First Aid Kit in Berlin

Country und Feminismus

12.03.2018

Vier erfolgreiche Studioalben, ein zehnjähriges Bandjubiläum und zahlreiche Live-Auftritte: First Aid Kit sind angekommen im Musikbusiness. Allerdings leben sie dort auch in einer männerdominierten Welt, die sie ändern wollen. Wir haben das Schwesternpaar vor ihrem Konzert in Berlin getroffen.

Die schwedische Indie-Folk Band First Aid Kit tourt gerade mit ihrem aktuellen Album "Ruins". Foto: Christina Hankin / Sony Music

Vom Kinderzimmer auf die großen Bühnen

First Aid Kit sind das schwedische Schwesternpaar Johanna und Klara Söderberg aus Stockholm. Bereits als Kinder haben sie viel gesungen und Konzerte gegeben. Damals haben sie noch ein Springseil als Mikrofon benutzt. Heute bespielen sie mit einer dreiköpfigen Band die ganz großen Bühnen.

Bekannt wurden sie erstmals im Alter von 15 bzw. 17 Jahren, als sie den Fleet-Foxes-Song „Tiger Mountain Peasant Song“ coverten und auf MySpace stellten. Dabei verzauberten die harmonischen und kraftvollen Stimmen der beiden so viele Menschen, dass auch Karin Dreijer Anderson alias Fever Ray auf sie aufmerksam wurde.

Wir haben unsere erste EP über das Label von Fevery Ray veröffentlicht und ich denke, dass das eine wirklich gute Einführung in die Musikindustrie war. Dass jemand so erfahrenes und selbstbewusstes sich dir annimmt. Sie sagte: ihr beiden solltet das machen, was ihr wollt und das ist bis heute das Motto, dem wir folgen. – Johanna Söderberg, First Aid Kit.

Wahre Bossladies

Inzwischen sind die zwei Schwedinnen seit mehr als zehn Jahren im Geschäft und das recht erfolgreich: Ruins ist ihr viertes Studioalbum, auf dem sie ihrer Vorliebe für harmonische Folksongs treu bleiben. Geschrieben haben sie die Songs in Los Angeles, produziert haben sie es zusammen mit dem Tucker Martine in Portland, der auch schon für Bands wie REM, The Decemberists und Death Cab for Cutie gearbeitet hat.

Vor einem Jahr haben First Aid Kit den wütenden Song „You Are The Problem Here“ veröffentlicht, pünktlich zum Weltfrauentag. Darin betonen sie, dass die Verantwortung in Fällen sexueller Gewalt bei den Tätern und nicht bei den Opfern liegt. Ein Jahr später wirkt diese Botschaft im Zuge der #MeToo-Debatte so aktuell wie nie.

detektor.fm-Moderator Christian Bollert hat mit Redakteurin Lina Bartnik über ihren Konzertbesuch bei First Aid Kit in Berlin gesprochen. Sie hat die Band vorab getroffen und mit ihnen über ihre musikalische Entwicklung und den Feminismus in Zeiten der #MeToo-Debatte gesprochen.

First_Aid_Kit_Lina Bartnik_detektor.fm"Wir hoffen, dass sich Frauen durch die #MeToo-Debatte gestärkt fühlen, sexuelle Belästigung anzusprechen und sich dadurch wohler zu fühlen. Aber die Männer müssen dabei helfen."First Aid KitFoto: Lina Bartnik / detektor.fm 

Redaktion: Lina Bartnik und Merten Waage

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