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Frank Uekötter. Foto: Hartmut Nägele
Frank Uekötter. Foto: Hartmut Nägele

brand eins Podcast | Frank Uekötter

In der Falle der Monokultur

Frank Uekötter forscht zur Geschichte der Monokultur — und hält sie für die ideale Versuchsanordnung, um biologische Probleme heranzuzüchten.

Frank Uekötter erforscht Monokulturen

Ein Großteil der heutigen Landwirtschaft wird in Form von Monokulturen betrieben. Ob Ackerbau oder Viehzucht: Ungefähr seit der Mitte des 20. Jahrhunderts ist die Produktion in großen Einheiten mit wenig Sortenvielfalt ein landwirtschaftlicher Trend. Damit einher gehen Ideen von Effizienz und Produktivität — laut Frank Uekötter ein großer Irrglaube: Er beschreibt Monokulturen auch als „magisches Denken“, dass viel irrationaler ist, als es auf den ersten Blick scheint. Er sieht Monokulturen als vorerst letzten Schritt eines langen Stolperns und beschäftigt sich als Professor für Technik- und Umweltgeschichte an der Ruhr-Universität Bochum in einem EU-finanzierten Forschungsprojekt zur Weltgeschichte der Monokultur mit ihrer Entstehung und Wirkung.

Man muss sich das vorstellen als eine ideale Versuchsanordnung, um biologische Probleme heranzuzüchten.

Frank Uekötter

Frank UekötterFoto: Hartmut Nägele

Wie rauskommen aus der Monokultur?

Probleme, die im Zusammenhang mit Monokulturen auftreten, können etwa Seuchen sein oder extrem hohe Anfälligkeiten von Getreide für bestimmte Schädlinge. Ein Risiko, das mit extremem Aufwand eingedämmt werden muss, der seinerseits nicht nur ökologische Probleme nach sich zieht, sondern auch wirtschaftlich riskant ist — und im Fall von Schweinepest und Vogelgrippe etwa letztlich doch nicht komplett funktioniert.

Massentierhaltung ist sozusagen Tabula Rasa im Extrem, weil sie für einen Massenstall tatsächlich eine eigenhygienische Einheit schaffen müssen. Sobald ein Krankheitserreger es schafft, in einen Massenstall reinzukommen, ist die Katastrophe vorprogrammiert.

Frank Uekötter

Geschichte und Gegenwart der Monokultur können beschrieben werden. Schwieriger ist jedoch die Frage nach Alternativen und realistisch umsetzbaren Lösungsansätzen. Für Uekötter liegen sie nicht in alternativer Landwirtschaft, auch hält er wenig von „Agrarnostalgie“. Was ihn davon abhält, angesichts seines Forschungsgegenstands zynisch zu werden, welche Entwicklungsschritte die Monokultur vollzogen hat und was sie zu einer der großen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts macht, darüber spricht er mit detektor.fm-Moderator Christian Bollert in dieser neuen Folge des „brand eins Podcasts“.

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