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Bild: La Terase | Shutterstock
Bild: La Terase | Shutterstock

Die großen Fragen der Wissenschaft | Julia Fischer

Wie ist die Sprache entstanden?

Wir nutzen Sprache jeden Tag. Aber wie konnte diese besondere Fähigkeit überhaupt entstehen? Und was unterscheidet Sprache und Kommunikation?

Was ist Sprache? 

Affen warnen vor Feinden, Vögel singen, Hunde bellen — aber ist das schon Sprache? Für Primatenforscherin Julia Fischer beginnt Sprache bei der Semantik: der Fähigkeit, etwas frei zu bezeichnen. Beispielsweise heißt ein Gegenstand Tisch, Table oder vielleicht auch ganz anders, solange sich eine Sprachgemeinschaft darauf einigt. Das unterscheide menschliche Sprache von tierischer Kommunikation.

Sprache und Kommunikation

Tiere können sich auf vielfältige Weise verständigen. Doch für Julia Fischer ist das noch keine Sprache. Zwar können Tierlaute Informationen vermitteln, aber anders als bei menschlicher Sprache sind sie meist nicht frei vereinbart und lassen sich nach grammatischen Regeln nicht zu immer neuen Bedeutungen zusammensetzen.

Wenn man einer Amsel oder einem Buchfinken zuhört, dann ist da eine Regelhaftigkeit in der Abfolge der einzelnen Elemente. Das könnte man auch als Grammatik bezeichnen. Aber es gibt in dem Sinne keinen Algorithmus, der sagt: ‚Okay, wenn ich jetzt aber das Schlusselement an den Anfang stelle, bedeutet es was ganz anders.‘

Prof. Dr. Julia Fischer, Leiterin der Abteilung Kognitive Ethologie am Deutschen Primatenzentrum

Prof. Dr. Julia Fischer, Leiterin der Abteilung Kognitive Ethologie am Deutschen PrimatenzentrumFoto: Arne Sattler

Wie diese Grenze zwischen Kommunikation und Sprache verläuft, untersucht die Biologin an Guineapavianen im Senegal. Sie analysiert, wie viel Verständigung unter den Tieren möglich ist, was Tiere wissen, welche Informationen sie aufnehmen oder auch weitergeben, was davon angeboren ist und wie sich kognitive Fähigkeiten unter dem Druck der Umwelt entwickelt haben.

Aber wie wurde aus tierischer Kommunikation menschliche Sprache? Welche Rolle spielen Gene, Gesten und soziales Zusammenleben? Und lässt sich evolutionär rekonstruieren, wann der erste Satz gesprochen wurde? Darüber sprechen Katharina Menne und Carsten Könneker von Spektrum der Wissenschaft in dieser Folge von „Die großen Fragen der Wissenschaft“ mit Julia Fischer. Sie ist Professorin an der Universität Göttingen und leitet die Abteilung Kognitive Ethologie am Deutschen Primatenzentrum.


Redaktion und Moderation: Katharina Menne und Carsten Könneker

Redaktion detektor.fm: Stephan Ziegert

Audioproduktion: Stanley Baldauf 

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