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Bild: Nicolai von Ondarza | Foto: SWP

brand eins Podcast | Nicolai von Ondarza

10 Jahre Brexit: Das frühe Aufleben des Populismus

2016 entscheidet sich eine knappe Mehrheit in Großbritannien für den Brexit. Was hat der Austritt aus der EU gebracht?

2016: Großbritannien stimmt für den Brexit

Der „brand eins Podcast“ feiert diesen Monat seinen 10. Geburtstag. Wir nehmen das zum Anlass, um über wichtige Ereignisse zu sprechen, die vor zehn Jahren passiert sind — und die sich bis in Gegenwart und Zukunft auswirken.

Eines der politischen Großereignisse des Jahres 2016 ist ganz sicher das britische Votum für den Brexit. Eine knappe Mehrheit — nämlich 51,9 Prozent der Wahlberechtigten Großbritanniens — hat sich am 23. Juni 2016 für das Verlassen der Europäischen Union ausgesprochen. Sowohl für viele Bürgerinnen und Bürger Großbritanniens als auch in den anderen EU-Staaten ist dieses Ergebnis ein Schock gewesen. Dass ein Staat den europäischen Staatenbund verlassen würde, hatte es bis dahin noch nicht gegeben.

Nicolai von Ondarza ist seit mehr als 25 Jahren bei der Stiftung Wissenschaft und Politik und leitet dort seit sechs Jahren die Forschungsgruppe Europa. Seit vergangenem Jahr ist er außerdem „Associate Fellow“ im „Europe Programme“ von Chatham House. Eines seiner Spezialgebiete ist das Verhältnis der Briten und der EU. Für ihn kommt im Brexit ein Auflehnen gegen die Londoner Elite und auch ein frühes Aufleben des Populismus zum Ausdruck. Während die Brexit-Gegner eher rational argumentierten, haben die Befürworter sehr emotional agiert. Schon damals ist das Thema Migration dabei sehr wichtig gewesen.

Schon damals, wir denken an das Jahr 2015, 2016 zurück, begann ja die Flüchtlingskrise in Europa. Und nach Großbritannien waren auch sehr, sehr viele Einwanderer und Einwanderinnen aus Mittel- und Osteuropa gekommen.

Nicolai von Ondarza

Nicolai von OndarzaFoto: Stiftung Wissenschaft und Politik

Nicolai von Ondarza über Post-Brexit-UK

Das Brexit-Votum selbst kostete den damaligen Premierminister David Cameron den Job. Nach seiner Nachfolgerin Theresa May war es dann Boris Johnson, in dessen Regierungszeit der eigentliche Austritt aus der EU fiel. Laut Nicolai von Ondarza hat das Land vom Austritt weder profitiert, noch ist es zu einem plötzlichen, rapiden Wohlstandsverlust gekommen. Die Folgen sind eher langfristiger Natur: Von Ondarza sieht einen schleichenden Verlust von Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit, einen Rückgang des Handels mit der EU und eine dauerhafte Schwächung des Landes. Seiner Meinung nach lässt sich aus dem Brexit auch die folgende Lehre ziehen:

Man kann auch daraus lernen, dass wenn Populisten solche Referenden oder Wahlen gewinnen, sich dann schnell zeigt, wie wenig ihrer vermeintlich einfachen Lösungen tatsächlich dazu beitragen, die Probleme eines Landes zu lösen.

Nicolai von Ondarza

Über das Brexit-Votum im Jahr 2016, seine politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen sowie die aktuelle Situation Großbritanniens und die Chancen auf einen Wiedereintritt in die Europäische Union spricht detektor.fm-Moderator Christian Bollert in dieser neuen Folge des „brand eins Podcasts“ mit Nicolai von Ondarza.

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