Mehr als 300 Jahre Baumschulen-Geschichte
In dieser Folge des Gartenradios besucht Heike Sicconi die Späth’schen Baumschulen in der Späthstraße 80/81 in 12437 Berlin. Welche Baumschule kann schon von sich behaupten, dass eine Straße nach ihr benannt worden ist und sie in Sachen Firmengründung in einer Liga genannt wird mit der Firma Carl Kühne (Essiggurken), Johann Maria Farina — der ältesten noch bestehenden Parfümfabrik der Welt — oder Villeroy & Boch? Alle wurden Anfang des 18. Jahrhunderts, also vor über 300 Jahren, gegründet und haben bis heute überdauert.
Einst die größte Baumschule der Welt
Im Fall der Baumschule Späth grenzt das an ein kleines Wunder. Die Späth’sche Baumschule ist einmal die größte Baumschule der Welt gewesen; etliche Gehölze entstammen der Zuchtabteilung am Baumschulenweg, darunter viele Wildobstsorten von Aronia bis Zierquitte. Franz Späth ist selbst um die Welt gereicht und hat exotische Gehölze in das neu angelegte „Arboretum“ gerbacht, eine von ihm gegründete, parkähnliche Sammlung aus über 4.000 Arten.
Auch gestalterisch haben die Späths bis heute ihre Spuren hinterlassen: ob in herrschaftlichen Villengärten am Wannsee oder auf dem Dach von Karstadt in Neukölln — die Abteilung Garten- und Landschaftsplanung hat einst zu den ersten Adressen für eine überwiegend betuchte Kundschaft gehört.
Aber Krieg, Enteignung und Jahre der Abwicklung haben immer wieder für Krisen gesorgt. Wenn nicht ein ehemaliger „Hilfsgärtner“ begonnen hätte, die Geschicke der Baumschule in die Hand zu nehmen und ihr die beinahe verlorene Geschichte zurückzugeben. Der Mann heißt Holger Zahn, ist heute Inhaber und Geschäftsführer der Späth’schen Baumschulen und wird uns von der abenteuerlichen Geschichte erzählen.
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