Musikvideo der Woche | LSD mit „No New Friends“

„Dreieinhalb Minuten Kind sein“

Das Video zu „No New Friends“ ist eine Hommage an die quietschbunte Popkultur der 68er – und an Alice im Wunderland.

LSD im Wunderland

Das Musikvideo dieser Woche entführt in eine Welt mit rosa Wolken, knallgrünen Wiesen und wundersamem Dschungel. „No New Friends“ heißt der Song und stammt vom musikalischen Trio LSD. Hinter dieser Abkürzung verstecken sich der britische Musiker Labrinth, die australische Sängerin Sia sowie der ebenfalls australische DJ und Produzent Diplo. Und sie machen ihren Namen zum Programm. Gegen diese Welt ist das Teletubbyland ein karges Loch. Mit ihrem Video bekennt sich das Trio klar zum Pop.

Ich hab‘ Bock darauf, danach Zuckerwatte zu essen. Also, so ein Video ist das! – Maurice Gajda, Moderator und zeitweise Zuckerwatte-Fan

Die Welt knallt, ist dabei aber auch erwartbar. Das Drogenmotiv mit Anlehnung an Alice im Wunderland wird wieder ausgegraben. Der Stil erinnert an Katy Perry in der Schokoladenfabrik und alles wirkt kindlich naiv. Die Mitglieder des Trios kommen auch im Video vor, bis auf Sia. Die lässt sich, wie üblich, von der Tänzerin Maddie Ziegler ersetzen. Dass die 43-jährige Sängerin selbst nicht in Erscheinung tritt, zeigt vielleicht doch ein Tabu in der sonst grenzenlosen Popwelt auf.

Drei Stars, ein Projekt

Das Projekt LSD existiert seit etwa einem Jahr. Die Debütsingle „Genius“ ist im Mai 2018 erschienen. „No New Friends“ ist die fünfte Single. Das Album „Labrinth, Sia & Diplo Present … LSD“ kam vor knapp zwei Wochen raus. Die Gruppe hat die Singlecharts vieler Länder gestürmt und das brandneue Musikvideo hatte nach einer Woche schon 8 Millionen Klicks auf Youtube.

Einige davon sind bestimmt von Maurice Gajda. detektor.fm-Moderatorin Doris Hellpoldt hat mit ihm gesprochen.

Maurice Gajda Foto: Melanie KoravitschReizüberflutung ist das Thema der ganzen Band. Du nimmst da drei Riesenstars, die an sich schon riesige Arenen füllen, und packst die drei zusammen. Auch das ist ja eigentlich way too much.Maurice Gajdasieht schon in der Zusammensetzung des Trios eine maßlose Übertreibung. 

Redaktion: Sarah Mahlberg