Die detektor.fm-Jahrescharts 2014

Das musikalische Quartett

11.01.2015

2014 war ein gutes Musikjahr - da ist sich die detektor.fm-Musikredaktion einig. Was einzelne Alben aus den Jahrescharts der Hörer betrifft, kursieren aber unterschiedliche Meinungen und die galt es in illustrer Runde zu diskutieren.

Drei im Studio, eine in der Leitung: Die detektor.fm-Musikredaktion tagt zu den Jahrescharts ihrer Hörer. Foto: detektor.fm

Die detektor.fm-Hörerinnen und -Hörer haben fleißig ihre Lieblingsalben des Jahres 2014 gewählt. Nach der Auswertung ist die Musikredaktion zur Konferenz im Studio zusammengekommen, um die Jahrescharts zu diskutieren. Anke Behlert, Doris Hellpoldt, Gregor Schenk und Konrad Spremberg sind manchmal einer Meinung, häufig sind sie es nicht – und diskutieren, bis die Kopfhörer fliegen (wirklich!).

Bühne frei für die beste Musik 2014:

Platz 10: Jungle – Jungle

JungleDie haben den Soul gefrühstückt, meint Musikchef Gregor Schenk. Konrad Spremberg spricht von "Breitness", alle zusammen spüren die volle Ladung Soul. Musik, die aus dem Herzen kommt."Jungle" ist im Juli bei XL Recordings erschienen. 

Platz 9: Bombay Bicycle Club – So Long, See You Tomorrow

So Long See You TomorrowAlle lieben Bombay Bicycle Club - außer Anke Behlert. Der Rest der Kritikerrunde ist begeistert, besonders von den bunten Weltmusikeinflüssen. Woher die kommen? Sänger Jack Steadman war auf Reisen."So Long, See You Tomorrow" ist im Februar bei Caroline Records erschienen. 

Platz 8: Future Islands – Singles

SinglesEin überraschend positives Album voller Singles mit verrückter Live-Show, Knödelstimme und Cruising-Potenzial. Nur klingen die Songs auf Albumlänge doch alle recht ähnlich - willkommen, mp3-Generation."Singles" ist im März bei 4AD erschienen. 

Platz 7: The Notwist – Close To The Glass

Close To The GlassEin bunt zusammengewürfeltes Album, das zwischen Minimal Electro, 90er-Indie-Rock und verschwurbelten Instrumentals hin und her springt. Gregor Schenk fehlt da der rote Faden, Doris Hellpoldt findet gerade das spannend."Close To The Glass" ist im Februar bei City Slang erschienen. 

Platz 6: The War On Drugs – Lost In The Dream

Lost in the DreamStichwort "cruisen" - schon wieder. Anke Behlert stellt fest: Das ist der Musik gewordene Roadtrip. Eine tranceartige Autofahrt durch weite Landschaften, dazu Musik, die beim Träumen hilft. Da passiert nicht viel? Genau richtig!"Lost In The Dream" ist im März bei Secretly Canadian erschienen. 

Platz 5: Chet Faker – Built On Glass

Built On GlassAlle im Studio sind schlagartig entspannt: Ein hipper Australier liefert clevere, minimale Arrangements mit maximaler Wirkung. Konrad Spremberg spricht von latenter Erotik, Anke Behlert von angenehmem Schmalz. Schmacht!"Built On Glass" ist im April bei Future Classic erschienen. 

Platz 4: Metronomy – Love Letters

Love LettersAnke Behlert schmeißt beim Luftschlagzeugspielen ihre Kopfhörer runter - die Knallersingle "Love Letters" ist schuld. Abgesehen von dieser Single sind aber alle eher enttäuscht. Das Album plätschert zu sehr, trotz des mutigen Stilwechsels."Love Letters" ist im März bei Because Music erschienen. 

Platz 3: Caribou – Our Love

Our LoveEin promovierter Mathematiker zelebriert die allumfassende Liebe. Die Kombination aus Clubmusik und Pop funktioniert wunderbar, Caribou hat wohl viel nachgedacht. Das Ergebnis: Gregor Schenk kann nicht ohne "Can't Do Without You"."Our Love" ist im Oktober bei City Slang erschienen. 

Platz 2: SOHN – Tremors

TremorsHinter SOHN steckt Christopher Taylor, den Doris Hellpoldt vor langer Zeit interviewt hat - als er noch Gitarrenpop gemacht hat. Von dem krassen Wandel war sie überrascht, aber alle sind sich einig: damit musste er quasi erfolgreich werden."Tremors" ist im April bei 4AD erschienen. 

Platz 1: Alt-J – This Is All Yours

This Is All YoursEin Sieg mit Ansage: Alt-J besteigen den musikalischen Thron 2014 - und wirklich überrascht ist niemand. An den Erfolg des Debüts von 2012 anzuknüpfen war schwierig, die Musikredation ist sich uneinig, wie gut das funktioniert hat."This Is All Yours" ist im September bei Infectious Music erschienen. 

 

Redaktion: Konrad Spremberg