Reingehört: Chikinki – Bitten

17.03.2011

"Bitten" versteht man im Deutschen genauso gut wie im Englischen, auch wenn die Bedeutung nicht unterschiedlicher sein könnte. Chikinki haben ihre neue Platte in Berlin aufgenommen, der Stadt, die nun auch Gitarrist und Songschreiber Ed East sein Zuhause nennt. Ein Hinweis auf die Bedeutung des Albumtitels?

Chikinki und ihr Gitarrist Ed East (rechts) ganz in Schwarz.

Chikinki - Bitten

Bitten

Chikinki

(Snowhite, bereits erschienen)

Die eigenen Erinnerungen sollte man nie unterschätzen. Man gewöhnt sich an sie, bildet sich Meinungen aus ihnen und schließlich entstehen feste Bilder, die man nicht mehr so leicht aus dem Kopf bekommt.Erinnert man sich an die frühen Tage von Chikinki, ist das nicht anders. Bilder von im Liegen spielenden Keyboardern. Bilder von Bühnen voller tanzender Menschen und von zerstörten Instrumenten, die dem exzessiven Gebrauch schlichtweg nicht mehr stand halten.


Eine wilde Geschichte, die sich aus diesen Erinnerungen zusammensetzt und der jetzt ein neues Kapitel hinzugefügt werden soll. Ein neues Kapitel mit der Aufschrift Bitten, das dritte Album der Elektropop-Kapelle.Ein vieldeutiger Name, zumal alle Aufnahmen im Studio des Chikinki Gittaristen Ed East stattgefunden haben, dass der sich in Berlin eingerichtet hat. Ob es sich also um eine englische oder deutsche Vokabel handelt und wer gebissen, beziehungsweise gebeten wurde, beantwortet Ed East folgendermaßen.

Bitten“ sollte eigentlich eine Referenz an ein englisches Sprichwort sein: „Bitten by the bug“. Es bedeutet, dass man von einer Idee besessen ist. Ich mochte auch immer die Doppelbedeutung von „Bitte“, weil „bitte“ mit „r“ auf englisch „sauer“ bzw. „es schmeckt nicht gut“ bedeutet. Ich mochte immer diese Doppelbedeutung, die das Wort hat.

Das neue Album steckt voller Bezüge und augenzwinkernder Hinweise auf Berlin, die Wahlheimat von Ed East und erklärte Lieblingsmetropole der Band. Sei es nun die Stimme einer Strassenbahnsprecherin im Song Tram Love oder der Name der ersten Single: Bitte, Bitte.

Bitte Bitte“ haben wir im Studio geschrieben. Wir hatten bis dahin keinen Titel und keine Worte. Wir hatten die Musik fertig geschrieben und versucht, Worte zu finden. Es handelt davon, auf Tour zu sein, wo man mit Mädchen herumhängt. Nichts passiert, bis jemand „Bitte Bitte“ sagt [lacht].

Chikinki haben sich weiterentwickelt und den Teenagerflaum endgültig aus dem Gesicht rasiert. Viele Songs auf Bitten schippern nur mit gedrosseltem Tempo. Einflüsse von Ravemusik, die viele der frühen Hits zu dem gemacht haben was sie sind, sind kaum noch zu hören. Neue Einflüsse und vor allem viele eigenen Ideen machen Bitten zu einem gereiften dritten Album. Chikinki präsentieren sich als eine Band, die ihre Geschichte verarbeitet und ihren Platz gefunden hat.

Ich würde zustimmen, dass der Sound vom neuen Album ein bisschen geordneter ist. Vielleicht hat das ein bisschen mit der Tatsache zu tun, dass wir erwachsener und nachdenklicher geworden sind. Dieses Mal haben wir alles geplant. Wir haben versucht, dass das Album eine Linie hat, die sich da durch zieht. Alles sollte zusammen hängen.

Chikinki haben sich die großen Gesten des Pop angeeignet. Die Synthesizer, die Chikinki bekannt und beliebt gemacht haben, sind breiter geworden und selbst vor dem Einsatz von Streichern wird nun nicht mehr zurückgeschreckt.

Boris kann Geige spielen. Um einen guten Sound zu kriegen, braucht man eigentlich ein Streicherquartett oder so was. Wenn man das einzeln macht, muss man viele Spuren nacheinander aufnehmen. Das braucht Zeit. Die Zeit hatten wir. Wir haben das zum ersten mal benutzt und versucht, die Lieder auf dem Album mit den Streichern ein wenig schöner und tiefer zu gestalten.

Bitten als ein Album voller schöner Liedchen mit Streichereinsatz zu bezeichnen wäre aber vorschnell geurteilt. Dafür hat das songschreiberische Talent der Band Chikinki einfach zu stark zugelegt. In vielen der Lieder lassen sich kleine Ecken und Winkel entdecken, die das dritte Album zu einem kurzweiligen Erlebnis machen. Und hin und wieder blitzt es dann auch durch, das alte Gespür für einnehmende Hits. Ein Talent, dass Chikinki Songs schon immer zu Tanzflächenfüllern gemacht hat und auch darüber hinaus viele Fans gewonnen hat. Es strahlt dem Hörer entgegen, im Refrain der Single Bitte, Bitte oder auch im gut gelaunten Instant-Hit Catch Up.

Chikinki begeben sich auf neue Pfade und zeigen dabei originelle Facetten genauso wie alte Talente. Die Konzerte der Deutschlandtournee im April sollten also jeder im Hinterkopf behalten. Allein schon um live dabei zu sein, wie eine gestandene Band ihrer Geschichte ein weiteres Kapitel hinzufügt.

eigenen Erinnerungen sollte man nie unterschätzen. Man gewöhnt sich an sie, bildet sich Meinungen aus ihnen und schließlich entstehen feste Bilder, die man nicht mehr so leicht aus dem Kopf bekommt.

Erinnert man sich an die frühen Tage von Chikinki, ist das nicht anders. Bilder von im Liegen spielenden Keyboardern. Bilder von Bühnen voller tanzender Menschen und von zerstörten Instrumenten, die dem exzessiven Gebrauch schlichtweg nicht mehr stand halten.

 

Eine wilde Geschichte, die sich aus diesen Erinnerungen zusammensetzt und der jetzt ein neues Kapitel hinzugefügt werden soll. Ein neues Kapitel mit der Aufschrift „Bitten“, das dritte Album der Elektropop Kapelle.

Ein vieldeutiger Name, zumal alle Aufnahmen im Studio des Chikinki Gittaristen Ed East stattgefunden haben, dass der sich in Berlin eingerichtet hat. Ob es sich also um eine englische oder deutsche Vokabel handelt und wer gebissen, beziehungsweise gebeten wurde, beantwortet Ed East folgendermaßen: