Musikvideo der Woche | Vance Joy mit „Georgia“

Eine Peripetie der Emotionen

23.03.2016

Vielen ist er durch seinen Sommersong "Riptide" im Gedächtnis geblieben. Doch James Keogh alias Vance Joy kann mehr als nur Gute-Laune-Pop-Songs. Für welche Überraschungen der Musiker gut ist, zeigt sein Musikvideo "Georgia". Maurice Gajda erklärt, warum das Video auch ein Jahr nach Veröffentlichung noch aktuell ist.

Vance Joy – Jurist, Football-Spieler und/oder Musiker

Ob im Radio, im Club oder im Fernsehen: Fast jeder hat den Song „Riptide“ schon einmal gehört, den Musiker dahinter kennen jedoch nur wenige. Schnell war der Titel als „One Hit Wonder“ verpönt. Doch mit Veröffentlichung des Albums „Dream your life away“ hat Vance Joy nicht nur viele Fans endgültig überzeugt, sondern auch Pop-Liebling Taylor Swift. Zusammen mit der Sängerin tourte er im vergangenen Jahr als Support ihrer „1989“-Tour durch die ganze Welt.

Aktuell erobert Vance Joy auf seiner „Fire and the Flood“-Tour noch einmal auf eigene Faust Amerika. Im April kehrt er für eine weitere Tour in seine Heimat Australien zurück. Vance Joy, der sich gegen Football und Jura und für die Musik entschieden hat, aber alternativ auch mit dem Gärtnern liebäugelt, experimentiert gern. Das merkt man auch im Musikvideo „Georgia“.

Das Experiment „Männlichkeit“

Ein sattes Grün und ein goldfarbenes Weizenfeld sorgen in den ersten Einstellungen des Musikvideos für eine idyllische, fast schon romantische Szenerie. Doch die knapp zwanzig-sekündige Ruhe wird schnell durch das Chaos eines offensichtlichen Kriegsszenarios zerstört. Schnell stellt sich die angenommene Realität als Täuschung heraus und es wird nicht das letzte Mal in diesem Video bleiben, dass der Zuschauer überrascht wird.

Die Überraschungen sind das, was das Video ausmacht. Dass es nicht nur einen Überraschungsmoment gibt, sondern dass man es nach einem Turnaround schafft, nochmal einen zweiten Turnaround zu machen, das ist das Faszinierende daran. – Maurice Gajda, Musikvideo-Liebhaber

Der Sänger hat es gerne einprägsam und unkonventionell. Der Song ist ähnlich emotionsgeladen wie die schauspielerische Leistung in dem Video. Mit wenigen Mitteln und in Slow-Motion schafft Regisseurin Luci Schroder, die für Vance Joy schon „The Mess is Mine“ inszeniert hat, ein Musikvideo, welches nicht nur ein visuelles, sondern auch emotionales Erlebnis ist.

Durch welche Achterbahnfahrt der Gefühle das Musikvideo der Woche „Georgia“ führt und warum die eigentliche Überraschung auf der Metaebene stattfindet, hat detektor.fm-Moderatorin Doris Hellpoldt mit Maurice Gajda diskutiert.

DeadcrushGerade in den jetzigen Zeiten, in denen Minister sich zur Kriegsrhetorik hinreißen lassen, finde ich dieses Video von Vance Joy eine fantastische Reaktion darauf.Maurice Gajdanimmt sich bei detektor.fm einmal die Freiheit, ein Musikvideo in einen Kontext zu stellen.  

Redaktion: Johanna Siegemund


Das Musikvideo der Woche: Vance Joy mit „Georgia“