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Bild: Billion Photos | shutterstock.com

Die großen Fragen der Wissenschaft | Katrin Amunts

Wie funktioniert das menschliche Gehirn?

Das Gehirn ist das komplexeste Organ, das wir kennen. Wie funktioniert es — und wie kann man das erforschen?

Komplexe Schaltzentrale unseres Körpers

Es wiegt kaum anderthalb Kilogramm, verbraucht aber gut ein Fünftel unserer Energie. Es besteht aus rund 86 Milliarden Nervenzellen, die wiederum über geschätzt 100 Billionen Verbindungen miteinander kommunizieren. Und wir verstehen bis heute nicht, wie es uns überhaupt zu dem macht, was wir sind. Das Gehirn ist das komplizierteste Organ, das die Natur je hervorgebracht hat. Es steuert lebensnotwendige Funktionen, unser Denken, Fühlen und Handeln. Es schafft Erinnerungen, Träume und das Bewusstsein. 

Es gibt ja immer mal wieder dieses Gerücht, wir nutzen nur so und so viel Prozent unseres Gehirns. Ich kann mir schwer vorstellen, dass das gehen soll. Die Gehirnzellen sind alle ständig unter Strom.

Katrin Amunts, Hirnforscherin

Katrin Amunts, HirnforscherinFoto: Mareen Fischinger

Das Gehirn verstehen

Wie aber funktioniert das Organ eigentlich? Welche Prozesse laufen im Gehirn ab, wenn wir entscheiden, lernen oder lieben? „Das Gehirn ist ein Multiskalensystem. Das heißt, es gibt verschiedene Ebenen, auf denen das Gehirn organisiert ist. Um seine Funktionsweise zu untersuchen, können Hirnforschende sich Moleküle, einzelne Zellen, kleine Netzwerke von Zellen, aber natürlich auch ganz große Netzwerke von Zellen anschauen. All diese verschiedenen Blickwinkel sind letztendlich notwendig, um zu verstehen, wie das Gehirn aufgebaut ist und warum es überhaupt so funktionieren kann, wie es das tut“, weiß Katrin Amunts.

Sie ist eine der renommiertesten deutschen Hirnforscherinnen und weltweit bekannt für ihre Arbeiten zur Kartierung des menschlichen Gehirns. Amunts ist Direktorin des Instituts für Neurowissenschaften und Medizin am Forschungszentrum Jülich und Professorin für Hirnforschung an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Sie hat das „Human Brain Project“ geleitet, ein Forschungsprojekt der EU, bei dem es darum ging, das gesamte Wissen über das Gehirn zusammenzutragen und mit computerbasierten Modellen und Simulationen die Anatomie bis auf die Ebene der Zellen darzustellen. Außerdem ist Katrin Amunts Mitglied des Deutschen Ethikrats und hat damit auch eine Perspektive auf den Menschen, die über die Hirnforschung hinausgeht. 

In dieser Folge von „Die großen Fragen der Wissenschaft“ sprechen Katharina Menne und Carsten Könneker von Spektrum der Wissenschaft mit Katrin Amunts darüber, wie sich die Gehirne von Männern und Frauen unterscheiden, ob Intelligenz an die Gehirngröße gekoppelt ist, wie das Netzwerk in unserem Gehirn funktioniert und wie man das menschliche Gehirn in der Praxis eigentlich erforscht.


Redaktion und Moderation: Katharina Menne und Carsten Könneker

Redaktion detektor.fm: Stephan Ziegert

Audioproduktion: Stanley Baldauf 

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