaltigen Werk zu nennen. Aber Goethe war auch Naturwissenschaftler. Es gibt Kenner, die meinen, er sei sogar mehr Naturwissenschaftler als Dichter gewesen.
Er interessierte sich für alles, was mit Natur zu tun hat: Pflanzen, Steine, Algen, Farben und physikalische Prozesse. Und er war ein leidenschaftlicher Gärtner. Er rodete, pflanzte und säte. Er liebte Nelken, Aurikeln und Dahlien.
So schrieb er an einem Novembertag an seine Mutter in Frankfurt:
„Abends 6 Uhr. Ich sitze noch in meinem Garten, es ist das schönste Wetter von der Welt, pflanze und mache allerlei Zeug, das künftig schön aussehen und uns in guten Augenblicken Freude machen soll.“
Goethes Gärten
In Weimar, wo er bis zu seinem Tod 1817 lebte, erinnern gleich zwei Gärten an den Dichter: der Garten an der Ilm und sein Hausgarten in Weimar am Frauenplan.
Ab Goethes 1. November wird Goethes Wohnhaus samt Garten für vier Jahre schließen. In dieser Zeit will die Klassik Stiftung Weimar den Garten wieder dem ursprünglichen Garten annähern. Ein guter Grund für Heike Sicconi den Garten vor der Schließung noch einmal zu besuchen.
Beim Rundgang mit dem Landschaftsarchitekten Michael Sperber und dem Kustos der naturwissenschaftlichen Sammlung Goethes, Dr. Thomas Schmuck, geht es im Gartenradio diesmal um Goethes Gartenleidenschaft, seine Suche nach der Urpflanze und seinen Naturbegriff, aber auch darum, warum Goethe als Naturbeobachter und Wissenschaftler heute wieder erstaunlich aktuell wirkt.
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