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Drei im Studio, eine in der Leitung: Die detektor.fm-Musikredaktion tagt zu den Jahrescharts ihrer Hörer. Foto: detektor.fm
Drei im Studio, eine in der Leitung: Die detektor.fm-Musikredaktion tagt zu den Jahrescharts ihrer Hörer. Foto: detektor.fm

Die detektor.fm-Jahrescharts 2014

Das musikalische Quartett

2014 war ein gutes Musikjahr – da ist sich die detektor.fm-Musikredaktion einig. Was einzelne Alben aus den Jahrescharts der Hörer betrifft, kursieren aber unterschiedliche Meinungen und die galt es in illustrer Runde zu diskutieren.

Die detektor.fm-Hörerinnen und -Hörer haben fleißig ihre Lieblingsalben des Jahres 2014 gewählt. Nach der Auswertung ist die Musikredaktion zur Konferenz im Studio zusammengekommen, um die Jahrescharts zu diskutieren. Anke Behlert, Doris Hellpoldt, Gregor Schenk und Konrad Spremberg sind manchmal einer Meinung, häufig sind sie es nicht – und diskutieren, bis die Kopfhörer fliegen (wirklich!).

Bühne frei für die beste Musik 2014:

Platz 10: Jungle – Jungle

"Jungle" ist im Juli bei XL Recordings erschienen.

„Jungle“ ist im Juli bei XL Recordings erschienen.
Die haben den Soul gefrühstückt, meint Musikchef Gregor Schenk. Konrad Spremberg spricht von „Breitness“, alle zusammen spüren die volle Ladung Soul. Musik, die aus dem Herzen kommt.

Platz 9: Bombay Bicycle Club – So Long, See You Tomorrow

"So Long, See You Tomorrow" ist im Februar bei Caroline Records erschienen.

„So Long, See You Tomorrow“ ist im Februar bei Caroline Records erschienen.
Alle lieben Bombay Bicycle Club – außer Anke Behlert. Der Rest der Kritikerrunde ist begeistert, besonders von den bunten Weltmusikeinflüssen. Woher die kommen? Sänger Jack Steadman war auf Reisen.

Platz 8: Future Islands – Singles

"Singles" ist im März bei 4AD erschienen.

„Singles“ ist im März bei 4AD erschienen.
Ein überraschend positives Album voller Singles mit verrückter Live-Show, Knödelstimme und Cruising-Potenzial. Nur klingen die Songs auf Albumlänge doch alle recht ähnlich – willkommen, mp3-Generation.

Platz 7: The Notwist – Close To The Glass

"Close To The Glass" ist im Februar bei City Slang erschienen.

„Close To The Glass“ ist im Februar bei City Slang erschienen.
Ein bunt zusammengewürfeltes Album, das zwischen Minimal Electro, 90er-Indie-Rock und verschwurbelten Instrumentals hin und her springt. Gregor Schenk fehlt da der rote Faden, Doris Hellpoldt findet gerade das spannend.

Platz 6: The War On Drugs – Lost In The Dream

"Lost In The Dream" ist im März bei Secretly Canadian erschienen.

„Lost In The Dream“ ist im März bei Secretly Canadian erschienen.
Stichwort „cruisen“ – schon wieder. Anke Behlert stellt fest: Das ist der Musik gewordene Roadtrip. Eine tranceartige Autofahrt durch weite Landschaften, dazu Musik, die beim Träumen hilft. Da passiert nicht viel? Genau richtig!

Platz 5: Chet Faker – Built On Glass

"Built On Glass" ist im April bei Future Classic erschienen.

„Built On Glass“ ist im April bei Future Classic erschienen.
Alle im Studio sind schlagartig entspannt: Ein hipper Australier liefert clevere, minimale Arrangements mit maximaler Wirkung. Konrad Spremberg spricht von latenter Erotik, Anke Behlert von angenehmem Schmalz. Schmacht!

Platz 4: Metronomy – Love Letters

"Love Letters" ist im März bei Because Music erschienen.

„Love Letters“ ist im März bei Because Music erschienen.
Anke Behlert schmeißt beim Luftschlagzeugspielen ihre Kopfhörer runter – die Knallersingle „Love Letters“ ist schuld. Abgesehen von dieser Single sind aber alle eher enttäuscht. Das Album plätschert zu sehr, trotz des mutigen Stilwechsels.

Platz 3: Caribou – Our Love

"Our Love" ist im Oktober bei City Slang erschienen.

„Our Love“ ist im Oktober bei City Slang erschienen.
Ein promovierter Mathematiker zelebriert die allumfassende Liebe. Die Kombination aus Clubmusik und Pop funktioniert wunderbar, Caribou hat wohl viel nachgedacht. Das Ergebnis: Gregor Schenk kann nicht ohne „Can’t Do Without You“.

Platz 2: SOHN – Tremors

"Tremors" ist im April bei 4AD erschienen.

„Tremors“ ist im April bei 4AD erschienen.
Hinter SOHN steckt Christopher Taylor, den Doris Hellpoldt vor langer Zeit interviewt hat – als er noch Gitarrenpop gemacht hat. Von dem krassen Wandel war sie überrascht, aber alle sind sich einig: damit musste er quasi erfolgreich werden.

Platz 1: Alt-J – This Is All Yours

"This Is All Yours" ist im September bei Infectious Music erschienen.

„This Is All Yours“ ist im September bei Infectious Music erschienen.
Ein Sieg mit Ansage: Alt-J besteigen den musikalischen Thron 2014 – und wirklich überrascht ist niemand. An den Erfolg des Debüts von 2012 anzuknüpfen war schwierig, die Musikredation ist sich uneinig, wie gut das funktioniert hat.

 

Redaktion: Konrad Spremberg