Gregor Schwellenbach über Techno und Klassik

Techno und Klassik - zwei Welten? Nicht für Gregor Schwellenbach

21.02.2014

Gregor Schwellenbach ist klassisch ausgebildeter Komponist für Film, Fernsehen und Theater. Zum 20. Geburtstag des legendären Kölner Techno-Labels "Kompakt" hat er einige der besten Stücke aus dem Kompakt-Regal neu arrangiert - für klassische Instrumente. Ein Interview über Horizonterweiterung, Grenzüberschreitung und die Faszination Musik.

Gregor Schwellenbach, Komponist mit deutlicher Affinität zum Techno. / Foto: © detektor.fm/Kati Zubek

Wenn wir über elektronische Musik in Deutschland reden, kommen wir an einem Namen nicht vorbei: Kompakt. Das Kölner Label gilt als Epizentrum für Techno in Deutschland. Gregor Schwellenberg hingegen ist klassisch ausgebildeter Komponist und hat auf den ersten Blick nicht wirklich viel mit Techno zu tun.

Nur stimmt das nicht so ganz – beziehungsweise stimmt sogar das Gegenteil. Es gibt wohl nicht viele Menschen, die die Kompakt-Tracks so gut verstanden haben, wie Gregor Schwellenberg. Fasziniert von den Stücken nahm er sie auseinander, zerlegte sie in ihre Einzelteile und schrieb sie als Arrangements auf. Eine Obduktion am lebenden Objekt, wenn man so will – und keine ganz einfache:

Die größte Schwierigkeit ist eigentlich die rhytmische Präzision. Denn Techno lebt von dieser unmenschlichen mathematischen Präzision. Da kommt ein wichtiger Teil der Faszination her. Wenn man das ein bisschen weniger perfekt macht, dann ist es sofort völlig langweilig. -Gregor Schwellenbach

Klassische Instrumente spielen Techno – geht das?

Irgendwie, irgendwann bekamen die Kompakt-Leute davon Wind, und was soll man sagen: das kam zusammen, was zusammen gehört. Zum 20. Geburtstag von Kompakt hat sich Gregor Schwellenberg nun Techno-Songs aus den letzten 20 Kompakt-Jahren vorgenommen und mit klassische Instrumente und Musikern neu eingespielt.

Was das mit den Stücken gemacht hat, wo aus seiner Sicht die Faszination in manchen Techno-Titeln liegt und wie kompliziert die Arbeit daran war, darüber haben wir mit Gregor Schwellenbach gesprochen.