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Die Interpretation vom neuen Dillon-Francis-Song: aggressive Erotik in Pink-Blau. Screenshot: Columbia Records | Dillon Francis

Musikvideo der Woche | Dillon Francis mit „Candy“

Richtig wilder Zombie-Sex

Zwei Farben, zwei Tänzer und eine Pinata: mehr braucht Dillon Francis nicht, um mit seinem Musikvideo zu begeistern. Was das darstellen soll, sieht man aber nicht auf den ersten Blick. Gut, dass Maurice Gajda das Musikvideo der Woche durchschaut hat.

Dillon Francis mags heiß

Frisch hochgeladen und schon brandheiß: Am Sonntag hat Dillon Francis sein neues Album „This Mixtape is Fire“ veröffentlicht. Der Moombahton-Musiker hat die einzelnen Tracks schon auf seiner Festival-Tour ausprobiert, zuletzt auf dem ungarischen Sziget Festival. Da hat er die EP vorgestellt und tanzende Menschenmassen zum Schwitzen gebracht.

https://twitter.com/DILLONFRANCIS/status/765579807660896256

Auch im Musikvideo zu seinem Song „Candy“, den er mit Snappy Jit produziert hat, wird geschwitzt. Der Comedian und Musiker Dillon Francis, der auf seinem neuen Album auch mit Skrillex und Chromeo zusammengearbeitet hat, ist eigentlich eher für witzige Musikvideos bekannt.

Das neue Werk ist aber eher minimalistisch gehalten. Es kommt mit zwei Akteuren aus, die sich vor einer farbigen Fläche bewegen. In tiefe Blau- und Pinktöne gefärbt tanzen die beiden Darsteller eine präzise und energiegeladene Choreographie.

Rohe Energie

Die Tänzer nähern sich einander an, entfernen sich wieder. Sie tanzen mit- und gegeneinander, und spätestens wenn sie Luftblasen ejakulieren, wird klar, worum es wirklich geht. Dass die Erotik im Video nicht weich und liebevoll ist, sondern eher wie ein leidenschaftlicher Kampf wirkt, ist erfrischend. Auch unser Musikvideo-Experte Maurice Gajda findet es nicht stumpf, dass es „nur“ um Sex geht.

Auch Geschlechtsverkehr kann ja Geschichten erzählen. Hier geht es um die Idee von Dominanz und um die Idee des Austauschs. – Maurice Gajda

Und so ist es nur konsequent, dass der Kampftanz nicht in einer liebevollen Vereinigung endet. Die Tänzer wirken in ihren bizarren, abgehackten Bewegungen auch nicht ästhetisch, aber äußerst roh und kraftvoll. Das macht vielleicht nicht unbedingt Spaß, ist aber faszinierend, findet Musikvideo-Experte Maurice Gajda.

Er hat mit detektor.fm-Moderatorin Sarah Steinert über das Video gesprochen.

Da ist auch ganz, ganz viel Emanzipation drin und Gleichheit.Maurice Gajda
Musikvideo der Woche – Dillon Fracis mit Candy 05:57

Redaktion: Amy Wittenberg

Das Video zum Nachschauen

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