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Bild: Bauhausgebäude (1925-26), Architekt: Walter Gropius, Abendstimmung, 2019 | Stiftung Bauhaus Dessau / Foto: Meyer, Thomas, 2019 / OSTKREUZ

Monopol-Podcast | 100 Jahre Bauhaus Dessau

Ein lebenswertes Umfeld

Vor 100 Jahren zog das Bauhaus von Weimar nach Dessau. Hier entstanden legendäre Gebäude auf Grundlage der Bauhaus-Ideen. Welche Bedeutung dabei die Materialien hatten erzählen nun die Jubiläumsausstellungen.

Sie waren in Weimar nicht mehr erwünscht, deswegen zogen Walter Gropius, Henry van de Velde und ihre Mitstreiterinnen und Mitstreiter 1925 von Weimar nach Dessau. Hier herrschte ein liberaleres Klima, außerdem bot die aufstrebende Industriestadt Dessau allerlei Vorteile. Und so entstanden hier in der Folge die meisten Bauhaus-Gebäude. Allen voran das Schulgebäude, das mit seinem ikonischen Werkstattflügel bereits ein Jahr später – 1926 – eröffnet wurde. Gebaut wurde es in seinen Grundzügen aus Beton, Stahl und Glas, das waren die sogenannten neuen Materialien, die einer neuen Zeit. Aus ihnen wollten die Architekten eine Ästhetik und Produktionsweise entwickeln, die der Moderne angemessen war, erzählt Elke Buhr im Podcast. Über allem stand die grundsätzliche Idee nach einem ästhetisch gestalteten Umfeld.

Kunst und Gestaltung unterlagen keiner Hierarchie.

Elke Buhr, Chefredakteurin des Monopol-Magazins

Elke Buhr, Chefredakteurin des Monopol-Magazins Foto: Monopol

In zwei Ausstellungen gehen die Kuratorinnen und Kuratoren des Jubiläumsjahrs dem Bauhaus im wahrsten Sinne des Wortes an die Substanz. In „Glas | Beton | Metall“ und „Algen | Schutt | CO₂“ erkunden sie die Materialien des Bauhauses, ihre Herkunft, ihren Einsatz und die Arbeitsbedingungen, unter denen sie weiterverarbeitet wurden. Mit drei weiteren Ausstellungen und zahlreichen Veranstaltungen bilden sie den Höhepunkt der Feierlichkeiten anlässlich von 100 Jahren Bauhaus in Dessau.

Beton, Glas, Stahl – Symbole einer neuen Zeit

„Die Materialien waren nicht neu“, sagt Dr. Barbara Steiner, „Gropius war davon sehr fasziniert. Neu war die bestimmte Art und Weise, wie man sie einsetzte.“ Alle Ideen, die bis dato oft nur Theorien waren kulminierten in dem Schulgebäude in Dessau. Während für Gropius Lehm und Holz die alten Materialien symbolisierten, standen Beton und Stahl für eine neue, moderne Zeit. Eine Zeit, in der es industriell gefertigte Bauteile gab und der modulare Wohnungsbau ein gutes Lebensumfeld für alle schaffen sollte. Aber 1926 war es noch nicht so weit. „Alles wurde vor Ort gemacht“, erzählt Barbara Steiner.

Es wurde ein Holzgerüst gebaut, in das dann der Beton gegossen wurde.

Dr. Barbara Steiner, Stiftung Bauhaus Dessau

Dr. Barbara Steiner, Stiftung Bauhaus Dessau Meyer, Thomas / OSTKREUZ, 2024 / OSTKREUZ

Dabei kam so viel Holz zum Einsatz, dass sich manche Sorgen um die umliegenden Wälder machten. Aber grundlegende Gedanken darüber hinaus, über die Umweltauswirkungen, insbesondere den Abbau von Sand und Kies, machte man sich damals noch nicht. Mit diesen Fragen und möglichen alternativen Baustoffen setzt sich die Ausstellung „Algen | Schutt | CO₂“ in dem ehemalige Kaufhaus Zeeck auseinander. Hier geht es auch um CO2-armes Restaurieren und Renovieren.

In dieser Folge von „Kunst und Leben“, dem Podcast in Kooperation mit dem Monopol-Magazin, spricht detektor.fm-Moderatorin Sara-Marie Plekat mit Elke Buhr, Chefredakteurin des Monopol-Magazins über die Ideen hinter dem Bauhaus. Und mit Dr. Barbara Steiner – Direktorin und Vorständin der Stiftung Bauhaus Dessau – ergründet sie die Materialien des Bauhaus. Die Hauptausstellungen zum 100-jährigen Jubiläum eröffnen am 28.März 2026.

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