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Novaa
Foto: Anika Zachow

Tracks & Traces | Novaa – The World’s Thing

Die Welt muss kurz draußen bleiben

Pandemie, Krieg, Klimakrise – es kann einem schon alles ganz schön zu Kopf steigen, wenn man das, was um einen herum in der Welt passiert zu nah an sich heranlässt. Warum es manchmal ganz gut ist, eine gesunde Portion Gleichgültigkeit an den Tag zu legen, das thematisiert Novaa in ihrem Song „The World’s Thing“.

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Von der Uni ins echte Leben

Novaa wächst in Karlsruhe auf und werkelt schon in jungen Jahren mit Gitarre, Klavier und Ableton an ihren ersten Songs. In Mannheim studiert sie Popmusikdesign, widmet sich nach einem Jahr aber lieber voll und ganz ihrer Musik. Sie zieht nach Berlin und gewinnt 2018 den Newcomer-Preis der ARD-Jugendwellen. Schon ein Jahr später erscheint ihr gleichbetiteltes Debütalbum – das erste von mittlerweile vier Synth-Pop-Platten, die sie zu einer gefragten Kollaborateurin gemacht haben. Als Künstlerin, Produzentin und Songwriterin arbeitete sie u.a. schon mit Farhot, Moglii und Elena Steri zusammen.

Novaa, Foto: Anika Zachow

Weltfluchtfantasien in der Tram

Entstanden ist der Song „The World’s Thing“ des aktuellen Albums „She’s A Star“ während des Berliner Winters. Der ist ja nicht gerade bekannt dafür, gute Stimmung zu verbreiten. Aus dem Gefühl emotionaler Überforderung wurde eine kleine Eskapismusfantasie, nach dem Motto „I’ll let the world do ist thing, while I do my thing“, das schließlich zum Refrain wurde.

Man denkt immer: Schlimmer kann’s ja nicht werden. Wir haben schon eine Klimakrise und stürzen uns alle ins Verderben. Nee, okay, jetzt haben wir hier noch diese Sache in Afghanistan, dann haben wir noch einen Angriffs-Krieg in der Ukraine, dann Abortion-Rights. Es geht immer weiter. Das ist pure Überforderung. Das überträgt sich auch auf das soziale Leben. Man ist dann gelähmt und hat keine emotionalen Ressourcen mehr.

Basteln in Marzahn

Die auf ihrem Handy gesammelten Songskizzen hat Novaa in ihrem Studio in Marzahn zusammengefügt und ausgebaut. Der Song besticht zwar durch seinen Minimalismus, den eingängigen Four-to-the-floor-Beat und die runtergepitchte Bassline. Gleichzeitig ist er wahnsinnig facettenreich – angefangen beim gesampelten und bearbeiteten Seufzer, der die Stimmung im Refrain bekräftigt. Jedes Details wurde mit viel Aufwand gebastelt.

Ich wollte so einen Blechsound haben. Wie ein Blech, das sich immer wieder so verbiegt. Da hab‘ ich ein Sample gefunden – das verzogen, verzerrt, durch Effekte geschickt und mit Delay versehen. So habe ich dann den Beat verfeinert.

An der Zeit drehen

Musikalische Inspiration lieferte u.a. James Blake. Seinen typischen Synthesizer-Sound, den man u.a. in seinem Song „The Wilhelm Scream“ hört, hat Novaa akribisch nachgebaut und in ihren eigenen Song übersetzt. Wie Blake arbeitet auch Novaa mit Glitches, Pausen und Delays, die auf ganz eigene Art mit dem Gefühl von Songdauer und Zeit spielen.

Ich fand die Idee schön, dass der Song wie so ein Vakuum der Zeit ist, das man hört und denkt: Mir ist gerade alles egal. Für mich ist jetzt gerade nichts relevant. Ein angenehmes, aber komisches Vakuum im Zeitstrang.

In dieser Folge von Tracks & Traces hört ihr, wie Novaa den Song geschrieben und produziert hat, wie eine „Meatball Kick Drum“ klingt und warum „The World’s Thing“ eine Ode an die Gleichgültigkeit ist.

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