Reingehört: Woodkid – The Golden Age

22.03.2013

Bekannt wurde Yoann Lemoine alias Woodkid als Regisseur für Musikvideos von Lana Del Rey oder Rihanna. Für seine eigenen Kompositionen zeigt er dem Mainstream-Pop die kalte Schulter. Seit 2011 geistern seine Songs und die dazugehörigen Videos durch das Internet. Woodkid spielt mit Symbolen und einer tiefgehenden Ästhetik.

Künstler, Filmemacher und Musiker in einem: Woodkid. Foto: Mathieu Cesar

Woodkid trägt eigentlich den klangvollen Namen Yoann Lemoine. Bevor sich der Franzose auf musikalische Pfade begeben hat, war er vor allem als Kurzfilmemacher bekannt. Im Kontrast zu seiner eher alternativen Musik, hat er unter anderem das Video zu Katy Perrys Single Teenage Dream gedreht. Ganz anders als Retorten-Pop klingt die Musik auf seinem Debüt The Golden Age.

So kryptisch wie Lemoines Texte ist auch das Cover seines Albums. Dort sieht man Woodkid mit einem Ritterhelm. Das steht sinnbildlich. Denn Woodkids Musik hat durchaus etwas Ritterhaftes. Sie klingt entschlossen und nach Kampf. Woodkid zeigt sich als eine Art Don Quixote der alternativen Pop-Musik.

 

Die Lieder sind bombastisch arrangiert und tendieren ins Pathetische. Dazu trägt unter anderen Lemoines Stimmfarbe bei. Er entwirft in seinen Texten ganze, teils dystopische Mythen. Auch cineastisch verarbeitet er das Spiel mit Pathos und Mythos. Die Videos zu seinen drei Singles innerhalb von drei Jahren bilden eine Trilogie. Dabei führte er selber Regie. Mit schwarz-weiß Bildern und viel Tiefenschärfe grenzt sich Woodkid von den komplexen Melodien ab. Die Clips zu Iron, Run Boy Run und I Love You lassen Weltuntergangs-Stimmung aufkommen.

Der Albumtitel löst Assoziationen aus. Mit einem goldenen Zeitalter verbindet man eine glorreiche Epoche – Es beschreibt eine Kultur oder Schaffensphase auf ihrem Höhepunkt. Den Höhepunkt seines Talentes scheint Woodkid für den Moment erreicht zu haben. Mit The Golden Age hat er das auf seinem Debütalbum festgehalten.